Autobahn 2 (Schweiz)

Autobahn A2 in der Schweiz

Die Autobahn 2, auch Gotthardroute oder Gotthard-Autobahn genannt, ist eine schweizerische Autobahn, die von der deutschen Grenze bei Basel über Luzern durch den Gotthard-Strassentunnel und über Lugano an die Grenze zwischen Italien und der Schweiz bei Chiasso führt.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/CH-A
Autobahn 2 in der Schweiz
Autobahn 2 (Schweiz)
 Autobahn 2 (Schweiz) Autobahn 2 (Schweiz)
Karte
Verlauf der A2
Basisdaten
Betreiber: Bundesamt für Strassen
Strassenbeginn: Basel
(47° 35′ 10″ N, 7° 36′ 8″ O)
Strassenende: Chiasso
(45° 50′ 22″ N, 9° 2′ 8″ O)
Gesamtlänge: ca. 295 km
  davon in Betrieb: ca. 295 km

Kanton:

Kanton Basel-Stadt Basel-Stadt
Kanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft
Kanton Solothurn Solothurn
Kanton Aargau Aargau
Kanton Luzern Luzern
Kanton Nidwalden Nidwalden
Kanton Uri Uri
Kanton Tessin Tessin

Strassenverlauf
Vorlage:AB/Wartung/WeiterDE Weiter auf A5 E35Freiburg
Grenzübergang Kleinhüningen (CH) -
Weil am Rhein (DE)
(1476 m)  Grenzbrücke Weil am Rhein-Basel
(1a)  Basel-Rheinhafen
(1)  Symbol: Rauf Verzweigung Wiese A3 E25 E60
Wiese
(1)  Symbol: Rauf Basel-Kleinhüningen
(560 m)  Schwarzwald
(2)  Basel-Badischer Bahnhof
(233 m)  Schwarzwaldbrücke (Rhein)
(3)  Basel-Wettstein
(4)  Basel-Breite
(5)  Basel-Süd / City H2 H12
Birs
(6)  Verzweigung Hagnau H3 H7 A18
(6)  Basel-St. Jakob
(900 m)  Schweizerhalle
(7)  Pratteln
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Raststätte Pratteln
(8)  Liestal A22
Ergolz
(9)  Verzweigung Augst A3 E60
(10)  Arisdorf
(1'360 m)  Arisdorftunnel
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Rastplatz Sonnenberg
Ergolz
(11)  Sissach H2
(350 m)  Ebenraintunnel
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Rastplatz Mühlematt
(12)  Diegten
(180 m)  Tunnel Oberburg
(13)  Symbol: Rauf Eptingen
(3'180 m)  Belchentunnel
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Raststätte Teufengraben / Eggberg
(14)  Egerkingen H5
Dünnern
(15)  Verzweigung Härkingen A1 E25
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Raststätte Gunzgen
Aare
(16)  Rothrist
(17)  Verzweigung Wiggertal A1
(520 m)  Symbol: Rauf Halbüberdeckung Zofingen
(18)  Reiden
Wigger
(19)  Dagmersellen H2a
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Rastplatz Knutwil
Suhre
(20)  Sursee H24
(230 m)  Tunnel Mariazell
Symbol: Links Rastplatz Eich
(910 m)  Tunnel Eich
Symbol: Rechts Rastplatz Chilchbühl
(21)  Sempach
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Raststätte Luzern-Neuenkirch
(22)  Rothenburg
(23)  Emmen-Nord
Reuss
(24)  Verzweigung Rotsee A14
(25)  Emmen-Süd
(Symbol: Sperre)  Betriebsanschluss
(600 m)  Reussporttunnel
(26)  Symbol: Runter Luzern-Zentrum
Reuss
(1'500 m)  Sonnenbergtunnel
(27)  Luzern-Kriens H2a
(960 m)  Tunnel Schlund
(28)  Horw
(1'490 m)  Tunnel Spier
(29)  Symbol: Runter Hergiswil H4
(1'700 m)  Symbol: Runter Lärmschutzgalerie Hergiswil
(30)  Verzweigung Lopper A8
(1'600 m)  Kirchenwaldtunnel
(30)  Symbol: RechtsHergiswil
(200 m)  Achereggbrücke
(280 m / 490 m)  Lärmschutzgalerie Stansstad
(31)  Symbol: Runter Stansstad
(32)  Stans-Nord
(33)  Stans-Süd
Engelberger Aa
(34)  Buochs
(200 m)  Tunnel Beckenried
(35)  Beckenried
(3'150 m)  Lehnenviadukt Beckenried
(9'292 m)  Seelisbergtunnel
(105 m)  Galerie Fischlaui
Reuss
(36)  Verzweigung Altdorf A4 E41H2
Symbol: Runter Attinghausen
Schächen
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Gotthard-Raststätte
(37)  Erstfeld H2
Reuss
(250 m)  Taubachtunnel
Symbol: Rechts Rastplatz Erstfeld
Reuss
Symbol: Links Rastplatz Amsteg
Reuss
(38)  Amsteg H2
(455 m)  Plattitunnel
(190 m)  Intschitunnel I
(130 m)  Intschitunnel II
Reuss
(320 m)  Langlauitunnel
(240 m)  Riedtunnel
(500 m)  Teiftaltunnel
(420 m)  Galerie Güetli
Symbol: Links Rastplatz Gurtnellen
(600 m)  Galerie Wilerplanggen
(550 m)  Galerie Ripplistal
(370 m)  Galerie Pfaffensprung
Symbol: Links Rastplatz Wassen
Reuss
(39)  Wassen H2
Reuss
Reuss
(290 m)  Naxbergtunnel
(160 m)  Galerie Schöni
(40)  Göschenen H2
Übergang in Autostrasse
(16'942 m)  Gotthardtunnel / Galleria del San Gottardo
Übergang in Autobahn
(41)  Airolo
Ticino
(318 m)  Galleria di Stalvedro
Symbol: Rechts Area di Servizio San Gottardo Sud
Ticino
(200 m)  Viadotto Ticino di Piotta
Symbol: Links Area di Servizio San Gottardo Sud
Ticino
(293 m)  Galleria di Quinto
(42)  Quinto H2
Ticino
(860 m)  Galleria di Monte Piottino
(550 m)  Viadotto di Pardorea
(581 m)  Galleria di Pardorea
(400 m)  Viadotto di Casletto
(220 m)  Galleria di Casletto
(200 m)  Viadotto di Piumogna
(1'538 m)  Piumogna
(472 m)  Viadotto Ticino di Saresc
Ticino
(43)  Faido H2
(160 m)  Galleria di Gribbiasca
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Area di sosta Lavorgo
(500 m)  Viadotto di Centrale Piottino
(800 m)  Viadotto di Ticino
(560 m)  Galleria di Biaschina
(645 m)  Viadotto Ticino della Biascina
(952 m)  Viadotto di San Pellegrino
Giornico
Symbol: Rechts Area di sosta Giornico
(500 m)  Viadotto Ticino di Personico
Symbol: Links Area di sosta Personico
(44)  Biasca
(275 m)  Viadotto Ticino di Lodrio
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Area di sosta Moleno
(45)  ramificazione Bellinzona-Nord A13 E43
Symbol: Links Area di Servizio Bellinzona
(46)  Bellinzona-Centro
Symbol: Rechts Area di Servizio Bellinzona
(200 m)  Viadotto di Ticino
(47)  Bellinzona-Sud H2
(200 m)  Viadotto di Sant'Antonio I
(550 m)  Viadotto di Sant'Antonio II
(300 m)  Viadotto di Sasso
Symbol: Links Area di sosta Sasso
(200 m)  Viadotto di Pianturino
(300 m)  Viadotto di Cadenazzo
Symbol: Rechts Area di sosta Motto
(300 m)  Viadotto di Robasacco
(1'425 m)  Galleria di Monte Ceneri
(48)  Rivera H2
(48a)  Sigirino
(320 m)  Galleria Dosso di Taverne
(49)  ramificazione Lugano-Nord
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Area di sosta Muzzano
(580 m)  Galleria della Collina d'Oro
(50)  Lugano-Sud
(1'730 m)  Galleria di San Salvatore
(51)  Symbol: Links Melide/Bissone H2
(1'500 m)  Ponte-diga di Melide
(51)  Symbol: Rechts Melide/Bissone H2
(150 m)  Viadotto di San Nicolao
(590 m)  Galleria di San Nicolao
(200 m)  Viadotto di Villa Alta
(100 m)  Viadotto di Capolago I
(200 m)  Viadotto di Capolago II
(300 m)  Viadotto di San Giovanni
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Area di sosta Segoma
(52)  Mendrisio (Verzweigung ist separat)
(52)  Diramazione Mendrisio
Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Area di Servizio Coldrerio
(100 m)  Viadotto di Casvegno
(53)  Chiasso H2
(54)  Symbol: RunterChiasso-Centro H2
Grenzübergang Ponte Chiasso (CH) – Brogeda (IT)
Weiter auf A9 E35Mailand
  • In Bau
  • In Planung
  • Sie gilt als die wichtigste Korridor-Strassenverbindung durch die Schweizer Alpen und ist neben der österreichischen Brenner Autobahn und der französischen Mont-Blanc-Autobahn eine der wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsachsen Europas. Sie ist eine der meistbefahrenen Autobahnen der Schweiz. Zugleich ist sie auf ihrer gesamten Länge Bestandteil der Europastrasse 35 (AmsterdamRom) sowie zwischen Basel und Rothrist der Europastrasse 25, die von Hoek van Holland nach Palermo führt.

    Ein Abschnitt der A2 bei Horw südlich von Luzern gilt als älteste Autobahn der Schweiz. Er wurde bereits 1955 als Ausfallstrasse Luzern-Süd eröffnet.[1]

    StreckenverlaufBearbeiten

    Basel (Grenze D/CH) – Verzweigung HärkingenBearbeiten

    Die A2 nimmt ihren Anfang am Grenzübergang Basel/Weil am Rhein an der Grenze zu Deutschland, wo sie die Fortsetzung der deutschen Bundesautobahn 5 bildet. Nach Querung des Basler Quartieres Kleinhüningen auf einer Hochstrasse mündet an der Verzweigung Wiese die von der französischen Grenze bei St. Louis her kommende A3 in südliche Richtung ein und läuft bis Augst auf derselben Trasse wie die A2. Gleich danach wird in einem Tunnel der Vorplatz des Badischen Bahnhofes unterfahren und auf der Schwarzwaldbrücke zusammen mit der vom Bahnhof wegführenden Bahnstrecke der Rhein überquert. Auf einem kurzen Streckenabschnitt südlich der Brücke verlaufen die Bahngleise auf dem verbreiterten Mittelstreifen, ehe die Autobahn am Anschluss Basel-Süd/City über die Verzweigung Gellert, die einem Autobahndreieck ähnelt, nach Osten schwenkt. In Fahrtrichtung Deutschland gibt es hier eine Linksausfahrt.

    An der Verzweigung Hagnau, einem komplexen Autobahnknoten mit integrierter Anschlussstelle, besteht die Möglichkeit, zur Hauptstrasse 18 in Richtung Delsberg zu wechseln, die bis Reinach wie eine Autobahn ausgebaut ist. Hinter dem Knotenpunkt wird in einem Tunnel der Güterbahnhof von Muttenz sowie der Chemiepark Schweizerhalle gekreuzt. An der Verzweigung Augst endet der Zusammenlauf mit der A3, die weiter nach Zürich führt; die A2 selbst schwenkt wieder gegen Süden in den Jura.

    Der Abschnitt von Augst bis Härkingen am Jurasüdfuss, wo die A2 auf die A1 trifft, verläuft im nördlichen Teil durch Täler im Faltenjura und im Süden durch die Berge des Faltenjuras. In diesem Gebirge führt die Autobahn durch mehrere Tunnel. Nach dem etwa 3 km langen Belchentunnel zwischen Eptingen und Hägendorf steigt die Strecke über eine lange Rampe ab in die Ebene des Mittellandes.

    Verzweigung Härkingen – Verzweigung LopperBearbeiten

    Zwischen der Verzweigung Härkingen und der östlich davon gelegenen Verzweigung Wiggertal verläuft die A2 zusammen mit der A1 (GenfBernZürichSt. Gallen) auf einer gemeinsamen, sechsspurig ausgebauten Trasse, die bei Rothrist die Aare überquert. Von dort bis Luzern führt die Autobahn dann quer durch das Mittelland, zunächst durch das Wiggertal und anschliessend auf der Ostseite dem Sempachersee von Sursee nach Sempach und erreicht bei Emmen den Grossraum Luzern.

    Bei der Verzweigung Rotsee wird die Reuss überquert und die von Zug bzw. der Verzweigung Rütihof her kommende A14 mündet in die A2. Auf Viadukten, in Lärmschutzgalerien und mehreren Tunneln durchquert die Autobahn die Moränen- und Molassehügel in der nordwestlichen Umgebung des Vierwaldstättersees und die Stadt Luzern mit ihren Vororten. Der Sonnenbergtunnel zwischen Luzern und Kriens wurde ursprünglich zugleich auch als Zivilschutzanlage für 20'000 Bewohner der Stadt Luzern ausgestattet und war bis zu seiner Reduktion im Jahr 2006 auf eine dazugehörende siebenstöckige Kaverne die grösste Anlage dieser Art in Europa.

    Südlich von Hergiswil zweigt an der teilweise in mehreren Tunnelbauwerken errichteten Verzweigung Lopper, einem Ausläufer des Pilatus, die A8 über den Brünigpass nach Interlaken ab.

    Hergiswil – AiroloBearbeiten

    Im Voralpengebiet um Stans und Beckenried erreicht der Strassenverlauf an mehreren Stellen immer wieder den Vierwaldstättersee. Bei Beckenried liegt die Autobahn am steilen, unstabilen Abhang des Beckenrieder Bergs auf dem zweitlängsten Viadukt der Schweiz, dem Lehnenviadukt Beckenried. In einem weiten Bogen führt sie durch den etwa 9 km langen Seelisbergtunnel nach Seedorf in den Kanton Uri und dort entlang dem Urnersee zur Abzweigung der Autostrasse 4 von Flüelen nach Schwyz.

    Durch die Urner Reussebene verläuft die Autobahn zunächst neben dem Reusskanal, ehe bei Amsteg die ansteigende Strecke, die sehr viele Kunstbauten aufweist, beginnt. Bei Erstfeld unterquert sie den Schuttfächer des Alpbachs. Steigt die Fahrbahn von Altdorf bis Amsteg nur rund 70 Meter an, beginnt vor dem Plattitunnel die deutlich steilere Zufahrtsrampe zum Gotthard-Strassentunnel mit zahlreichen weiteren Tunneln und einigen Viadukten.

    Bei Göschenen liegt das Nordportal des Gotthard-Strassentunnels. Dieser hat nur eine Röhre mit einer Fahrspur pro Richtung; dort gibt es also Gegenverkehr. Daher gilt der Abschnitt im Tunnel als einziger der gesamten Strecke nicht als Autobahn, sondern als Autostrasse. Er ist der viertlängste Strassentunnel der Welt (nach dem Lærdalstunnel in Norwegen, dem Yamate-Tunnel in Japan und dem Zhongnanshan-Tunnel in der Volksrepublik China). Im Tunnel liegt die Grenze zwischen dem Kanton Uri und dem Kanton Tessin. Auf den Bergen des Gotthardmassivs liegt die kontinentale Wasserscheide.

    Airolo – Chiasso (Grenze CH/I)Bearbeiten

    Von Airolo aus liegt die Autobahn am westlichen Hang über dem Fluss Tessin in der Leventina. Sie führt durch zahlreiche Tunnel und über mehrere Viadukte. Das höchste Bauwerk ist das Biaschina-Viadukt bei Giornico, wo die A2 das Tal überquert. Nach Biasca verläuft die A2 im ebenen Talboden und man erreicht den Hauptort des Kantons Tessin, Bellinzona, wo die A13 vom San Bernardino her einmündet.

    Das Tal öffnet sich nun immer weiter und vor Locarno geht es, mit Blick auf die gesamte Magadinoebene und den Lago Maggiore, den nördlichen Hang des Monte Ceneri hinauf. Nach dem Ceneri-Basistunnel und einigen weiteren Autobahntunneln erreicht man schliesslich Lugano und fährt über den malerischen Seedamm, der den Luganersee entzweiteilt, dem mediterranen Ufer entlang in Richtung Chiasso, wo die Autobahn die Schweiz verlässt. Jenseits der Grenze zu Italien setzt sich die Autostrada A9 in Richtung Mailand fort.

    GeschichteBearbeiten

    VorgeschichteBearbeiten

    Schon zur Römerzeit wurde der Alpenübergang am Gotthard, der von ihnen als Adula Mons (steiler Berg) oder Mons Tremor (zitternder Berg) bezeichnet wurde, von Händlern und Militär genutzt. Die Bedeutung des Passes blieb jedoch lange Zeit eher gering, da die Schöllenenschlucht ein nahezu unüberwindbares Hindernis darstellte.[2]

    Erst im Mittelalter, nachdem 1230 die erste Teufelsbrücke über die Schöllenenschlucht fertiggestellt wurde, stieg die Bedeutung des Alpenüberganges an. Die zweite Brücke über die Schlucht entstand 1595. Die erste befestigte Strasse für den Postkutschenverkehr über den Pass wurde schliesslich 1831 eröffnet.[3] Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und der Eröffnung des Gotthardtunnels der Bahnstrecke Immensee-Chiasso (Gotthardbahn) 1882 verloren die Postkutschen jedoch wieder an Bedeutung. Nachdem 1895 das erste Automobil über den Pass fuhr, begann jedoch erst 1953 der Bau einer neuen für den Autoverkehr konzipierten Strasse über den Gotthard.

    Die Ausfallstrasse Luzern-SüdBearbeiten

    Der erste gebaute Vorläufer der heutigen A2 war auch gleichzeitig die erste Autobahn der Schweiz. Die am 11. Juni 1955 eröffnete Ausfallstrasse Luzern-Süd führte vom Eichhof an der heutigen Anschlussstelle Luzern-Kriens bis nach Ennethorw und diente zur Umfahrung des südlichen Luzerner Vorortes Horw. Entgegen heutigen Standards verfügte sie über nur sehr kurze Ein- und Ausfahrten, grösstenteils keine Fahrbahnmarkierungen und keinerlei Sicherheitsvorkehrungen wie Standstreifen oder Leitplanken.[1] Ausserdem verfügte sie über einen Fussgängerüberweg sowie Fahrradwege an beiden Rändern der Strasse. Auch war sie nicht komplett höhenfrei ausgeführt.[4]

    Im Jahr 1958 wurde durch ein Referendum dem Bau eines landesweiten Netz an Nationalstrassen zugestimmt, nachdem der Individualverkehr infolge des Wirtschaftswunders rapide anstieg. Das Nationalstrassengesetz vom 21. Juni 1960 sah zwar die Errichtung einer Hauptachse durch das Mittelland (N1) von Genf über Lausanne, Bern und Zürich bis an den Bodensee vor, allerdings fehlte die Planung einer Nord-Süd-Verbindung von Basel nach Chiasso. Erst im Jahr 1965 beschlossen gemäss der Empfehlung einer fünf Jahre zuvor gegründeten Arbeitsgruppe die Eidgenössischen Räte, das Nationalstrassennetz durch einen Strassentunnel unter dem Gotthard zu ergänzen. Unter mehreren möglichen Varianten entschied man sich für einen belüfteten Strassentunnel mit Portalen in Göschenen und Airolo.

    Bau der Nationalstrasse 2Bearbeiten

    Der Abschnitt Hergiswil–Stansstad, der direkt an die Ausfallstrasse Luzern-Süd anschliesst, wurde 1965 eröffnet,[5] 1969 reichte die Nationalstrsse 2 schon bis Stans, 1970 bis Buochs und 1974 bis Beckenried.

    Einzelne Teilstücke im Kanton Tessin wurden bereits in den 1960er Jahren nördlich und südlich von Lugano mit Fortsetzung zur italienischen Grenze bei Chiasso und bei Bellinzona als Umfahrung der Kantonshauptstadt fertiggestellt. Das im Zuge der N3 gebaute Stück Basel–Augst wurde 1969 dem Verkehr übergeben.

    Der Belchentunnel bildet den zentralen Teil des Abschnittes im Jura zwischen Augst und Härkingen. Der rund 3 km lange Tunnel wurde von 1963 bis 1970 gebaut und im Dezember 1970 zusammen mit dem Abschnitt der A2 eröffnet.

    Lückenschlüsse und FertigstellungBearbeiten

    Offizieller Baubeginn des Gotthard-Strassentunnels war am 5. Mai 1970. Zehn Jahre später, am 5. September 1980, wurde er um 17 Uhr durch Bundesrat Hans Hürlimann für den Verkehr freigegeben.[6] Die nördliche Zubringerstrecke ab Altdorf entstand bereits in den 1970er Jahren.

    Ab 1971 wurde der etwa 9,3 km lange Seelisbergtunnel gebaut und ebenfalls 1980 eröffnet. Anders als der südlicher gelegene Gotthard-Strassentunnel hat er zwei Röhren; die N2 ist hier vollständig als vierspurige Autobahn ausgebaut. Er verbindet die Kantone Nidwalden und Uri und damit das Mittelland mit dem Gotthard. Direkt an das westliche Tunnelportal schliesst sich das Lehnenviadukt Beckenried an, das zum Zeitpunkt der Errichtung mit einer Gesamtlänge von mehr als 3 km die längste Brücke der Schweiz war. Dieser Rekord wurde vier Jahre später vom Viaduc d’Yverdon an der A5 übernommen. Durch die Eröffnung dieses Teilstückes war die N2 zwischen Luzern und dem Gotthardtunnel komplett.

    Die Stadtdurchfahrt von Basel wurde von 1971 bis 1974 abschnittsweise errichtet.

    In den Jahren 1980 und 1981 wurde der Abschnitt durch das Mittelland von der Verzweigung Wiggertal bis nach Emmen nördlich von Luzern eröffnet. 1980 entstand auch der Grenzübergang Basel/Weil am Rhein zur deutschen Bundesautobahn 5.

    Nachdem von 1980 bis 1986 das Teilstück im Valle Leventina von Airolo bis Bellinzona und 1983 die anspruchsvolle Strecke am Monte Ceneri fertiggestellt wurden, war die Autobahn auf ganzer Länge durchgehend befahrbar. Besonders in der Leventina war der Bau der Autobahn teuer und zeitaufwändig, da es lange Streit um die Trassenführung gab. Sie führt hier durch zahlreiche Tunnel und über Viadukte, von denen das Biaschina-Viadukt mit 100 m Höhe das zweithöchste Brückenbauwerk der Schweiz ist.

    Im Zuge der Umstellung der Strassennummerierung wurde 1996 die Bezeichnung der bislang als N2 geführten Strecke in A2 geändert.

    Ausbau und VerkehrBearbeiten

    Die A2 ist fast auf ihrer gesamten Länge als mehrspurige Autobahn mit mindestens vier Fahrspuren ausgebaut. Einzig das Teilstück durch den Gotthard-Strassentunnel zwischen den Anschlussstellen Göschenen und Airolo ist eine nicht richtungsgetrennte Autostrasse. Da es nur eine Spur pro Fahrtrichtung und auch keine Überholmöglichkeiten gibt, ist dieser Abschnitt problematisch. Bei hohem Verkehrsaufkommen, vor allem zu Ostern[7][8] oder während der Sommerferien, bilden sich häufig kilometerlange Schlangen vor den Portalen. Mit Ampeln kann dort das Verkehrsaufkommen dosiert werden, um eine Staubildung im Tunnelinnern zu verhindern. Der Schwerverkehr wird nur tröpfchenweise eingelassen.

    Weitere Engpässe sind der Raum Basel, wo die A2 von der A3 mitbenutzt wird, und der Abschnitt zwischen den Verzweigungen Härkingen und Wiggertal, wo die A1 mitbenutzt wird. Der seit 2001 aufgrund des Landverkehrsabkommens mit der Europäischen Union mögliche Einsatz von schwereren Fahrzeugen (40 Tonnen anstelle zuvor 28 Tonnen) belastet die teilweise fragile Verkehrsader zusätzlich. Aufgrund dessen wurden und werden Abschnitte der Strasse laufend ausgebaut.

    Sanierungstunnel BelchenBearbeiten

    Der 1970 eröffnete Belchentunnel ist derzeit dringend sanierungsbedürftig, da durch die Quellung des Gipskeupers Schäden an der Tragstruktur des Tunnels auftreten. Um den Verkehr bei diesen Arbeiten möglichst wenig zu behindern, wird derzeit bis 2022 eine Tunnelröhre parallel zu den bestehenden errichtet (sog. Sanierungstunnel). Durch diesen wird während den nacheinander durchgeführten Arbeiten in den Bestandsröhren der Verkehr in südliche Richtung geführt. Nach Abschluss der Arbeiten bleiben allerdings weiterhin nur zwei Röhren für den Verkehr zur Verfügung.[9]

    Sechsspuriger Ausbau Härkingen – WiggertalBearbeiten

    Das 9 km lange Teilstück zwischen den Verzweigungen Härkingen und Wiggertal, auf dem die A2 zusammen mit der A1 verläuft, nimmt sowohl den Nord-Süd-Verkehr Deutschland–Italien als auch den Verkehr zwischen den Schweizer Ballungsräumen Genf, Bern und Zürich auf und ist deshalb stark belastet. Von 2012 bis 2014 wurde die Autobahn hier daher von vier auf sechs Spuren ausgebaut.[10]

    Bypass LuzernBearbeiten

    Im Luzerner Raum führt die A2 mitten durch dicht bebautes Stadtgebiet und nimmt neben dem Fernverkehr auch den Verkehr der A14 aus Richtung Zürich sowie den Lokal- und Stadtverkehr auf. Dementsprechend stark ist die hier nur vierspurige Autobahn überlastet.

    Das Bundesamt für Strassen erarbeitete daher das Projekt Gesamtsystem Bypass Luzern und der Kanton Luzern das sich anschliessende Projekt Spange Nord. Dabei soll eine zur derzeitigen A2 parallel verlaufende Autobahn mit vier Spuren am Ibach von dieser abzweigen und durch einen Tunnel führen, ehe sie am Nidfeld bei Kriens wieder auf die A2 mündet. Ausserdem soll die derzeit gesperrte Anschlussstelle Luzern-Lochhof an der bestehenden Autobahn zum Vollanschluss ausgebaut werden. Das Projekt befindet sich derzeit noch im Genehmigungsverfahren.[11]

    Im Raum Luzern haben sich verschiedene Gruppierungen im Widerstand gegen das Ausbauprojekt formiert. Das Komitee #byeBypass opponiert dem Projekt grundsätzlich.[12] Das Komitee BypassPlus setzt sich für eine siedlungsverträgliche Umsetzung des Ausbau auf Krienser Seite ein.[13]

    Sanierung Acheregg – BeckenriedBearbeiten

    Seit 2013 wird der Abschnitt am südlichen Ufer des Vierwaldstättersees saniert. Dabei werden die Fahrbahnen grundhaft erneuert und sämtliche Brückenbauwerke instand gesetzt. Ausserdem soll der Lärmschutz weiter ausgebaut werden. Die Arbeiten sollen bis 2017 fertiggestellt werden und kosten etwa 278 Millionen Franken.[14]

    Bekannte BautenBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

    Commons: A2 (Schweiz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. a b Horw online: Autobahn A2/6: 1955. Abgerufen am 8. September 2016.
    2. Ulrich Neumann: Gotthardpass – vom Saumweg zur Hochgeschwindigkeitstrasse. In: Planet Wissen. 9. Februar 2011, abgerufen am 9. September 2016.
    3. ticinARTE: 1830 Die erste Postkutsche rollt über den Gotthardpass. Abgerufen am 9. September 2016.
    4. Radio Pilatus vom 11. Juni 2015: Vor 60 Jahren wurde in Luzern die erste Schweizer Autobahn eröffnet. Abgerufen am 9. September 2016.
    5. A8 Obwalden: Chronologie Stand Januar 2016. Abgerufen am 9. September 2016.
    6. gotthard-strassentunnel.de: Chronologie. Abgerufen am 9. September 2016.
    7. Sie wollen an Ostern wirklich durch den Gotthard fahren? Zu diesen Zeiten gehts am flüssigsten. In: aargauerzeitung.ch. 26. März 2018, abgerufen am 10. April 2020.
    8. Historisch wenig Verkehr auf der A2 – «Zum Umkehren konnten wir niemanden bewegen». In: aargauerzeitung.ch. 9. April 2020, abgerufen am 10. April 2020.
    9. ASTRA: Projekt Tunnel Belchen. Abgerufen am 9. September 2016.
    10. SRF vom 29. August 2014: Ein Engpass weniger in Region: A1-Ausbau bei Härkingen fertig. Abgerufen am 9. September 2016.
    11. ASTRA: A2/A14 Gesamtsystem Bypass Luzern. Abgerufen am 9. September 2016.
    12. Roman Hodel: «Nutzlos, schädlich, unzumutbar»: Gegner formieren sich und fordern Bypass-Verzicht. In: Luzerner Zeitung, 10. Mai 2021
    13. Bypass-Komitee: Name und Zusammensetzung sind nun bekannt. In: Luzerner Zeitung, 20. September 2021
    14. ASTRA: A2 Acheregg–Beckenried. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 15. September 2016; abgerufen am 29. April 2020.