Bad Häring

Gemeinde in Österreich

Bad Häring ist eine Gemeinde mit 2911 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022[1]) im Bezirk Kufstein in Tirol. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kufstein.

Bad Häring
Wappen Österreichkarte
Wappen von Bad Häring
Bad Häring (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 9,27 km²
Koordinaten: 47° 31′ N, 12° 7′ OKoordinaten: 47° 30′ 45″ N, 12° 7′ 25″ O
Höhe: 650 m ü. A.
Einwohner: 2.911 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 314 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6323
Vorwahl: 05332
Gemeindekennziffer: 7 05 03
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Obere Dorfstraße 7
6323 Bad Häring
Website: www.badhaering.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Ritzer (BML)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)
8
4
3
Insgesamt 15 Sitze
  • BML: 8
  • GRÜNE: 4
  • WIR: 3
Lage von Bad Häring im Bezirk Kufstein
AlpbachAngathAngerbergBad HäringBrandenbergBreitenbach am InnBrixleggEbbsEllmauErlKirchbichlKramsachKufsteinKundlLangkampfenMariasteinMünsterNiederndorfNiederndorferbergRadfeldRattenbergReith im AlpbachtalRettenschössScheffau am Wilden KaiserSchwoichSöllThierseeWalchseeWildschönauWörglTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Bad Häring im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortskern von Norden
Ortskern von Norden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeografieBearbeiten

Bad Häring liegt zwischen Wörgl und Kufstein, auf einem Hochplateau oberhalb des Inntales am Fuße des Pölven. Der Ortskern des ehemaligen Knappendorfs ist von mehreren Weilern umgeben.

GemeindegliederungBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Schwoich
Kirchbichl   Söll

GeschichteBearbeiten

In einer Tauschurkunde von 1298 wird der Ort als Gut ze Herringe erstmals schriftlich erwähnt. Der Name geht auf den althochdeutschen Personennamen Heri (‚Krieger‘) mit -ing-Suffix zurück. Die Siedlung zählte ursprünglich zum Gericht Schwoich und kam 1593 zum Gericht Kufstein.[2]

Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis 1954 wurde Braunkohle abgebaut. Seit 1854 wird Mergel und Kalkstein für die Zementherstellung an Steinbrüchen des Pölven gewonnen.

Das Gestein um Bad Häring ist zudem bekannt für seine fossilen Pflanzen, die sich in der Mergelschicht erhalten haben. Der renommierte k. u. k. Paläobiologe Constantin von Ettingshausen führte hier von 1850 bis 1852/53 Studien durch und machte Bad Häring mit seinem Schriftwerk Die tertiäre Flora von Häring in Tirol (1853) über die Reichsgrenzen hinaus bekannt.[3]

1951 wurde eine starke Schwefelquelle gefunden, die den Gesundheitstourismus förderte. Vor allem Erkrankungen und Beschwerden des Bewegungsapparates und rheumatische Erkrankungen der Gelenke und Gefäße sowie Wirbelsäulenschäden werden behandelt. Seit 1965 trägt Häring den Beinamen „Bad“.

Bad Häring ist seit 1996 der erste Tiroler „Bäderkurort“ (kein Luftkurort). Mit Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung wurde die Gemeinde Bad Häring von der Tiroler Landesregierung als Kurort anerkannt. Als Name des Kurortes wurde „Bäderkurort (Schwefelheilbad)“ bestimmt. Neben den Bädern wird auch eine Kältetherapiekammer betrieben.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die Pfarrkirche St. Johann Baptist wurde 1397 erstmals urkundlich erwähnt, ist im Kern spätgotisch und wurde 1732 barockisiert.
  • Die Antoniuskapelle stammt aus dem Jahre 1708.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Tourismus im zweisaisonalen Fremdenverkehrsort ist von wirtschaftlich erstrangiger Bedeutung. Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 175.000 im Jahr 2010 auf 208.000 im Jahr 2019.[5]

Das Rehabilitationszentrum Häring der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt wurde 1973 eröffnet und zwischen 2005 und 2011 saniert und umgebaut.[6]

PolitikBearbeiten

Die Gemeinde ist Mitglied im Klimabündnis Tirol und Teil des Tourismusverbandes Kufsteinerland.

GemeinderatBearbeiten

In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt.

Partei 2022[7] 2016[8] 2010[9]
% Mandate % Mandate % Mandate
Bürgermeisterliste Hermann Ritzer 50,20 8 56,49 9 57,44
Gründenkende Bad Häring 1) 26,14 4 16,61 2 8,47
Wir für Bad Häring 23,66 3
Volkspartei Bad Häring – ÖVP 26,90 4 24,39
Namensliste Zehetner-Lackstätter 9,70

1) die Partei trat 2016 unter dem Namen „Grüne Liste Bad Häring“ an.

Bürgermeister seit 1919Bearbeiten

  • 1919–1922 Remigius Margreiter, Bergbeamter (SPÖ)
  • 1922–1926 Karl Lapper, Bergbeamter (SPÖ)
  • 1926–1932 Remigius Margreiter, Bergbeamter (SPÖ)
  • 1932–1934 Hans Zingerle, Lehrer (SPÖ)
  • 1946–1956 Adolf Netsch, Bergbeamter (SPÖ)
  • 1956–1962 Otto Schnalzger, Bahnbediensteter (SPÖ)
  • 1962–1983 Ludwig Gründhammer, Geschäftsführer (SPÖ)
  • 1983–2003 Ernst Gruber, Fachlehrer (SPÖ)
  • seit 2003 Hermann Ritzer, Bundesbahn-Bediensteter

WappenBearbeiten

Blasonierung: Von Gold und Blau gevierteter Schild mit Kanne auf den Plätzen 1 und 4 und gekreuzten Hämmern auf den Plätzen 2 und 3 in verwechselten Farben.[10]

Das 1974 verliehene Gemeindewappen verweist mit den gekreuzten Hämmern auf den traditionsreichen Bergbau und mit dem Krug auf die Heilquelle.[11]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

BilderBearbeiten

Panorama von Bad Häring, im Hintergrund der Mittagskogel

WeblinksBearbeiten

Commons: Bad Häring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria – Bevölkerung zu Jahresbeginn nach administrativen Gebietseinheiten (Bundesländer, NUTS-Regionen, Bezirke, Gemeinden) 2002 bis 2022 (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 280 ff.
  3. Constantin von Ettingshausen: Die tertiäre Flora von Häring in Tirol. In: Abhandlungen der Kaiserlich-Königlichen Geologischen Reichsanstalt. Band 2-3. Braumüller, Wien 1853, ISBN 978-0-365-35777-3.
  4. Bad Häring auf oesterreich-info.at abgerufen am 31. Mai 2010
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Bad Härin, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 5. August 2021.
  6. Chronik. Abgerufen am 5. August 2021.
  7. Land Tirol - Wahlen 2022. Abgerufen am 28. Juni 2022.
  8. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 5. August 2021.
  9. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 5. August 2021.
  10. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 47/1974. (Digitalisat)
  11. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 38.