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Aston Martin V8 (1972)

Der Aston Martin V8 war ein von Aston Martin gefertigter Sportwagen.
(Weitergeleitet von Aston Martin V8 I)

Der 1972 vorgestellte Aston Martin V8 ist ein Sportwagen des britischen Automobilherstellers Aston Martin, der bis 1989 in vier Serien produziert wurde. Neben der geschlossenen Version gab es ab 1978 auch das Cabriolet Volante. Leistungsgesteigerte Ausführungen wurden als V8 Vantage verkauft. Ein spätes Exemplar des V8 erschien 1987 öffentlichkeitswirksam in dem James-Bond-Film Der Hauch des Todes.

Aston Martin
Aston Martin V8 Saloon (1978)
Aston Martin V8 Saloon (1978)
V8
Produktionszeitraum: 1972–1989
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotor:
5,3 Liter
(183–294 kW)
Länge: 4585 mm
Breite: 1830 mm
Höhe: 1330 mm
Radstand: 2610 mm
Leergewicht: 1820 kg
Vorgängermodell Aston Martin DBS
Nachfolgemodell Aston Martin Virage

HintergrundBearbeiten

 
Vorgänger des V8 mit Doppelscheinwerfern: Aston Martin DBS V8

Der Aston Martin V8 ist eine Weiterentwicklung des Fließheckcoupés DBS, mit dem er technisch und stilistisch in den Grundzügen übereinstimmt. Der 1967 vorgestellte DBS war das letzte Modell, das Aston Martin während seiner Zugehörigkeit zum David-Brown-Konzern entwickelt hatte. Er löste schrittweise den veralteten DB6 ab. Der DBS war zunächst nur mit dem aus dem Vorgänger bekannten Reihensechszylindermotor erhältlich; ab 1969 stand aber alternativ auch der DBS V8 mit einem neu entwickelten Achtzylinder-V-Motor im Programm. Beide Versionen wurden in dieser Form bis 1972 nebeneinander produziert.[1]

Im Laufe des Jahres 1971 stand Aston Martin vor der Zahlungsunfähigkeit. David Brown verkaufte das Unternehmen daraufhin an den Investor Company Developments, der die Führung am 1. Januar 1972 übernahm. Bis April 1972 arbeitete Aston Martin die vorhandenen Bestellungen an DBS- und DBS-V8-Modellen ab; in dieser Zeit entstanden noch 23 Sechs- und 34 Achtzylindermodelle, die mit den Fahrzeugen der David-Brown-Ära vollständig übereinstimmten.[2]

Im April 1972 erschienen dann die neuen Aston Martins der Company-Developments-Ära. Technisch entsprachen sie den bisherigen DBS- und DBS-V8-Modellen; äußerlich hatten sie aber eine neue Frontpartie mit zwei großen anstelle von vier kleinen Rundscheinwerfern. William Towns hatte weitergehende stilistische Änderungen im Heckbereich vorgeschlagen, sie wurden aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht umgesetzt.[3] In der Bezeichnung entfiel künftig das „DB“, das für David Brown gestanden hatte. Aus dem Achtzylindermodell DBS V8 wurde deshalb der Aston Martin V8, und die bislang als DBS verkaufte Sechszylinderversion erhielt nun traditionswidrig[Anm. 1] die Bezeichnung Aston Martin Vantage.[4][1]

Nach einer erneuten wirtschaftlichen Krise wurde Aston Martin im Juni 1975 von einem Konsortium aus britischen und kanadischen Geschäftsleuten übernommen.[5] Unter seiner Führung setzte das Unternehmen die Produktion des V8 fort und weitete die Produktpalette schrittweise aus. Neben einer offenen V8-Version erschien die Hochleistungsversion Vantage, und mit dem keilförmigen Lagonda brachte Aston Martin 1979 schließlich auch eine viertürige Limousine auf den Markt, die ebenfalls auf V8-Technik basierte. Der Aston Martin V8 und die von ihm abgeleiteten Modelle blieben bis 1989 im Programm, als der US-amerikanische Ford-Konzern, der zwischenzeitlich das Unternehmen übernommen hatte, mit dem Virage eine moderne Nachfolgergeneration einführte.

Technik und KarosserieBearbeiten

Motor und KraftübertragungBearbeiten

 
Achtzylinder-V-Motor aus dem Aston Martin V8

Der Aston Martin V8 verwendet einen Achtzylinder-V-Motor, dessen Grundkonstruktion mit dem Motor des DBS V8 übereinstimmt. Aston Martin hatte den Motor ab 1963 unter der Leitung von Tadek Marek entwickelt. Zylinderkopf, Zylinderblock und zahlreiche Anbauteile bestehen aus Gewichtsgründen aus Aluminiumlegierungen.[1] Der Zylinderbankwinkel beträgt 90 Grad. Jede Zylinderreihe hat zwei obenliegende Nockenwellen, die pro Zylinder ein Ein- und ein Auslassventil steuern. Die Dimensionen waren so bemessen, dass Hubräume von 4,6 bis 5,4 Litern sinnvoll machbar waren.[6] Während Tadek Marek anfänglich einen Hubraum von weniger als 5,0 Litern favorisiert hatte, entschied sich das Management für die Serienproduktion letztlich für 5,3 Litern (5341 cm³; Bohrung ×Hub: 100 × 85 mm). Die Entscheidung fiel in erster Linie mit Blick auf den nordamerikanischen Markt, wo Chrysler, Ford und General Motors ähnlich große Motoren für ihre Sportwagen im Programm hatten.[7] Dieser Hubraum wurde werksseitig bis zur Produktionseinstellung 1989 beibehalten. Allerdings boten einige Tuner wie R.S. Williams in den 1980er-Jahren überarbeitete Versionen mit bis zu 7,0 Litern Hubraum an.[8]

Bezüglich der Gemischaufbereitung unterscheiden sich die einzelnen Serien:

  • Die als V8 Series 2 bezeichnete erste Baureihe des Aston Martin V8 hat wie schon der DBS V8 eine mechanische Benzineinspritzung von Bosch, die im Alltagsbetrieb allerdings „viele Probleme“ bereitete.[9] Die Leistungs lag nach Werksangaben bei 320 bhp (239 kW, 325 PS).[10]
  • Beginnend mit der 1973 eingeführten Serie 3 stellte Aston Martin auf Vergaser von Weber um. Zum Einsatz kamen vier Doppelvergaser (Tp 42 DCNF), die auch in der Serie 4 beibehalten wurden. Für die Serie 3 gab das Werk eine Leistung von 280 bhp (208 kW, 283 PS) an, für die Serie 4 310 bhp (231 kW, 314 PS).
  • Mit der 5. Serie von 1985 wurde eine elektronische Benzineinspritzung von Weber-Marelli eingeführt, durch die die Motorleistung auf etwa 315 bhp (235 kW, 320 PS) stieg.[11]

Die Kraftübertragung übernimmt wahlweise eine Dreistufenautomatik von Chrysler (TorqueFlite) oder ein handgeschaltetes Fünfganggetriebe von ZF.

KarosserieBearbeiten

 
Coke-Bottle-Linie und runde Einzelscheinwerfer: Aston Martin V8 (hier ein Series 2)

Die Karosserie des Aston Martin V8 wurde von William Towns entworfen, einem ehemaligen Designer der Rootes Group. Mit Ausnahme der Frontpartie entspricht sie der des DBS. Der V8 ist als zweitüriges Fließheckcoupé gestaltet. Mit der langen Motorhaube und de knapp geschnittenen Fahrgastzelle entsprechen die Proportionen dem seit den 1950er-Jahren üblichen Muster für Sportwagen. Die Gestaltung des hinteren Kotflügels folgt der sogenannten Coke-Bottle-Linie; hier ließ sich Towns nach eigenen Worten vom Chevrolet Camaro inspirieren.[12] Die geradlinig abfallende Dachlinie wird vielfach als Zitat der Fastback-Version des ersten Ford Mustang angesehen.

Das wesentliche äußerliche Unterscheidungsmerkmal zwischen dem DBS und dem V8 ist die Gestaltung der Frontpartie. Während der DBS vier kleine Joddampflampen hat,[13] die zusammen mit der Blinker-Standlichteinheiten des Ford Cortina in die Kühlerverkleidung integriert sind, haben alle Versionen des V8 große runde Einzelscheinwerfer. Die Blinker, die nun vom MGB stammen, sind jeweils unter den Stoßstangen montiert. Aston Martin begründete die Entscheidung für die Einzelscheinwerfer mit einer größeren Lichtausbeute.[10][13] Zu den inneren, von außen nicht wahrnehmbaren Änderungen gegenüber dem DBS gehören ein geänderter Benzintank, durch den das Kofferraumvolumen wuchs, sowie eine verbesserte Geräusch- und Wärmedämmung.[14]

Die einzelnen Baureihen des Aston Martin V8 unterscheiden sich äußerlich in erster Linie durch die Form der Lufteinlässe auf der Motorhaube sowie die Positionierung der Entlüftungsgitter im Heckbereich.[15]

Die Standard-CoupésBearbeiten

Insgesamt stellte Aston Martin vier Serien des V8 Saloon her. Eine auf den Aston Martin Owners Club zurückgehende Gliederung der einzelnen Baureihen wertet den unter David Browns Ägide produzierten Aston Martin DBS V8 rückblickend als Serie 1. Die unter Company Developments sowie deren Nachfolgern hergestellten Modelle umfassen danach die Serien 2 bis 5.[16] Die offiziellen Werksbezeichnungen variieren.

Serie 2: Aston Martin V8Bearbeiten

 
Aston Martin V8 Series 2

Das erste Aston-Martin-Modell, das die Bezeichnung V8 (ohne Zusatz DBS) trägt, erschien im April 1972. Es wird intern als Series 2 bezeichnet. Diese Version erhielt serienmäßig den Achtzylinder-V-Motor mit Bosch-Benzineinspritzung und einer Leistung von. Äußerlich erkennbar ist die Series 2 an einem breiten, niedrigen Lufteinlass auf der Motorhaube, dessen Ausmaße mit dem Lufteinlass des DGB V8 übereinstimmen. Diese Version war nicht auf dem nordamerikanischen Markt erhältlich, weil der Einspritzmotor nicht die US-amerikanischen Abgasvorschriften erfüllte.[13][16]

Die Series 2 wurde 15 Monate lang produziert. In dieser Zeit entstanden insgesamt 288 Fahrzeuge der Series 2. Von April bis Dezember 1972 wurden die Chassis des V8 wie die der Vorgängermodelle noch bei David Brown im mittelenglischen Huddersfield hergestellt; das betraf die ersten 153 Fahrzeuge. In den folgenden Monaten verlagerte sich die Produktion des V8 dagegen vollständig zu Aston Martin nach Newport Pagnell. Hier entstanden in der ersten Hälfte des Jahres 1973 noch einmal 135 Autos.[15]

Der Verkaufspreis für den Series 2 lag 1972 bei 8.749 £ inklusive Steuern.[17]

Serie 3: Aston Martin V8Bearbeiten

 
Aston Martin V8 Series 3

Im August 1973 wurde die Serie 3 präsentiert. Die Wagen erhielten im Hinblick auf das Abgasverhalten eine geänderte Gemischaufbereitung: Nunmehr wurden vier Doppel-Fallstromvergaser von Weber verwendet. Aston Martin führte den Wechsel auf Praktikabilitätsgründe zurück: Die Weber-Vergaser seien zuverlässiger als Boschs Benzineinspritzung gewesen, und die Vergaser-Autos seien besser zu fahren.[18] In der Literatur halten sich allerdings Vermutungen, dass Aston Martin die Gemischaufbereitung vor allem aus finanziellen Gründen umgestellt hat: Die Weber-Vergaser seien deutlich günstiger gewesen als die Bosch-Anlage.[16] Äußerlich zeichnete sich die Serie 3 durch eine deutlich vergrößerte Lufthutze auf der Motorhaube aus, die durch die komplexen Vergaser bedingt war. Zudem waren einige kleinere technische Änderungen vorgenommen worden. Die Umstellung der Gemischaufbereitung wirkte sich positiv auf das Fahrverhalten aus. Insbesondere die Beschleunigung verlief glatt und ohne Unterbrechungen; das bisher zu verzeichnende Ruckeln beim Beschleunigen entfiel völlig.

Im Oktober 1974 wurde der erste Aston Martin V8 in den Vereinigten Staaten zugelassen. Kurz zuvor war es dem Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem Vergaser-Hersteller Weber gelungen, die amerikanischen Abgaswerte zu erfüllen. Die erhoffte Absatzsteigerung blieb allerdings aus: die erste Ölkrise hatte auch die USA erfasst, sodass große, verbrauchsintensive Fahrzeuge nicht mehr leicht zu verkaufen waren.

Im Sommer 1975 testete das deutsche Fachblatt auto motor und sport einen Aston Martin V8 mit Automatikgetriebe. Die Fahrleistungen fielen aus Sicht der Tester enttäuschend aus. Sie ermittelten eine Höchstgeschwindigkeit von 234 km/h.

Serie 4: Aston Martin V8 Saloon („Oscar India“)Bearbeiten

 
Ohne Lufteinlass in der Motorhaube: Aston Martin V8 Series 4 (O.I.).

Die vierte Serie wurde im Oktober 1978 vorgestellt. Sie wird werksintern und auch unter Liebhabern der Marke üblicherweise als Oscar India bezeichnet, eine Umschreibung der Buchstaben O und I, die ihrerseits für October-Introduction oder – nach anderen Quellen – für October-Introduced steht. Die Serie 4 wies erstmals eine umfangreiche Holzverkleidung des Armaturenbretts sowie eine neu gestaltete, massive Mittelkonsole auf. Hinzu kamen einige kleinere technische Modifikationen. Der Oscar India ist heute die bei weitem gesuchteste Version des Aston Martin V8 Saloon. Sie wurde bis 1985 produziert.

Serie 5: Aston Martin V8 Saloon EFIBearbeiten

Die letzte Serie des Aston Martin V8 wurde von 1985 bis 1989 hergestellt. Die wesentlichste Änderung war die Einführung einer elektronischen Benzineinspritzung, die die bislang verwendeten vier Doppelvergaser von Weber ersetzte. Äußerlich erhielt der Wagen voluminösere Stoßfänger, zudem war die Bodenfreiheit geringfügig angehoben worden. In die Heckklappe war nunmehr ein Spoiler integriert, ein Merkmal, das bislang den Vantage-Modellen vorbehalten gewesen war. Außerdem verschwand die Motorhaubenaufwölbung aufgrund des geänderten Motors.

Aston Martin V8 VantageBearbeiten

 
Aston Martin V8 Vantage Coupé

Als leistungsgesteigerte Version des V8 war ab Februar 1977 der Aston Martin V8 Vantage im Angebot. Eine geänderte Gemischaufbereitung durch voluminösere Vergaser sowie größere Einlassventile sorgten dafür, dass die Leistung des Motors auf zunächst 279 kW (380 PS) und ab 1986 auf 294 kW (400 PS) anstieg. Schließlich gab es in den 1980er Jahren noch eine besonders hoch verdichtete Motorversion, die 318 kW (432 PS) leistete. Die Höchstgeschwindigkeit lag damit bei 265 bis 275 km/h. Das Drehmoment war so hoch, dass die Torqueflite-Automatik an ihre Grenzen stieß. Daher wurden die Vantage-Modelle (mit einer Ausnahme) ausschließlich mit einem manuellen Fünfganggetriebe von ZF Friedrichshafen ausgeliefert.

Äußerlich war der Vantage durch tiefe Frontschürzen, einen voll verkleideten Kühlergrill mit eingelassenen Zusatzscheinwerfern, verbreiterte Radkästen und einen in die Heckklappe integrierten Spoiler zu erkennen. Diese Änderungen führten angeblich dazu, dass der Luftwiderstand des Vantage um 10 Prozent niedriger war als der des einfachen Saloon.

Volante: Die CabrioletsBearbeiten

Nach dem regulären Fließheckcoupé und dem leistungsgesteigerten Vantage erschien 1978 mit dem Cabriolet das dritte Modell der V8-Familie. Es war der erste offene Aston Martin seit dem DB6, dessen Produktion im Juli 1969 eingestellt worden war.[19] Wie die vorangegangenen Cabriolets, erhielt auch der offene V8 die Zusatzbezeichnung Volante. Seine Entwicklung ging maßgeblich auf Aston Martins Importeur für Nordamerika zurück, wo seit 1976 keine heimischen Cabriolets mehr produziert wurden.[Anm. 2]

KonstruktionBearbeiten

Die Entwicklung des offenen V8 begann 1976. Verantwortlicher Konstrukteur war Harold Beach, der auch die Linienführung der Karosserie gestaltete. Stilistisch entspricht der Volante von der vorderen Stoßstange bis zu den Türen der geschlossenen Version. Die Heckpartie ist dagegen eigenständig. Der wesentliche Unterschied betrifft den Kofferraumabschluss, der deutlich höher ist als beim Saloon. In zusammengefaltetem Zustand liegt der größte Teil des Verdecks unterhalb der Gürtellinie. Bei geschlossenem Verdeck entsteht eine Stufenheckkarosserie. Das Verdeck entwarf George Mosely, der bereits das Faltdach des Rolls-Royce Corniche Convertible gestaltet hatte.[20] Die Konstruktion des Verdecks übernahm dagegen der Fachbetrieb CHI. Die Außenhaut des Verdecks besteht aus dem Kunststoff Everflex. Der Verdeckmechanismus wird serienmäßig elektrisch betrieben. Die notwendigen Versteifungen der Karosserie, durch die das Cabriolet 70 kg schwerer ist als das geschlossene Modell, entwickelte Aston Martin zusammen mit dem Karosseriebauunternehmen Woodall Nicholson aus Halifax.[21]

Die einzelnen ModelleBearbeiten

V8 VolanteBearbeiten

 
Aston Martin V8 Volante

Bei seiner Einführung im Februar 1978 nahm der erste Volante die stilistischen Änderungen vorweg, die im Oktober 1978 auch die vierte Serie des geschlossenen V8 („Oscar India“) erhielt. Dazu gehört vor allem die komplett geschlossene Motorhaube, die auf eine Lufteinlassöffnung verzichtet. 1985 erschien der Volante Series 2. Er entspricht technisch und optisch dem V8 EFI Series 5, hat also ebenfalls einen Einspritzmotor und eine flache Motorhaube. Nahezu alle Volantes sind mit dem Automatikgetriebe ausgerüstet. Das erste handgeschaltete Cabriolet entstand erst 1983.

Der V8 Volante Series 1 erreichte mit dem Vergasermotor, der auch im V8 Saloon Oscar India zum Einsatz kam, eine Höchstgeschwindigkeit von 233 km/h.[22] Der V8 Vantage war zusammen mit dem Lagonda S4 das teuerste Aston-Martin-Modell. 1988 kostete der V8 Volante 89.900 £.

Anfänglich war der V8 Volante dem nordamerikanischen Markt vorbehalten.[20] Die ersten britischen Kunden erhielten ihre Autos erst im Frühsommer 1980. Von der Serie 1 des Volante entstanden 656 Autos, von der Serie 2 insgesamt 245 Fahrzeuge. Mehr als 75 Prozent der Volante-Produktion wurde exportiert.[23]

V8 Vantage VolanteBearbeiten

 
Aston Martin V8 Vantage Volante

Im Oktober 1986 erschien daher eine leistungsgesteigerte Version, die die Karosserie des Cabriolets mit der leistungsgesteigerten Technik des Vantage verband: der Aston Martin V8 Vantage Volante. Das Fahrzeug war mit 294 kW (400 PS) hinreichend schnell. Werksseitig erhielt dieses Modell auch die Verbreiterungen und Spoiler des Vantage. Das Auto traf mit der ausdrucksstarken Optik nicht jedermanns Geschmack.

V8 Vantage Volante „Prince of Wales“Bearbeiten

Prinz Charles, seit Jahren ein Liebhaber der Marke, ließ sich einen Volante mit der Antriebstechnik (und der Leistung) des Vantage herstellen, der über eine herkömmliche, unveränderte Cabriolet-Karosserie verfügte. Im Anschluss daran legte Aston Martin eine Kleinserie entsprechend ausgestatteter Modelle auf, die als Vantage Volante Prince of Wales bekannt wurden. Von dieser Version entstanden 20 Exemplare; sie sind heute gesuchte Sammlermodelle.[24]

SondermodelleBearbeiten

Auf der Grundlage des Aston Martin V8 entstanden einige Sondermodelle, die teils werksseitig angeboten wurden, teilweise von freien Designern gestaltet wurden:

  • Zwischen 1974 und 1976 stellte Aston Martin eine verlängerte, viertürige Version des V8 her. Die Fließhecklimousine wurde unter der Bezeichnung Aston Martin Lagonda Series 1 verkauft. Insgesamt entstanden lediglich sieben Exemplare. Der kurz darauf präsentierte Aston Martin Lagonda Series 2 basierte ebenfalls auf der Technik des V8, hatte aber eine eigenständige, keilförmige Karosserie.
  • Zwischen 1986 und 1988 entstand in geringer Stückzahl der Aston Martin V8 Zagato, ein zunächst nur als Coupé angebotenes Sondermodell mit einer eigenständigen, recht auffälligen Karosserie von Zagato, das in Mailand aufgebaut wurde. Mit einiger zeitlicher Verzögerung wurde eine offene Version mit dem Namenszusatz Volante angeboten. Die Zagato-Versionen waren die teuersten Aston Martins ihrer Zeit.
  • In zwei Exemplaren stellte 1971 und 1973 das britische Karosseriewerk Ogle Design, das zuvor in erster Linie für Reliant tätig gewesen war, ein Aufsehen erregendes, keilförmig gestaltetes Coupé namens Ogle Sotheby Special her.
  • Auf der Technik des V8 basierte schließlich auch der Aston Martin Bulldog, ein keilförmig gestaltetes Mittelmotor-Coupé mit Flügeltüren, das 1980 vorgestellt und in einem einzelnen Exemplar hergestellt wurde.

Der Aston Martin V8 im Film James Bond 007 – Der Hauch des TodesBearbeiten

 
Aston Martin V8 aus dem Film James Bond 007 – Der Hauch des Todes

Der Aston Martin V8 wird in dem 1987 produzierten Spielfilm James Bond 007 – Der Hauch des Todes als Dienstfahrzeug des von Timothy Dalton gespielten Agenten James Bond eingesetzt. Das Drehbuch suggeriert, dass es sich durchgängig um ein Fahrzeug handele, das im Laufe des Geschehens von der Technikabteilung des Geheimdienstes tiefgreifend umgebaut werde. Tatsächlich kamen mehrere unterschiedliche Fahrzeuge zum Einsatz. Zu Beginn des Films wird ein in Cumberland Grey lackierter V8 Volante gezeigt, der mit einem Vantage-Motor ausgestattet war. Der im Film gezeigte Volante war das Privatfahrzeug des Aston-Martin-Inhabers Victor Gauntlett.[25] Später machte die Abteilung Q das Auto angeblich „wintertauglich“. In einer Szene des Films ist der Versuch zu sehen, die Dachpartie eines Saloon auf den offenen Volante zu setzen.[25] Der geschlossene V8, der in späteren Szenen gezeigt wird, hat tatsächlich nichts mit dem Volante zu tun. Stattdessen kamen zwei gebrauchte V8 Saloons der Oscar-India-Reihe zum Einsatz, von denen einer mit besonderen Gimmicks wie Raketenwerfern, ausfahrbaren seitlichen Gleitbrettern, einem Head-Up-Display und einem Selbstzerstörungssystem ausgestattet war.[26]

ProduktionszahlenBearbeiten

Die Produktionszahlen der verschiedenen Serien waren wie folgt:[27]

  • DBS V8: 402
  • V8 Saloon Series 2: 288
  • V8 Saloon Series 3: 967
  • V8 Saloon Series 4: 352
  • V8 Saloon Series 5: 405
  • V8 Volante Series 1: 656
  • V8 Volante Series 2: 245
  • V8 Vantage Series 1: 38 + 13 US-Modelle
  • V8 Vantage Series 2: 304 + 14 US-Modelle
  • V8 Vantage Volante: 192 + 56 US-Modelle
  • V8 Vantage Zagato/Vantage Volante Zagato: 89

LiteraturBearbeiten

  • Dieter Günther: Das fliegende Herrenzimmer: Aston Martin DBS, V8, Vantage und Volante, in: Oldtimer Markt 5/2004, S. 187 ff.
  • Chris Harvey: Aston Martin and Lagonda, The Oxford Illustrated Press, 1979, ISBN 0-902280-68-6
  • F. Wilson McComb: Aston Martin V8s, Osprey Publishing, London 1981, ISBN 0-85045-399-2
  • N.N.: Buying an Aston Martin DBS and V8: Kaufberatung in Thoroughbred & Classic Cars, Dezember 2002, S. 128 ff. (englisch)
  • Andrew Noakes: Faszination Aston Martin. Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-40547-900-4.
  • William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4
  • Rainer Schlegelmilch, Hartmut Lehbrinck, Jochen von Osterroth: Aston Martin. Verlag Könemann 2005. ISBN 3-8331-1058-9.
  • Jonathan Wood: Aston Martin DB4, DB5 and DB6: The Complete Story, The Crowood Press Ltd (3. August 2000), ISBN 9781861263308
  • Andrew Whyte: The Aston Martin and Lagonda. Volume 1: Six-cylinder DB models. Motor Racing Publications, London 1984, ISBN 0900549831.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Damit wurden die bisherigen Traditionen auf den Kopf gestellt: Während bis zum DB6 die Bezeichnung Vantage für die leistungsgesteigerten Versionen verwendet worden war, erhielt nun das schwächste Modell diese Bezeichnung. Es wurde bereits 1973 eingestellt; ab 1977 erhielt wieder die stärkste Version der Aston-Martin-Coupés die Bezeichnung Vantage.
  2. Das letzte amerikanische Cabriolet war der Cadillac Fleetwood Eldorado, dessen Herstellung im Sommer 1976 endete.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Chris Harvey: Aston Martin and Lagonda, The Oxford Illustrated Press, 1979, ISBN 0-902280-68-6, S. 34.
  2. William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 39.
  3. Andrew Noakes: Faszination Aston Martin. Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-40547-900-4., S. 93.
  4. William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 40.
  5. Andrew Noakes: Faszination Aston Martin. Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-4054-7900-4, S. 102.
  6. William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 27.
  7. William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 32.
  8. Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 196.
  9. Chris Harvey: Aston Martin and Lagonda, The Oxford Illustrated Press, 1979, ISBN 0-902280-68-6, S. 35.
  10. a b William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797-066-4, S. 42.
  11. William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 51 (für die Serie 3), S. 100 (für die Serie 4) und S. 127 (für die Serie 5).
  12. William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797-066-4, S. 20.
  13. a b c Rainer Schlegelmilch, Hartmut Lehbrinck, Jochen von Osterroth: Aston Martin, Verlag Könemann 2005, ISBN 3-8331-1058-9, S. 184.
  14. Andrew Noakes: Faszination Aston Martin. Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-40547-900-4, S. 94.
  15. a b William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 41.
  16. a b c Andrew Noakes: Faszination Aston Martin, Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-40547-900-4, S. 96.
  17. Chris Harvey: Aston Martin and Lagonda, The Oxford Illustrated Press, 1979, ISBN 0-902280-68-6, S. 37.
  18. Chris Harvey: Aston Martin and Lagonda, The Oxford Illustrated Press, 1979, ISBN 0-902280-68-6, S. 38.
  19. Jonathan Wood: Aston Martin DB4, DB5 and DB6: The Complete Story, The Crowood Press Ltd (3. August 2000), ISBN 9781861263308, S. 178.
  20. a b Andrew Noakes: Faszination Aston Martin. Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-40547-900-4, S. 114
  21. William Presland: Aston Martin V8. Crowood Press 2009. ISBN 978-1-84797 066-4, S. 84 f.
  22. William Presland: Aston Martin V8, Crowood Press 2009, ISBN 978-1-84797 066-4, S. 88.
  23. William Presland: Aston Martin V8, Crowood Press 2009, ISBN 978-1-84797 066-4, S. 89.
  24. Andrew Noakes: Faszination Aston Martin. Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-40547-900-4, S. 143
  25. a b Andrew Noakes: Faszination Aston Martin. Parragon, Bath 2006, ISBN 978-1-40547-900-4, S. 188.
  26. Beschreibung der Autos auf der Internetseite www.astonmartins.com (abgerufen am 18. Oktober 2019).
  27. Robert Edwards: Aston Martin. Haynes Publishing, Sparkford 2004, ISBN 1-84425-014-8, S. 123.