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Die Bürgermeisterei Ahrweiler war eine von ursprünglich sieben preußischen Bürgermeistereien, in welche sich der 1816 neu gebildete Kreis Ahrweiler im Regierungsbezirk Koblenz verwaltungsmäßig gliederte. Von 1822 an war der Regierungsbezirk Koblenz und damit die Bürgermeisterei Ahrweiler Teil der Rheinprovinz. Der Verwaltung der Bürgermeisterei Ahrweiler unterstanden sechs Gemeinden. Im Jahr 1857 schied die Stadt Ahrweiler aus dem Bürgermeistereiverband aus, die verbleibenden fünf Landgemeinden wurden der Bürgermeisterei Ahrweiler-Land zugeordnet. Diese bestand bis 1875 und ging in der Bürgermeisterei Neuenahr auf.

Heute liegt das Verwaltungsgebiet der damaligen Bürgermeisterei vollständig innerhalb der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Inhaltsverzeichnis

Gemeinden und zugehörende OrtschaftenBearbeiten

Zur Bürgermeisterei Ahrweiler gehörten sechs Gemeinden:[1][2][3]

Gemeinde zugehörende Ortschaften Ew. 1816 Bemerkungen
Ahrweiler (Stadt) Weiler Bachem, Walporzheim und Marienthal, Kloster Calvarienberg, Altenwegshof und sechs Mühlen 2.625  
Gimmigen   154  
Heimersheim Weiler Heppingen und Ehlingen 1.068 anfangs gehörte auch Green zu Heimersheim
Kirchdaun   123  
Lohrsdorf Weiler Green und der Köhlerhof 148 gehörte zunächst zur Bürgermeisterei Remagen; Green wurde gleichzeitig Ortsteil von Lohrsdorf
Wadenheim Weiler Beul und Hemmessen sowie der Landmühle 943 1875 umbenannt in Neuenahr

GeschichteBearbeiten

Das Verwaltungsgebiet und die zugehörenden Ortschaften der Bürgermeisterei Ahrweiler gehörten bis zur Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch Frankreich zu verschiedenen Territorien: dem Kurfürstentum Köln, dem Herzogtum Jülich und zur Herrschaft Landskron. Unter der französischen Verwaltung gehörte das Gebiet zum Arrondissement Bonn (Kanton Ahrweiler und Kanton Remagen), das dem Rhein-Mosel-Departement zugeordnet war.[4] Die Mairies als Vorläufer der späteren preußischen Bürgermeistereien wurden im Jahr 1800 eingeführt.

Vorherige ZugehörigkeitenBearbeiten

Die nachfolgende Tabelle ermöglicht einen Überblick über die vorherigen Zugehörigkeiten der Gemeinden der Bürgermeisterei Ahrweiler (in Klammern damalige Schreibweise):[4][5][6][7]

Gemeinde Territorium vor 1792 Kanton und Mairie vor 1815 Pfarrei vor 1802
Ahrweiler Kurköln, Vogtei Ahrweiler Ahrweiler, Ahrweiler Ahrweiler
Gimmigen (Gimmingen) Jülich und Landskron[Anm. 1] Remagen, Heimersheim Kirchdaun
Heimersheim Jülich, Amt Sinzig-Remagen Remagen, Heimersheim Heimersheim
Kirchdaun Jülich und Landskron[Anm. 1] Remagen, Heimersheim Kirchdaun
Lohrsdorf Herrschaft Landskron Remagen, Heimersheim Heimersheim
Wadenheim Jülich, Amt Neuenahr Remagen, Ringen Beul-Wadenheim

Anmerkungen:

  1. a b Die Dörfer Gimmingen und Kirchdaun waren im gemeinschaftlichen Besitz der Herzöge von Jülich und der Herren von Landskron; der jülichische Teil unterstand dem Amt Sinzig-Remagen.

Alle Pfarreien gehörten vor 1802 zum Dekanat Ahrgau im Erzbistum Köln.[7]

Bürgermeisterei AhrweilerBearbeiten

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde 1815 das Rhein-Mosel-Departement dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung wurden 1816 Kreise und Regierungsbezirke neu gebildet. Die Bürgermeisterei Ahrweiler war dem Kreis Ahrweiler und dem Regierungsbezirk Koblenz (damals „Regierungsbezirk Coblenz“) in der Provinz Großherzogtum Niederrhein (1822 Rheinprovinz) zugeordnet.[5]

Die Bürgermeisterei Ahrweiler mit dem Gebietsstand von 1816 umfasste Teile der vorherigen Mairies Ahrweiler, Heimersheim und Ringen.[1]

Lohrsdorf mit dem Köhlerhof gehörte zunächst zur Bürgermeisterei Remagen und wurde zwischen 1830 und 1843 in die Bürgermeisterei Ahrweiler eingegliedert. Lohrsdorf erhielt gleichzeitig den Weiler Green von der Gemeinde Heimersheim.[2][3]

Bürgermeisterei Ahrweiler-LandBearbeiten

Nach dem Inkrafttreten der Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1956 schied die Stadt Ahrweiler am 2. März 1857 aus dem Bürgermeistereiverband aus und bildete einen eigenen städtischen Verwaltungsbezirk. Die Landgemeinden Gimmigen (damals Gimmingen), Heimersheim, Lohrsdorf, Kirchdaun und Wadenheim bildeten die neue „Bürgermeisterei Ahrweiler-Land“. Sie wurde in Personalunion vom Bürgermeister der Stadt Ahrweiler, Josef Wilhelm Clotten, verwaltet.[6][8]

Die Gemeinde Wadenheim regte im Jahr 1874 aufgrund der Entwicklung zu einem Kurort eine Lostrennung von Ahrweiler an. Durch Verfügung vom 26. Januar 1875 entschied die königliche Regierung, Abteilung des Innern, in Koblenz die Aufhebung der Personalunion und die Bildung einer besonderen Landbürgermeisterei mit dem Sitz in Wadenheim.[6] Wenig später wurde der aus den drei Ortschaften Wadenheim, Beul und Hemmessen gebildeten Gemeinde Wadenheim durch königliche Genehmigung vom 9. Juni 1875 gestattet, den Namen „Gemeinde Neuenahr“ zu führen.[9]

Der Name der Bürgermeisterei wurde in Bürgermeisterei Neuenahr geändert.

StatistikBearbeiten

Nach der „Topographisch-Statistischen Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz“ aus dem Jahr 1830 gehörten zur Bürgermeisterei Ahrweiler eine Stadt, vier Dörfer, acht Weiler, ein Hof und zehn Mühlen. Im Jahr 1816 wurden in den zugehörenden Gemeinden insgesamt 4.913 Einwohner gezählt, 1828 waren es 5.510 Einwohner darunter 2.618 männliche und 2.892 weibliche; 5.452 Einwohner gehörten dem katholischen, 15 dem evangelischen und 47 dem jüdischen Glauben an.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Verzeichniss sämmtlicher Gemeinden und Ortschaften des Regierungs-Bezirkes Coblenz nach ihrer Eintheilung in Kreise und Bürgermeistereien, Coblenz: Pauli, 1816; S. 59 (dilibri Rheinland-Pfalz)
  2. a b c Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830, S. 656 (Google Books)
  3. a b Jakob Hölscher: Topographisch-statistische Übersicht des Regierungs-Bezirks Coblenz, Coblenz: Hölscher, 1843, S. 8 (dilibri Rheinland-Pfalz)
  4. a b Handbuch für die Bewohner vom Rhein-Mosel-Departement, 1808, S. 115 ff. (dilibri Rheinland-Pfalz)
  5. a b Der Regierungs-Bezirk Coblenz nach seiner Lage, Begränzung, Größe, Bevölkerung ..., Coblenz: Pauli, 1817; S. 49 ff (dilibri Rheinland-Pfalz)
  6. a b c Jakob Rausch: 150 Jahre Kreis Ahrweiler, Heimatjahrbuch 1966 des Kreises Ahrweiler (Online-Ausgabe)
  7. a b Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, Die Karte von 1789 (2. Band), Bonn 1898. S. 56, 277, 283, 303, 537
  8. Heimatverein „Alt-Ahrweiler“ e.V.: Bürgermeister der Stadt Ahrweiler (Memento des Originals vom 11. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.alt-ahrweiler.de
  9. Jakob Rausch: Der Name Neuenahr in geschichtlicher Schau, Heimatjahrbuch 1958 des Kreises Ahrweiler (Online-Ausgabe)