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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Als Ausländerregelung bezeichnet man im Mannschaftssport die Vorgaben eines nationalen oder internationalen Sportverbandes über die Möglichkeit, ausländische Sportler in einem Wettbewerb einzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Ausländerregelungen im FußballBearbeiten

Eine wesentliche juristische Rahmenbedingung für den europäischen Fußball ist die Bosman-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aus dem Jahr 1995, die Profi-Fußballern innerhalb der Europäischen Union die übliche Arbeitnehmerfreizügigkeit zusprach und bestehende Ausländerregelungen zu Fall brachte, soweit sie Ausländer aus anderen EU-Staaten betrafen.

Regelungen im deutschen FußballBearbeiten

In Deutschland wurden die Regeln bezüglich des Einsatzes von Ausländern in den letzten Jahren mehrfach geändert. Maßgeblich sind für Profivereine die Vorgaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) hinsichtlich der Mindestanzahl von deutschen sowie in Deutschland und beim Verein ausgebildeten Lizenzspielern.

Neuregelung ab 2005Bearbeiten

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Nach dem schlechten Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2004 hatte sich im Oktober 2004 die DFL mit dem Deutschen Fußballbund geeinigt, dass pro Verein maximal fünf Ausländer aus Nicht-UEFA-Ländern gleichzeitig unter Vertrag stehen dürfen, in der Saison 2005/06 vier. Daneben musste jeder Verein mindestens zwölf deutsche Lizenzspieler beschäftigen. Ab der Saison 2006/07 sollten nur noch drei Nicht-UEFA-Ausländer zulässig sein. Diese Regelungen waren eingeführt worden, um dem Nachwuchs für die deutsche Nationalmannschaft Spielpraxis in Profivereinen zu verschaffen, die in immer stärkeren Maße lieber erfahrene ausländische Spieler verpflichteten.

Neuregelung ab 2006Bearbeiten

Im Herbst 2005 drängten jedoch insbesondere einige große Vereine darauf, die drei Nicht-UEFA-Ausländer-Regelung zu kippen. In ihren Kadern fanden sich häufig mehr Stammspieler aus außereuropäischen Ländern und außerdem befürchteten sie Wettbewerbsnachteile im europäischen Wettbewerb mit Ländern, die keine derartigen Regelungen hatten. So beschäftigte der belgische Erstligist KSK Beveren schon in der Saison 2004/05 zwölf Spieler von der Elfenbeinküste.

Im Januar 2006 einigte man sich schließlich auf eine Neuregelung hinsichtlich der Ausländerbeschäftigung ab der Saison 2006/07:

  • Weiterhin muss jeder Klub zwölf deutsche Lizenzspieler unter Vertrag haben.
  • Die Beschränkung von Nicht-UEFA-Ausländern entfällt ganz.
  • Jeder Verein muss mindestens vier bei einem deutschen Klub ausgebildete Spieler (Local Player) beschäftigen. Ab der Saison 2007/08 stieg die Zahl auf sechs, ab der Saison 2008/09 auf acht. Als Ausbildung zählt die Spielberechtigung für mindestens drei Spielzeiten im Alter zwischen 15 und 21, auch in den Jugendmannschaften.
  • Von diesen Local Playern müssen wiederum mindestens zwei (analog drei beziehungsweise vier in den Folge-Saisons) vom eigenen Klub ausgebildet worden sein (Ausbildungsdefinition wie oben).[1]

BewertungBearbeiten

Die Regelung trägt den Belangen der im europäischen Wettbewerb stehenden großen Klubs auf eine möglichst freizügige Mannschaftsgestaltung Rechnung. So können nun theoretisch deutsche Profivereine mit elf Nicht-UEFA-Ausländern antreten. Die zwölf deutschen Lizenzspieler waren schon in den vergangenen zwei Saisons in nicht wenigen Clubs mit Zählkandidaten aufgefüllt worden, die dann nur in der jeweiligen zweiten Mannschaft in den Amateurligen eingesetzt wurden. Nicht selten gehören diese Spieler beiden Mannschaften an, also den Profis (zur Erfüllung der 12er-Regelung) und den Amateuren (wo sie tatsächlich eingesetzt wurden). Denn eine Verpflichtung zum tatsächlichen Einsatz deutscher Spieler besteht weiterhin nicht.

Ähnliches könnte für die Local-Player-Regelung gelten; hier können die Klubs zur Regelerfüllung zwei bis vier selbstausgebildete Spieler als Lizenzspieler weiterbeschäftigen, ohne dass diese in Profi-Pflichtspielen zum Einsatz kommen. Von Kritikern wird diesbezüglich vor allem eingewandt, dass die DFL nicht die von der UEFA vorgeschlagene Regelung übernommen hat, wonach die Kaderobergrenze für Profimannschaften bei 25 Spielern liegen soll, wie es im UEFA-Pokal und der UEFA Champions League bereits Vorschrift ist.

Regelungen im französischen FußballBearbeiten

Die Vereine der Ligue 1 dürfen in der Saison 2006/07 bis zu vier (in Ligue 2: zwei) Spieler unter Vertrag nehmen, die nicht aus einem der Staaten des EWR oder einem mit der EU assoziierten Gebiet stammen. Diese dürfen bei Ligaspielen auch gleichzeitig eingesetzt werden. Spieler aus Frankreichs überseeischen Besitzungen beziehungsweise Regionen, Doppelstaatsbürger und eingebürgerte („naturalisierte“) Kicker fallen nicht unter diese einschränkende Klausel.

Siehe auch: Ligue 1#Die französische Liga als Magnet für ausländische Spieler

6+5-Regel der FIFABearbeiten

Am 30. Mai 2008 wurde von der FIFA die so genannte 6+5-Regel beschlossen. Diese Regel besagt, dass in nationalen Vereinsmannschaften mindestens sechs einheimische Spieler eingesetzt werden müssen. Die Regel sollte im Jahr 2013 in Kraft treten[2], die FIFA hat davon aber inzwischen wieder Abstand genommen[3].

Ausländerregelungen im deutschen TischtennisBearbeiten

Zu der Ausländerregelung im deutschen Tischtennissport siehe Artikel DTTB.

Ausländerregelung in der German Football LeagueBearbeiten

In der German Football League (GFL) unterscheidet man zwischen europäischen (E-Spieler) und nicht-europäischen Ausländern (A-Spieler). Ein GFL-Team darf nur acht A-Spieler haben, davon dürfen jedoch nur sechs an einem Spiel teilnehmen und nur zwei gleichzeitig auf dem Feld stehen. In den darunter liegenden Ligen dürfen maximal sechs A-Spieler in einem Team sein und davon nur vier an einem Spiel teilnehmen, davon maximal zwei gleichzeitig.[4] In den Jugendmannschaften ist der Einsatz auf einen A-Spieler je Spielzug begrenzt. Insgesamt dürfen GFL-Teams 12 Ausländer mit Spielpass haben, wovon acht an einem Spiel teilnehmen dürfen und drei gleichzeitig auf dem Feld stehen dürfen. Ausländer müssen deutlich mit einem A bzw. E am Helm und Trikot markiert sein.[5]

Ausländerregelung im Canadian FootballBearbeiten

1936 führte die Canadian Rugby Union eine Begrenzung auf fünf Importspieler ein. Um im Grey Cup zu spielen mussten diese zusätzlich mindestens ein Jahr in Kanada wohnen. Mitte der 1950er wurde die Anzahl auf 10 pro Team erhöht, wovon jedoch maximal acht in einem Spiel auflaufen durften. 1964 wurde mit der Begrenzung der Kader auf 30 Spieler die Anzahl der Importspieler auf 13 angehoben. 1965 wurde die Anzahl auf 14 erhöht. 1968 wurde der zusätzliche Designated Import eingeführt. Dieser durfte im Verlauf eines Spiels einen anderen Importspieler ersetzen, welcher danach nicht mehr eingewechselt werden durfte. 1970 änderte die Canadian Football League die Regelung dahingehend, dass bei Anwendung auf Quarterbacks der ausgewechselte Spieler beliebig oft wieder eingewechselt und ausgetauscht werden konnte. 1972 wurde der Roster auf 33 Spieler und davon maximal 15 Importspieler erhöht, sowie später auf 34 und davon maximal 15 Imports. 1986 wurden die Roster auf 19 Non-Import-, 13 Importspieler und drei Quarterbacks beliebigen Status begrenzt. 1988 wurden die Roster auf 20 Non-Imports, 14 Imports und 2 Quarterbacks begrenzt. Einer der Importspieler musste als Designated Import geführt werden und durfte nur bei den Special Teams spielen. 1990 durften trotz Erhöhung des Kaders auf 37 Spieler weiterhin nur 14 Importspieler auflaufen. 2002 wurde die Anzahl der Importspieler mit der Kadervergrößerung auf 40 Spieler auf 18, davon zwei als Designated Imports, angehoben. Die Designated Imports durften nun neben den Special-Teams-Spielzügen auch wieder einen anderen Importspieler ersetzen. 2006 wurde die Anzahl auf 19 Importspieler bei 42 Kaderplätzen erhöht. Seit 2014 gibt es 20 Plätze für Importspieler, davon vier als Designated Import.[6]

Vor 1964 waren Importspieler, Personen die die letzten fünf Jahre in Kanada lebten, ab 1964 Personen mit kanadischer Staatsbürgerschaft oder Personen, die die letzten fünf Jahre und mindestens 13 der ersten 21Lebensjahre in Kanada wohnten. Die Regeländerung galt jedoch nicht für Spieler, die bereits vor 1964 unter Vertrag standen (vgl. Bestandsschutz). Seit 2014 ist ein Importsspieler eine Person, die nicht die kanadische Staatsbürgerschaft besaß, als sie ihren ersten Vertrag unterschrieb, nicht als Non-Import-Spieler vor dem 31. Mai 2014 klassifiziert wurde und nicht fünf Jahre der ersten 18 Lebensjahre in Kanada verbrachte.[6]

QuellenangabenBearbeiten