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Astrid Polak

deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin

Astrid Polak (* 1935 in Reichenberg[1][2], damals Tschechoslowakei) ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ausbildung und TheaterBearbeiten

Astrid Polak kam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie als Flüchtlingskind aus dem deutschsprachigen Sudetenland nach Ludwigsburg in Baden-Württemberg.[3] Dort besuchte sie das örtliche Goethe-Gymnasium besuchte erhielt Ballettunterricht.[3] Im Alter von 18 Jahren wurde sie als Tänzerin an das Landestheater Coburg engagiert, wo sie die Hauptrolle im Kinderstück übernahm.[3]

Von 1961 bis 1964 erhielt sie privaten Schauspielunterricht bei Margret Langen in München. Erste Theaterengagements hatte sie am Stadttheater Pforzheim und am Staatstheater Saarbrücken.[3] Anschließend arbeitete sie als freischaffende Schauspielerin in München, wo sie regelmäßig, neben ihren „offiziellen“ Theaterengagements, auch bei Produktionen in der freien Theaterszene Münchens mitwirkte.[3]

In der Spielzeit 1985/86 war sie mit dem Euro-Studio Landgraf auf einer Theatertournee durch Deutschland; sie übernahm die Rolle der Richterin Hesther Salomon in Peter Shaffers Theaterstück Equus in einer Inszenierung von Charles Regnier.[1] 1988 trat sie am Theater44 in München auf, wo sie mit Horst A. Reichel zusammenarbeitete.[1] Ab 1990 war sie, mit Unterbrechungen bis 2013, immer wieder in Produktionen des freien Münchner Theaters „Theater Viel Lärm um Nichts“ zu sehen. Dort spielte sie u. a. unter der Regie von Eos Schopohl, Andreas Seyfarth und Margit Carls.[1] 1994 gastierte sie beim Fränkischen Landestheater Schloß Maßbach als Frau Tschang in Brechts Theaterstück Der kaukasische Kreidekreis.

Von 1996 bis 2001 spielte sie an Münchner Privattheatern. Ab der Spielzeit 2002/03 trat sie regelmäßig am Münchner Blutenburg-Theater in Kriminalstücken und Kriminalkomödien auf. Sie stand dort in zahlreichen Repertoire-Klassikern auf der Bühne, u. a. als Mrs. Elvery in Der schwarze Abt (Spielzeit 2002/03), als Mrs. Wilberforth/Wimmerforce in Ladykillers (Spielzeit 2003/04), als Lady Emily in Zehn kleine Negerlein (Spielzeit 2004/05), als Miss Marple in Mord im Pfarrhaus (Spielzeit 2005/06), als Mrs. Barrymore in Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville (2006) und Mrs. Boyle in Die Mausefalle (2007).[1][3] In der Spielzeit 2011/12 gastierte sie erneut am Blutenburg-Theater als Miss Bennett in dem Kriminalstück Der unerwartete Gast von Agatha Christie.[1][2]

Ab 2007 gastierte sie regelmäßig am Fränkischen Landestheater Dinkelsbühl. Dort spielte sie u. a. die Marie Hoprecht, die Schwester des Schusters Wilhelm Voigt, in Der Hauptmann von Köpenick (2007), die alte Dorfschullehrerin Frl. Christina in Don Camillo und Peppone (2007), Maude in Harold und Maude (Spielzeit 2007/08), Frau Brigitte in Der zerbrochne Krug (Spielzeit 2008/09) und Miss Furnival in Komödie im Dunkeln von Peter Shaffer (Spielzeit 2008/09).[1][2] [3]

2014 gastierte sie an der Komödie im Marquardt in Stuttgart als alte Kinderfrau Nana in Onkel Wanja.[1] Im Rahmen des „Ludwigsburger Theatersommers“ spielte sie 2014 wieder die Maude.[1][2] Weitere Theaterengagements hatte sie am TamS-Theater in München (2015) und am Metropoltheater in München.[1]

Film und FernsehenBearbeiten

Astrid Polak wirkte seit Mitte der 1980er Jahre, meist in prägnanten Nebenrollen, auch in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen mit. In der Filmkomödie Erkan & Stefan in Der Tod kommt krass (2005) war sie als ältere Dame beim Captain’s Dinner zu sehen. Im Münchner Tatort: Nur ein Spiel (2005) hatte sie eine Nebenrolle, als Dorothea Klaes, die Mutter der Hauptfigur Michael Klaes (Alexander Beyer). Mehrere Auftritte hatte sie in der ARD-Fernsehserie Lindenstraße; sie spielte 2008 und 2010 Agnes Leitner, die Mutter der Serienfigur Maria Stadler. Eine wiederkehrende Nebenrolle hatte sie in der BR-Fernsehserie Dahoam is Dahoam (2012) als Oma Doris Kramer, die mit ihren Enkel Felix Kramer zusammenlebt, der seine Eltern bei der Tsunami-Katastrophe 2004 verloren hat. Im Oktober 2016 war Polak im Rahmen der ZDF-„Herzkino“-Filmreihe in dem Fernsehfilm Ein Sommer in Südfrankreich in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Sie spielte die alte Madame Bardot, die sich Bestattungsinstitut ihren Sarg aussucht.

Mehrfach war sie außerdem in der ZDF-Krimiserie SOKO München in Episodenrollen zu sehen (2007; als Marianne Glück, die Mutter des Mordopfers, erneut 2009; als Großmutter und Schwiegermutter des Mordopfers, und 2013; als ehemalige Chefsekretärin und Geliebte Hanna Steininger). Sie hatte auch Episodenrollen u. a. in den Serien Hafendetektiv (1987; als Frau Taschner), Derrick (1995; als Sekretärin Frau Bunge), Aus heiterem Himmel (1999; als Frau Pohl), Siska (2000; als Frau König), SOKO Stuttgart (2011; als Nachbarin Frau Böblinger), Um Himmels Willen (2012; als Rentnerin Vera Knebusch, die mit ihrem Ehemann ihr Haus verlassen muss, an der Seite von Peter Mitterrutzner) und Hubert und Staller (2016; als Vermieterin).

SynchronarbeitenBearbeiten

Regelmäßig arbeitete Polak auch als Synchronsprecherin. Synchronrollen hatte sie u. a. in den Kinofilmen Pepolino und der Schatz der Meerjungfrau (1996; als Pepolinos Verehrerin) und Morgen, Findus, wird’s was geben (2005; als Huhn Nr. 3). Außerdem sprach die Figuren in den Star Trek-Kinofilmen und in der Fernsehserie Die Simpsons.

PrivatesBearbeiten

Astrid Polak spricht Schwäbisch und Bairisch. Sie lebt in München.[1][2]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h i j k Astrid Polak Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Abgerufen am 6. September 2016.
  2. a b c d e f Astrid Polak Profil bei CAST FORWARD. Abgerufen am 6. September 2016.
  3. a b c d e f g Astrid Polak Vita. Stuttgarter Schauspielbühnen. Abgerufen am 6. September 2016.
  4. Episode 253 (1995): Herr Widanje träumt schlecht Szenenfotos und Besetzung. Abgerufen am 6. September 2016.
  5. Episode 253 (1995): Herr Widanje träumt schlecht Szenenfoto mit Astrid Polak. Abgerufen am 6. September 2016.