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Büderich (Meerbusch)

Stadtteil von Meerbusch, Rhein-Kreis Neuss, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Büderich ist einer von acht Stadtteilen der Stadt Meerbusch in der Nähe von Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Büderich ist mit 1708 ha (26 % des Stadtgebietes) und 21.500 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2010) der größte Ortsteil.

Büderich
Stadt Meerbusch
Wappen von Büderich
Koordinaten: 51° 14′ 48″ N, 6° 41′ 42″ O
Höhe: 35 m
Fläche: 17,51 km²
Einwohner: 21.500 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 1.228 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 40667
Vorwahl: 02132
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Über dieses Bild
Lage von Büderich in Meerbusch

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Büderich liegt am linken Niederrhein gegenüber von Düsseldorf.

GeschichteBearbeiten

Der Stadtteil wurde erstmals im 11. Jahrhundert als „Botreche“ erwähnt. In einer Auflistung der Besitzungen und Gerechtsamen der Abtei Meer von 1201 wurde auch „Buderche“ (Büderich) angeführt.[1] Von 1392 bis 1794 gehörte Büderich zum kurkölnischen Amte Linn. Seit dem Jahre 1422 waren die Herren von Büderich mit der Vogtei zu Büderich durch das Kölner Erzstift belehnt. Bei einer erzbischöflichen kölnischen Visitation im Jahre 1569 wurden in der katholischen Pfarrei in Büderich Missstände entdeckt. 1794 besetzten französische Truppen den Ort. 1815 kam Büderich an das Königreich Preußen. 1816 entstand die Bürgermeisterei Büderich. Sie gehörte zum Landkreis Neuss. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Ort von 1918 bis 1926 von belgischen und französischen Truppen besetzt. 1929 kam Büderich zum Landkreis Grevenbroich-Neuß. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten amerikanischen Truppen den Ort. 1947 wurde eine evangelische Volkshochschule in Büderich gegründet. Am 1. Januar 1970 wurde Büderich in die neue Stadt Meerbusch eingegliedert.[2] Der Landtag von Nordrhein-Westfalen beschloss 1974 die Auflösung der Stadt Meerbusch und die Aufteilung von Büderich auf die Städte Düsseldorf (Hauptteil) und Neuss.[3] Die Stadt Meerbusch erwirkte jedoch beim Verfassungsgericht in Münster die Aussetzung des Auflösungsbeschlusses. Der Landtag von Nordrhein-Westfalen bestätigte daraufhin 1976 die Existenz der Stadt Meerbusch.

Historisches WappenBearbeiten

 
Historisches Wappen der Gemeinde Büderich

Das Wappen von Büderich wurde von Wolfgang Pagenstecher entworfen; es war von 1930 bis 1970 offizielles Wappen der Gemeinde.[4]

Das Wappen zeigt unter einem gespalteten Schildhaupt – darin vorn das kurkölnische Kreuz und hinten die Schlüssel der Schöffen von Linn – den Büdericher Schutzpatron St. Mauritius auf einem weißen, steigenden Pferd sitzend. In der einen Hand führt er ein Schwert, in der anderen einen Schild, der wiederum das Wappen der Herren von Büderich (in Gold ein roter Ring, besteckt mit vier roten Kleeblättern) zeigt.[4]

ReligionenBearbeiten

  • Katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist mit den beiden Kirchen St. Mauritius (Pfarrkirche) und Heilig-Geist (Filialkirche) sowie der Wallfahrtskapelle Maria in der Not in Niederdonk. Der Kirchturm der ersten Pfarrkirche in Büderich „Alter Kirchturm“ stammt aus der Zeit um 1200 und ist mit der Skulptur von Joseph Beuys heute ein Mahnmal für die Kriegstoten. Abweichend vom Rest der Stadt Meerbusch, welcher zum Bistum Aachen gehört, ist Büderich dem Bistum Köln zugeordnet.
  • Evangelische Kirchengemeinde mit der Bethlehem- und Christuskirche.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1933 1939 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Einwohnerzahl 05.516 06.778 21.063 21.291 21.427 21.577 21.562 21.717 21.765 21.835 21.717 21.720 21.627 21.563 21.528 21.629 21.594 21.500 21.673 21.789 21.775 22.031

Quelle:[5]

VereinslebenBearbeiten

Jährlich findet über Pfingsten das Heimatfest bzw. Schützenfest mit Kirmes auf dem zentralen Marktplatz, dem Dr.-Franz-Schütz-Platz, statt. Es sind verschiedene Vereine ansässig, so z. B. die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Meerbusch-Büderich, der TuRa Büderich 09/15, ein Badminton-Sport-Club, die Luftsportfreunde TURA sowie der FC Büderich 02.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im 19. Jahrhundert wurde im Tal des Stinkesbach Raseneisenerz mit mäßigem Erfolg gewonnen, das auf der Neusser Hütte geschmolzen wurde.

Lohnsteuerkartenempfänger
Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Lohnsteuerkartenempfänger 13.393 13.374 13.390 13.340 13.296 13.390 13.353 13.423 13.390

Quelle:[6]

VerkehrBearbeiten

Der Ort ist per Stadtbahn (U 76, U 74 und U 70) über die drei Haltestellen Meerbusch-Büderich-Landsknecht, Forsthaus und Haus Meer an Krefeld und Düsseldorf angebunden. Der P+R Parkplatz im Norden (Haus Meer) ist Station für viele Buslinien und die U-Bahn-Strecke. In Büderich fahren die Buslinien 831 (KR-Uerdingen-Nord–Krefeld Uerdingen Bf.–Krefeld Stratum–Meerbusch Lank-Latum–Haus Meer), 830 (Neuss Hbf–Meerbusch Lank Kirche), 829 (Neuss Am Kaiser-Meerbusch Haus Meer), 828 (Neuss Stadthalle-Büderich-Düsseldorf Oberkassel), 839 (Meerbusch Ringlinie), 071 (Meerbusch Haus Meer–Willich-Viersen) und die Schnellbuslinie SB51 (Kaarst-Düsseldorf Flughafen).

Büderich ist per Auto über die B 9 und die Anschlussstelle Büderich der A 52 erreichbar. Über die 2005 ausgebaute Rheinquerung (Flughafenbrücke) der A 44 kann der Flughafen Düsseldorf von Büderich aus in etwa fünfzehn Minuten erreicht werden.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

In Büderich befindet sich eine Seniorenresidenz der Johanniter. Zusammen mit dem ebenfalls für Schule, Sport und Freizeit genutzten Hallenbad stellt die 1964 erbaute Stadionanlage ‚Am Eisenbrand‘ die sportliche Grundversorgung der Büdericher sicher. Eine weitere wichtige Einrichtung ist die Bibliothek der Stadt Meerbusch, die eine Auswahl der wichtigsten Sachbücher sowie die Klassiker der Unterhaltungsliteratur bietet.

SchulenBearbeiten

  • KGS St. Mauritius
  • GGS Brüder-Grimm
  • Adam-Riese-Schule, Städtische Gemeinschaftsgrundschule
  • Maria-Montessori-Gesamtschule
  • Mataré-Gymnasium

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hans-Günter Gnodtke (* 1948), Botschafter in Simbabwe
  • Wilhelm Grabensee (1841–1915), Veterinärmediziner und Hippologe, Landstallmeister in Celle
  • Ewald Mataré (1887–1965), Maler und Bildhauer; lebte in Büderich
  • Franjo Pooth (* 1969), Unternehmer
  • Volker G. Schmitz (* 1961), Fernsehmoderator
  • Franz Schütz (1900–1970), Bürgermeister von Büderich ab Oktober 1964
  • Michael Sommer (* 1952), seit dem 28. Mai 2002 Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
  • Eberhard von Thadden (1909–1964), NSDAP-, SS- und SA-Mitglied, Jurist und „Judenreferent“ im Auswärtigen Amt, Vorstandsmitglied der Gollnow-Werke AG in Düsseldorf; lebte in Büderich

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Villa Marein in der Gartenstadt Meererbusch

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Ohletz: 1929–1974 Jahre Menschen Initiativen im Großkreis Grevenbroich 1975

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 1. Band 2, 1846, S. [39]1.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 114.
  3. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 39 und 49.
  4. a b Jürgen Wirtz: Wappen der Gemeinde Büderich und der Stadt Meerbusch. (Nicht mehr online verfügbar.) Fahnenzug Sankt Sebastianus Büderich, ehemals im Original; abgerufen am 13. Juni 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.fahnenzug.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Statistisches Jahrbuch 2013/2014 – 2. Bevölkerung. (Memento des Originals vom 16. Juli 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.meerbusch.de (PDF; 819 kB) Auf: Meerbusch.de
  6. Statistisches Jahrbuch 2010 – 7. Wirtschaft und Arbeitsmarkt. (Memento des Originals vom 20. Juni 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.meerbusch.de (PDF; 144 kB) Auf: Meerbusch.de

WeblinksBearbeiten