BFC Meteor 06

deutscher Fußballverein

Der Berliner FC Meteor 06 ist ein deutscher Fußballverein aus dem Berliner Ortsteil Wedding. Heimstätte des BFC ist der Sportplatz Ungarnstraße, welcher etwa 500 Zuschauern Platz bietet.

BFC Meteor 06
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Basisdaten
Name Berliner Fußballclub Meteor 06 e.V.
Sitz Berlin-Wedding
Gründung 1. Juni 1906
Farben blau-gelb
Website www.bfcmeteor06.de
Erste Fußballmannschaft
Spielstätte Sportplatz Ungarnstraße
Plätze ca. 500
Liga Landesliga Staffel 2
2019/20 9. Platz
Heim
Auswärts

GeschichteBearbeiten

 
Historisches Logo des BFC Meteor 06

Der BFC wurde am 1. Juni 1906 gegründet. In den ersten Jahren agierte der Fußballverein in der Meisterschaft des Berliner Ballspiel-Bundes relativ erfolglos. In den geregelten Spielbetrieb griff man ab 1912 in der Meisterschaft des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine ein, in welchem der BFC zum größten Teil in der zweiten Spielklasse spielte.

1918 bildete der BFC mit Roland 04 Berlin eine Spielgemeinschaft und trat bis Ende des Ersten Weltkrieges unter der Bezeichnung Kriegsvereinigung Meteor/Roland Berlin an. Der mittlerweile in der ersten Spielklasse des Verbandes spielende Fußballverein verlor nach Kriegsende jedoch das entscheidende Qualifikationsspiel zur Oberliga Berlin-Brandenburg gegen den BFC Alemannia 90 mit 0:1 und wurde in die Berliner Kreisliga integriert. In der Folgezeit gelang die Teilnahme an der Berliner Oberliga zwischen 1922 und 1932 für insgesamt sechs Spielzeiten. Für die ab 1933 neu gegründete Gauliga Berlin-Brandenburg konnte sich der BFC nicht qualifizieren. 1944 bildete der BFC erneut eine Spielgemeinschaft; mit dem SV Norden-Nordwest fungierte man bis 1945 als KSG Meteor/NNW Berlin. Die KSG hatte zwar sportlich den Aufstieg in die Gauliga geschafft, verzichtete aber auf eine Teilnahme.

 
Sportplatz Ungarnstraße, Heimstätte des BFC

1945 wurde der BFC aufgelöst und gemeinsam mit dem Reinickendorfer FC Alt-Holland als SG Schäfersee Berlin neu gegründet. Nach einer kurzzeitigen Umbenennung in Blau-Gelb Wedding kehrten man ab 1949 wieder zum historischen Namen BFC Meteor 06 zurück. Bis Mitte der Siebziger war Meteor eine feste Größe in der Amateurliga Berlin, aus welcher 1968 und 1971 der Aufstieg in die Regionalliga Berlin gelang. 1962 erreichte der BFC das Endspiel im in jenen Jahren als Karl-Heinz-Schulz-Pokal firmierenden Berliner Landespokal, unterlag aber der Mannschaft des SC Tasmania 1900 Berlin deutlich mit 1:4. Seit dem 1974 erfolgten Abstieg aus der Berliner Amateurliga versank der BFC im unterklassigen Fußball West-Berlins. Eine Rückkehr in den höherklassigen Fußball gelang nicht mehr. In der neuntklassigen Kreisliga A Staffel 2 belegte man in der Saison 2008/09 den 10. Tabellenplatz. In der Saison 2009/10 trat die erste Herrenmannschaft in der Kreisliga A Staffel 4 an. Die Saison erwies sich als außerordentlich schwierig für die Männer von der Hanne-Sobeck-Sportanlage. Teilweise konnte man nicht in voller Mannschaftsstärke antreten. Am Ende stand mit dem 15. und vorletzten Tabellenplatz der Abstieg in die Kreisliga B. 2013 kehrte man in die Kreisliga A zurück. 2014 erreichte man den dritten Tabellenplatz. 2015 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga.

Nachdem sich die Männermannschaften aus den höheren Spielklassen verabschiedet hatten, feierten die Fußballspielerinnen des BFC einige Erfolge. 1978 wurde die Mannschaft Berliner Meister. Dieser Titel konnte 1979, 1980, 1982 und 1985 wiederholt werden. Bei den deutschen Meisterschaften war jedoch immer in der ersten Runde Endstation. Ihren größten Erfolg feierten die Fußballspielerinnen im DFB-Pokal-Wettbewerb 1980/81. Nach Siegen über den VfB Komet Bremen und den Wedeler TSV scheiterte die Mannschaft erst im Halbfinale am TuS Wörrstadt. In den Jahren 1981, 1983 und 1985 wurde der Berliner Pokal noch drei weitere Male gewonnen, im DFB-Pokal-Wettbewerb ereilte die Mannschaft das „Aus“ jeweils in der ersten Runde. 1989 wurde die Abteilung aufgelöst und ist bis heute nicht neu gegründet worden.

TischtennisBearbeiten

Seit 1958 gab es beim BFC Meteor 06 auch eine Tischtennisabteilung. Sie wurde von Kurt Dreblow, der zuvor schon vier Jahrzehnte Mitglied der Fußballsparte des Vereins gewesen war, dessen Bruder sowie Peter Gojowy und Günter Stelter gegründet. Zunächst wurde in einem Gymnastikraum im Volkspark Rehberge gespielt. Als dieser zu klein war, zog die Sparte in die Halle Wiesenstraße beim S-Bahnhof Humboldthain um. 1967 bestand die Abteilung aus etwa 150 Mitgliedern, die sich auf vier Herren-, eine Damen-, eine Senioren- und mehrere Nachwuchsmannschaften beiderlei Geschlechts verteilten. Nachdem die erste Herren-Mannschaft 1965 in die Landesliga Berlin aufgestiegen war, errang sie dort 1967 hinter der zweiten Mannschaft von Tennis Borussia Berlin die Vizemeisterschaft und qualifizierte sich für die Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord, damals die zweithöchste Spielklasse in Deutschland. Auch hier konnte die Mannschaft vom Gesundbrunnen reüssieren und stieg in das norddeutsche Oberhaus auf. Dort waren dann aber die namhaften Klubs, wie der Kieler TTK Grün-Weiß, der Hamburger SV, Werder Bremen oder der VfL Wolfsburg zu stark, so stiegen die Meteore nach nur einem Jahr wieder ab.

Heute gibt es keine Tischtennisabteilung mehr im Klub. Bekannteste Spieler, die aus der Jugendarbeit des Vereins hervorgingen, waren die spätere Nationalspielerin Jutta Krüger und der Berliner Jugendmeister von 1966 Detlef Nitschke.

Ausschreitungen gegen den TuS Makkabi Berlin am 30. August 2015Bearbeiten

Am 30. August 2015 spielte der BFC in der Berliner Julius-Hirsch-Sportanlage gegen die dritte Mannschaft des TuS Makkabi Berlin. Dabei fielen bereits in der ersten Halbzeit antisemitische und fremdenfeindliche Äußerungen seitens der Spieler des BFC. In der zweiten Halbzeit eskalierte die Situation, sodass der Schiedsrichter die Partie vorzeitig beenden musste. Nach dem vorzeitigen Abpfiff des Spiels kam es zu weiteren verbalen und körperlichen Angriffen seitens einiger Spieler des BFC. Alarmierte Einsatzkräfte der Polizei Berlin mussten eingreifen und den gegnerischen Spielern Geleitschutz geben.[1]

Am 31. August 2015 hat der Berliner Fußball-Verband den BFC Meteor 06 III bis zur Sportgerichtsverhandlung über den Vorfall vorläufig vom Spielbetrieb ausgeschlossen.[2] Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes hat am 18. September 2015 entschieden, das beim Stand von 1:0 für Makkabi abgebrochene Spiel als Sieg für Makkabi zu werten, die durch die Sperre ausgefallenen Spiele von BFC Meteor 06 III als verloren zu werten und dem Verein "wegen erwiesener rassistischer Verfehlungen in mindestens einem Fall zusätzlich noch weitere drei Punkte" abzuziehen.[3] Zudem wurde der Haupttäter bis 2017 als Fußballspieler gesperrt sowie mit einer Geldstrafe von 300 Euro belegt.

StatistikBearbeiten

  • Teilnahme Amateurliga Berlin: 1952/53 bis 1959/60, 1963/64 bis 1967/68, 1970/71, 1972/73 bis 1973/74
  • Teilnahme Regionalliga Berlin: 1968/69, 1969/70, 1971/72
 
Thomas Häßler

PersonenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. TuS Makkabi Berlin – Presseerklärung: Tus Makkabi Berlin verurteilt antisemitische Attacken vom 30. August 2015
  2. Tagesspiegel Online vom 1. September 2015
  3. Tagesspiegel Online vom 21. September 2015