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Außerfernbahn

Grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke zwischen Bayern und Tirol von Garmisch-Partenkirchen nach Kempten
Garmisch-Partenkirchen–Kempten (Allgäu) Hbf
Strecke der Außerfernbahn
Streckennummer:5452 (DB) (Garmisch-Partenkirchen–Grenze)
352 01 (ÖBB) (Grenze–Reutte in Tirol–Grenze)
5403 (DB) (Grenze–Kempten (Allgäu) Hbf)
Kursbuchstrecke (DB):965 (Garmisch-Partenkirchen–Reutte in Tirol),
973 (Reutte in Tirol–Kempten (Allgäu) Hbf)
Kursbuchstrecke (ÖBB):410 (Innsbruck Hbf–Pfronten-Steinach)
Streckenlänge:93,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CE (Garmisch-Partenkirchen – Grenze)[1]
D4 (Grenze – Reutte in Tirol)[2]
D2 (Reutte in Tirol – Vils)[2]
C4 (Vils – Oy-Mittelberg)[1][2]
CE (Oy-Mittelberg – Kempten)[1]
Stromsystem:(Garmisch-Partenkirchen – Reutte)
15 kV / 16,7 Hz ~
1913–1923 15 Hz ~
Maximale Neigung: 37,5 
Höchstgeschwindigkeit:70 km/h
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von München
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0,000 Garmisch-Partenkirchen 708 m ü. NN
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Mittenwaldbahn nach Innsbruck
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1,242 Garmisch-Partenkirchen Hausberg
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ehemals Hausbergbahn
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2,100 Rießersee
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3,100 Bayerische Zugspitzbahn
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3,400 Kreuzeckbahn
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Hammersbach
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4,700 Obergrainau
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5,458 Untergrainau 740 m ü. NN
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6,400 Loisachbrücke
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13,266 Griesen (Oberbay) 818 m ü. NN
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14,846
30,445
Staatsgrenze Deutschland–Österreich
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29,500 Loisachbrücke
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29,200 Schober bis 29. Mai 1960
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27,600 Schanz Ausweiche
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25,900 Schanz bis 26. September 1971
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28,700 Loisachbrücke
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23,300 Ehrwald Zugspitzbahn 974 m ü. A.
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22,900 Ehrwalder Viadukt
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20,400 Lermoos 1004 m ü. A.
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19,000 Lermoostunnel (105,6 m)
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18,500 Lichtenbergviadukt
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16,400 Lähn 1106 m ü. A.
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13,100 Bichlbach-Berwang 1072 m ü. A.
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11,600 Bichlbach-Almkopfbahn
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8,800 Heiterwang-Plansee 1012 m ü. A.
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7,200 Fernpassstraße
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6,900 Thanellerkar bis 7. November 1966
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5,700 Fernpassstraße
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5,000 Katzenbergtunnel (512,5 m)
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3,600 Bad Kreckelmoos 938 m ü. A.
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0,500 Reutte in Tirol Schulzentrum
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0,000
14,390
Reutte in Tirol 850 m ü. A.
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12,000 Pflach 840 m ü. A.
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Lechbrücke
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7,600 Musau 822 m ü. A.
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6,400 Ulrichsbrücke-Füssen 814 m ü. A.
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3,900 Vils 817 m ü. A.
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3,400 Vils Stadt (seit 11. Dez. 2016) 820 m ü. A.
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0,500 Schönbichl (bis 10. Dez. 2016) 831 m ü. A.
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0,000
34,239
Staatsgrenze Österreich–Deutschland
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33,000 Pfronten-Steinach 841 m ü. NN
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Vils (Lech)
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30,700 Pfronten-Ried 858 m ü. NN
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29,300 Pfronten-Weißbach 874 m ü. NN
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27,000 Pfronten-Kappel
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23,910 Nesselwang 864 m ü. NN
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Wertachbrücke
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21,600 Maria Rain
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19,800 Wertach-Haslach 891 m ü. NN
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17,600 Oy-Mittelberg 909 m ü. NN
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13,600 Zollhaus-Petersthal 899 m ü. NN
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12,000 Bodelsberg 898 m ü. NN
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8,400 Jodbad Sulzbrunn (bis 2008 PV) 818 m ü. NN
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6,900 Sulzberg 778 m ü. NN
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3,900 Durach 711 m ü. NN
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1,800 St Mang (ehemals Kottern-Neudorf)
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Allgäubahn von München
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von Neu-Ulm
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Obere Illerbrücken
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0,000 Kempten (Allgäu) Hbf (bis 1969)
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0,410 Kempten (Allgäu) Hbf (ab 1969) 705 m ü. NN
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nach Isny
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Allgäubahn nach Lindau

Koordinaten: 47° 29′ 35,1″ N, 10° 43′ 17,5″ O

Die Außerfernbahn ist eine 96 Kilometer lange normalspurige, eingleisige, grenzüberschreitende Nebenbahn zwischen Bayern und Tirol. Sie verläuft von Kempten über Pfronten, Reutte nach Garmisch-Partenkirchen. Namensgebend ist das Außerfern, das die Strecke erschließt.

Die Bahnstrecke wurde zwischen 1895 und 1913 eröffnet und verbindet das Außerfern mit der Mittenwaldbahn und der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen im Osten sowie der Bayerischen Allgäubahn und der Illertalbahn im Westen. Der österreichische Abschnitt ist im Bezug auf das übrige österreichische Eisenbahnnetz ein Inselbetrieb. Zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte ist sie elektrifiziert.

GeschichteBearbeiten

Vorgeschichte und BauBearbeiten

FernbahnBearbeiten

Die Eröffnung der Semmeringbahn 1854 zeigte, dass eine Gebirgsbahn über die Alpen möglich ist. Die Handelsstädte Augsburg und Kempten, die seit 1852 über die Ludwig-Süd-Nord-Bahn verbunden waren, wollten die alten Handelsrouten über den Fern- und Reschenpass nach Oberitalien wieder beleben. Es tauchten daher in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erste Pläne für eine „Fernbahn“ von Kempten über den Fernpass ins Inntal auf. Die bayerische Staatsregierung favorisierte jedoch die Verbindung über München und Kufstein, was sich im Bau der Bayerische Maximiliansbahn widerspiegelte. Für die Verbindung vom Inntal nach Südtirol wurde die Brennerbahn gegenüber einer Bahn über den Reschenpass bevorzugt, da diese einfacher zu bauen war. Darauf machten sich die südwestdeutschen Städte für eine Bahn über den Fernpass als Zulaufstrecke zur Brennerbahn stark, um den Umweg über München und Kufstein zu verkürzen. Diese Bahnstrecke wurde auch als Verbindung Tirols ins Vorarlberg und weiter in die Schweiz diskutiert. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 wurde jedoch die Arlbergbahn als inner-österreichische Verbindung ins Vorarlberg, gegenüber der Verbindung über den Fernpass und Kempten bevorzugt. Mit Eröffnung der Gotthardbahn 1882 erhielt der südwestdeutsche Raum eine Alternative zur Brennerbahn, was sich zu deren Nachteil auswirkte. Deshalb wurde in den 1890er Jahren von Tirol eine Bahn über den Fernpass gefordert. Die bayerische Regierung hatte jedoch kein Interesse an dieser Verbindung und genehmigte am 26. Mai 1892 statt einer Hauptbahn eine Lokalbahn von Kempten nach Pfronten.[3][4]

Abschnitt Kempten – ReutteBearbeiten

Der Bau der Lokalbahn begann im März 1894 an der Wertachbrücke. Die Strecke wurde vielfach mit 180 Meter Bögen und Steigungen von 25 ‰ trassiert. Kurz vor der Eröffnung gab es im November 1895 einen Erdrutsch an der Wertachbrücke. Trotzdem konnte am 1. Dezember 1895 die Strecke von Kempten nach Pfronten-Ried eröffnet werden.[3][5]

Als eine Erweiterung der Linie zur Diskussion stand, wurden folgende drei Varianten diskutiert:

  • Pfronten–Reutte–Ehrwald–Gaistal–Leutasch–Innsbruck
  • Pfronten–Reutte–Fernpass–Imst („Fernbahn“) und
  • Pfronten–Reutte–Ehrwald–Garmisch–Leutasch–Innsbruck.

Da Garmisch zu der Zeit schon einen Bahnanschluss nach München besaß, lag es nahe, eine direkte Verbindung München–Innsbruck anzustreben. Für diese Route sprach weiterhin, dass über Garmisch die geringste Passhöhe überwunden werden musste und mehr Ortschaften erschlossen werden konnten.

Auf Initiative der Stadt Reutte wurde der österreichische Ingenieur Josef Riehl beauftragt einen Plan für die Verlängerung der Lokalbahn bis nach Reutte auszuarbeiten. Nachdem das notwendige Kapital durch Aktienzeichnung bereitgestellt werden konnte, wurde am 11. Oktober 1904 die Konzession für die Lokalbahn Reutte–Schönbichl ausgestellt. Dem bereits am 8. Oktober 1904 erfolgten erste Spatenstich, folgte am 22. November 1904 ein Staatsvertrag zwischen Bayern und Österreich. In diesem wurde vereinbart, die Lokalbahn von Kempten bis nach Reutte zu verlängern und eine Bahnstrecke von Innsbruck über Garmisch-Partenkirchen nach Reutte zu bauen.[6] Am 16. Dezember 1905 konnte die Verlängerung der Lokalbahn bis zur Reichsgrenze und die Lokalbahn auf österreichischer Seite nach Reutte eröffnet werden. Gemäß dem Staatsvertrag erfolgte der Bau der Strecke bis zur Grenze und der Betrieb der Strecke Kempten-Reutte durch die bayerische Staatsbahn. Die Finanzierung, der Bau, die Verwaltung und der Unterhalt der österreichischen Strecke aber erfolgte durch die private Aktiengesellschaft Lokalbahn Reutte–Schönbichl AG.[3][7]

Abschnitt Garmisch-Partenkirchen – ReutteBearbeiten

Nach mehrjähriger Planung erfolgte am 1. Juli 1910 die Gründung privaten Mittenwaldbahn AG, der für die Finanzierung, den Bau, die Verwaltung und den Unterhalt der österreichischen Abschnitte der Strecke Innsbruck-Reutte verantwortlich war. An der noch als Mittenwaldbahn II bezeichneten Strecke Garmisch-Partenkirchen – Reutte begannen daraufhin die Arbeiten. Die Mittenwaldbahn I von Garmisch nach Innsbruck wurde 1912 eröffnet, die Strecke Garmisch–Reutte am 29. Mai 1913. Beide Strecken wurden von Anfang an elektrisch betrieben.

Wie schon bei der Lokalbahn Kempten–Reutte erfolgte der Bau der Strecke auf der bayerischen Seite durch die bayerische Staatsbahn. Ebenso wurde der Betrieb der Strecke von Garmisch nach Reutte durch die bayerische Staatsbahn durchgeführt. Die Strecke Innsbruck–Garmisch hingegen wurde von der Mittenwaldbahn AG betrieben.[7]

Erste BetriebsjahreBearbeiten

Bereits 1920 wurde zur Förderung des Tourismus die Haltestelle Bad Kreckelmoos neu errichtet. In dieser Zeit wurde auch die Haltestelle Schober für Holzarbeiter eingerichtet. Bis 1925 wurde der elektrifizierte Teil der Außerfernbahn mit Strom aus Österreich versorgt. Dazu bestand in der Nähe der Haltestelle Schanz ein Unterwerk. Seit der Eröffnung des Walchenseekraftwerks wird die Strecke bis Reutte vom Unterwerk Murnau gespeist und das Unterwerk Schanz stillgelegt. Mit Zunahme des Fremdenverkehrs in Ehrwalder Becken wurden seit Sommer 1925 zusätzliche Verstärkerzüge zwischen Garmisch-Partenkirchen und Lermoos eingesetzt. Mit der Eröffnung der Tiroler Zugspitzbahn im Jahr 1926 erhöhte sich das Fahrgastaufkommen weiter. Am 7. April 1926 ereignete sich nahe der Haltestelle Schober ein Unfall, bei dem die Lokomotive EP 3/5 20003 und einige Personenwagen aufgrund überhöhter Geschwindigkeit entgleisten und eine Böschung hinabstürzten.[4]

Durch Inkrafttreten der 1000-Mark-Sperre im Sommer 1933 sank der Verkehr auf der Außerfernbahn merklich. Erst mit der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen im Jahr 1936 nahm der Verkehr wieder zu. Dazu wurde im Jahr 1937 die Wintersporthaltestelle Thanellerkar eröffnet.[4] Am 1. Januar 1935 wurde die Mittenwaldbahn AG verstaatlicht, womit die Betriebsführung auf der Mittenwaldbahn auf die Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ) überging.[8] Der Betrieb auf der Außerfernbahn wurde weiterhin von der Deutschen Reichsbahn durchgeführt. Mit dem Anschluss Österreichs im März 1938, der Eingliederung der Österreichischen Bundesbahnen in die Deutsche Reichsbahn und der Verstaatlichung der Lokalbahn Reute–Schönbichl AG am 1. Januar 1939[3], wurde der östliche Streckenabschnitt Garmisch-Partenkirchen–Reutte der Reichsbahndirektion München[9] und der westliche Streckenabschnitt Kempten–Reutte der Reichsbahndirektion Augsburg zugeschlagen.[10] Um Lokomotiven der Baureihe E 44 einsetzen zu können, wurde in den 1940er Jahren der Oberbau durch die DRG verstärkt.[4] Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Fahrplan stark gekürzt. Kurz vor dem Kriegsende im Februar 1945 wurde der Bahnhof Garmisch-Partenkirchen bombardiert und das an der Außerfernbahn liegende Betriebswerk teilweise zerstört.[11]

Niedergang nach 1945Bearbeiten

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam der österreichische Teil der Außerfernbahn wieder unter die Verwaltung der Staatsbahndirektion Innsbruck.[9] Bald kehrte man wieder zu der bewährten Betriebsführung zurück, der zufolge die Außerfernbahn komplett von der Deutschen Bundesbahn bedient wurde.[7] Am 10. Dezember 1949 wurde zwischen der Deutschen Bundesbahn und den Österreichischen Bundesbahnen ein Abkommen unterzeichnet, nach dem der österreichische Abschnitt „Außerfernbahn“ heißt.[7] Zwischen 1949 und 1951 wurde ein Gleisanschluss vom Bahnhof Vils zum Zementwerk Schretter & Cie errichtet.[4] In einem Staatsvertrag von 31. Oktober 1957 wurde zwischen Deutschland und Österreich ein privilegierter Eisenbahn-Durchgangsverkehr beschlossen.[12] Auf dessen Basis wurde am 21. August 1959 die Fahrdienstübereinkunft von 1913 durch die Außerfernbahn-Mittenwaldbahn-Übereinkunft (AMÜ) ersetzt, die der jeweiligen Bahnverwaltung erlaubt, Fahrzeuge und Lokomotivführer im Bereich Scharnitz–Garmisch-Partenkirchen–Reutte–Pfronten-Steinach einzusetzen.[7] Das Abkommen regelte außerdem, dass, außer dem Korridorverkehr zwischen Innsbruck und Reutte und Güterzug-Vorspannleistungen, alle Triebfahrzeugdienste von der DB durchgeführt werden.

Mit Zunahme des Individualverkehrs und damit dem Fahrgastrückgang wurden 1965 die Haltestelle Tanellerkar und 1971 die Haltestelle Schanz stillgelegt. Für die Ortsumgehung von Reutte durch die Fernpassstraße wurden 1978/79 zwischen Reutte und Bad Kreckelmoos 1,5 Kilometer Gleis neu trassiert.[7]

1993 wurde die Haltestelle Reutte in Tirol Schulzentrum eröffnet. Im September desselben Jahres wurde aufgrund der sanierungsbedürftigen deutschen Oberleitungsanlage die Höchstgeschwindigkeit für elektrische Triebfahrzeuge auf 40 km/h festgelegt. Daraufhin wurde der Personenverkehr zwischen Garmisch-Partenkirchen und Pfronten-Steinach durch die ÖBB mit Dieseltriebwagen der Reihe 5047 übernommen. Den Güterverkehr zwischen Ehrwald und Vils übernahmen ebenfalls die ÖBB. Mit Abzug der ÖBB-Dieseltriebwagen 1996 wurden von den ÖBB Triebwagen der Reihe 4020 zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte und Busse weiter nach Pfronten eingesetzt. Mit dem Abschluss eines Verkehrsdienstevertrages für den Schienenregionalverkehr zwischen dem Land Tirol und den ÖBB im Jahr 1998 verpflichtete sich die ÖBB, den Personenverkehr auf der Außerfernbahn bis 2007 aufrecht zu erhalten.[13] Infolgedessen fuhren die Triebwagen der DB wieder von Kempten bis nach Reutte durch. Das Pfingsthochwasser 1999 verwüstete zwischen Grainau und Ehrwald die Außerfernbahn vielerorts, worauf der Betrieb bis Ende August 1999 eingestellt werden musste, um die Schäden zu beheben.[4] Trotz des Verkehrsdienstevertrages von 1998 kündigten die ÖBB im Sommer 2000 an, die Außerfernbahn stilllegen zu wollen. Aufgrund dieser Ankündigung wurden die bereits genehmigten Mittel für die Sanierung der Oberleitung aus dem Bundesschienenwegeausbaugesetz eingefroren. Die sanierungsbedürftige Oberleitung musste deshalb im Herbst 2000 aus Sicherheitsgründen abgeschaltet und abgebaut werden. Da die ÖBB den Personenverkehr nicht mit Dieselfahrzeugen abwickeln wollten, wurden ab dem 16. Oktober 2000 zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte stattdessen Busse eingesetzt.[14] Ab Februar 2001 fuhren einzelne Dieselzüge der DB von Kempten bis nach Ehrwald. Am 10. Juni 2001 übernahm die DB Regio den Verkehrsdienstevertrages der ÖBB und somit den Personenverkehr auf der Gesamtstrecke Kempten–Garmisch-Partenkirchen.[13][15]

Aufschwung und Sanierung seit 2000Bearbeiten

Schließlich wurde die Oberleitung zwischen 24. Juni und 13. September 2002 doch wiederhergestellt.[16] Im Dezember 2003 schloss der Verkehrsverbund Tirol mit der DB Regio einen neuen Verkehrdienstevertrag ab und beauftragte diese für mindestens 5 Jahre mit der Betriebsführung des Personenverkehrs.[17]

Am 28. Januar 2007 wurde der Haltepunkt Hausbergbahn an der Talstation der gleichnamigen Seilbahn, die ein Skigebiet erschließt, zur saisonalen Nutzung für Wintersporttouristen wieder eröffnet. Im ersten Quartal des Jahres 2007 sowie im Winter 2007/08 hielten dort lediglich spezielle Wintersportzüge München–Garmisch-Partenkirchen–Hausbergbahn an den Wochenenden. Vom 14. Dezember 2008 bis zum Ende der Skisaison am Hausberg am 19. April 2009 bedienten hingegen auch alle Reisezüge der Außerfernbahn die Station, währenddessen der Halt in Griesen entfiel.[18] Vom 20. Juli bis zum 8. August 2007 erneuerte die DB auf einer Strecke von 3,6 Kilometer die Gleise zwischen Untergrainau und Griesen.[19] Zeitgleich ersetzten die ÖBB sechs Brücken bei Musau, Bichlbach und Ehrwald durch neue Stahlbrücken. Die größte Brücke dabei war die 27 Meter lange Loisachbrücke zwischen Griesen und Ehrwald.[20][21] Für den Bau der Ortsumfahrung von Heiterwang wurde zwischen 2007 und 2010 eine 56 Meter lange Straßenbrücke über die Bahnstrecke und eine 61,10 Meter lange Eisenbahnbrücke über die Straße gebaut. Die Umfahrung schützt die Bahnstrecke auch vor Muren und Lawinen.[22]

Im September 2009 schrieben die Bayerische Eisenbahngesellschaft und der Verkehrsverbund Tirol gemeinsam das E-Netz Werdenfels aus.[23] Die Ausschreibung gewann die DB Regio Bayern, die seit Dezember 2013 den Abschnitt von Garmisch-Partenkirchen bis Reutte unter der Marke Werdenfelsbahn befährt.

Seit dem Jahr 2011 wurde im österreichischen Abschnitt die Zahl der ca. 90 Bahnübergänge auf ungefähr ein Drittel reduziert und alle Bahnhöfe und Haltestellen erneuert.[24] Der Bahnhof Vils wurde großzügig ausgebaut, dient aber nur noch dem Güterverkehr (insbesondere Zementwerk Schretter). Für den Personenverkehr wurde die neue Haltestelle Vils Stadt errichtet, die wesentlich zentrumsnäher liegt. Durch den Umbau der Sicherungstechnik zwischen Kempten und Pfronten konnte seit Dezember 2012 die Fahrzeiten verkürzt werden.[25] Bei Lähn wurde 2013 neben der Bahnstrecke ein 300 Meter langer und 8 Meter hoher Wall errichtet, zum Schutz vor der Wiestallawine.[26]

Die Außerfernbahn feierte im Jahre 2013 das hundertjährige Bestehen. Aus diesem Anlass brachte die Österreichische Post eine Briefmarke im Wert von 70 Cent heraus.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat 2013 die Strecke von Kempten bis Reutte als Teil des Dieselnetzes Allgäu ausgeschrieben.[27] Die Ausschreibung konnte die DB Regio Bayern gewinnen, die somit den Verkehr bis Dezember 2029 durchführen wird.[28]

Wegen Mängeln im Unterbau wurde am 16. Juli 2015 die Streckenklasse zwischen Durach und Pfronten-Steinach von C3 auf A reduziert. Durch die damit verbundene Reduzierung der Radsatzlast ist im Fall einer Sperrung der östlichen Anbindung kein Schienengüterverkehr mit Diesellokomotiven nach Vils und Reutte mehr möglich. Der Schienenpersonenverkehr mit den dort eingesetzten leichten Dieseltriebwagen war nicht betroffen.[29] Im Mai 2018 wurde in Pfronten-Ried ein neues Video-Reisezentrum eröffnet.[30]

StreckenbeschreibungBearbeiten

VerlaufBearbeiten

Abschnitt Kempten – ReutteBearbeiten

Die Bahnstrecke beginnt im Bahnhof Kempten im hügeligen Alpenvorland, wo sie von der Bayerischen Allgäubahn abzweigt. Nach Überquerung der Iller verlässt die Außerfernbahn die Hauptstrecke und biegt in einer Rechtskurve in Richtung Süden ab. Sie durchquert den Kemptner Stadtteil Sankt Mang und erreicht den gleichnamigen Haltepunkt. Anschließend wendet sich die Strecke in südöstliche Richtung und erreicht den Bahnhof Durach. Gemeinsam mit der Staatsstraße 2520 verlässt die Strecke den Ort Durach in Richtung Süden und unterquert die Bundesautobahn 980. Im folgenden kurvenreichen Abschnitt erreicht die Strecke den Haltepunkt Sulzberg, überquert die Bundesautobahn 7 und unterquert direkt im Anschluss die Staatsstraße 2520. Kurz darauf erreicht die Strecke den Bahnhof Jodbad Sulzberg, an dem seit 2008 keine Personenzüge mehr halten. Weiter kurvenreich steigt die Strecke in Richtung der Haltepunkte Bodelsberg und Zollhaus-Petersthal. Die Strecke überquert ein weiteres Mal die Bundesautobahn 7 und erreicht den Bahnhof Oy-Mittelberg. In Richtung Südosten führend, überquert die Strecke die Bundesstraße 310, um anschließend in einer engen Schleife den Haltepunkt Wertach-Haslach zu erschließen. Am Haltepunkt Maria Rain wird die Strecke von der Staatsstraße 2520 überquert und überquert anschließend selbst, in Richtung Osten führend, die Wertach. Weiter Richtung Südosten durchquert die Strecke die Orte Nesselwang und Weißbach und biegt anschließend Richtung Süden ab, um durch den Ort Pfronten zu führen. Im Anschluss an den Bahnhof Pfronten überquert die Strecke die Vils und folgt dieser in Süd-Südöstlicher Richtung, bis sie zwischen Pfronten und Schönbichl die Grenze zu Österreich überquert.

Weiter der Vils folgend erreicht die Strecke die Stadt Vils und biegt im Anschluss in Richtung Osten ab. Kurz vor dem Lech biegt die Strecke rechts ab und folgt dem Lech flussaufwärts. Auf rund einem Kilometer Länge folgt die Außerfernbahn dem Lech, bis sie in Richtung Musau abbiegt und, weiter in Richtung Südosten führend, den Lech bei Pflach überquert. Direkt im Anschluss an die Brücke führt die Strecke in einem Rechtsbogen in Richtung Süden, bis sie Reutte in Tirol erreicht.

Abschnitt Reutte – Garmisch-PartenkirchenBearbeiten

 
Übersicht der Streckenführung und des Höhenprofils von 1913

Im Anschluss an den Bahnhof Reutte biegt die Strecke in einem Linksbogen für etwa einen Kilometer Richtung Osten ab, um sich dann in Richtung Süd-Südwesten zu wenden. Die Strecke steigt dabei aus dem Lechtal in das Tal Zwischentoren und durchquert, wieder in Richtung Südosten führend, den Falkenberg unterhalb des Fort Claudia im Katzenbergtunnel. Kurvenreich führt die Strecke an Heiterwang vorbei, um dann dem Grundbach in Richtung Südosten zu folgen. Zwischen Bichlbach und Lähn tendiert die Strecke in Richtung Osten, um in Lähn die Talwasserscheide zwischen Lech und Loisach zu überqueren. Mit einer Höhe von 1106 m ü. A. ist dies auch der höchste Punkt der Bahnstrecke. Weiter in Richtung Südosten folgt zwischen Lähn und Lermoos eine Talengstelle, wobei sich die Strecke am nördlichen Berghang anschmiegt. Kurz vor dem Bahnhof Lermoos führt die Strecke durch ein Trogbauwerk, das auf etwa 105 Meter überbaut wurde. Dort biegt die Strecke auch in Richtung Osten ab und umgeht das Moor im Ehrwalder Becken etwas höher gelegen an dessen nördlichen Rand. Bei Ehrwald biegt die Strecke in einem Linksbogen in Richtung Norden ab und überquert dabei die Staatsstraße und die Loisach auf dem Ehrwalder Viadukt. Die Außerfernbahn verlässt somit das Zwischentoren und folgt dem engen Loisachtal. Kurz nach dem der Weißlehnbach in der Loisach gemündet ist, überquert die Bahnstrecke die Loisach.

Kurz vor der Grenze zwischen Ehrwald und Griesen biegt die Strecke zuerst Richtung Nordosten und dann Richtung Osten ab. Sie folgt dem Loisachtal, bis sie kurz vor Grainau die Loisach ein letztes Mal überquert. Dort öffnet sich das Talbecken von Garmisch-Partenkirchen und die Bahnstrecke führt entlang der nördlichen Wetterstein-Ausläufer. Die Strecke wird von der Bayerischen Zugspitzbahn mit einer Blechbalkenbrücke überquert, die nach einem Bogen bis zum Bahnhof Garmisch-Partenkirchen parallel zur Außerfernbahn verläuft. Vor dem Bahnhof Garmisch-Partenkirchen wendet sich die Strecke durch einen Linksbogen in Nordrichtung und endet dort.

Die Maximalsteigung der Strecke beträgt zwischen Kempten und Reutte 25 Promille und zwischen Reutte und Garmisch 37,5 Promille.

SicherungstechnikBearbeiten

Die sicherungstechnische Erneuerung der Infrastruktur wurde am 14. September 2016 abgeschlossen. So sind im gesamten ÖBB-Streckenabschnitt alle Bahnhöfe (Ehrwald-Zugspitzbahn, Lermoos, Bichelbach-Berwang, Reutte in Tirol und Vils) nun mit modernen Sicherungsanlagen, vollständiger (Licht-)Signalisierung, Gleisfreimeldeanlagen und Streckenblock ausgerüstet. Der gesamte österreichische Streckenabschnitt wird vom Bahnhof Reutte aus ferngesteuert. Die Gesamtkosten waren mit ca. 54 Mio. Euro veranschlagt.[31][32]

 
Der Bahnhof Reutte in Tirol

Auch in Deutschland wurden Bahnübergänge aufgelassen oder gesichert und die Signal- und Sicherungstechnik erneuert. Dazu wurde im November 2011 in Durach ein elektronisches Stellwerk Regional (ESTW-R) in Betrieb genommen, dass den Abschnitt Durach–Pfronten-Steinach steuert.[33]

FahrzeugeinsatzBearbeiten

Abschnitt Garmisch-Partenkirchen – ReutteBearbeiten

Eigens für den Betrieb der Strecke von Garmisch-Partenkirchen nach Reutte beschaffte die Königlich Bayerische Staatseisenbahn fünf elektrische Lokomotiven der Baureihe EP 1 (später E 62). Diese Lokomotiven waren die ersten elektrischen Lokomotiven der Bayerischen Staatsbahn, die für Einphasenwechselstrom mit 15 kV und 16 2/3 Hz beschafft wurden. Für den Personenverkehr wurden zehn Personenwagen der Bauart CL Bay 13, vier Personenwagen der Bauart BCL Bay 13 und vier Gepäckwagen speziell für den Einsatz auf der Außerfernbahn angeschafft.[7][4]

Ende der 1920er Jahre nahm der Tourismus und die Fahrgastzahlen im Außerfern zu. Um den Bestand an Fahrzeugen aufzustocken, wurden die vier Lokomotiven der Baureihe EP 3 (später E 36) im Betriebswerk Garmisch beheimatet und von dort aus, zusammen mit den Lokomotiven der Baureihe EP 1 auf der Außerfernbahn eingesetzt. Kurzzeitig von 1940 bis zu ihrer Ausmusterung 1941 war die E 73 02 ebenfalls auf der Außerfernbahn unterwegs. Daneben wurden Triebwagen der Baureihe ET 85 eingesetzt.[7][4][34]

Ab Mitte der 1940er Jahre, mit Ausmusterung der ersten Generation Elektrolokomotiven, wurden hauptsächlich Lokomotiven der Baureihe E 44 eingesetzt. Die Baureihe E 44 dominierte bis Ende der 1970er Jahre auf den elektrifizierten Abschnitt der Außerfernbahn den Verkehr. Nach Reutte kamen österreichische Triebfahrzeuge, wie die Reihe 1145, nur als Vorspannleistungen für Güterzüge und im Korridorverkehr zwischen Innsbruck und Reutte. Dort wurden ab 1950 mit Triebwagen der Reihe 4041, später auch mit Triebwagen der Reihe 4030, eingesetzt.

Anschließend wechselten sich Lokomotiven der Baureihe 139, 141, 140, 112, 110 und 111 im Personenzugverkehr ab. Güterzüge wurden von Lokomotiven der Baureihe E 94 gefahren, bis der Güterverkehr in den 1980er Jahren durch Lokomotiven der Baureihe 1110 und 1020 der ÖBB übernommen wurde. Im Sommer 1981 fuhren Lokomotiven der Baureihe E 69 zwischen Garmisch und Griesen ein Zugpaar.

Aufgrund des schlechten Zustands der Oberleitung ab Mitte der 1990er Jahre setzte man im Personenverkehr Dieseltriebwagen der Reihe 5047 ein. Der Güterverkehr wurde zeitweise mit Diesellokomotiven der Baureihe 290 abgewickelt.

 
Ein Triebwagen der Baureihe 425 im Bahnhof Bichlbach-Berwang (2005)

Seit 2003 wurden Triebwagen der Baureihe 425 eingesetzt. Insbesondere im Winter wurden einzelne Leistungen mit der Baureihe 111 bespannt. Seit 2013 werden zwischen Reutte und Garmisch elektrische Triebwagen der Baureihe 442 (Talent 2) eingesetzt.[4]

 
DB-Baureihe 425 Richtung Garmisch-Partenkirchen zwischen Bad Kreckelmoos und Katzenbergtunnel

Abschnitt Kempten – ReutteBearbeiten

In der Anfangszeit der Strecke setzten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen auf dem Abschnitt Kempten–Reutte Tenderlokomotiven der Gattung D XI (später Baureihe 984–5) und BB II (später Baureihe 987)[35] ein, die im Bahnbetriebswerk Kempten stationiert waren. Ab 1925 wurden Lokomotiven der Gattung GtL 4/4 (später Baureihe 988) und ab den 1930er Jahren zudem die Baureihen 64, 86 und 9810 eingesetzt.[36]

 
1987: Ein Triebwagen der Baureihe 628.0 bei Schönbichl

Ab 1950 waren im Personenverkehr Schienenbusse der Baureihe VT 959, VT 95 und VT 98 im Einsatz. Die Schienenbusse wurden vereinzelt auch bis Garmisch gefahren. Im Güterverkehr wurden ab Mitte der 1960er die Dampflokomotiven der Baureihe 86 durch Diesellokomotiven der Baureihe V 100 und Baureihe 218 ersetzt. Nach Ausmusterung der Schienenbusse wurden ab 1974 Jahren Triebwagen der Baureihe 627 und 628 eingesetzt. Diese blieben bis 2005 die Regelfahrzeuge auf dem Abschnitt. Für den Bedienung des Bahnhofs Vils wurde 1993 in Reute eine Lokomotive der Reihe 2067 stationiert. Später wurden auch Lokomotiven der Reihe 2068 und 2043 eingesetzt. Aktuell setzt die ÖBB für die Bedienfahrten nach Vils Lokomotiven der Reihe 2016 ein.

Heute werden zwischen Kempten und Reutte vor allem Dieseltriebwagen der Baureihe 642 eingesetzt.

VerkehrBearbeiten

Die Betriebsführung unterliegt heute auf der gesamten Strecke der DB, für den Verkehr von und nach Deutschland gelten alle DB-Angebote. Die Unterhaltung der Infrastruktur auf dem österreichischen Abschnitt unterliegt den ÖBB.

Bedeutung hat die Bahn heute im Schüler- und Pendlerverkehr, im Ausflugsverkehr und in beträchtlichen Gütertransporten für ein Zementwerk sowie eine Holzverladung in Vils. Diese Gütertransporte finden aber nur auf dem Abschnitt Vils–Garmisch statt.

Seit Dezember 2013 wurde das Angebot montags bis freitags annähernd auf einen Stundentakt verdichtet. An Wochenenden und Feiertagen blieb es beim Zweistundentakt, wobei aber Direktverbindungen von München nach Lermoos angeboten werden.[37] Zum 15. Dezember 2013 wurde der Haltepunkt Garmisch-Partenkirchen Hausberg wieder in Betrieb genommen, gleichzeitig wurden aber auch die letzten Halte in Bad Kreckelmoos gestrichen,[38] der Haltepunkt wurde zuletzt nur noch im Schülerverkehr bedient.

TouristischesBearbeiten

Die Haltestellen an der Außerfernbahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol (Griesen, Ehrwald, Lermoos, Lähn, Bichlbach-Berwang, Heiterwang-Plansee, Pflach) sind Ausgangspunkte für Bergtouren in den Ammergauer Alpen (Friederspitz und Frieder, Schellschlicht, Daniel, Hochschrutte, Plattberg, Säuling), im Mieminger Gebirge (Ehrwalder Sonnenspitze) und in den Lechtaler Alpen (Thaneller, Roter Stein, Pleisspitze).

ZukunftBearbeiten

Es gab wiederholt Überlegungen, die Strecke über den Fernpass oder einen Anschluss an die nur vier Kilometer entfernten Gleise der Strecke nach Füssen zu bauen, realisiert wurden diese Pläne allerdings nie.

Im März 2019 soll eine Studie des Landes Tirol in Zusammenarbeit mit den ÖBB vorgelegt werden, die eine mögliche Neubaustrecke zwischen Ehrwald und dem Inntal untersucht. Die Politik erhofft sich eine Entlastung des Straßenverkehrs.[39]

Eine im März 2019 vorgestellte Schweizer Studie sieht eine direkte Bahnstrecke von Ulm über Kempten und Landeck nach Bozen bzw. Bormio vor, um den Straßenverkehr über den Fernpass zu entlasten. Laut der Studie wäre dafür ein Ausbau der Außerfernbahn von Kempten nach Reutte, sowie eine Verbindung von Reutte ins Inntal nötig.[40][41]

Als Abschluss der Bauarbeiten im österreichischen Abschnitt soll bis 2020 der Abschnitt zwischen Reutte in Tirol und Pfronten-Steinach elektrifiziert werden. Eine entsprechende Absichtserklärung zwischen den Beteiligten wurde am 29. September 2017 unterzeichnet. Die Gesamtinvestitionen werden mit rund 14,3 Millionen Euro veranschlagt. Davon fallen in Tirol zehn Millionen Euro und in Bayern 4,3 Millionen Euro an. Auf bayerischer Seite wird außerdem der Bahnhof Pfronten-Steinach barrierefrei ausgebaut und ein Schaltposten in Garmisch-Partenkirchen errichtet. Vom 15. März 2019 bis zum 27. April 2019 und vom 13. September 2019 bis zum 4. November 2019 ist die Außerfernbahn zwischen Reutte in Tirol und Pfronten-Steinach gesperrt. In diesem Zeitraum wird sie zwischen Reutte in Tirol und der Staatsgrenze nächst Vils elektrifiziert.[42] Der Abschnitt von der Staatsgrenze bis Pfronten ist vom Ausbau noch nicht betroffen und soll später ausgebaut werden. Nach dessen Fertigstellung soll auch der Abschnitt Reutte–Pfronten-Steinach im Stundentakt bedient werden. Um Synergieeffekte zu erzielen, hat die DB Netz AG, die Eigentümerin der anschließenden Strecke in Bayern ist, die ÖBB auch mit dem Weiterbau der Oberleitung auf dem 1,4 Kilometer langen Streckenabschnitt diesseits der Landesgrenze bis Pfronten-Steinach beauftragt.[43]

Bei den Güterzügen zum Zementwerk in Vils entfällt nach der Elektrifizierung das Umspannen in Reutte. Die Diesellok für den Inselbetrieb zwischen Reutte und Vils kann dann eingespart werden. Außerdem wird für den Westabschnitt ein Dieseltriebwagen weniger benötigt, während die Verlängerung der elektrischen Regionalbahnen aus Garmisch-Partenkirchen umlaufneutral erfolgt.[44]

LiteraturBearbeiten

  • „Bitte einsteigen“. 100 Jahre Außerfernbahn Garmisch-Partenkirchen – Reutte 1913–2013. Werdenfels Museum, Garmisch-Partenkirchen, 13. Juli bis 31. Oktober 2013. Museum Grünes Haus, Reutte, 21. Juni bis 31. Oktober 2013. Museum Grünes Haus, Museum Garmisch-Partenkirchen, Reutte/Garmisch-Partenkirchen 2013, OBV.
  • Günter Denoth: Die Außerfernbahn. 100 Jahre Außerfernbahn. Zwischen Loisach und Lech. Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald – Reutte in Tirol. Railway-Media-Group, Wien 2013, ISBN 978-3-902894-10-6.
  • Franz Gemeinböck & Markus Inderst: Mittenwaldbahn. Innsbruck – Garmisch-Partenkirchen – Reutte. Kiruba-Verlag, Mittelstetten 2012, ISBN 978-3-98129-775-1.
  • Angela Jursitzka, Helmut Pawelka: Bahn im schroffen Fels. Die Geschichte der Mittenwald- und Außerfernbahn. Alba Publikation, Meerbusch 2011, ISBN 978-3-87094-256-4.
  • Siegfried Bufe: Außerfernbahn. Kempten, Reutte, Garmisch-Partenkirchen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 2001, ISBN 3-922138-75-6.
  • Wolfgang Krutiak: Mittenwaldbahn. Innsbruck – Garmisch-Partenkirchen. Geschichte, Technik und Landeskunde der Mittenwald- und Außerfernbahn Innsbruck – Garmisch-Partenkirchen – Reutte. 1 Übersichtskarte. Slezak, Wien 1976, ISBN 3-900134-30-8.
  • Günter Denoth (Red.), Helmuth Petrovitsch: … über den Fern. Die Mittenwaldbahn Innsbruck – Garmisch – Reutte, aufgelegt anlässlich „90 Jahre Ausserfernbahn“ 14. September 2003. Eisenbahntechnische Sonderpublikationen, Band 1. Eigenverlag Eisenbahnarchiv Tirol, Neugötzens 2003, OBV.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Außerfernbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c GeoViewer. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  2. a b c ÖBB Streckenklassenkarte. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  3. a b c d Kurbetriebe Pfronten (Hrsg.): 90 Jahre Lokalbahn Kempten-Pfronten-Ried und 80 Jahre Pfronten-Ried-Vils-Reutte/Tirol. Eberle Verlag, Pfronten 1985.
  4. a b c d e f g h i Denoth, Günter: Die Außerfernbahn : 100 Jahre Außerfernbahn ; zwischen Loisach und Lech ; Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - Reutte in Tirol. Railway-Media-Group, Wien 2013, ISBN 978-3-902894-10-6.
  5. Georg Roggenhofer: Bergtouren an der neuen Bahn Kempten–Pfronten. In: Der Alpenfreund. Illustrierte Touristen-Zeitschrift für das Alpengebiet, Heft 8/1896, (VI. Jahrgang), S. 77–83. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/daf.
  6. Vertrag über mehrere Eisenbahnanschlüsse an der Grenze. In: Gustaf Roloff (Hrsg.): Das Staatsarchiv, Sammlung der offiziellen Aktenstücke. Band 64. Verlag von Duecker & Humblot, Leipzig 1907, S. 148 ff. (archive.org [abgerufen am 17. Januar 2019]).
  7. a b c d e f g h Jursitzka, Angela, Pawelka, Helmut: Bahn im schroffen Fels die Geschichte der Mittenwald- und Außerfernbahn. Alba, Düsseldorf 2011, ISBN 978-3-87094-256-4.
  8. Denoth, Günter; Ditterich, Albert; Petrovitsch, Helmut; Schulze, Claus-Jürgen: Die Mittenwaldbahn. Verein Railway-Media-Group, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-902894-02-1.
  9. a b Reichsbahndirektion Innsbruck. In: http://www.bahnstatistik.de/. Abgerufen am 9. März 2019.
  10. Reichsbahndirektion Augsburg. In: http://www.bahnstatistik.de/. Abgerufen am 9. März 2019.
  11. 22. Februar 1945 - Luftangriff auf den Bahnhof Garmisch-Partenkirchen. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  12. Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland über den erleichterten Eisenbahndurchgangsverkehr. In: Bundesgesetzblatt. Nr. 242, 18. Mai 1956, S. 1385 (bka.gv.at [PDF]).
  13. a b Verkehrsbericht 2000. In: www.tirol.gv.at. Land Tirol, abgerufen am 20. Mai 2019.
  14. Geschichte der Außerfernbahn - Meldungen aus dem Jahre 2000. PRO Bahn, abgerufen am 21. Mai 2019.
  15. Geschichte der Außerfernbahn - Meldungen aus dem Jahre 2001. PRO Bahn, abgerufen am 21. Mai 2019.
  16. Geschichte der Außerfernbahn – Meldungen aus dem Jahre 2002. PRO Bahn, abgerufen am 24. Mai 2019.
  17. Geschichte der Außerfernbahn – Meldungen aus dem Jahre 2003. PRO Bahn, abgerufen am 24. Mai 2019.
  18. „Freistaat Bayern optimiert Nahverkehrsangebot in Oberbayern“ – Pressemitteilung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft vom 17. Juli 2008.
  19. Historisch: 2007 Gleisumbau GP - GRI. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  20. Loisachbrücke bei Ehrwald erneuert. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  21. Viel Geld für Außerfernbahn. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  22. Amt der Tiroler Landesregierung: B 179 Umfahrung Heiterwang. Abgerufen am 18. Januar 2019.
  23. Bayern: Ausschreibung Netz Werdenfels. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  24. Günther Reichel: Bahnhof wird für € 2,8 Mio. saniert. In: meinbezirk.at, 8. November 2011. Abgerufen am 11. Dezember 2013.
  25. Bayerische Eisenbahngesellschaft: Modernisierung der Außerfernbahn Kempten – Pfronten-Steinach – DB Grenze (Memento vom 20. Dezember 2013 im Internet Archive) (PDF; 499 kB) auf beg.bahnland-bayern.de, vom 6. Juni 2013.
  26. Günther Reichel: „Korsett“ für die Wiestallawine. In: meinbezirk.at. 27. August 2013, abgerufen am 18. Januar 2019.
  27. Freistaat schreibt Dieselnetz Allgäu aus – Verbessertes Angebot für die Fahrgäste. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  28. Regionalverkehre im Dieselnetz Allgäu sollen an DB Regio gehen – Verbesserungen im Detail. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 21. Juni 2016; abgerufen am 18. Februar 2019.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/beg.bahnland-bayern.de
  29. KBS 973 Kempten – Pfronten (–Reutte in Tirol). In: Bahn-Report. Band 33, Nr. 197, 1. September 2015, ISSN 0178-4528, S. 70 (Website [abgerufen am 31. August 2015]).
  30. Offizielle Eröffnung eines neuen Video-Reisezentrums am Bahnhof Pfronten-Ried. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  31. Außerfernbahn wird mit 54 Millionen Euro aufpoliert. (Nicht mehr online verfügbar.) tt.com, 27. August 2012, archiviert vom Original am 11. Dezember 2013; abgerufen am 29. April 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tt.com
  32. ÖBB investieren in Tirol heuer 49 Millionen Euro in Infrastruktur. tt.com, 15. Januar 2013, abgerufen am 29. April 2013.
  33. Bayerische Eisenbahngesellschaft: Modernisierung der Außerfernbahn Kempten – Pfronten-Steinach – DB Grenze (Memento vom 20. Dezember 2013 im Internet Archive) (PDF; 499 kB) auf beg.bahnland-bayern.de, vom 6. Juni 2013.
  34. Das BW Garmisch. In: Matthias Fuhrmann (Hrsg.): Deutsche Bahnbetriebswerke und der Triebfahrzeugpark der deutschen Eisenbahnen von 1920 bis heute. Band 7. GeraNova Zeitschriften-Verlag, ISSN 0949-2119.
  35. Horst Obermayer: Mallet-Lokomotiven der Gattung BB II. In: Eisenbahn Journal. Nr. 8/1991. Hermann Merker Verlag GmbH, ISSN 0720-051X, S. 28.
  36. Siegfried Bufe: Außerfernbahn. 2. Auflage. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1988.
  37. VVT bestellt mehr Züge auf der Außerfernbahn. (Nicht mehr online verfügbar.) Verkehrsverbund Tirol, 26. Juli 2010, archiviert vom Original am 13. Dezember 2013; abgerufen am 29. April 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vvt.at
  38. Elektronisches Kursbuch der Deutschen Bahn: Fahrplantabelle KBS 965, abgerufen am 14. Dezember 2013
  39. Tiroler Tageszeitung Online: 114.000  für Bahntunnel-Studie. In: Tiroler Tageszeitung Online. (tt.com [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  40. Schweizer Studie: Große Bahnlösung am Fernpass. 12. März 2019, abgerufen am 13. März 2019.
  41. Schweizer Studie: Konkrete Pläne für Fernpassbahn. 12. März 2019, abgerufen am 13. März 2019 (deutsch).
  42. ÖBB investieren 2019 415 Mio. Euro in Tirol. tt.com, 30. Januar 2019, abgerufen am 31. Januar 2019.
  43. https://www.stmb.bayern.de/med/aktuell/archiv/2019/190501elektrifizierung/
  44. Bayern: Absichtserklärung zur Elektrifizierung der Bahn von Reutte über Pfronten nach Steinach. In: lok-report.de. 2. Oktober 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.