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Arbeitsmarktservice (AMS) ist ein Dienstleistungsunternehmen am Arbeitsmarkt in Österreich. Es erfüllt die Funktionen eines öffentlich-rechtlichen Arbeitsamts, und vermittelt Arbeitskräfte auf offene Stellen und unterstützt die Eigeninitiative von Arbeitslosen und Unternehmen als Arbeitgeber durch Beratung, Information, Qualifizierung und finanzielle Förderung.

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AMS-Logo
Staatliche Ebene Bundesebene, Landesebene, Regionalebene
Stellung Öffentliches Unternehmen
Aufsicht Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
Gründung 1. Juli 1994 aus der Arbeitsmarktverwaltung (AMV)
Hauptsitz Bundesgeschäftsstelle: Wien 20 Brigittenau Treustraße
Leitung Vorstand: Herbert Buchinger und Johannes Kopf
Mitarbeiter ~6300 (~5600 Planstellen)
Website www.ams.at

ZieleBearbeiten

Ziel des Arbeitsmarktservice ist gemäß § 29 AMSG, im Rahmen der Vollbeschäftigungspolitik der Bundesregierung zur Verhütung und Beseitigung von Arbeitslosigkeit unter Wahrung sozialer und ökonomischer Grundsätze im Sinne einer aktiven Arbeitsmarktpolitik auf ein möglichst vollständiges, wirtschaftlich sinnvolles und nachhaltiges Zusammenführen von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage hinzuwirken.

OrganisationBearbeiten

Mit dem AMSG vom 1. Juli 1994 wurde die Arbeitsmarktverwaltung (AMV) aus dem Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales ausgegliedert und das Arbeitsmarktservice (AMS) als Dienstleistungsunternehmen des öffentlichen Rechts konstituiert.

Das Arbeitsmarktservice ist in eine Bundes-, neun Landes- und 104 Regionalorganisationen (inkl. 6 Zweigstellen) gegliedert. Auf all diesen Ebenen werden die Sozialpartner (Vertreter von Wirtschaftskammer, Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte, Österreichischer Gewerkschaftsbund und Vereinigung der österreichischen Industrie) in die Geschäfte miteinbezogen und wirken auf jeder Organisationsebene an der Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik (Arbeitsprogramme der Länder) und am Controlling der Organisation mit. Auf Bundesebene agiert der Verwaltungsrat.

Die Durchführung der Aufgaben obliegt geschäftsführenden Organen:

  • auf Bundesebene dem Vorstand,
  • auf Landesebene dem Landesgeschäftsführer
  • auf Regionalebene dem Leiter der regionalen Geschäftsstelle.

Die jeweilige Geschäftsführung wird bei der Umsetzung der Arbeitsmarktpolitik durch Geschäftsstellen unterstützt.

MitarbeiterBearbeiten

Im Jahr 2017 waren 5.606 Planstellen (gerechnet in Vollzeit-Stellen) mit 6.284 Mitarbeitern zum Stichtag 31. Dezember 2017 besetzt. Zudem sind beim AMS rund 74 Lehrlinge tätig, davon sind 44 weiblich.[1][2]

Das Budget für 2019 sieht vor, dass bis Ende 2020 bis zu 200 Planstellen abgebaut werden sollen.[2]

AgendenBearbeiten

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Informationen über Kursangebote (z.B. Karrierekompass, Berufsberatung/Orientierung und Projekte) sowie frische Zahlen zu Fort- und Weiterbildungen fehlen
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

ArbeitsuchendenvermittlungBearbeiten

  Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2013 nicht mehr aktuell zu sein: Erster Absatz beinhaltet Werte und Angaben, die über 2012 nicht hinausgehen
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wichtigste Aufgabe des AMS ist die Vermittlung von Arbeitssuchenden auf offene Stellen. Die Arbeitslosigkeit in Österreich nahm infolge der Wirtschaftskrise des Jahres 2009 deutlich zu. In den Jahren 2010 und 2011 sank die Arbeitslosigkeit wieder, konnte jedoch das Niveau von 2008 bei weitem nicht erreichen. Für das Jahr 2012 ist wiederum eine leicht steigende Arbeitslosigkeit prognostiziert. Innerhalb der EU weist Österreich die niedrigste Arbeitslosenquote aller EU-Staaten aus.[3]

Die Vergabe von Aufträgen für die Abhaltung von Kursen ist seit 2002 einheitlich geregelt: Bund, Länder und Gemeinden hatten bis dahin eigene Ausführungsregeln. Institute, die Kurse im Bereich der Erwachsenenbildung anbieten, müssen sich um die bisher durchgeführten Kurse neu bewerben. Immer wieder wird die Kritik geäußert, dass als Folge davon vielfach ein Wettbewerb um den Preis (Billigstbieter), aber kein Qualitätswettbewerb (Bestbieter) zu beobachten sei. In diesem Vergabeverfahren ist keine Evaluation vorgesehen, d. h., die bisherigen Erfahrungen mit einem Kursanbieter dürfen laut Gesetz die Vergabe nicht beeinflussen.

Weiterbildung von ArbeitsuchendenBearbeiten

Etwa 50.000 Arbeitssuchende werden im Schnitt pro Monat vom Arbeitsmarktservice in diversen Schulungen mit dem Ziel der Verbesserung ihrer Arbeitsmarktchancen qualifiziert (Berufliche Weiterbildung). Arbeitssuchende werden in der offiziellen behördlichen Statistik nicht als solche geführt, wenn sie sich in Schulungen und Coachingkursen befinden, aber auch wenn sie sich im Krankenstand befinden, eine Bezugssperre haben oder den Pensionsvorschuss beziehen. Dies wird von Kritikern als Methode zur Verschleierung der tatsächlich vorhandenen Arbeitslosigkeit gesehen. Das Arbeitsmarktservice selbst widerspricht dieser Argumentation und verweist darauf, dass die Anzahl an Personen in Schulung extra ausgewiesen wird.

Leistungen nach dem ArbeitslosenversicherungsgesetzBearbeiten

Das AMS ist nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) für folgende Leistungen zuständig:

Frauen mit einem Anspruch auf Arbeitslosengeld konnten für Geburten vor dem 1. Juli 1997 Karenzurlaubsgeld beim AMS beziehen. Für Geburten danach sind durch eine Gesetzesänderung die Gebietskrankenkassen zuständig. 2002 wurde das Karenzurlaubsgeld durch das Kinderbetreuungsgeld abgelöst, das ebenfalls von den Krankenkassen ausbezahlt wird.

KritikBearbeiten

Kritik kam im Mai 2006 vom Rechnungshof, der eine Ineffizienz des AMS Wien feststellte und zudem die Intimsphäre der Kunden durch die Unterbringung mehrerer Team-Mitarbeiter im selben Zimmer ohne räumliche Trennung verletzt sah.[5][6][7]

  • personelle Überbesetzung von Teilbereichen des AMS Wien,
  • nicht zufriedenstellende Zusammenarbeit der Abteilungen untereinander,
  • Defizite im Führungsverhalten der Abteilungsleiter bei den Regionalen Geschäftsstellen,
  • und Nichterfüllung der Vermittlungsvorgaben durch das AMS Wien.

DatenschutzBearbeiten

2003 wurde das AMS von der Datenschutzorganisation ARGE Daten kritisiert, da für ein bestimmtes Angebot im World Wide Web die Sozialversicherungsnummer verlangt wurde. Laut gesetzlicher Vorgaben ist diese nur für gesundheitsbezogene Angelegenheiten zu verwenden.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. AMS Geschäftsbericht 2017. Abgerufen am 1. März 2019
  2. a b Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales. parlament.gv.at, Abgerufen am 1. März 2019
  3. Stand Jänner 2012/Quelle: EUROSTAT
  4. AMS: Berechnung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld
  5. Rechnungshofkritik. In: ORF ticker. Archiviert vom Original am 26. November 2015; abgerufen am 5. Oktober 2018.
  6. Bericht des Rechnungshofes Bund 2007/4, S. 281–308. Mai 2006, abgerufen am 5. Oktober 2018. S. 282, S. 291.
  7. VP-Tschirf: Rechnungshof bestätigt Kritik der ÖVP Wien am AMS Wien. In: www.ots.at. 30. Mai 2006, abgerufen am 5. Oktober 2018.