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Bénabar (2012)

Bénabar (* 16. Juni 1969 in Thiais; eigentlich Bruno Nicolini) ist ein französischer Chansonnier. Sein Künstlername ist eine durch Silbenverdrehung (Verlan) gebildete Form des Spitznamens „Barnabé“, den er von seinem Freund und ehemaligen Bühnengefährten Patchol im Rahmen gemeinsamer Auftritte erhalten hatte.

LebenBearbeiten

Bénabar wuchs als Sohn einer Bibliothekarin und eines Regisseurs in einem Pariser Vorort auf. Nach dem Baccalauréat und einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten machte er eine Ausbildung zum Fotografen und absolvierte ein Praktikum als Regieassistent, währenddessen er seinen ersten Kurzfilm drehte.

Bis Anfang der Neunzigerjahre arbeitete Bénabar als Kurzfilmmacher. Für José Jeanette (1992) erhielt er mehrere Preise, unter anderem den „Prix Spécial du Jury“ in Montreal. Außerdem war er Autor für die von Canal+ produzierten Comedyserien H und La Famille Guérin.

Im Alter von 25 Jahren wandte sich Bénabar der Musik zu und schrieb, komponierte und interpretierte seine ersten Chansons. Zusammen mit seinen „associés“ veröffentlichte er 1997 sein erstes Album, La P'tite Monnaie, welches jedoch nur von einem engen Kreis von Musikkennern wahrgenommen wurde.

 
Bénabar

Erst vier Jahre später wurden einige Titel seines zweiten Albums Bénabar im Radio (insbesondere auf dem Sender France Inter) ausgestrahlt und Bénabar erhielt die Gelegenheit, im Vorprogramm des Sängers Henri Salvador aufzutreten. Es folgten eine Tournee und zwei weitere Studioalben, die auf ein größeres Publikum stießen.

Bei den Victoires de la Musique 2004 erhielt Bénabar für sein drittes Album Les Risques du Métier die Auszeichnung für das beste französischsprachige Album. Am 10. März 2007, im Rahmen der 22. Auflage der Fernsehgala Victoires de la Musique, erhielt Bénabar die Auszeichnung „Bester männlicher Sänger des Jahres“, ebenso den Preis in der Kategorie „Chanson originale de l’année“ für seinen Titel Le Dîner.

Der Veröffentlichung seines vierten Albums Reprise des Négociations im Oktober 2005 folgte eine Tournee in Frankreich, der Schweiz und Belgien. Das Album wurde in Frankreich mit Dreifach-Platin und anschließend mit Diamant ausgezeichnet. Sein fünftes Album Infréquentable erschien am 13. Oktober 2008, L’Effet papillon und À la campagne wurden als Singles ausgekoppelt. Im Februar 2009 ging Bénabar erneut auf Tournee.

Bénabars Texte beschreiben (häufig auf humoristische oder zynische Weise) den Alltag, die Gesellschaft und bestimmte Lebensabschnitte. So ist der Übergang vom unbekümmerten Leben eines Jugendlichen hin zu einem Erwachsenen ein häufig wiederkehrendes Thema seiner Chansons (Y’a une fille qu’habite chez moi, Monospace). Auf musikalischer Ebene sind seine Chansons oftmals eher sparsam bis minimalistisch arrangiert. Die dominierenden Instrumente sind Akkordeon, Klavier und Blechbläser, gelegentlich werden Einflüsse des Jazz hörbar.

Im Mai 2004 wurde Bénabar Vater eines Sohnes. 2007 unterstützte er Ségolène Royal im Präsidentschaftswahlkampf.

Im August erschien sein neues Album "Inspiré de faits réels". Vorab wurde im März die Single "Paris by Night" ausgekoppelt. Als weitere Singles wurden "Le regard", "La grande vie" und "La Foret" ausgekoppelt. Vom Februar bis April 2015 ging er auf große Tournee durch Frankreich und Belgien.

DiskografieBearbeiten

 
Konzert in Brüssel, Februar 2009

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2] Anmerkungen
Frankreich  FR Wallonische Region  BEW Schweiz  CH
1997 La p’tite monnaie
194
(2 Wo.)
300! 300!
& Associés
2001 Bénabar
20
 Gold

(78 Wo.)
300! 300!
2003 Les risques du métier
6
(87 Wo.)
31
(17 Wo.)
40
(10 Wo.)
2004 Live au Grand Rex
10
(44 Wo.)
28
(19 Wo.)
41
(5 Wo.)
2005 Reprise des négociations
1
 Diamant

(99 Wo.)
5
 Gold

(101 Wo.)
25
 Gold

(55 Wo.)
2007 Best Of
93
(3 Wo.)
5
(33 Wo.)
53
(10 Wo.)
2008 Infréquentable
1
 Platin

(96 Wo.)
1
 Gold

(56 Wo.)
6
 Gold

(17 Wo.)
2011 Les bénéfices du doute
4
 Doppelplatin

(62 Wo.)
5
 Gold

(48 Wo.)
23
(11 Wo.)
2012 Bien l’bonsoir m’sieurs-dames (Live)
26
(14 Wo.)
22
(22 Wo.)
300!
2014 Inspiré de faits réels
2
 Gold

(29 Wo.)
2
(37 Wo.)
9
(9 Wo.)
2018 Le début de la suite
3
 Gold

(13 Wo.)
4
(16 Wo.)
9
(10 Wo.)

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[3][2] Anmerkungen
Frankreich  FR Wallonische Region  BEW Schweiz  CH
2008 L’effet papillon
Infréquentable
169
(1 Wo.)
4
(20 Wo.)
65
(1 Wo.)
2011 Politiquement correct
Les bénéfices du doute
75
(5 Wo.)
28
(12 Wo.)
300!
2013 Un arc en ciel
1
(2 Wo.)
300! 300!
mit Bruel, Cali und Marina
2014 Paris By Night
Inspiré de faits réels
142
(1 Wo.)
300! 300!
2017 Feu de joie
Le début de la suite
82
(5 Wo.)
300! 300!

VideoalbenBearbeiten

  • 2004: Live au Grand Rex (dieselben Titel wie auf der gleichnamigen Doppel-CD, mit drei Musik-Videos, einer Reportage über die Kulissen der Tournee und dem Kurzfilm José Jeannette) (FR:  )
  • 2007: Best Of (als Bonus-DVD zur Best Of-CD verkauft, mit Aufzeichnungen der Konzerte in Lyon und Paris Bercy im Jahr 2006) (FR:  )

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1991: Nada Lezard (Regisseur)
  • 1992: José Jeanette (Regisseur)
  • 1994: Sursum corda (Regisseur)
  • 1998–2002: H (Autor)
  • 2002: La Famille Guérin (Autor)
  • 2009: Incognito (Schauspieler)
  • 2010: Nix zu verhaften (Protéger & servir) (TV-Serie, Schauspieler)

TextBearbeiten

  • Le Dîner, in Blau, weiß, rot. Frankreich erzählt. Anthologie. Hg. Olga Mannheimer. dtv, München 2017 ISBN 9783423261524 S. 240ff. (in Französisch, aus Reprise des négociations, Jive, 2005).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bénabar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Chartquellen Alben: Charts FR Charts BEW Charts CH
  2. a b Auszeichnungen für Musikverkäufe: CH BE FR FR2
  3. Chartquellen Singles: Charts FR Charts BEW Charts CH