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Asbach (Modautal)

Ortsteil von Modautal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg

Asbach (im lokalen Dialekt: Aschbach)[3] ist ein Ortsteil der Gemeinde Modautal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Der Ort liegt im vorderen Odenwald. Nordöstlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3106.

Asbach
Gemeinde Modautal
Wappen von Asbach
Koordinaten: 49° 46′ 36″ N, 8° 46′ 9″ O
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 3,68 km²[1]
Einwohner: 695 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 189 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64397
Vorwahl: 06167

GeschichteBearbeiten

In zwei Urkunden von 1219 und 1222 werden die Brüder Gerlach und Konrad von Asbach genannt. Da sie zusammen mit Zeugen aus dem Odenwald vorkommen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Asbach bei Lichtenberg handelt. Da die Urkunde in Lichtenberg ausgestellt ist, handelt es sich zweifelsohne um Asbach (Landkreis Darmstadt/Dieburg).[4]

Das Dorf wird nach 1331 erstmals urkundlich genannt.[1]

Nach dem Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1650 lebten lediglich noch zwei Familien in Asbach. Es waren namentlich die des Johannes Rutz sowie die des Martin Boßler.[5] Letzterer war noch im Jahre 1659 in Asbach niedergelassen und wird sechs Jahre später 1665 als Bewohner von Rodau genannt.[6]

1722 verkaufen die Brüder Johann Moritz Friedrich von Wallbrunn dem Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen Schloss und Gut zu Ernsthofen mit den dazugehörigen Dörfern, nämlich Ernsthofen, Asbach, Hoxhohl, Klein-Bieberau und Neutsch, nebst Gefällen in zwölf weiteren Orten, darunter Ober-Modau, Rodau, Waldhausen, Billings und Meßbach.[7]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Asbach:

»Aßbach (L. Bez. Reinheim) luth. Filialdorf; liegt 2 St. von Reinheim und hat 27 Häuser und 223 Einw., die bis auf 2 Kath. alle lutherisch sind. Unter diesen sind 12 Bauern und 18 Gewerbsleute. – Von diesem Dorfe besassen die Herrn von Wallbrunn die Hälfte, 14 Rodenstein und 14 Kottwitz, die beiden letzteren Theile kamen endlich auch an Wallbrunn und das Ganze 1722 an Hessen.«[8]

Im Jahr 1977 wurde Asbach erster Landessieger im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden.

GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde am 1. Januar 1977 mit Modautal und weiteren Gemeinden per Landesgesetz zur neuen Gemeinde Modautal zusammengeschlossen.[9] Für Asbach wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[10]

Historische NamensformenBearbeiten

In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Aspach, das lit undir Lichtenberg (nach 1331)
  • Aspach, das lit undir Lichtenberg (1403)
  • Aßpach (1430)
  • Aspach (1516)
  • Assbach (1850)

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Asbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][11][12]

Die zuständige Gerichtsbarkeit der ersten Instanz war:[1]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Asbach: Einwohnerzahlen von 1796 bis 2018
Jahr  Einwohner
1796
  
137
1829
  
223
1834
  
212
1840
  
242
1846
  
300
1852
  
241
1858
  
250
1864
  
271
1871
  
290
1875
  
304
1885
  
296
1895
  
254
1905
  
288
1910
  
312
1925
  
300
1939
  
295
1946
  
475
1950
  
434
1956
  
405
1961
  
415
1967
  
519
1970
  
289
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2007
  
698
2010
  
656
2011
  
663
2015
  
691
2018
  
719
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1];1796[13]; Gemeinde Modautal:[14]; Zensus 2011[15]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

• 1829: 221 lutheranische (= 99,10 %) und 2 katholische (= 0,90 %) Einwohner[8]
• 1961: 344 evangelische (= 82,89 %), 69 katholische (= 16,63 %) Einwohner[1]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h Asbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 8. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 12. Juni 2018.
  2. Zahlen und Fakten. In: Webauftritt der Gemeinde Modautal. Abgerufen im Juli 2019.
  3. Darmstädter Echo, Donnerstag, 11. August 2016, S. 24
  4. Auszug des Schreibens vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt von Dr. Eckhardt am 17. Mai 1971 zur Ersternennung von Asbach anlässlich der 750 Jahrfeier im Jahre 1971
  5. Richard M. Cochran: The von der Au genealogy – German ancestors and American descendants of Johannes and Elisabeth von der Au of Ernsthofen, Hesse-Darmstadt, Cumberland County, Pennsylvania and Union County, Ohio – including the allied families of Ruhl, Weidman, and Kinnel. New Concord, Ohio 1984, OCLC 12009490, S. 258.
  6. Ulrich Kirschnick: Die Bevölkerung der Zent Ober Ramstadt-Lichtenberg von 1659 bis 1695. Hrsg.: Hessische familienkundliche Vereinigung. Band 75 Forschungen zur hessischen Familien- und Heimatkunde. Darmstadt 1991, OCLC 31205965, S. 12, 68.
  7. Ernsthofen, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 23. Juli 2012). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 1. Oktober 2012.
  8. a b Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, S. 6 (Online bei Google Books).
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 9 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  10. Hauptsatzung. (PDF; 36 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, abgerufen im Februar 2019.
  11. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  12. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Band 1. Darmstadt 1866, S. 43 ff. (online bei Google Books).
  13. Fritz Gevert: Die Asbacher „Selen Tawell“ (Einwohnerverzeichnis) von 1796. In: Odenwälder Nachrichten. vom 14. März 1931.
  14. Haushaltspläne 2017 bis 2019 (Vorbericht: Einwohner – Statistik). (PDF) In: Webauftritt. Gemeinde Modautal, S. 30 ff, abgerufen im Juli 2019.
  15. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  16. Darmstädter Echo, Donnerstag, 11. August 2016, S. 24
  17. Darmstädter Echo, Samstag, 2. September 2017, S. 18.