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August Nikolaus Müller

deutscher Kommunalpolitiker

August Nikolaus Müller (* 12. Februar 1856 in Dortmund; † 10. April 1926 in Kassel) war ein deutscher Jurist und Kommunalpolitiker. Im Laufe seiner Karriere war er Oberbürgermeister der Städte Eisenach und Kassel.

LebenBearbeiten

Nach dem Besuch eines Dortmunder Gymnasiums von 1865 bis 1870 lernte Müller von 1870 bis 1874 an einem Lyceum in Hannover. Anschließend studierte er bis 1877 Jura an den Universitäten Heidelberg, Göttingen und Berlin. 1874 wurde er Mitglied des Corps Vandalia Heidelberg.[1] Von 1878 bis 1880 wirkte er als Referendar in Marburg und Uelzen. Müller arbeitete ab 1880 als Rechtsanwalt in Weimar und seit 1884 im Thüringischen Verwaltungsdienst. Hier wurde er 1887 Bezirkskommissar, später Bezirksrat in Eisenach.

Am 1. Juni 1893 wurde Müller zum Oberbürgermeister von Eisenach ernannt, nachdem sein Vorgänger Georg von Eucken-Addenhausen zum Direktor des Verwaltungsbezirks Eisenach befördert wurde.[2] Müllers Amtszeit prägte Eisenach nachhaltig in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht. In seine Amtszeit fällt die Grundsteinlegung für das Eisenacher Südviertel (1894), die Gründung der Fahrzeugfabrik Eisenach (1896), die Errichtung von Hotels und Kureinrichtungen, die Eröffnung der Straßenbahn Eisenach (1897), der Gasanstalt am Siebenborn, des Reuter-Wagner-Museums, des Sophienbades und vieles mehr. 1897 wurde unter seiner Mitwirkung mit einem Festzug und der Einrichtung eines Volksfestes die Tradition des Eisenacher Sommergewinns wiederbelebt. Zum 1. Mai 1900 führte Müller eine „Fremden-Abgabe“ in Eisenach ein. Fremde, die sich zwischen dem 1. Mai und dem 1. Oktober länger als fünf Tage in Eisenach aufhielten, hatten pro Person 2 Mark, pro Familie 4 Mark zu bezahlen. Die Verordnung wurde 1925 aufgehoben und dafür 1928 eine Kurtaxe eingeführt.[3]

Am 2. Juli 1900 übernahm August Müller das Amt des Oberbürgermeisters von Kassel; sein Nachfolger in Eisenach wurde ab dem 15. November 1900 Georg von Fewson.

Auch in Kassel schaffte es Müller, die Stadt nachhaltig zu entwickeln und zu verändern. Ihm gelang es, die Eingemeindung der Vororte Wahlershausen, Kirchditmold, Rothenditmold und Bettenhausen auszuhandeln, so dass 1906 die Stadt 18.000 Einwohner hinzubekam. Unter seiner Führung wuchs Kassel bis 1910 von 103 000 auf 153 00 Einwohner. Auch in Kassel wurden während Müllers Amtszeit zahlreiche große öffentliche Gebäude eingeweiht, so zum Beispiel die Landesversicherungsanstalt (1904), die Oberpostdirektion und das Polizeipräsidium im Königstor (beide 1907), die Kunstakademie an der Aue, das Theater am Friedrichsplatz und das neue Kasseler Rathaus (alle 1909).

Aus gesundheitlichen Gründen trat Müller 1912 nicht zur Wiederwahl an; im Juli 1912 endete seine Amtszeit. Müller verbrachte seinen Lebensabend in Kassel. Er starb auf den Tag genau 26 Jahre nach seiner Wahl zum Kasseler Oberbürgermeister am 10. April 1926. Als Oberbürgermeister von Kassel war er von 1900 bis 1912 Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Müller war verheiratet mit Elisabeth Sperber und hatte zwei Kinder.

EhrungenBearbeiten

Nach August Müller ist in Eisenach die Müllerstraße benannt.[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kösener Korpslisten 1910, 122, 499
  2. Geschichte Eisenachs 1850-1899, aufgerufen am 28. Februar 2013
  3. Geschichte Eisenachs 1900-1945, aufgerufen am 28. Februar 2013
  4. August Nikolaus Müller auf Eisenach.de (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eisenach.de

Siehe auchBearbeiten