Hauptmenü öffnen

AppArmor

Mandatory Access Control-System für Linux

AppArmor (Application Armor, auf Deutsch etwa Anwendungs(programm)-Panzerung) ist eine freie Sicherheitssoftware für Linux, mit der Programmen einzeln bestimmte Rechte zugeteilt oder entzogen werden können. Mit dieser Erweiterung wird die Mandatory Access Control (MAC) implementiert.

AppArmor

AppArmor logo.svg
Basisdaten

Entwickler Immunix / Novell / Mercenary Linux / Canonical
Aktuelle Version 2.13.2[1]
(21. Dezember 2018)
Betriebssystem GNU/Linux
Programmiersprache C, Perl, Python[2]
Kategorie Sicherheitssoftware
Lizenz GNU General Public License
gitlab.com/apparmor

FunktionsweiseBearbeiten

Die Software verwendet genau wie SELinux die Linux-Security-Modules-Schnittstelle. Sie läuft als Kernel-Modul und steuert direkt die Zugriffsrechte der einzelnen Prozesse auf höchster Systemebene. Durch diesen Präventivschutz sollen Anwendungen vor noch nicht öffentlich bekannten Sicherheitslöchern, sogenannten Zero-Day-Exploits, geschützt werden. Welchen Zugriff ein Programm benötigt, um normal zu arbeiten, bestimmen Profile mit individuellen Sicherheitsrichtlinien. Für standardmäßig verwendete Software auf einem GNU/Linux-System wie den Druckerserver CUPS werden vorgefertigte Profile mitgeliefert. Anwender und Systemadministratoren können auch eigene Profile für Anwendungen erstellen. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von lernfähigen Filtern, während sich ein Programm im Normalbetrieb befindet.

GeschichteBearbeiten

AppArmor wurde zunächst von Immunix entwickelt. Im Jahr 2005 erfolgte eine Übernahme durch Novell, wo die Software weiter entwickelt und erweitert wurde. Im Oktober 2007 entließ jedoch Novell die daran arbeitenden Programmierer[3] und trennte sich von der Entwicklung von AppArmor.[4] Die entlassenen Entwickler planten, das Projekt unter der neu zu gründenden Firma Mercenary Linux fortzuführen. Mehrere Versuche AppArmor in den Linux-Kernel zu übernehmen scheiterten, wegen Bedenken, dass Dateien über ihren Dateinamen und nicht über ihre Attribute wie etwa bei SELinux erkannt werden. Seit 2009 arbeitet Canonical verstärkt an AppArmor. Mit Linux 2.6.36 wurde es Bestandteil des Kernels.[5]

Aktuell wird AppArmor in den Distributionen openSUSE, Debian und Ubuntu genutzt.[6][7] Mit der Version 2010.0 stieg Mandriva auf Tomoyo um.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten