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Arminia Bielefeld (Frauenfußball)

deutsche Frauenfußballmannschaft

Arminia Bielefeld (vollständiger Name: Deutscher Sportclub Arminia Bielefeld e.V.) ist ein Sportverein aus Bielefeld. Die Frauenfußballabteilung besteht seit 1975. Die erste Mannschaft spielte seit dem Aufstieg im Jahre 2019 in der 2. Bundesliga, in der die Bielefelderinnen bereits von 2016 bis 2018 spielten.

Arminia Bielefeld
(Frauenfußball)
Vereinswappen von Arminia Bielefeld
Basisdaten
Name Deutscher Sportclub
Arminia Bielefeld e.V.
Sitz Bielefeld, NRW
Gründung 3. Mai 1905 (Verein)
1975 (Abteilung)
Farben schwarz-weiß-blau
Präsident Hans-Jürgen Laufer
Website arminia-bielefeld-frauen.de
Erste Mannschaft
Cheftrainer Markus Wuckel
Spielstätte EDImedienArena
Plätze n.b.
Liga 2. Bundesliga
2018/19 1. Platz (Regionalliga West)
Heim
Auswärts

GeschichteBearbeiten

Frühe Jahre (1975 bis 2009)Bearbeiten

Im Jahre 1975 wurde eine Abteilung für Frauen- und Mädchenfußball gegründet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, genügend Spielerinnen für die Mannschaften zu finden, wurden die DSC-Mädchen Ende der 1970er Jahre regelmäßig Kreismeister und -pokalsieger. Im Jahre 1980 gelang der Frauenmannschaft schließlich der Aufstieg in die Bezirksliga. 1982 folgte der Abstieg, als es durch zahlreiche Schwangerschaften innerhalb der Mannschaft zu personellen Engpässen kam. Dennoch gelang der sofortige Wiederaufstieg, dem ein Durchmarsch in die Landesliga folgte. Im Nachwuchsbereich konnte die Arminia zwischen 1985 und 1995 mangels Spielerinnen keine Teams stellen.[1]

Der ersten Mannschaft gelang im Jahre 1990 gelang erstmals der Aufstieg in die seinerzeit drittklassige Verbandsliga Westfalen, die höchste westfälische Frauenliga.[1] Nach einem zwischenzeitlichen Abstieg gelang den Armininen im Jahre 2003 der Wiederaufstieg in die Verbandsliga. Die Mannschaft konnte sich nun in der Verbandsliga, die 2008 in Westfalenliga umbenannt wurde, etablieren. Ein Jahr nach dem Aufstieg übernahm Markus Wuckel, der für die Männermannschaft der Arminia gespielt und vier Einsätze für die Fußballnationalmannschaft der DDR absolviert hatte, das Traineramt.[2]

Weg in die 2. Bundesliga (2009 bis 2016)Bearbeiten

In den Jahren 2009 und 2010 wurden die Bielefelderinnen jeweils Vizemeister hinter dem 1. FFC Recklinghausen bzw. Sportfreunde Siegen. Den größten Erfolg im Pokal erreichte die Mannschaft im Jahre 2010, als sie in das Finale um den Westfalenpokal einzog. Das Endspiel in der SchücoArena konnten jedoch die Gäste des 1. FFC Recklinghausen mit 4:1 für sich entscheiden. Damit qualifizierte sich die Mannschaft für den DFB-Pokal der Frauen. In der ersten Runde traf die Arminia auf den Zweitligisten SV Victoria Gersten und unterlag mit 1:10.

Anfang der 2010er Jahre rutschten die Bielefelderinnen ins Mittelmaß der Westfalenliga zurück. In der Saison 2014/14 übernahm die Mannschaft am neunten Spieltag verstärkt durch die ehemaligen polnischen Erstligaspielerinnen Kamila Kmiecik und Symela Ciesielska die Tabellenführung und gaben diese nicht mehr her. Fortuna Freudenberg wurde im Saisonverlauf mit 13:0 geschlagen. Schließlich sicherte sich das Team am drittletzten Spieltag mit einem 8:0-Sieg bei Westfalia Hagen die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga West.[3]

In der Regionalligasaison 2015/16 standen die Bielefelderinnen erneut an der Tabellenspitze und sicherten sich am drittletzten Spieltag durch einen 4:0-Sieg über die zweite Mannschaft des MSV Duisburg den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Während der gesamten Saison blieben die Bielefelderinnen ungeschlagen und erzielten dabei 124 Tore, davon entfielen 34 auf Maxine Birker, die damit Torschützenkönigin wurde, während Kamila Kmiecik 32 Tore erzielte. Die Sportfreunde Siegen wurden im Saisonverlauf mit 10:1, der SV Budberg gar mit 11:0 besiegt.[4]

Gegenwart (seit 2016)Bearbeiten

Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord wechselte die Mannschaft in das Queller Waldstadion. Im DFB-Pokal 2016/17 erreichten die Bielefelderinnen nach Siegen beim FC Viktoria 1889 Berlin (0:5) und gegen den FSV Gütersloh 2009 (6:2) das Achtelfinale. Dort unterlag die Mannschaft dem Bundesligisten VfL Wolfsburg nur knapp mit 0:2.[5] Derweil gerieten die Bielefelderinnen in der Zweitligasaison 2016/17 nie in Abstiegsgefahr und erreichten Platz fünf. In der folgenden Saison 2017/18 ging es um die Qualifikation zur eingleisigen 2. Bundesliga. Während der gesamten Saison belegten die Bielefelderinnen stets einen zur Qualifikation ausreichenden Platz, ehe die Mannschaft nach einer 1:4-Niederlage bei der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg am letzten Spieltag noch auf den Abstiegsrang acht abrutschten.[6]

Die Mannschaft blieb trotz des Abstiegs weitestgehend zusammen und sicherte sich bereits zwei Spieltage vor Saisonende nach einem 3:1-Sieg beim SV Bökendorf die Meisterschaft. Sarah Grünheid wurde mit 43 Toren Torschützenkönigin der Liga. Da aus der Regionalliga Nord sich keine Mannschaft um den Aufstieg in die 2. Bundesliga beworben hat bedeutete die Meisterschaft den direkten Wiederaufstieg.[7]

PersönlichkeitenBearbeiten

Kader Saison 2019/20Bearbeiten

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 Vivien Brandt Deutschland 
24 Joyce Lee Braun Deutschland 
13 Grit Bender Deutschland 
05 Dilara Soley Deli Deutschland 
04 Tanja Grünheid Deutschland 
16 Sandra Hausberger Osterreich 
06 Leonie Heitlindemann Deutschland 
25 Sophie Krall Deutschland 
03 Charlotte Schöning Deutschland 
23 Sophia Thiemann Deutschland 
17 Joana Weber Deutschland 
26 Fabienne Brakemeier Deutschland 
20 Chantal Campos Chavero Deutschland 
19 Leonora Ejupi Kosovo 
07 Annabel Jäger Deutschland 
14 Yaren Kirdaroglu Deutschland Turkei 
11 Laura Liedmeier Deutschland 
10 Lisa Lösch Deutschland 
02 Naemi Niewald Deutschland 
27 Jasmin Siemann Deutschland 
09 Gentiana Fetaj Deutschland Kosovo 
21 Sarah Grünheid Deutschland 
18 Kristina Lazic Serbien 
08 Giustina Ronzetti Deutschland Italien 

Zu- und Abgänge zur Saison 2019/20Bearbeiten

Zugänge Abgänge
Joyce Lee Braun (Herforder SV)
Dilara Soley Deli (FSV Gütersloh 2009, U-17)
Leonie Heitlindemann (Herforder SV)
Gentiana Fetaj (FSV Gütersloh 2009)
Yaren Kirdaroglu (eigene Jugend)
Sophie Krall (FSV Gütersloh 2009)
Kristina Lazic (Herforder SV)
Naemi Niewald (eigene Jugend)
Charlotte Schöning (eigene Jugend)
Joana Weber (1. FC Gievenbeck)
Maxine Birker (Schwangerschaft)
Lena Funke (unbekannt)
Lea-Malin Mößinger (College in den USA)
Celine Preuß (1. FC Saarbrücken)
Moana Rahe (Vorwärts Spoho Köln)
Ronja Rathmann (unbekannt)
Friederike Schaaf (Hamburg)
Neele Schubert (unbekannt)
Malin Wilckens (pausiert)
Neele Winkler (Australien)

Ehemalige SpielerinnenBearbeiten

UmfeldBearbeiten

StadionBearbeiten

Seit dem Wiederaufstieg im Jahre 2019 trägt Arminias Frauenmannschaft seine Heimspiele in der EDImedienArena aus. Das Stadion liegt im Stadtteil Windflöte. Es wird dort auf Hybridrasen gespielt.

Für viele Jahre war der Sportplatz Stadtheide an der Schillerstraße die sportliche Heimat von Arminias Frauenmannschaft. Den Kunstrasenplatz teilte sich die Mannschaft mit dem Verein SCE Rot-Weiss Bielefeld. In der 2. Bundesliga spielten die Bielefelderinnen von 2016 bis 2018 im Waldstadion im Stadtteil Quelle. Das Stadion liegt an der Marienfelder Straße östlich der Gesamtschule Quelle. Der Umzug nach Quelle war nötig geworden, da in der 2. Bundesliga keine Kunstrasenplätze erlaubt sind. Weitere Nutzer des Waldstadions sind der TuS Quelle sowie verschiedene Jugendmannschaften von Arminia Bielefeld. Für das DFB-Pokalspiel gegen den SV Victoria Gersten wichen die Bielefelderinnen in das Stadion Rußheide aus, da im DFB-Pokal der Frauen keine Spiele auf Kunstrasen erlaubt sind. Das Westfalenpokalendspiel im Jahre 2010 gegen den 1. FFC Recklinghausen sowie diverse DFB-Pokalspiele fanden dagegen in der SchücoArena statt.

Weitere MannschaftenBearbeiten

Die zweite Frauenmannschaft schaffte im Jahre 2009 den Aufstieg in die Landesliga, die nach nur einem Jahr wieder nach unten verlassen werden musste. Im Jahre 2019 gelang der erneute Aufstieg in die Landesliga. Die B-Juniorinnen spielten von 2010 bis 2014 in der Westfalenliga. Nach zwei Aufstiegen in Folge gelang 2019 der Aufstieg in die Regionalliga West.

StatistikBearbeiten

ErfolgeBearbeiten

SaisonbilanzenBearbeiten

Saison Liga Level Platz S U N Tore Punkte
2001/02 Landesliga, Gr. 2 IV 6. 9 1 10 37:39 28
2002/03 Landesliga, Gr. 2 IV 1. 15 2 3 66:22 47
2003/04 Verbandsliga Westfalen III 5. 14 6 8 84:62 48
2004/05 Verbandsliga Westfalen IV 5. 13 4 9 79:41 43
2005/06 Verbandsliga Westfalen IV 10. 6 8 10 43:51 26
2006/07 Verbandsliga Westfalen IV 6. 9 1 12 49:69 28
2007/08 Verbandsliga Westfalen IV 5. 13 8 9 59:43 41
2008/09 Westfalenliga IV 2. 19 2 5 91:26 59
2009/10 Westfalenliga IV 2. 20 4 4 81:35 64
2010/11 Westfalenliga IV 4. 15 4 7 64:45 49
2011/12 Westfalenliga IV 5. 13 4 9 58:59 43
2012/13 Westfalenliga IV 10. 9 3 14 48:71 30
2013/14 Westfalenliga IV 7. 16 5 9 86:52 53
2014/15 Westfalenliga IV 1. 26 1 3 135:38 79
2015/16 Regionalliga West III 1. 21 5 0 124:23 68
2016/17 2. Bundesliga Nord II 5. 10 2 10 44:54 32
2017/18 2. Bundesliga Nord II 8. 11 2 9 46:30 35
2018/19 Regionalliga West III 1. 23 1 2 123:36 70

DFB-PokalspieleBearbeiten

Die Liste führt alle DFB-Pokalspiele auf mit dem Ergebnis aus Sicht der Arminia. Der Spielort wird nur bei Heimspielen genannt.

Saison Runde Partie Ergebnis Spielort
2010/11 1 Arminia – SV Victoria Gersten 1:10 Stadion Rußheide
2016/17 1 FC Viktoria 1889 Berlin – Arminia 0:5
2 Arminia – FSV Gütersloh 2009 6:2 SchücoArena
Achtelfinale Arminia – VfL Wolfsburg 0:2 SchücoArena
2017/18 1 Herforder SV – Arminia 2:3 n. V.
2 Arminia – MSV Duisburg 2:1 SchücoArena
Achtelfinale Arminia – 1. FFC Turbine Potsdam 1:2 SchücoArena
2018/19 1 Magdeburger FFC – Arminia 2:5
2 Arminia – FSV Gütersloh 2009 1:0 SchücoArena
Achtelfinale Arminia – Bayer 04 Leverkusen 1:2 SchücoArena
2019/20 1 Eintracht Braunschweig – Arminia 1:3
2 Arminia – MSV Duisburg 0:0 n. V., 5:3 i. E. EDImedienArena
Achtelfinale

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Jens Kirschneck, Marcus Uhlig, Volker Backes, Olaf Bentkämper, Julien Lecoeur: Arminia Bielefeld – 100 Jahre Leidenschaft. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-479-0, S. 67.
  2. Matthias Arnhold: Markus Wuckel - Goals in International Matches. RSSSF, abgerufen am 5. Juni 2015 (englisch).
  3. Frauen machen Aufstieg perfekt. Arminia Bielefeld, abgerufen am 5. Juni 2015.
  4. Durchmarsch mit neuem "100-Tore-Sturm". (Nicht mehr online verfügbar.) WFLV, archiviert vom Original am 11. Juni 2016; abgerufen am 11. Juni 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wflv.de
  5. Großer Kampf wird nicht belohnt. Arminia Bielefeld, abgerufen am 3. Dezember 2016.
  6. Trauer und Tränen: Arminia Bielefelds Frauen am Abgrund. FuPa, abgerufen am 18. Mai 2018.
  7. Arminias Frauen sind schon Zweitligist. FuPa, abgerufen am 2. Mai 2019.

WeblinksBearbeiten