Armeno

italienische Gemeinde

Armeno (piemontesisch und lombardisch Armagn) ist eine Gemeinde mit 2162 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) östlich und oberhalb des Ortasees in der italienischen Provinz Novara (NO) der Region Piemont.

Armeno
?
Armeno (Italien)
Armeno
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Novara (NO)
Koordinaten 45° 49′ N, 8° 27′ OKoordinaten: 45° 49′ 0″ N, 8° 27′ 0″ O
Höhe 523 m s.l.m.
Fläche 31 km²
Einwohner 2.162 (31. Dez. 2019)[1]
Postleitzahl 28011
Vorwahl 0322
ISTAT-Nummer 003006
Volksbezeichnung Armeniesi
Schutzpatron Santa Maria Assunta
Website http://www.comune.armeno.no.it/
Die gotische Kirche Santa Maria Assunta

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt über dem Ortasee am Hang des Monte Mottarone, dessen Hauptzufahrtsstrasse in der Gemeinde beginnt. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 31 km² und ist damit eine der größten der Provinz Novara, deren nördlichstes Mitglied die Gemeinde Armeno bildet.

Die Nachbargemeinden sind Ameno, Brovello-Carpugnino, Colazza, Gignese, Massino Visconti, Miasino, Nebbiuno, Omegna, Pettenasco und Pisano.

GeschichteBearbeiten

Die ältesten Spuren auf Armenos Gemeindegebiet gehen auf die Eisenzeit zurück, die auf eine Anwesenheit von Liguren zu dieser Zeit schließen lassen, später gefolgt von Etruskern und Galliern. In der Römerzeit führte die über Omegna zum Simplonpass führende Via Settimia an Armeno vorbei.

Um 1000 wird Armeno erstmals als Armignus urkundlich erwähnt.[2] Im Mittelalter war die Stadt Riviera d'Orta ein wichtiger Bezugspunkt für den Ort. Davon zeugt auch die romanische Kirche im Ort, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.[3] Das heutige Gemeindegebiet Armenos umfasst das 1928 durch eine Gemeindefusion mit den früheren Gemeinden Sovazza und Coiromonte (bis 1868 Coiro[4]) zu Armeno gekommene Gemeindegebiet.[5] 1978 gründet Michel Montecrossa in Coiromonte am Fuss des Monte Falò die heute noch bestehende hinduistische Kommune Mirapuri.[6]

BevölkerungBearbeiten

Armeno erreichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts im bis zu 3.315 Einwohner bei der Volkszählung 1911 die historisch höchste Zahl an Einwohnern. Insbesondere in der Zwischenkriegszeit sank dann die Bevölkerung im Ort jedoch wieder rapide und erreichte 1971 mit 2.082 ihren Tiefstpunkt, seither bewegt sich die Einwohnerzahl der Gemeinde stetig zwischen 2.150 bis 2.300 Bewohnern.[7]

2019 gehörten 11,2 % der Anwohner zur Gruppe der 0–14-Jährigen, 62,1 % gehörten zur Altersgruppe von 15–64 und 26,7 % war über 65 oder älter. Insbesondere die Personen im Rentenalter nahmen in den vergangenen 20 Jahren zu Lasten der 15–64-Jährigen um über 5% zu.[8]

Jahr Einwohner
1861 2.804
1871 3.072
1881 3.043
1901 3.157
1911 3.315
Jahr Einwohner
1921 3.105
1931 2.697
1934 2.584
1951 2.290
1961 2.160
Jahr Einwohner
1971 2.082
1981 2.165
1991 2.166
2001 2.187
2011 2.201
Jahr Einwohner[9]
2011 2.197
2013 2.196
2015 2.167
2017 2.216
2019 2.155

PolitikBearbeiten

Amtierende Bürgermeisterin des Orts ist seit 2019 Maria Lavarini.[10] Stellvertretender Bürgermeister ist Carlo Buzio und als weiteres Mitglied gehört Orietta Frascoia dem Gemeinderat an.[11]

Die Legislative wird gebildet von einem 13-köpfigen Rat.[12] Bei den letzten Wahlen am 26. März 2019 traten zwei Listen an. Siegreich war die Liste „Fare per Armeno“ mit 697 Stimmen (53,53%) vor der Liste „Uniti per Armeno“ mit 605 Stimmen (46,47%).[13]

Die Gemeinde gehört der Unione Montana due Laghi an, die die Gemeinden der Region vereint.[14]

WirtschaftBearbeiten

Die Landwirtschaft mit Viehzucht ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft, wobei die lokale Bevölkerung ihr Vieh jeweils im Sommer auf die Alp trieb.[15] An die Bedeutung der Landwirtschaft erinnert auch die jeweils im Oktober stattfindende Braunvieh-Ausstellung, die gleichzeitig auch Viehmarkt ist.[2]

Industrie siedelte sich erst später in der Gemeinde an. In den 1920er-Jahren begann die Firma Righi in Armeno mit der Produktion von Stahlblechen. Später folgten die Strumpfwarenfabrik Anchisi, der Autoersatzteilehersteller Falga und der Haushaltswarenhersteller Tracanzan Alfa.[15]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Museo degli Alberghieri

Durch seine Lage am Monte Mottarone und in der Nähe Ortasee war Armeno schon immer ein klassischer Ferienort. Ganz in der touristischen Tradition des Ortes steht auch das einzige Museum der Gemeinde, das Museo degli Alberghieri, zu deutsch Museum der Hoteliers. Dieses erzählt die Geschichte von aus dem Ort kommenden Hoteliers, die sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht haben.

Die Hauptattraktion des Ortes ist neben dem eigentlichen Ortskern die an der Viale Luigi Cadorna liegende gotische Pfarrkirche Santa Maria Assunta (Maria Himmelfahrt) aus dem 12. Jahrhundert. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die beiden Kirchen San Giuseppe an der Via Roma sowie die Kirche Sant'Anna. Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammt das Casa Valle am Piazza Vittoria.[16]

BildungBearbeiten

Im Ort gibt es an der Via Badanelli einen Kindergarten sowie zentral zentral am Piazza della Vittoria gelegen eine Primar- sowie Sekundarschule.[17]

VerkehrBearbeiten

In Armeno hält eine unregelmäßig verkehrende Buslinie von Autoservizi Comazzi, die auf der Linie BorgomaneroGozzano–Armeno–Omegna verkehrt[18], daneben besitzt der Ort keinen Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Der nächste Bahnhof liegt im drei Kilometer entfernten San Giulio, dass an der Bahnstrecke Novara–Domodossola liegt.

Der nächstgelegene Autobahnanschluss an die A26 befindet sich in Borgomanero. Über Provinzstraßen erreicht man von Armeno aus die Nachbarorte Miasino, Gignese, Agrano und Omegna.[19]

WeblinksBearbeiten

Commons: Armeno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. a b Armeno am Ortasee. In: ortasee-info.de. Abgerufen am 1. November 2021.
  3. Storia. Comune di Armeno, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  4. R.D. N. 4703 del 29/10/1868. In: elesh.it. Abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  5. R.D. N. 2375 del 27/09/1928. In: elesh.it. Abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  6. Mirapuri. Abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  7. Censimenti popolazione Armeno 1861-2011. In: tuttitalia.it. Abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  8. Indici demografici e Struttura di Armeno. In: tuttitalia.it. Abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  9. Popolazione Armeno 2001-2019. In: tuttitalia.it. Abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  10. Sindaco. Comune di Armeno, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  11. Giunta comunale. Comune di Armeno, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  12. Consiglio comunale. Comune di Armeno, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  13. Elezioni Amministrative Comunali 2019. Comune di Armeno, abgerufen am 2. November 2021 (italienisch).
  14. I comuni. Unione Montana due Laghi, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  15. a b Economia. Comune di Armeno, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  16. Cosa vedere. Comune di Armeno, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).
  17. Scuole. Comune di Armeno, abgerufen am 2. November 2021 (italienisch).
  18. Orario invernale. Autoservizi Comazzi, abgerufen am 2. November 2021 (italienisch).
  19. Trasporti. Comune di Armeno, abgerufen am 1. November 2021 (italienisch).