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Saudi Aramco

Saudi-arabischer Ölkonzern
(Weitergeleitet von Aramco)
Saudi Aramco

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Rechtsform Staatsunternehmen (seit 1980)
Gründung 1933
Sitz Dhahran, Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien
Leitung Amin H. Nasser (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 65.266 (2015)[2][3]
Umsatz 478 Mrd. USD (2015)[4]
Branche Erdöl, Erdgas
Website www.saudiaramco.com

Hauptverwaltung von Saudi Aramco in Dhahran

Saudi Aramco (1944 bis 1988 Arabian-American Oil Company, abgekürzt ARAMCO, arabisch أرامكو السعودية, Aramco as-saʿūdiyya) ist derzeit (2019) die größte Erdölfördergesellschaft der Welt mit Unternehmenssitz im saudi-arabischen Dhahran.

2018 betrug der Nettogewinn laut Ratingagentur Moody’s 111,1 Milliarden US-Dollar. Fitch Ratings zufolge betrug der Bruttogewinn des Unternehmens im Jahr 2018 224 Milliarden US-Dollar.[5]

Laut dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman soll sich der Wert des Unternehmens auf 2 Billionen US-Dollar beziffern. Konservativere Schätzungen gehen von 500 Milliarden Dollar aus.[6]

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 ergab, dass die von Saudi Aramco produzierten fossilen Energieträger einen Ausstoß von 56,29 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent seit 1965 verursachten. Die Forscher folgerten, dass das Unternehmen so für den weltweit höchsten Ausstoß mit 4,38 % aller Emissionen in diesem Zeitraum verantwortlich sei.[7]

Saudi Aramco konzipierte und errichtete die 2009 gegründete Eliteuniversität KAUST, die verschiedene Forschungszentren des Mineralölkonzerns umfasst.[8]

GeschichteBearbeiten

California-Arabian Standard Oil (ab 1933)Bearbeiten

Die US-amerikanische Firma Standard Oil of California erhielt 1933 von Saudi-Arabien die Konzession zur Ölsuche. Hierzu gründete sie die California-Arabian Standard Oil Co. Im Jahre 1936 übernahm die Texas Oil Co. die Hälfte der Anteile. Im Jahre 1938 wurde erstmals Erdöl gefunden.

Arabian-American Oil Company (ab 1944)Bearbeiten

1944 wurde der Name in Arabian-American Oil Company (ARAMCO) geändert.

Ab 1948 war das Unternehmen im Besitz von vier US-amerikanischen Erdölkonzernen. Hierfür übernahmen Standard Oil of New Jersey (später Exxon) 30 % und Socony Vacuum (später Mobil Oil) 10 % der Anteile. Beide Firmen waren Nachfolger der 1911 zerschlagenen Standard Oil Company und sind seit 1999 als ExxonMobil wieder vereinigt. Die beiden ursprünglichen Gesellschafter reduzierten ihre Anteile auf jeweils 30 %.

Zwischen 1972 und 1980 wurde ARAMCO von der saudi-arabischen Regierung verstaatlicht.

Saudi Aramco (ab 1988)Bearbeiten

1988 wurde das Unternehmen in Saudi Aramco umbenannt. Im Jahr 2000 wurde Saudi Aramco von der Fachzeitschrift Petroleum Intelligence Weekly zum elften Mal zur größten Erdölfördergesellschaft der Welt erklärt. 2019 kaufte Saudi Aramco 70 % der Anteile an der Saudi Basic Industries Corporation, dem größten petrochemischen Produzenten des Landes. Die Transaktionssumme lag bei 69 Mrd. US-Dollar.[9]

Der saudische Staat möchte den Konzern innerhalb der nächsten Jahre an die Börse bringen. Der Börsengang könnte der größte aller Zeiten werden.[10] Die Aktien sollen ab 4. Dezember 2019 gezeichnet und ab 11. Dezember 2019 gehandelt werden können.[11]

Angriffe vom 14. September 2019Bearbeiten

Im Rahmen des Bürgerkrieges im Jemen wurden am 14. September 2019 zwei Schlüsselanlagen von Saudi Aramco zum Ziel von Angriffen durch Drohnen, nämlich die Ölverarbeitung von Abqaiq und das große Ölfeld von Churais. Abqaiq gilt mit sieben Millionen Barrel verarbeitetem Rohöl pro Tag als eine der wichtigsten Erdölraffinerien der Welt. Jemenitische Huthi-Rebellen bekannten sich zu den Attacken.[12] In der Folge brach die Ölproduktion von Aramco nach Schätzungen um die Hälfte ein.[13] US-Außenminister Mike Pompeo teilte anschließend mit, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass es tatsächlich Drohnen aus dem Jemen waren, die die Anlagen beschädigt hatten, und beschuldigte stattdessen den Iran, für die Angriffe verantwortlich zu sein.[14] Als Beleg wurden Satellitenbilder veröffentlicht, die anhand von Einschlagsstellen und Schadensmustern der präzisen Treffer belegen sollen, dass die Flugkörper nicht aus Richtung des rund 800 km entfernten Jemen im Süd-Westen gekommen waren, sondern eher aus Nord-Westen.[15]

Aktiengesellschaft ab Dezember 2019Bearbeiten

Nach mehrmaligen Verschiebungen wurde im November 2019 von der saudi-arabischen Kapitalmarktbehörde die offizielle Genehmigung für einen Börsengang erteilt. Die Aktien sollen ab Dezember 2019 auf der Wertpapierbörse Tadawul in Riad gehandelt werden.[16]

KennzahlenBearbeiten

Nach eigenen Angaben (Stand: 2016) fördert Saudi Aramco 10,2 Mio. Barrel Rohöl pro Tag und verfügt über Reserven von 261,1 Mrd. Barrel Rohöl.[17] Saudi Aramco ist damit der größte erdölfördernde Konzern weltweit.

Saudi Aramco beschäftigt rund 55.000[3] oder 65.000[17] Mitarbeiter weltweit.

Mit geschätzten 2 Billionen US-Dollar Unternehmenswert ist Saudi Aramco laut Financial Times das wertvollste Unternehmen der Welt.[18][19][20]

Mit dem Ghawar-Ölfeld gehört ihr das größte Ölfeld der Welt. Es wurde bereits 2006 gemäß der Peak-Oil-Theorie vermutet, dass dieses Ölfeld sein Fördermaximum erreicht und schon begonnen habe, jährlich etwa acht Prozent weniger Rohöl zu produzieren.[21][22] Abdallah Dschumʿa, CEO von Aramco, zufolge (2008) seien jedoch die Befürchtungen zum globalen Fördermaximum drastisch übertrieben.[23][24][25]

Rabigh Refining and PetroRabighBearbeiten

2008 trennte sich Aramco von einem Viertel der Anteile an der Rabigh Refining and PetroRabigh und ließ diese als Tochterunternehmen an die Börse gehen.[26] Heute halten Aramco und die japanische Firma Sumitomo Chemicals jeweils 37,5 % der Aktien, die übrigen 25 % befinden sich in Streubesitz.

ProjekteBearbeiten

Langfristiges Ziel ist, nicht mehr Erdöl als Rohstoff zur Herstellung von Basischemikalien an die produzierende Chemieindustrie zu verkaufen, sondern künftig selbst als Produzent von Basischemikalien aufzutreten. Notwendiges Know-how ausländischer Firmen wird durch Beteiligungen eingekauft. Prinzipiell wäre es dem Staatsunternehmen Saudi Aramco mit 365 Mrd. US$ Jahresumsatz (2012) auch möglich, diese Firmen (und Konzerne) über die Börse komplett aufzukaufen.

  • Seit Juni 2013 partizipiert Dow Chemical über seine Beteiligung an Sadara in Jubail auch an der dortigen weltgrößten Butanol-Produktionsanlage.[32] Die neu gegründete Firma SaBuCo stellt 1-Butanol und Isobutanol her.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.saudiaramco.com/en/home/about/governance/leadership-team/amin-h--nasser.html
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 6. Juni 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saudiaramco.com
  3. a b Mitarbeiter von Saudi Aramco. (Nicht mehr online verfügbar.) aramco.jobs, archiviert vom Original am 30. April 2016; abgerufen am 29. März 2016 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aramco.jobs
  4. http://www.worldatlas.com/articles/biggest-oil-companies-in-the-world.html
  5. Weltweit größter Ölkonzern: 111,1 Milliarden Dollar Gewinn für Saudi Aramco. In: Spiegel Online. 1. April 2019 (spiegel.de [abgerufen am 1. April 2019]).
  6. Marcus Theurer, Markus Frühauf: Geplanter Börsengang: Wie viel ist der Ölgigant Aramco wirklich wert? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. April 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 5. Juli 2017]).
  7. Revealed: the 20 firms behind a third of all carbon emissions. The Guardian, abgerufen am 9. Oktober 2019 (englisch).
  8. Saudi Aramco Research Center at KAUST. (Memento des Originals vom 15. Juli 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saudiaramco.com Saudi Aramco, 16. Dezember 2016,
  9. Saudi Aramco Agrees to Buy 70% Stake in SABIC from Kingdom’s Public Investment Fund | SUSTG.com – News, Analysis, and Features on all things Saudi Arabia. Abgerufen am 6. Juli 2019 (amerikanisches Englisch).
  10. Marcus Theurer, Markus Frühauf: Geplanter Börsengang: Wie viel ist der Ölgigant Aramco wirklich wert? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. April 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 5. Juli 2017]).
  11. Hanno Mußler: Saudi Aramco in den Startlöchern. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Oktober 2019, S. 17. Online-Version, abgerufen am 31. Oktober 2019.
  12. „Saudi Arabia oil facilities ablaze after drone strikes“ BBC vom 14. September 2019
  13. „Huthi-Rebellen greifen zwei Standorte von Saudi Aramco an – Ölproduktion halbiert“ handelsblatt.com vom 14. September 2019
  14. „Iran rejects US accusation over drone attacks on Aramco plants“ aljazeera.com vom 15. September 2019
  15. „Was die Satellitenbilder über die Angreifer verraten“ Die Welt vom 16. September 2019
  16. Saudischer Ölriese betritt Börsenwelt. In: orf.at. 3. November 2019, abgerufen am 3. November 2019.
  17. a b Who we are www.saudiaramco.com, abgerufen am 5. November 2016 (englisch).
  18. Big Oil, bigger oil. In: Financial Times, 4. Februar 2010. 
  19. Texas Enterprise – What’s the Value of Saudi Aramco? by Sheridan Titman. 9. Februar 2010. Abgerufen am 29. Juni 2014.
  20. Christopher Helman: The World’s Biggest Oil Companies. In: Forbes, 9. Juli 2010. 
  21. The World’s Largest Oil Field is Dying (Memento vom 18. August 2006 im Internet Archive)
  22. Is Saudi supply pushing its limit? (Memento vom 28. Mai 2009 im Internet Archive)
  23. [1] Aramco chief says world’s Oil reserves will last for more than a century, ogj.com, Oil and Gas Journal, Detailseite nicht mehr erreichbar 1. April 2019.
  24. Rising to the Challenge: Securing the Energy Future Jum’ah Abdallah S. World Energy Source (Memento vom 4. April 2013 im Internet Archive)
  25. Aramco Chief Debunks Peak Oil (Memento vom 15. Februar 2012 im Internet Archive) 17. Januar 2008.
  26. Financial Times Deutschland: Aramco-Tochter kommt an die Börse (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.today) Detailseite nicht mehr erreichbar 1. April 2019.
  27. Chemweek’s Business Daily, vom 25. Juli 2011.
  28. Linde to build world’s largest CO2 purification and liquefaction plant the-linde-group.com, Linde, 22. August 2013, abgerufen 1. April 2019.
  29. Riesenauftrag für Uhde aus Saudi-Arabien thyssenkrupp.com, Pressemitteilung 5. Mai 2003, abgerufen 1. April 2019.
  30. Präsentation des SADARA-Projekts (Memento des Originals vom 3. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kacstpetrochem.org
  31. Sadara-Projekt 2014.
  32. SaBuCo to build world’s largest butanol plant: 330.000 jato Butanol, 11.000 jato i-Butanol. - SaBuCo (Memento vom 2. Mai 2014 im Internet Archive)

Koordinaten: 26° 18′ 36,7″ N, 50° 7′ 57,4″ O