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Augustusmausoleum

von Kaiser Augustus für sich selbst errichtete Grabstätte, in der später auch andere römische Persönlichkeiten beigesetzt wurden
Der Eingang zum Augustusmausoleum
Das Augustusmausoleum in der Seitenansicht
Grafische Rekonstruktion des Augustusmausoleum (1851)

Das Augustusmausoleum (italienisch Mausoleo di Augusto) auf dem Campus Martius in Rom (heute Stadtteil Campo Marzio) ist eine im Jahr 29 v. Chr. von Kaiser Augustus für sich selbst errichtete Grabstätte, in der später auch einige seiner Nachfolger, weitere Angehörige der iulisch-claudischen Familie und andere bedeutende römische Persönlichkeiten beigesetzt wurden.

BeschreibungBearbeiten

Das Mausoleum bestand aus zwei mächtigen, übereinander stehenden, zylinderförmigen Blöcken, die mit römischem Travertin und Marmor verkleidet waren. Die beiden Gebäudeteile der etwa 87 Meter breiten und fast 40 Meter hohen Grabstätte waren durch einen schrägen Erdwall, der mit Bäumen bepflanzt war, getrennt. Der untere Teil des Bauwerks diente als eigentliches Grab, während der obere, kleinere Teil als Begräbnistempel fungierte. Diese Struktur mit übereinander liegenden Ebenen stammt aus der hellenistischen Grabarchitektur.[1] Um den Hügel herum waren fünf konzentrische Mauerringe errichtet; auf dem Gipfel stand eine metallene Statue des Kaisers. Der im Süden liegende Eingang des Grabmals wurde von Bronzetafeln flankiert, die den Rechenschaftsbericht des Kaisers, die Res gestae divi Augusti, enthielten, daneben standen zwei Obelisken. Die Statue des Kaisers ging ebenso verloren wie die Bronzetafeln (von den Res Gestae gibt es allerdings genügend steinerne Kopien, da der Sohn des Augustus angewiesen durch den Senat dafür Sorge trug, dass dieser Bericht im Reich weit verbreitet war – einer ist zum Beispiel im Monumentum Ancyranum in Ankara, Türkei, erhalten geblieben). Die Obelisken, der Obelisco del Quirinale und der Obelisco Esquilino, stehen heute auf der Piazza del Quirinale, als Teil des Dioskurenbrunnen vor dem Palazzo del Quirinale, dem Sitz des italienischen Staatspräsidenten, sowie auf der Piazza Esquilino vor der Basilika Santa Maria Maggiore. Vom Mausoleum selbst sind nur die unteren Teile des Kerns und Reste der Mauerringe erhalten geblieben.

1926 wurde mit Ausgrabungen am Augustusmausoleum begonnen. Im Zusammenhang mit dem aufwendig zelebrierten zweitausendsten Geburtstag des gerade unter Mussolini wieder stärker in den Mittelpunkt gerückten ersten römischen Kaisers wurde 1936 bis 1938 das Denkmal freigelegt und rundherum nach Plänen des Architekten Vittorio Ballio Morpurgo in den Jahren 1937/40 ein rechteckiger Platz im faschistisch-rationalistischen Stil angelegt. Mussolini soll es sich sogar selbst als seine Grabstätte auserkoren haben. Zurzeit ist die Einfassung des gesamten Mausoleums durch einen Museumsbau, ähnlich dem der nebenan befindlichen Ara Pacis, in der Diskussion.

Das Mausoleum befindet sich auf der Piazza Augusto Imperatore, westlich des oberen Teils der Via del Corso. Das Grabmal kann aktuell nicht besucht werden, allerdings gab die Stadt Rom im Mai 2017 bekannt, dass das Mausoleum mit Hilfe einer Spende des italienischen Telekom-Betreibers TIM von 6 Millionen Euro bis 2019 restauriert werden soll. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll das Gebäude auch wieder für Besucher zugänglich sein.[2] (Stand: August 2017)

Liste bekannter beigesetzter PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marco Bussagli: Rom, Kunst & Architektur. Könemann, Köln 1999, S. 72 - 74.
  2. Augustus-Mausoleum in Rom wird restauriert. 2. Mai 2017, abgerufen am 27. August 2017.
  3. Sueton, Cal. 15, 1; CIL 6, 887
  4. Später auf Veranlassung von Julia Maesa ins Hadriansmausoleum überführt; siehe Cassius Dio 79 (78),24,3.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Augustusmausoleum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 41° 54′ 22″ N, 12° 28′ 35″ O