Arbeitsgemeinschaft

Zusammenschluss mehrerer natürlicher oder juristischer Personen, um gemeinsame Ziele zu erreichen

Eine Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer natürlicher oder juristischer Personen, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Der Nutzen einer Arbeitsgemeinschaft liegt in der Regel im koordinierten, also aufeinander abgestimmten und untereinander informativen Zusammenarbeiten und Zusammenwirken. Dazu werden die materiellen (Finanzmittel, Geräte usw.) und immateriellen (Wissen, Beziehungen usw.) Ressourcen der Mitglieder gemeinsam genutzt.

Gegründet und genutzt wird eine Arbeitsgemeinschaft (auch meistens als reine Arbeitsmethode) von nachfolgend genannten verschiedenen Formen der Gesellschaft.

Das Zusammenschließen von Einzelpersonen, Gruppen, Unternehmen, Parteien, wirtschaftlichen, politischen und auch staatlichen Organisationen, Institutionen, Vereinen, Verbänden, Referaten, Gemeinschaften, (Schul-)Klassen, Schülern, Studenten usw. kennzeichnet die Arbeitsgemeinschaft.

Vorteile von ArbeitsgemeinschaftenBearbeiten

Die (gemeinsamen) Vorteile für das einzelne Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft sind:

  • Mehr fachbezogenes Wissen des einzelnen Mitglieds einer AG über das vorhandene Problem wird durch das Plenum (gemeinsamer Treffpunkt der AG für die Mitglieder) bekannt.
  • Der Grund bzw. die Ursache für das vorhandene Problem, welches von der AG angegangen wird, kann von allen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft erkannt werden. Das Betrachtungsspektrum der angegangenen Problematik wird in der Regel erweitert.
  • Die Auswirkungen, welche das Problem entweder auf ein oder auf alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft hat (Problematik), können und werden gemeinschaftlich diskutiert und behandelt werden. Jedes Mitglied einer AG hat mehrere Informationen über die weiteren Komponenten, welche zur Entstehung der Arbeitsgemeinschaft geführt haben.

Dynamik einer ArbeitsgemeinschaftBearbeiten

 
TZI-Dreieck

Eine Arbeitsgesemeinschaft besteht aus den einzelnen Teilnehmern, der Gruppe, dem Thema und dem Umfeld, in dem die Gruppe arbeitet. Diese vier Faktoren stehen in direkter Beziehung zueinander, beeinflussen sich gegenseitig und sie verändern sich in der Beziehung zueinander ständig. Mal steht der Einzelne eher im Vordergrund, mal das Thema oder die Gruppe oder das Umfeld. Gut gelingt die Arbeit einer Gruppe, wenn die Faktoren in einer ausgewogenen Balance zueinander sind. Nicht gleichzeitig, sondern in einer gesunden Dynamik. Dies zu fördern ist die Aufgabe des Gruppenleiters beziehungsweise jedes einzelnen Teilnehmers. Beschrieben sind diese Vorgänge in der Methode der Themenzentrierten Interaktion.

In jeder Arbeitsgruppe bringen die Teilnehmer unterschiedliche Kenntnisse und Erfahrungen mit. Sie haben eigene Ziele und unterschiedliche Motivation. In der Gruppe übernehmen sie verschiedene Rollen und zeigen entsprechendes Verhalten. Anerkennung und Macht, Partnerschaft und Konkurrenz, Angst und Mut, Zuneigung und Abneigung – das alles beeinflusst die gemeinsamen Interaktionen. Auch wenn das Thema allen bekannt scheint, verschieben sich die Themen schleichend oder plötzlich in ganz andere Richtungen. Diese Gruppendynamik wirkt in jeder Gruppe und ist Teil des gemeinsamen Lernens.

Auch das persönliche Umfeld (Familie, soziale Schicht) und das gemeinsame (Kollegen, Hierarchie, Firma, Politik, Kultur, Umwelt) beeinflussen das was erstrebenswert und möglich erscheint meist stärker als es einem bewusst ist. Die Dynamik in einer Arbeitsgruppe ist sehr vielschichtig. Je ganzheitlicher die Gruppe arbeitet, desto besser werden die Ergebnisse.

Arten von ArbeitsgemeinschaftenBearbeiten

Wirtschaftliche ArbeitsgemeinschaftBearbeiten

Im Wirtschaftsleben bezeichnet Arbeitsgemeinschaft die Kooperation mehrerer Unternehmen zum Zwecke der Durchführung eines gemeinschaftlichen (Bau-)Projekts in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Arbeitsgemeinschaft öffentlicher KörperschaftenBearbeiten

In Deutschland können die Länder und die Kommunen zur Zusammenarbeit auf verschiedensten Gebieten (z. B. Planungskoordination und interkommunale Zusammenarbeit) Arbeitsgemeinschaften bilden.

Die ehemaligen Arbeitsgemeinschaften von kommunalen Trägern und der Bundesagentur für Arbeit (ARGE), die nach § 44b SGB II alte Fassung durch privatrechtliche oder öffentlich-rechtliche Verträge errichtet wurden, um die jeweiligen Aufgaben nach dem SGB II (der Grundsicherung für Arbeitssuchende) einheitlich wahrzunehmen, hat das Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt[1]. Mit der Einführung des Art. 91e GG wurden diese durch die Jobcenter abgelöst.

Arbeitsgemeinschaften in SchulenBearbeiten

An den meisten Schulen in Deutschland werden Arbeitsgemeinschaften (abgekürzt AG) angeboten, die außerhalb des Pflichtunterrichts freiwillig besucht werden können. AGs können zu fast allen erdenklichen Themen gegründet werden, traditionell gibt es an den meisten Schulen Arbeitsgemeinschaften für Musik (z. B. Schulchor, Schulband), Sport (z. B. Leichtathletik) und AGs, die sich mit dem Zusammenleben in der Schulgemeinde befassen, wie beispielsweise Schülerzeitungen. Man unterscheidet AGs, die von Schülern, und AGs, die von Lehrern geleitet werden.

In der DDR waren Arbeitsgemeinschaften Gruppen von Schülern mit gemeinsamen Interessen, z. B. Technik, Foto, Naturschutz, die sich meist wöchentlich unter Anleitung eines Lehrers oder Fachkundigen in Schulen, aber oft auch in Pionierhäusern u. ä. Einrichtungen trafen.

Arbeitsgemeinschaften an HochschulenBearbeiten

An Hochschulen werden manche Lehrveranstaltungen als Arbeitsgemeinschaft abgehalten – Abkürzung: AG. Ziel ist es, den in der Vorlesung vermittelten Stoff in kleineren Gruppen zu vertiefen bzw. anhand von Aufgaben einzuüben. Dies geschieht etwa auch in Form von sogenannten Repetitorien vor den Examina, die von älteren Studierenden oder kommerziell orientierten Repetitoren angeboten werden.

Arbeitsgemeinschaften von ParteienBearbeiten

In der SPD, in der CSU, bei den Grünen, bei der Linken und bei den Piraten werden Unterorganisationen „Arbeitsgemeinschaften“ genannt. In der CDU gibt es „Fachausschüsse“,[2] in der FDP „Vorfeldorganisationen“.[3]

Arbeitsgemeinschaften im SportBearbeiten

Im Sport bezeichnet man Zusammenschlüsse von Vereinen, um gemeinsame Ziele zu verwirklichen, als Arbeitsgemeinschaften. Dies kann regional geschehen, z. B. der Zusammenschluss mehrerer Vereine einer Kommune oder eines Landkreises, um die sportliche Infrastruktur gemeinsam zu entwickeln und zu nutzen und ihre Interessen in den kommunalen Strukturen besser zur Geltung zu bringen. Ebenso gibt es Arbeitsgemeinschaften von Vereinen mit den gleichen Sportarten, um z. B. gemeinsam Personal zu beschäftigen oder um gemeinsame Trainingslager oder Wettkämpfe durchzuführen.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BVerfG, 2 BvR 2433/04 vom 20. Dezember 2007
  2. https://www.cdu.de/partei/fachgremien
  3. https://www.fdp.de/content/untergliederungen-vorfeld