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Aschheim

Gemeinde im Landkreis München in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aschheim
Aschheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aschheim hervorgehoben

Koordinaten: 48° 10′ N, 11° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 512 m ü. NHN
Fläche: 28,05 km2
Einwohner: 9198 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 328 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85609
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 112
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Saturnstraße 48
85609 Aschheim
Website: www.aschheim.de
Bürgermeister: Thomas Glashauser (CSU)
Lage der Gemeinde Aschheim im Landkreis München
Starnberger SeeLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis FreisingLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis MiesbachLandkreis RosenheimLandkreis StarnbergLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis DachauMünchenForstenrieder ParkGrünwalder ForstBrunnthalHöhenkirchen-SiegertsbrunnPerlacher ForstAschheimAyingBaierbrunnBrunnthalFeldkirchen (Landkreis München)Garching bei MünchenGräfelfingGrasbrunnGrünwaldHaar (bei München)Höhenkirchen-SiegertsbrunnHohenbrunnIsmaningKirchheim bei MünchenNeubibergNeuried (bei München)OberschleißheimOttobrunnPlaneggPullach im IsartalPutzbrunnSauerlachSchäftlarnStraßlach-DinghartingTaufkirchen (bei München)UnterföhringUnterhachingUnterschleißheimOberhachingKarte
Über dieses Bild

Aschheim ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München. Sie liegt nordöstlich von München direkt am Autobahnring A 99. Im Dialekt wird Aschheim als Oschham [ˈoːʃhaːm] ausgesprochen.

GeographieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Ismaning[2] Finsing (Landkreis Erding)[2]
Unterföhring[2]   Kirchheim bei München[2]
München[2] Feldkirchen[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat zwei amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

GeschichteBearbeiten

Der Name „Aschheim“ wurde erstmals 756/757 als „ascheim“ erwähnt. Der althochdeutsche Name setzt sich zusammen aus „asc-“ (= Esche) und „-heim“ (= Wohnort) und bedeutet daher „Heim bei den Eschen“.[4]

 
Statuette der Göttin Athene/Minerva aus keltischem Fundzusammenhang

Doch die Besiedelung im Bereich der heutigen Ortsflur reicht weit länger zurück als diese erste Nennung. Die ältesten Spuren von Menschen, die sich hier nieder gelassen hatten bezeugen Grabfunde der Schnurkeramischen- (2800–2300 v. Chr.) und der Glockenbecherkultur (2600–2300 v. Chr.), die beim Bau der Umgehungsstraße im Jahr 2008 zu Tage kamen. Hausbefunde, Gruben und Brunnen aus der Bronzezeit (2300–1200 v. Chr.) fanden sich vor allem im südöstlichen Gemeindegebiet. Hervorzuheben ist dabei ein 7,5 m tiefer Brunnen aus der frühen Bronzezeit (etwa um 2000 v. Chr.), in dessen unterem Meter sich die mehrphasige Holzkonstruktion des Brunnenkastens sehr gut erhalten hatte (heute ausgestellt im AschheiMuseum). Im Süden der Ortsflur, wo heute ein Gewerbegebiet wächst, befand sich in der späten Bronzezeit (ca. 1200–800 v. Chr.) ein großflächiges Hügelgräberfeld, dessen letzte Zeugnisse die kreisförmigen oder ovalen Einfassungsgräben sind, die von den Archäologen vorgefunden werden.

In der älteren Phase der Eisenzeit, der so genannten Hallstattzeit, sind vor allem im östlichen Gemeindegebiet von Aschheim Siedlungszeugnisse nachgewiesen. Ausgedehnte ländliche Siedlungen und Gehöftgruppen mit Gräbern der jüngeren Phase – der so genannten La-Tène-Zeit – sind an unterschiedlichen Stellen im gesamten südlichen Ortsgebiet aufgedeckt worden und vor allem auch in Dornach zu finden. Im Bereich des Dornacher Einsteinringes sowie westlich von Aschheim bezeugen Hausgrundrisse, Brunnen und Gruben mit entsprechendem Fundmaterial eine Nutzung bis in die Endlatènezeit und damit fast bis in die Zeit der römischen Erschließung der Münchner Schotterebene. Aus dieser Spätphase der keltischen Besiedlung stammt unter anderem eine bronzene Statuette der Göttin Athene/Minerva (ca. 100/50 v. Chr.), ein Importstück aus dem Mittelmeerraum.

Die verkehrsgünstige Lage an der nördlichen Trasse der römischen Verbindungsstraße von Augsburg nach Wels/Oberösterreich führte bereits im frühen 1. Jh. n. Chr. zur Gründung von mindestens drei römischen Landgütern – so genannter villae rusticae – in Aschheim. Südlich des Ortes, nahe der heutigen Straße nach Feldkirchen, konnten in den Jahren 2000 und 2005 ein Haupthaus eines solchen Landgutes freigelegt werden, das in kombinierter Stein- und Holzbauweise gebaut war. Zu dessen Wohnkomfort zählte auch ein kleines Badezimmer mit Fußbodenheizung, steinernen Badewannen und Glasfenstern. Dieser Komplex liegt heute wieder geschützt unter der Erde, kann aber mithilfe eines Durchblickpanoramas in seiner rekonstruierten Form in der Landschaft nachvollzogen werden.

 
Mit zeitypischem Tierstil verzierte Riemenzungen einer vielteiligen Gürtelgarnitur des 7. Jahrhunderts aus Aschheim

Seit dem frühen Mittelalter reißt die Besiedelung des Ortes nicht mehr ab. Für die Zeit zwischen 480/90 bis an das Ende des 7. Jahrhunderts fand sich im heutigen Ortsbereich ein großes Gräberfeld, das in den Jahren 1997/98 ausgegraben wurde. Zahlreiche Fundstücke geben Auskunft über Grab- und Beigabensitten, die Kleidung der Menschen, die Sozialhierarchie der Gesellschaft und ihrer Kontakte in die nähere Umgebung sowie in fernere Gegenden wie Skandinavien oder Byzanz. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts scheint sich eine Familie von den übrigen zu separieren und an einem anderen Ort zu bestatten, auf dem sie um 600 eine sehr frühe Holzkirche errichten lässt. Diese Kirche diente der historischen Überlieferung folgend um 680/90 als vorläufiger Begräbnisort des Heiligen Emmeram bevor dieser nach Regensburg überführt wurde. Die Holzkirche mit dem Patrozinium des heiligen Peter steht am Anfang von insgesamt sieben Kirchenbauphasen.[5] Seit dem 16. Jahrhundert ist neben dem Heiligen Peter auch Paulus als Patron nachgewiesen.[6]

Die frühmittelalterliche Bedeutung des Ortes kam schließlich auch der modernen medizinischen Forschung zu gute: Anfang 2013 zeigte eine an verschiedenen Laboratorien parallel durchgeführte internationale Studie unter der Leitung von Michaela Harbeck und Holger C. Scholz anhand von DNA-Material aus Gräbern aus Aschheim, die eindeutig in das spätere 6. Jahrhundert datiert werden können, dass es sich bei dieser ersten belegbaren Pest im engeren Sinne tatsächlich um den Erreger Yersinia pestis gehandelt hat.[7]

Im Jahr 756/57 fand in Aschheim die erste bayerische Landessynode statt, bei der 15 Beschlüsse über geistige und weltliche Belange getroffen wurden, die in Form eines Protokolls in der Bibliothek des Domstiftes Freising überliefert wurden. Dieses Protokoll enthält gleichzeitig die erste schriftliche Überlieferung des Ortsnamens (siehe oben). Kurz darauf findet Aschheim in der Vita des heiligen Emmeram Erwähnung, die um 770 vom Freisinger Bischof Arbeo verfasst wurde und sich auf Ereignisse am Ende des 7. Jh. bezieht. Diese beiden prominent auftretenden Nennungen in kurzem zeitlichen Abstand zueinander belegen ebenso wie einige Auffälligkeiten im archäologisch festgestellten Siedlungsbild eine besondere Stellung des Ortes „Ascheim“ im späten 7. und 8. Jahrhundert.[8] Nach der direkten Unterstellung Bayerns unter den Frankenkönig Karls des Großen im Jahr 788 verlor Aschheim offensichtlich diese Sonderstellung und wurde als Lehen vergeben.

Im 12. Jahrhundert erscheinen die Edlen von Aschheim oftmals als Zeugen in Urkunden, ehe der Besitz zersplitterte und in erster Linie an Münchener Patrizier ging. Es handelte sich hierbei u. a. um die Familien Schrenk, Rosenbusch, Donnersberg, Ruepp oder Lerchenfeld. Diese aus der Münchner Stadtgeschichte bekannten Familien stehen seit 1500 eng mit der Aschheimer Geschichte in Verbindung.[4]

Jüngere Entwicklung des OrtesBearbeiten

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 wurden Aschheim und Dornach selbstständige politische Gemeinden.

Im Zusammenhang mit dem Mittleren-Isar-Kanal von 1920 bis 1929 wurden nördlich von Aschheim der Ismaninger Speichersee sowie der in ihn entwässernde Abfanggraben gebaut. Dies bedeutete massive Eingriffe in die Grundwasserverhältnisse, führte zum Versiegen des Aschheimer Bachs und machte die Errichtung eines Wasserturms für die Versorgung mit Trink- und Brauchwasser 1923 notwendig.

Im Jahr 1973 gab die Autobahndirektion den Neubauabschnitt der Autobahn 99 zwischen den Anschlussstellen Haar und Aschheim/Ismaning frei, zwei Jahre später konnte die Anschlussstelle Aschheim/Ismaning und das Autobahnkreuz München-Nord eröffnet werden. Aufgrund des zunehmenden Verkehrs durch die Ortsmitte errichtete die Gemeinde östlich des Ortes, entlang der Autobahn 99 eine Umgehungsstraße, die im Sommer 2010 eingeweiht wurde.[9][10]

Am 1. Mai 1978 wurden Aschheim und Dornach im Zuge der Gemeindegebietsreform zur Gemeinde Aschheim vereinigt.

Im Jahr 1987 eröffnete das offene Jugendhaus im Bodermo-Haus an der Sonnenstraße in Aschheim. Bis heute befindet sich hier der vom Kreisjugendring geführte Jugendtreff.

1992 wurde das Kulturelle Gebäude („Kulti“) als Kultur-, Bildungs- und Geschichtszentrum der Gemeinde Aschheim an der Münchner Str. 8 errichtet. Unter dessen Dach befinden sich die Verwaltung der Volkshochschule, ein Theater- und Konzertsaal, die Gemeindebücherei und das AschheiMuseum.

In den Jahren 1999 bis 2001 sowie 2014 wurde das Feuerwehrhaus in Aschheim erweitert. Durch die Betreuung eines Abschnitts des vielbefahrenen Autobahnrings A99 obliegt der Freiwilligen Feuerwehr Aschheim[11] besondere Verantwortung. Die Feuerwehr wurde bereits 1874 gegründet und gehört zu den ältesten Vereinigungen der Gemeinde. Seit 1972 ist sie verantwortlich für den Aschheimer Maibaum.

Die ehemalige Aschheimer Grundschule an der Ismaninger Straße wurde 1974 zum neuen Standort des Rathauses. Mehrere Um- und Anbauten prägten das Gebäude. Die größte Veränderung erfolgte durch die Aufstockung und den Anbau im Jahr 2000. Im Rahmen der Planung zum barrierefreien Ausbau des Rathauses im Jahr 2018 stellten Fachplaner statische Probleme am dem um 1900 errichteten Altbau des Rathauses fest. Dies führte zu einer Diskussion um Sanierung oder Neubau dieses Gebäudebereichs, die im Januar 2019 noch nicht entschieden war.[12]

Bereits 1956 hatte man in Aschheim die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Jahr 756 mit einem großen Ortsfest gefeiert. Dieses Fest empfanden die Aschheimer nach den Jahren des Krieges und der folgenden Wohnungsnot als besonderes Fest und Großereignis. Im Jahr 2006 nahm man diesen Gedanken wieder auf und feierte, diesmal gemeinsam mit Dornach die beiden Ortsjubiläen: Aschheim zelebrierte seine 1250-Jahr-Feier und Dornach seine 1150-Jahr-Feier.

Das erste interkommunale Geothermieprojekt wurde im Jahr 2006 in Folge von erfolgreichen Bohrungen nach heißem und förderbarem Untergrundwasser möglich. Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim zur AFK-Geothermie gelang die Nutzung lokaler Ressourcen zur umweltfreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung.[13]

Nördlich des Abfanggrabens und westlich der A 99 wurde am 9. September 2011 ein Bürgersolarpark (Photovoltaik) eingeweiht.

SchulgeschichteBearbeiten

Den ersten Unterricht bekamen Schüler aus Aschheim und umliegenden Gemeinden seit dem 18. Jahrhundert von einem Eremitenmönch an der St-Emmeramsklause, die sich südlich des heutigen Heimstettner Sees findet. Nach der Säkularisation und der Einführung der allgemeinen Schulpflicht zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde in Aschheim eine Zentralschule errichtet. Die Fertigstellung erfolgte zwar bereits im Jahr 1813, doch erst 1815 konnte ein Lehrer gefunden werden, der den regelmäßigen Unterricht garantierte. Im Jahr 1905 erfolgte der Bezug eines größeren Schulgebäudes, das direkt neben dem alten Bau errichtet worden war. Als im Jahr 1974 die heutige Kelten-Grundschule fertiggestellt war und die Schule in den Neubau umzog, wurde das vorherige Schulgebäude an der Ismaninger Straße zum Rathaus umgenutzt.[14]

Im Jahr 2002 lagerte die der Johann Andreas Schmeller Realschule Ismaning eine Filiale nach Aschheim aus. Die Realschulfiliale wurde im Jahr 2004 unter dem Namen St. Emmeram Realschule selbstständig und bezog im Jahr 2006 einen Schulneubau an der heutigen Eichendorffstraße.[15]

Die Ansiedlung einen humanistisch ausgerichteten Gymnasiums wurde im Jahr 2018 vom Bayerischen Kultusministerium genehmigt.[16][17]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus der Gemeinde Aschheim

GemeinderatBearbeiten

Sitzverteilung im Gemeinderat[18][19]
Jahr CSU SPD FW gesamt Wahlbeteiligung
2014 10 5 5 20 57,2 %
2008 12 6 2 20 61,1 %

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister der Gemeinde Aschheim ist seit 2014 Thomas Glashauser (CSU).

Amtszeit Name
1948–1984 Franz Ruthus (CSU)[20]
1984–2014 Helmut J. Englmann (CSU)
seit 2014 Thomas Glashauser (CSU)

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde Aschheim stammt aus dem Jahre 1956 und wurde anlässlich der 1200-Jahr-Feier der ersten Landessynode und des bayerischen Landtags in Aschheim dem Bürgermeister Franz Ruthus überreicht. Das Wappen enthält einen stilisierten Baum mit zwei Eschenzweigen, die eine Versinnbildlichung des Ortsnamens darstellen, der von „Esche“ abgeleitet ist. Der silberne Hintergrund und die blauen Blätter weisen auf die enge und seit frühester Zeit bestehende Verbindung der Siedlung mit dem bayerischen Herzogtum hin.

HymneBearbeiten

Unter Bürgermeister Helmut J. Englmann gab sich der Ort eine eigene Hymne.[21] Bereits in den 1960er Jahren entstand das ältere Aschheimer Lied, erhalten in einer Tonaufnahme von 1973.[22]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Städtepartnerschaften bestehen mit den Gemeinden

Eine kommunale Freundschaft gibt es mit dem Ortsteil Liegau-Augustusbad der Stadt Radeberg in Sachsen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Aschheim

Kirchen und KapellenBearbeiten

 
Katholische Kirche St. Peter und Paul

Durch archäologische Ausgrabungen an und in der Aschheimer Kirche St. Peter und Paul Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre durch Dr. Hermann Dannheimer konnten insgesamt sechs Vorgänger der heute stehenden Kirche nachgewiesen werden.[5] Besonders interessant war dabei der Nachweis des ältesten Kirchenbaus für die Zeit um 600, der heute in Teilen der Frühmittelalterarchäologie etwas umstritten ist. Dieser älteste Kirchenbau gilt als erste Grabstätte des heiligen Emmeram, dessen Leichnam einige Zeit nach seiner Niederlegung nach Regensburg in das Kloster St. Emmeram überführt worden ist. Sein mutmaßliches Grab konnte ebenfalls bei den Ausgrabungen lokalisiert werden. Es liegt an der südlichen Außenwand des heutigen Kirchenbaus und ist zur Erinnerung mit einer Grabplatte markiert. Der heutige Kirchenbau wurde 1936/37 errichtet und im Juni 1937 geweiht. Er bezieht den Chor der Vorgängerkirche der Zeit um 1480 als Werktagskapelle mit ein. Den alten Chor prägt das Kreuzrippengewölbe der Decke. In die Westwand eingelassen findet sich ein Grabstein zu Ehren des Heiligen Emmeram aus der Zeit des Barock. Der früher im Kirchenboden befindliche Stein belegt die lebendige Erinnerung der Aschheimer an den ersten Bestattungsort des prominenten Heiligen.[5]

 
Evangelische Segenskirche in Aschheim

Am Sterbeort des Heiligen Emmeram soll bereits kurz nach seinem Tod eine Kapelle errichtet worden sein. Im Jahr 1524 wurde diese Kapelle St. Emmeram (Feldkirchen) eine Filiale der Pfarrei Aschheim. Seit dem 18. Jahrhundert unterrichtete dort ein Eremit die Kinder der umliegenden Gemeinden. Während der Säkularisation (1806) wurde die Kapelle und der renovierungsbedürftige Schulraum abgerissen. Auf Initiative der Aschheimer Pfarrei erfuhr sie 1843 am alten Ort einen Neubau.

Angeblich zum Dank für das Überleben der Pest errichtete die Aschheimer Bevölkerung 1659 westlich des Ortes die St.-Sebastians-Kapelle, die ebenfalls 1806/1807 abgebrochen wurde. Die Gemeinde Aschheim ließ 1995/96 eine neue Sebastians-Kapelle etwas weiter östlich des vermuteten, ehemaligen Standorts errichten.[23]

Eine evangelische Kirche entstand im Jahr 1996 auf einem Grundstück westlich des Gemeindefriedhofs. Der Architekt Prof. Friedrich Kurrent ließ sich beim Entwurf vom ersten, frühmittelalterlichen Aschheimer Kirchenbau aus Holz inspirieren und konstruierte die Aschheimer Segenskirche komplett als Holzbau. Die Kirche wurde am 15. Dezember 1996 eingeweiht.[24]

MuseenBearbeiten

 
AschheiMuseum: Blick in den Bereich "Naturraum und Lebensgrundlage" mit Brunnen aus drei Epochen.

Bereits in den 1980er Jahren erwuchs der Wunsch in der Gemeinde, die eigene Entwicklung von der ersten Besiedlung des Raumes bis heute im Rahmen eines Museums aufzuarbeiten und zu präsentieren. Diesem Wunsch folgend eröffnete 1987 die Geschichtlich-heimatkundliche Sammlung. Seit einer Erweiterung mit einer kompletten Neukonzeption der Ausstellung heißt sie seit 2015 AschheiMuseum.

Unter dem Motto „Archäologie – Geschichte – Heimat“ zeigt das Museum die etwa 4500-jährige Siedlungsgeschichte auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Aschheim. In sechs Themenbereiche gegliedert, ergibt sich ein anschauliches Umfeld für die archäologischen Funde von der Jungsteinzeit bis ins Frühmittelalter. Höhepunkte sind die Hinterlassenschaften der keltischen Zeit – aus der auch das Glanzstück der Sammlung, die Athene von Dornach, stammt – und die Funde aus den beiden Reihengräberfeldern des frühen Mittelalters. Medienstationen sowie Repliken, Figuren und Modelle zum Anfassen sind auch vorhanden.

Das Museum steht in enger Kooperation mit dem Freilichtmuseum Bajuwarenhof Kirchheim.

BauwerkeBearbeiten

Kulturelles Gebäude mit Theatersaal in der Münchner Straße 8 in Aschheim

Siehe auch:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Über den Autobahnring A 99 und die A 94 ist der Mittlere Ring in München in etwa 15 Minuten, die Innenstadt innerhalb von 25 Minuten zu erreichen. Es verkehren Buslinien zur S2 (Bahnhöfe Riem, Feldkirchen und Heimstetten), zur S8 (Bahnhof Ismaning) sowie zur U2 (Messestadt-West). Die Bundesstraße 471 durchquert das Aschheimer Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung.[25]

Ansässige UnternehmenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Walter Haupt (* 28. Februar 1935 in München), Komponist, Dirigent, Regisseur, Klangarchitekt; wohnhaft in Aschheim
  • Patrick Bussler (* 1. Juni 1984), Snowboarder

LiteraturBearbeiten

  • R. Riepertinger: Aschheim und Dornach. Eine Mikroanalyse zweier altbayerischer Dörfer bis zum Jahr 1800. Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte 18 (München 2000).
  • H. Dannheimer, G. Diepolder: Aschheim im frühen Mittelalter. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32 (München 1988).
  • Aschheim – 1250 Jahrfeier der ersten bayerischen Landessynode unter Herzog Tassilo III 756/Dornach – 1150 Jahrfeier der ersten schriftlichen Erwähnung 856. Ortschronik (Aschheim 2006).
  • Aschheim. Eine moderne Gemeinde stellt sich vor … Bürgerinformation 2017 (Neuried 2017).
  • A. Pütz, P. Breuer: Aschheimer Geschichte(n) für Junge und Junggebliebene – Die Ortsgeschichte von Aschheim und Dornach – von der Jungsteinzeit bis heute. Aschheim 2016.
  • N. Bergmann, A. Pütz, P. Stilling: Aschheim und Dornach in Bildern. Höfe und öffentliche Gebäude im Wandel der Zeit. München 2018.

TriviaBearbeiten

Da der S-Bahnhof München-Riem unmittelbar an das Gewerbegebiet Dornach grenzt, fordert die Gemeinde Aschheim seit Jahren die Umbenennung in Riem-Dornach. MVV und Deutsche Bahn lehnen dies aber bislang ab. Trotzdem verwendet Aschheim in seinem Gemeindegebiet auf Wegweisern und Hinweisschildern konsequent die Bezeichnung Riem-Dornach.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Aschheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f Ascheim im BayernAtlas, abgerufen am 5. März 2019
  3. Gemeinde Aschheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 9. September 2019.
  4. a b R. Riepertinger: Aschheim und Dornach. Eine Mikroanalyse zweier altbayerischer Dörfer bis zum Jahr 1800. Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte 18, München 2000
  5. a b c H. Dannheimer: Aschheim im frühen Mittelalter. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, München 1988.
  6. St. Peter und Paul, auf kath-pfarrei-aschheim.de
  7. M. Harbeck, L. Seifert u. a.: Yersinia pestis DNA from skeletal remains from the 6(th) century AD reveals insights into Justinianic Plague. In: PLoS pathogens. Band 9, Nummer 5, 2013, S. e1003349, ISSN 1553-7374. doi:10.1371/journal.ppat.1003349. PMID 23658525. PMC 3642051 (freier Volltext).
  8. A. Pütz, Ch. Later: Auf den Spuren der villa publica – Flächengrabungen im frühmittelalterlichen Aschheim. Arch. Jahr Bayern 2013, S. 134–136.
  9. Neubau von Bundesautobahnen Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1973, abgerufen am 8. Februar 2019
  10. "Radler-Korso auf frischem Asphalt", Süddeutsche Zeitung, Nr. 163/Landkreisteil vom 19. Juli 2010
  11. Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Aschheim
  12. Aschheimer Rathaus droht der Abriss, abgerufen am 8. Februar 2019
  13. Geothermie, auf afk-geothermie.de, abgerufen am 8. Februar 2019
  14. Aschheim – 1250 Jahrfeier der ersten bayerischen Landessynode unter Herzog Tassilo III 756/Dornach – 1150 Jahrfeier der ersten schriftlichen Erwähnung 856. Ortschronik (Aschheim 2006) S. 102–106.
  15. Schulhaus, auf rsaschheim.de, abgerufen am 22. Februar 2019
  16. Aschheim bekommt eigenes Gymnasium, auf merkur.de, abgerufen am 1. Februar 2019
  17. Ein Gymnasium für Aschheim, auf sueddeutsche.de, abgerufen am 1. Februar 2019
  18. Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Gemeinde Aschheim, abgerufen am 12. Juli 2014.
  19. Aschheim – Wahlen 2014 (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive), abgerufen am 12. Juli 2014.
  20. Bericht des Münchner Merkur: Aschheim trauert um Leni Ruthus, abgerufen am 27. Januar 2013.
  21. https://www.aschheim.de/de/gemeinde-leben/aschheim-im-ueberblick/wappen-fahne-hymne/
  22. Aschheim. Es singt und klingt in unsrer Gmoa. Langspielplatte aufgenommen von den Ascheimer und Dornacher Volksmusikgruppen; Herausgegeben von der Gemeinde Aschheim, 1973.
  23. Kath. Pfarrgemeinde Aschheim (Hrsg), Glaubenszeugen. Kirchen und Kapellen der Pfarrei Aschheim/Dornach in ihrer Geschichte (Aschheim 2003).
  24. Ev. Luth.Kirchengemeinde Feldkirchen (Hrsg), Festschrift 175 Jahre Evangelische Kirche Feldkirchen (Feldkirchen 2012) S. 56–57.
  25. Google Maps: https://maps.google.de,/ abgerufen am 4. Februar 2013.