Augustusmausoleum

von Kaiser Augustus für sich selbst errichtete Grabstätte, in der später auch andere römische Persönlichkeiten beigesetzt wurden

Das Augustusmausoleum (italienisch Mausoleo di Augusto) auf dem Campus Martius in Rom (heute Stadtteil Campo Marzio) ist eine im Jahr 29 v. Chr. von Kaiser Augustus für sich selbst errichtete Grabstätte, in der später auch einige seiner Nachfolger, weitere Angehörige der iulisch-claudischen Familie und andere bedeutende römische Persönlichkeiten beigesetzt wurden.

Das Augustusmausoleum 2021
Der Eingang zum Augustusmausoleum
Das Augustusmausoleum in der Seitenansicht
Grafische Rekonstruktion des Augustusmausoleum (1851)

BeschreibungBearbeiten

Das Mausoleum befindet sich auf der Piazza Augusto Imperatore, westlich des oberen Teils der Via del Corso. Das Mausoleum bestand aus zwei mächtigen, übereinander stehenden, zylinderförmigen Blöcken, die mit römischem Travertin und Marmor verkleidet waren. Die beiden Gebäudeteile der etwa 87 Meter breiten und fast 40 Meter hohen Grabstätte waren durch einen schrägen Erdwall, der mit Bäumen bepflanzt war, getrennt. Der untere Teil des Bauwerks diente als eigentliches Grab, während der obere, kleinere Teil als Begräbnistempel fungierte. Diese Struktur mit übereinander liegenden Ebenen stammt aus der hellenistischen Grabarchitektur.[1] Um den Hügel herum waren fünf konzentrische Mauerringe errichtet; auf dem Gipfel stand eine metallene Statue des Kaisers. Der im Süden liegende Eingang des Grabmals wurde von Bronzetafeln flankiert, die den Rechenschaftsbericht des Kaisers, die Res gestae divi Augusti, enthielten, daneben standen zwei Obelisken. Die Statue des Kaisers ging ebenso verloren wie die Bronzetafeln (von den Res Gestae gibt es allerdings genügend steinerne Kopien, da der Sohn des Augustus angewiesen durch den Senat dafür Sorge trug, dass dieser Bericht im Reich weit verbreitet war – einer ist zum Beispiel im Monumentum Ancyranum in Ankara, Türkei, erhalten geblieben). Die Obelisken, der Obelisco del Quirinale und der Obelisco Esquilino, stehen heute auf der Piazza del Quirinale, als Teil des Dioskurenbrunnen vor dem Palazzo del Quirinale, dem Sitz des italienischen Staatspräsidenten, sowie auf der Piazza Esquilino vor der Basilika Santa Maria Maggiore. Vom Mausoleum selbst sind nur die unteren Teile des Kerns und Reste der Mauerringe erhalten geblieben.

Restaurierung im 20. JahrhundertBearbeiten

1926 wurde mit Ausgrabungen am Augustusmausoleum begonnen. Im Zusammenhang mit dem aufwendig zelebrierten zweitausendsten Geburtstag des gerade unter Mussolini wieder stärker in den Mittelpunkt gerückten ersten römischen Kaisers wurde 1936 bis 1938 das Denkmal freigelegt und rundherum nach Plänen des Architekten Vittorio Ballio Morpurgo in den Jahren 1937/40 ein rechteckiger Platz im faschistisch-rationalistischen Stil angelegt. Mussolini soll es sich sogar selbst als seine Grabstätte auserkoren haben.

Restaurierung im 21. JahrhundertBearbeiten

Das Mausoleum ist seit über 80 Jahren geschlossen. Es wurde im Jahr 2000 kurz geöffnet. Im Jahr 2007 begannen Archäologen ihre Arbeit im Grabmal, zudem begann eine umfangreiche Restaurierung der Anlage mit Unterstützung durch die italienische Telefongesellschaft TIM. Im März 2021 soll das Mausoleum wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.[2]

Liste bekannter beigesetzter PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marco Bussagli: Rom, Kunst & Architektur. Könemann, Köln 1999, S. 72 - 74.
  2. Biggest circular tomb in the ancient world to open in Rome. 24. Dezember 2020, abgerufen am 24. Dezember 2020.
  3. Sueton, Cal. 15, 1; CIL 6, 887
  4. Später auf Veranlassung von Julia Maesa ins Hadriansmausoleum überführt; siehe Cassius Dio 79 (78),24,3.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Augustusmausoleum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 41° 54′ 22″ N, 12° 28′ 35″ O