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Aureilhan (Landes)

französische Gemeinde im Département Landes

Aureilhan ist eine französische Gemeinde mit 1056 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Côte d’Argent (bis 2015: Kanton Mimizan).

Aureilhan
Aureilhan (Frankreich)
Aureilhan
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Côte d’Argent
Gemeindeverband Mimizan
Koordinaten 44° 13′ N, 1° 12′ WKoordinaten: 44° 13′ N, 1° 12′ W
Höhe 5–34 m
Fläche 11,51 km2
Einwohner 1.056 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 92 Einw./km2
Postleitzahl 40200
INSEE-Code
Website www.aureilhan40.fr

Rathaus von Aureilhan

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Aurelhan.[1] Er leitet sich vom lateinischen Vornamen Aurelius ab.[2]

Die Einwohner werden Aureilhanais und Aureilhanaises genannt.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Aureilhan liegt ca. 70 km nordwestlich von Mont-de-Marsan und ca. 3 km nordöstlich von Mimizan im Landstrich Pays de Born in der historischen Provinz Gascogne.

Umgeben wird Aureilhan von den Nachbargemeinden:

Sainte-Eulalie-en-Born
Mimizan   Saint-Paul-en-Born
Mimizan

Aureilhan liegt im Einzugsgebiet des Küstenflusses Courant de Mimizan am gleichnamigen See.

Nebenflüsse des Courant de Mimizan, die den See speisen, fließen durch das Gebiet der Gemeinde,

  • der Ruisseau d’Escource mit seinen Zuflüssen,
    • dem Ruisseau de Mondroung,
    • dem Ruisseau du Pont de la Ville, der in Aureilhan entspringt,
    • dem Ruisseau de Gentas, der in Aureilhan entspringt,
    • dem Ruisseau de la Forge-Pontenx und
    • dem Ruisseau du Plaisir, und
  • der Ruisseau de Capit.[4]
 
Blick auf den See von Aureilhan
 
Boote am Seeufer

GeschichteBearbeiten

Der Fund von Überbleibseln aus der gallorömischen Zeit lässt auf eine Besiedelung in der Antike schließen. Es ist möglich, dass das Dorf an der Römerstraße lag, die Bordeaux mit Dax verband. Die erstmalige Erwähnung erfolgte im 13. Jahrhundert in einer Urkunde des englischen Königs, der die Errichtung einer Wassermühle zwischen dem See und dem Meer erlaubte. Das Dorf stand lange Zeit unter dem Einfluss von Mimizan, es gab kein echtes Zentrum. Seine Entwicklung bekam im 18. Jahrhundert einen Schub, als sich zahlreiche Winzerfamilien hier niederließen. Im folgenden Jahrhundert siedelten sich mehrere Fabriken an, darunter eine Ziegelei und einen Betrieb zur Aufbereitung von Harz.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zu den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts auf einen erste Höchststand von rund 400 Einwohnern. In der Folge schrumpfte die Bevölkerung bis zu den 1930er Jahren allmählich auf rund 310 Einwohnern. In der Folgezeit nahm eine dynamische Wachstumsphase ihren Anfang, die heute noch andauert und neue Höchststände ergibt.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 408 452 482 504 562 640 831 946 1.056
 
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche Saint-Mommolin
  • Pfarrkirche, geweiht dem heiligen Mummolenus, dem zweiten Abt der Abtei von Fleury im 7. Jahrhundert. Vom im 12. Jahrhundert am Seeufer errichteten Bauwerk hat nur die Apsis die Jahrhunderte überdauert. Im 15. Jahrhundert wurde ein Glockenturm hinzugefügt, der mit seinen sehr dicken Mauern und den eingelassenen Schießscharten auch eine militärische Funktion ausfüllen sollte. Im 19. Jahrhundert fanden mehrere Instandsetzungsarbeiten statt, bezüglich des Dachs in den Jahren 1810, 1846 und 1888 und bezüglich des Glockenturms im Jahr 1896. Die Kirche besteht aus einem Langhaus mit einem Hauptschiff, das mit einer halbrunden Apsis verlängert wird. Zwei Seitenkapellen, die sich durch Korbbögen öffnen, bilden ein falsches Transept. Die Decken sind als Täfelung gearbeitet, die Wände aus eisenhaltigem Sandstein gemauert, Garluche genannt, der typisch für die Landes ist. Der westliche Eingang zum Innenraum besitzt eine Spitzbogenform mit drei Archivolten. Eine Tür auf der Südseite mit Segmentbogen gewährt den Zutritt zur Vorhalle, in dem ein Träger über vier Metern Länge geometrische Motive (Kreuz, Rosetten, Zylinder, untergehende Sonnen, Winkel), Fischschuppen und Schwertlilien als Reliefs zeigt. Der Stil dieser Ornamente spiegelt die Volkskunst des 15. und 16. Jahrhunderts wider. Drei Glasfenster sind Werke des Glasmalers Gustave Pierre Dagrant aus Bordeaux aus dem Jahre 1895.[8][9] Das erste Fenster, das von einem Gemälde des französischen Malers Jean Jouvenet inspiriert wurde, illustriert den Besuch Jesu bei Martha und Maria. Jesus wendet seinen Blick Maria zu, die ihm zuhört, während Martha sich abgewendet mit häuslichen Tätigkeiten zu beschäftigen scheint. Die Farben Marias Gesicht sind leuchtender als bei den beiden anderen Personen, möglicherweise ein Zeichen, dass das Fenster im 20. Jahrhundert übermalt wurde.[10] Das zweite Fenster zeigt Vinzenz von Paul als Kopie einer Gravur von Alfred-André Géniole. Der Heilige, der für seine Wohltätigkeit gegenüber Armen und Waisen verehrt wird, trägt sein Habit und ist umringt von Kindern und im Stich gelassenen Neugeborenen.[11] Das dritte Fenster zeigt eine Darstellung von Vicenta María López y Vicuña. Sie ist mit einem roten Tuch bekleidet und hält die Märtyrerpalme in ihrer linken und eine Pflanzenkrone in ihrer rechten Hand. Die Landschaft im Hintergrund zeigt antike Bauten. Nach dem letzten Ausbau ist das Fenster seitenverkehrt wieder eingesetzt worden und die bemalte Seite zeigt seitdem nach außen.[12] Die Kirche birgt eine Büste des heiligen Mummolenus aus Holz, die aus dem 18. Jahrhundert datiert. Er wird bärtig dargestellt, mit der Mitra und dem goldfarbenen Chorhemd eines Bischofs. Die Legende besagt, dass der Heilige zur Einsiedelei nach Aureilhan kam. Die Büste ist seit dem 17. Dezember 2001 als Monument historique   klassifiziert.[13][14] Viele weitere Einrichtungsgegenstände stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[9]
 
Statue der heiligen Rufina an der gleichnamigen Quelle
  • Quelle der heiligen Rufina. Sie befindet in der Nähe der Pfarrkirche von Aureilhan und wurde einst wegen einer ihr zugesprochenen Heilkraft bei Hautkrankheiten verehrt. Mütter haben sie in früheren Zeiten aufgesucht, um Milchschorf bei ihren Säuglingen zu heilen. Sie tauchten ein Taschentuch in das Wasser, applizierten es auf die Hautstellen und ließen das Taschentuch anschließend auf der Stelle liegen. Das Wasser wurde auch bei anderen Hautkrankheiten, wie Ekzeme und Akne, angewendet. Das Ritual schrieb vor, sich während neun Tagen mit nüchternem Magen mit dem Wasser einzureiben, ein Ave Maria Maria aufzusagen und vor der Statue der Heiligen zu beten. Quelle und Statue befanden sich früher einer neo-mittelalterlichen Kapelle neben der Kirche. Beim Betreten war der Brunnen der Quelle zu sehen und die Statue ruhte auf einem Altar. Glasfenster der Kapelle erzählten Episoden aus dem Leben der Heiligen. 1955 zerstörte ein heftiges Unwetter die Kapelle. Nur der Brunnen widerstand, was die Einwohner als Wunder begriffen.[15]
  • Gutshaus Darricau. Der General Augustin Darricau verlieh dem Anwesen seinen Namen. Er wurde 1773 in Tartas geboren und 1819 in Dax gestorben. Er war Nachkomme einer großen Linie von Grundbesitzern entlang des Sees von Aureilhan. Pierre Sargos, erster Bürgermeister von Mimizan, erstand das Anwesen von den Kindern des Generals Darricau. Er ließ das alte Gebäude abreißen und 1828 ein neues Gutshaus errichten.[16]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Aureilhan profitiert heute vom Tourismus aufgrund seiner geografischen Lage am See und in der Nähe des Meeres.[2]

 
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[17]
Gesamt = 72

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 62 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[18]

 
1000 km-Markstein des Voie de Soulac in Mimizan

Sport und FreizeitBearbeiten

  • Aureilhan liegt am Voie de Soulac, auch Voie du littoral genannt, einem Nebenweg für Pilger nach Santiago de Compostela. Er führt von Soulac-sur-Mer zur spanischen Grenze, wo er sich mit den Hauptwegen vereint.
  • Der See von Aureilhan bietet vielfältigen Möglichkeiten für Wassersportler und Angler.
  • Das Reitsportzentrum Lous Chivaus bietet für jedes Alter und für jedes Können Reitstunden und Ausritte an.
  • Ein Wanderweg mit einer Länge von 7,6 km führt am See entlang zum Jagdschloss Woolsack des Hugh Grosvenor, 2. Duke of Westminster. Über eine App lassen sich Karten, Fotos, kleine Geschichten und Zeugnisse der Geschichte herunterladen und während der Wanderung offline aufrufen.

VerkehrBearbeiten

Aureilhan ist erreichbar über die Routes départementales 329 und 626 (ehemalige Route nationale 626) und ist über eine Linie des Busnetzes XL’R mit Mimizan und Labouheyre verbunden. Labouheyre besitzt einen Haltepunkt der TER Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aureilhan (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  2. a b c Aureilhan (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  3. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  4. Ma commune : Aureilhan (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  5. Notice Communale Aureilhan (fr) EHESS. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  6. Populations légales 2006 Commune d’Aureilhan (40019) (fr) INSEE. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune d’Aureilhan (40019) (fr) INSEE. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  8. Église Saint-Mommolin (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  9. a b église paroissiale Saint-Momolin (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  10. Verrière représentant Jésus chez Marthe et Marie (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  11. Verrière représentant une scène de charité de saint Vincent-de-Paul (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  12. Verrière représentant sainte Vincente (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  13. Buste sculpté de saint Mommolin (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  14. Buste : St Mommolin (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  15. Fontaine de sainte Ruffine (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  16. Manoir Darricau (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Januar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 15. Januar 2018.
  17. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune d’Aureilhan (40019) (fr) INSEE. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  18. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 15. Januar 2018.