Attachéausbildung

Vorbereitung auf den höheren Auswärtigen Dienst
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die Attachéausbildung ist der nach der Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den höheren Auswärtigen Dienst[1] vorgeschriebene Vorbereitungsdienst.[2]

VorbereitungsdienstBearbeiten

Der Vorbereitungsdienst dauert ein Jahr und zwei Monate und besteht aus den Teilen

  • Theoretische Lehrveranstaltungen in den Fächern Geschichte/Politik, Wirtschaftswissenschaften und Völker- und Europarecht und berufspraktischen Themen,
  • Sprachausbildung mindestens in Englisch und Französisch,
  • Rechtsausbildung und
  • Praktische Ausbildung.

Theoretische AusbildungBearbeiten

In den theoretischen Veranstaltungen werden die Fachkenntnisse zur Erfüllung der Aufgaben vermittelt. Dabei sind sie praxisbezogen zu vermitteln. Besonders soll die Kommunikationsfähigkeit und die Personalführung geschult werden (z. B. durch Rhetorikkurse). Außerdem werden kulturelle Veranstaltungen besucht, Studienfahrten im In- und Ausland durchgeführt und Wirtschaftsunternehmen besucht.

SprachausbildungBearbeiten

Englisch und Französisch werden vertieft gelehrt. Der Attaché soll verhandlungssicher diese Sprachen beherrschen. Nach Möglichkeit soll er eine weitere Sprache lernen.

RechtsausbildungBearbeiten

Die Bewerber werden hier entsprechend ihrer Vorbildung in das Recht allgemein und in das Konsularrecht im Speziellen eingeführt. Attachés, die nicht die Befähigung zum Richteramt haben, werden besonders mit den Rechtsgebieten vertraut gemacht, für die das Auswärtige Amt eine Ermächtigung erteilen muss. Sie dürften diese Aufgaben ansonsten nicht ausüben und auch nicht ermächtigt werden. Eine Ermächtigung benötigen sie für folgende Fälle:

Praktische AusbildungBearbeiten

Die praktische Ausbildung wird an Auslandsvertretungen und in der Zentrale durchgeführt. Die Durchführung beim Bundestag, bei anderen Behörden und in der Wirtschaft kann genehmigt werden.

PrüfungBearbeiten

Die Laufbahnprüfung besteht aus vier Fachprüfungen, den Sprachprüfungen in Englisch und Französisch und der Abschlussprüfung.

Die Fachprüfungen finden nach den entsprechenden Lehrveranstaltungen statt, die Sprachprüfungen nach dem Sprachkurs oder nach dem Auslandsaufenthalt und die Abschlussprüfung am Ende des Vorbereitungsdienstes.

Fachprüfungen finden in den Fächern

  • Geschichte/Politik,
  • Wirtschaftswissenschaften,
  • Völker- und Europarecht und
  • Rechts- und Konsularwesen statt.

Sie bestehen aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil dauert zwischen drei und vier Stunden, der mündliche Teil 20 Minuten.

Sprachprüfungen finden in Englisch und Französisch statt. Sie bestehen aus zwei jeweils schriftlichen Arbeiten und jeweils einer mündlichen Prüfung. In der mündlichen Prüfung muss der Attaché einen schwierigen Text lesen und übersetzen, nachweisen, dass er sich in der Fremdsprache unterhalten kann und in einem Rollenspiel eine Diensthandlung in der Fremdsprache vornehmen.

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil erhält der Kandidat am Vortag der Prüfung eine Akte aus dem Auswärtigen Dienst, deren Inhalt er zusammenzufassen hat und eine Entscheidung vorschlagen und begründen muss. Diese Prüfung besteht aus einem kurzen Vortrag. Im zweiten Teil muss er sich einer mündlichen Prüfung unterziehen. Dabei werden Fragen zu historischen, politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen, organisatorischen und sonstigen Fachbereichen gestellt, die für den Auswärtigen Dienst wichtig sind. Außerdem müssen Fragen zu aktuellen Themen beantwortet und mit Lehrstoff aus den Fachprüfungen verknüpft werden. Der Aktenvortrag zählt ein Drittel, die mündliche Prüfung zwei Drittel.

LaufbahnBearbeiten

Hat der Attaché alle Prüfungen bestanden und ist er in den Auswärtigen Dienst übernommen worden, so wird er zum Legationsrat bzw. zum Konsul (Besoldungsgruppe A 13) ernannt. Beamte die bis zum 12. Februar 2009 in ein Beamtenverhältnis auf Probe eingestellt wurden, führen stattdessen bis zum Ende der Probezeit die Amtsbezeichnung Legationssekretär bzw. Vizekonsul (Besoldungsgruppe A 13).

Weitere mögliche Ämter sind Legationsrat Erster Klasse, Konsul Erster Klasse (A 14), Vortragender Legationsrat, Botschaftsrat, Gesandter, Generalkonsul und Botschafter (A 15), Vortragender Legationsrat Erster Klasse, Botschaftsrat Erster Klasse, Gesandter, Generalkonsul, Botschafter (A 16 und, mit Ausnahme von Botschaftsrat Erster Klasse, auch B 3), Ministerialdirigent, Gesandter, Generalkonsul, Botschafter (B 6), Ministerialdirektor, Botschafter (B 9) und schließlich Staatssekretär (B 11).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den höheren Auswärtigen Dienst
  2. Näheres unter Auswärtiger Dienst#Personal