Hauptmenü öffnen

August Heißmeyer

deutscher Politiker (NSDAP), MdR, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS
August Heißmeyer (1936)

August Heißmeyer (* 11. Januar 1897 in Gellersen; † 16. Januar 1979 in Schwäbisch Hall) war ein deutscher SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei, Höherer SS- und Polizeiführer sowie von 1935 bis 1939 Chef des SS-Hauptamtes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Kriegsverbrecher zu einer Haftstrafe verurteilt. Er war verheiratet mit der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach seinem Schulbesuch trat er in die Preußische Armee ein. Im Ersten Weltkrieg war er Leutnant und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse.

Nach Kriegsende war Heißmeyer Mitglied eines Freikorps und beteiligte sich im Jahr 1920 am Kapp-Putsch. Nach einem abgebrochenen Studium betätigte er sich als Fahrlehrer. 1923 kam er erstmals in Kontakt mit den Nationalsozialisten, denen er 1925 unter seiner alten Mitgliedsnummer 21.573 wieder beitrat.[1][2] Anfang 1926 wurde Heißmeyer auch Mitglied der SA. Er baute den „SA-Gausturm Hannover-Süd“ auf und war dort zeitweise Stellvertretender Gauleiter.

Im Januar 1930 wurde Heißmeyer Mitglied der SS (SS-Nr. 4.370) und 1932 Mitarbeiter des SS-Amtes. Er machte rasch Karriere, wurde 1933 Mitglied des Reichstages und stieg 1935 zum Chef des SS-Hauptamtes auf. Damit hatte er eine Schlüsselposition in der Organisationsstruktur der SS inne. Er löste Curt Wittje als Amtschef ab und wurde am 9. November 1936 zum SS-Obergruppenführer und zum „Inspekteur der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten ernannt.

1939 wurde Heißmeyer zusätzlich zum SS-Oberabschnittsleiter „Ost“ und zum „Höheren SS- und Polizeiführer Spree“ ernannt. Ihm unterstand damit unmittelbar der Raum Berlin-Brandenburg. Am 9. November 1939 wurde Heißmeyer zum kommissarischen Inspektor der Konzentrationslager und der Verstärkten Totenkopfstandarten ernannt. Er trat damit die provisorische Nachfolge Theodor Eickes an, der nun als Kommandant der SS-Division „Totenkopf“ verwendet wurde. Am 31. Juli 1940 wurde Heißmeyer von Eickes Stellvertreter in der KZ-Inspektion, Richard Glücks, abgelöst.[1][3]

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges errichtete Heißmeyer die „Dienststelle SS-Obergruppenführer Heißmeyer“ und war damit für die militärische Ausbildung der Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten zuständig. Am 23. August 1940 besuchte er gemeinsam mit der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink, die er im gleichen Jahr heiratete, das KZ Ravensbrück für Frauen. Am 14. November 1944 wurde er zusätzlich noch General der Waffen-SS.

Nach Kriegsende tauchte Heißmeyer gemeinsam mit seiner Frau bei Schloss Leitzkau, und, auf Vermittlung der Pauline von Württemberg, in Bebenhausen bei Tübingen unter, wo er bis zu seinem Tode lebte. Er war als Landarbeiter tätig und erhielt zusammen mit seiner Frau falsche Papiere unter dem Namen „Heinrich Stuckenbrock“ bzw. „Maria Stuckenbrock“. Beide wurden aber erkannt und im Februar 1948 von der französischen Besatzungspolizei verhaftet. Bei der Entnazifizierung wurde er als Hauptschuldiger eingestuft, zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt und sein Privatvermögen von Amts wegen eingezogen. Er war zunächst Arbeiter in einer Waschmaschinenfabrik, danach Angestellter einer Coca-Cola-Niederlassung in Reutlingen. Im Jahr 1979 verstarb er in einem Schwäbisch Haller Krankenhaus.

August Heißmeyer ist auf dem Friedhof in Gellersen, Kreis Hameln-Pyrmont in einem Familiengrab beigesetzt.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ruth Bettina Birn: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten. Droste, Düsseldorf 1986, ISBN 3-7700-0710-7 (Zugleich: Stuttgart, Universität, Dissertation, 1985).
  • Tuviah Friedman: Die drei ältesten SS-Generale Himmlers. SS-Obergruppenführer August Heyssmayer, SS-Obergruppenführer Wilhelm Reinhard, SS-Obergruppenführer Udo von Woyrsch. Eine dokumentarische Sammlung. Hg. Institute of Documentation in Israel for the Investigation of Nazi War Crimes, Haifa. Zusammenstellung: Friedman. 1998.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Mark C. Yerger: Allgemeine SS. The Commands, Units and Leaders of the General SS, Schiffer Publishing Ltd. 1997, ISBN 0-7643-0145-4, S. 33.
  2. SS-Führungshauptamt: Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP, Stand 1. Dezember 1938 mit Berichtigungsheft vom 15. Juni 1939, laufende Nummer 17.
  3. Andreas Schulz, Günter Wegmann un Dieter Zinke: Deutschlands Generale und Admirale, Teil V: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei 1933-1945, Biblio-Verlag 2005, Band 2, S. 119.