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Doldige Gänsekresse

Art der Gattung Gänsekressen (Arabis)
(Weitergeleitet von Arabis ciliata)
Doldige Gänsekresse
Doldige Gänsekresse (Arabis ciliata), Illustration

Doldige Gänsekresse (Arabis ciliata), Illustration

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Arabideae
Gattung: Gänsekressen (Arabis)
Art: Doldige Gänsekresse
Wissenschaftlicher Name
Arabis ciliata
Clairv.

Die Doldige Gänsekresse (Arabis ciliata) ist ein Vertreter der Gänsekressen (Arabis).

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Die Doldige Gänsekresse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Sie erreicht Wuchshöhen von 6 bis 30 cm. Die Blätter sind, tragen abstehende Haare, angedrückte zweispaltige Haare fehlen. Die Stängelblätter sitzen mit angerundetem oder verschmälertem Grund.

Die Kelchblätter sind rund 2 mm lang und an der Spitze häufig violett. Die Kronblätter sind 3,5 bis 5 mm lang und weiß. Blütezeit ist Mai bis Juli, die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder Selbstbestäubung.

Die Schote ist abstehend, zusammengedrückt und 1,6 bis 2,2 cm lang, und 1 bis 1,3 mm breit. Sie sitzt an einem 3 bis 5 mm langen Stiel. Die Fruchtklappen sind flach, über den Samen leicht höckrig, die Mittelader ist schwach ausgeprägt. Die Samen sitzen in einer Reihe, springen also bis zur Mitte der Scheidewand vor und bilden eine Längszeile. Die Samen sind nicht geflügelt.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 16.[1]

 
Herbarbelege

VorkommenBearbeiten

Die Doldige Gänsekresse kommt in den Alpen verbreitet vor, in den Voralpen ist sie selten. Sie wächst auf Matten, in subalpinen und alpinen Steinrasen und in feinem Gesteinsschutt. Sie kommt bevorzugt auf frischen, kalkhaltigen, steinigen Böden in der montanen bis alpinen Höhenstufe vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie auf dem Plateau des Großen Daumen in Bayern bis zu einer Höhenlage von 2200 Metern auf.[2]

Pflanzensoziologisch ist sie eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia albicantis.[1]

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst die Pyrenäen, den Apennin, die Alpen und andere Gebirge Mitteleuropas und der Balkanhalbinsel.[3]

TaxonomieBearbeiten

Synonyme für Arabis ciliata Clairv. sind Arabis arcuata Shuttlew., Arabis corymbiflora Vest oder Dollineria ciliata Saut.

LiteraturBearbeiten

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 467.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 594. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6
  3. Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 10. Cruciferae (Sisymbrium to Aubrieta). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1994, ISBN 951-9108-09-2, S. 196.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Doldige Gänsekresse (Arabis ciliata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien