Hauptmenü öffnen

Arthur Ponsonby, 1. Baron Ponsonby of Shulbrede

britischer Staatsbeamter, Politiker, Schriftsteller und Pazifist
Arthur Ponsonby, 1. Baron Ponsonby of Shulbrede
Arthur Ponsonby als Page Queen Victorias

Arthur Ponsonby, 1. Baron Ponsonby of Shulbrede (* 16. Februar 1871; † 23. März 1946) war ein britischer Staatsbeamter, Politiker, Schriftsteller und Pazifist.

LebenBearbeiten

Arthur Ponsonby kam aus einer angesehenen Familie. Sein Vater Sir Henry Ponsonby war Privatsekretär von Königin Victoria gewesen, er selbst war Page Queen Victorias.

Er besuchte das Eton College und sodann Balliol College an der University of Oxford, bevor er in den Diplomatischen Dienst eintrat.

Zunächst war Ponsonby Mitglied der Liberal Party, für die er 1908 in das Unterhaus einzog. 1914 gründete Ponsonby mit anderen die „Union of Democratic Control“ (UDC). Ziel dieser Gruppe war es, den vermeintlichen militärischen Einfluss auf die britische Regierung zurückzudrängen und sich für den Frieden einzusetzen. Die UDC war insbesondere gegen die Zensur und die Einführung der Wehrpflicht anstelle des im Vereinigten Königreich üblichen Freiwilligensystems.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wechselte Ponsonby zur Labour Party (die er 1940 wieder verließ) und war seit 1922 wieder Mitglied des Unterhauses. In den Kabinetten von Ramsay MacDonald wurde er Staatssekretär in verschiedenen Ministerien. Nachdem er 1930 zum Peer erhoben worden war, war er im folgenden Jahr zeitweise Chancellor of the Duchy of Lancaster und übernahm dann Ämter im House of Lords.

Er war von 1934 bis 1937 Vorsitzender der „War Resisters International“.

Lüge in Kriegszeiten (1928)Bearbeiten

In seinem Buch Falsehood in Wartime (1928) untersuchte und beschrieb er die Methoden der Kriegspropaganda der Kriegsbeteiligten im Ersten Weltkrieg. Es enthält den berühmten Hinweis: „When war is declared, truth is the first casualty“ (dt.: „Nach der Kriegserklärung ist die Wahrheit das erste Opfer.“). Anne Morelli systematisierte und aktualisierte seine Darstellung in Die Prinzipien der Kriegspropaganda:[1]

  1. Wir wollen den Krieg nicht.
  2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung für den Krieg.
  3. Der Führer des Gegners hat dämonische Züge („der Bösewicht vom Dienst“).
  4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
  5. Der Gegner kämpft mit verbotenen Waffen.
  6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Irrtümer aus Versehen.
  7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
  8. Angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
  9. Unsere Mission ist heilig.
  10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners und ist ein Verräter.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Falsehood in Wartime. Propaganda Lies of the First World War, erstmals veröffentlicht 1928 bei George Allen and Unwin, London, (Text online). Deutschsprachige Versionen sind unter dem Titel Absichtliche Lügen in Kriegszeiten (Seeheim 1967) und Lügen in Kriegszeiten (Viöl 1999) erschienen.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anne Morelli: Die Prinzipien der Kriegspropaganda. Aus dem Französischen von Marianne Schönbach. ZuKlampen-Verlag, Springe 2004. ISBN 3-934920-43-8.

WeblinksBearbeiten