Atter

Stadtteil von Osnabrück
Osnabrücker Rad.svg
Atter
Stadtteil von Osnabrück
Karte:
Karte
Basisdaten
Fläche: 10,67 km²
Einwohner: 4.292 (31. Dezember 2018)
Bevölkerungsdichte: 402 Einwohner/km²
Postleitzahl: 49076
Vorwahlen: 0541
Gliederung
Stadtteilnummer:

19

Atter ist ein Stadtteil im Westen von Osnabrück (Niedersachsen). Der Stadtteil hatte Ende 2018 4292 Einwohner.[1] Er umfasst eine Fläche von 1.067,4 Hektar.[2] Die Bevölkerungsdichte ist mit 402 Einwohnern/km² die niedrigste aller Osnabrücker Stadtteile. Atter wurde am 1. Juli 1972 nach Osnabrück eingemeindet.[3]

Räumliche GliederungBearbeiten

An Atter grenzen die Stadtteile Eversburg im Nordosten, Westerberg im Südosten und Hellern im Süden. Im Westen grenzt Atter an die nordrhein-westfälische Gemeinde Lotte, hier durchquert auch die Autobahn 1 den Stadtteil. Die Grenze zu Eversburg bildet historisch der Eversburger Landwehrgraben, die Grenze zu Westerberg hingegen verläuft in einem Naherholungsgebiet durch den Rubbenbruchsee. Im Nordwesten von Atter, an der Grenze zu Lotte, liegt der Attersee. Bedeutendstes Fließgewässer in Atter ist die Düte, die von naturnahen Flussauen gesäumt ist.

Die Wohnbebauung des Stadtteils gliedert sich in drei Hauptsiedlungen: den Atteraner Ortskern, die Siedlung Atterfeld im Süden sowie die Strothesiedlung und das zukünftige Landwehrviertel im Nordosten. Dazwischen liegen hauptsächlich landwirtschaftlich genutzte Flächen und Wälder. Der Bereich Atters, der nördlich der Bahnstrecke Löhne–Rheine nahe der Autobahn 1 liegt, ist gewerblich geprägt.

GeschichteBearbeiten

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde AtterBearbeiten

  • 1933–1945 Giesbert Bergerhoff (NSDAP)[4][5]
  • 19??–1952 Heinrich Hasemeyer (SPD)
  • 1952–1956 Giesbert Bergerhoff (UWG)[6]
  • 1956–1966 Heinrich Hasemeyer (SPD)[7]

BauwerkeBearbeiten

Die evangelisch-lutherische Stephanuskirche und das Gut Leye mit einer römisch-katholischen Kapelle bestehen bis heute, während die evangelisch-reformierte Atterkirche wegen Finanzknappheit geschlossen wurde. In dem Gebäude ist heute der Stadtteiltreff Wir in Atter ansässig. Der etwa 10.000 m² große Atter Friedhof ist der kleinste Osnabrücker Friedhof. Er liegt im Leyer Holz nördlich des Stadtteilzentrums und wurde 1913 angelegt.[8]

Ein wichtiges Verkehrsbauwerk in Atter stellt die Dütebrücke dar, auf der die Autobahn 1 die Bahnstrecke Löhne–Rheine sowie die Düte überquert. Da die Brücke das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, wird sie seit 2017 neu errichtet.

KonversionBearbeiten

Das im Nordosten von Atter gelegene ehemalige Kasernengelände der Quebec Barracks ist 370.410 m² groß. In der 2008 aufgegebenen Kaserne an der Landwehrstraße befand sich das Hauptquartier der Britischen Streitkräfte in Deutschland (früher Britische Rheinarmee).[9] Auch 107 Wohneinheiten außerhalb der Kaserne, vornehmlich aus den 1950er- und 1960er-Jahren, wurden von Angehörigen der Britischen Streitkräfte genutzt.[10]

Im Rahmen von Konversionsmaßnahmen soll auf dem ehemaligen Kasernengelände ein neues Wohnquartier unter dem Projekttitel Landwehrviertel entstehen.[11] Zwischen 2017 und 2022 sollen bis zu 800 Wohneinheiten für bis zu 2500 Menschen gebaut werden, das Landwehrviertel ist damit das größte Neubaugebiet in Osnabrück seit dem Zweiten Weltkrieg. Einige Gebäude aus der Nutzungszeit des Militärs (z. B. ein Sporthallen-Komplex) sowie ein Magerrasen-Biotop im Westen des Geländes sollen erhalten bleiben. Neben der Wohnbebauung sollen zum Landwehrviertel auch ein Supermarkt, eine Kindertagesstätte, ein zentraler Park sowie eine ÖPNV-Anbindung gehören.[12]

VerkehrsanbindungBearbeiten

Atter liegt an der Bundesautobahn 1 und ist über die Anschlussstelle Osnabrück-Hafen erreichbar. In Atter liegt mit dem Flugplatz Osnabrück-Atterheide der einzige Flugplatz Osnabrücks.

Am Rande von Atter, jedoch schon auf nordrhein-westfälischem Gebiet, befand sich ehemals der Bahnhof Lotte an der Bahnstrecke Löhne–Rheine, auf den die Atter Bahnhofstraße noch heute Bezug nimmt. Ferner bekam Atter 1949 Anschluss an die damals erste O-Buslinie Osnabrücks, diese führte mit Straßenbahnanschluss vom Rißmüllerplatz über die Natruper Straße nach Eversburg-Atter und mit einer anderen Teillinie nach Eversburg-Büren (→ Nahverkehr in Osnabrück). Heute wird Atter von Stadtbussen der Linien M2 und 17 erschlossen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Atter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kommunales Statistik- und Monitoringportal Osnabrück (KOSMOS): Bevölkerungsbestand - Einwohner mit Hauptwohnsitz, osnabrueck.de, abgerufen am 3. August 2019
  2. Stadt Osnabrück, -Statistik- 11/2011 (PDF-Datei)
  3. Bevölkerungsentwicklung seit 1861 (PDF-Datei)
  4. In Neue Osnabrücker Zeitung am 1. August 2012:"Lust und Last des Baudenkmals"
  5. https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/951495/diskussion-um-politisch-belastete-strassennamen-in-osnabrueck In Neue Osnabrücker Zeitung am 14. September 2017:"Diskussion um politisch belastete Straßennamen in Osnabrück": abgerufen am 4. Oktober 2018
  6. https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1017696/stadt-osnabrueck-benennt-historisch-belastete-strassen-um IN Neuer Osnabrücker Zeitung am 8. Februar 2018:"Stadt Osnabrück benennt historisch belastete Straßen um"; abgerufen am 4. Oktober 2018
  7. In Neuer Osnabrücker Zeitung am 25. Januar 2013:"Die Heinrich-Hasemeier-Straße erinnert an den langjährigen Bürgermeister von Atter"
  8. Atter Friedhof
  9. Quebec Barracks (Memento des Originals vom 9. November 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.konversion-osnabrueck.de auf der Seite der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
  10. Standorte ehemaliger Wohnquartiere der Briten in Osnabrück, osnabrueck.de
  11. Die Quebec Barracks werden zum Landwehrviertel, osnabrueck.de
  12. Das Landwehrviertel (interaktive Reportage), noz.de, abgerufen am 19. April 2017

Koordinaten: 52° 18′ N, 7° 57′ O