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Anwerbepolitik der Bundesrepublik Deutschland

Der Anwerbepolitik der Bundesrepublik Deutschland war eine Phase der Politik der Bundesrepublik Deutschland von 1955 bis 1973, in der aufgrund von Anwerbeabkommen im Ausland um Arbeitskräfte geworben wurde und ausländischen Arbeitnehmern zur Erzielung von Erwerbseinkommen ein zeitlich befristeter Aufenthalt im Land gewährt wurde. Diese Form der Arbeitsmigration, die auf der Basis zwischenstaatlicher Anwerbeabkommen stattfand, war in der Bundesrepublik Deutschland zeitlich beschränkt: Entsprechende Abkommen wurden nur von 1955 bis 1968 geschlossen, und am 23. November 1973, kurz nach Beginn der ersten Ölkrise trat ein von der Regierung Brandt I verhängter Anwerbestopp in Kraft. Die Angeworbenen wurden „Gastarbeiter“ genannt, wobei dieser Begriff seit den 1960er Jahren nach faktischem Wegfall der zeitlichen Befristung auch als Bezeichnung für Arbeitsmigranten im Allgemeinen populär wurde.

Insgesamt kamen von 1955 bis 1973 etwa 14 Millionen Gastarbeiter in die Bundesrepublik; ungefähr 11 Millionen kehrten in ihre Heimatländer zurück.[1]

Inhaltsverzeichnis

Zwischenstaatliche ÜbereinkünfteBearbeiten

AnwerbeabkommenBearbeiten

Zahlreiche Arbeitnehmer lebten und arbeiteten aufgrund der Freizügigkeitsregelungen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) oder ohne besondere Vertragsgrundlage (Österreich, Schweiz, England, USA) in der Bundesrepublik. Zahlenmäßig spielten diese Arbeitnehmer nur eine geringe Rolle gegenüber denen, die aufgrund von Anwerbeabkommen in die Bundesrepublik Deutschland einreisten.

 
Auswärtiges Amt, Bonn 1960: Unterzeichnung eines Vertrages über Gastarbeiter zwischen der Bundesrepublik und Spanien
 
Anwerbeabkommen der Bundesrepublik Deutschland 1955 bis 1968, orange eingefärbt die Herkunftsstaaten

Die folgenden Vereinbarungen wurden nach dem Muster des ersten deutsch-italienischen Anwerbeabkommens von 1955 (Kabinett Adenauer II) getroffen:

Diese Abkommen kamen teils auf Initiative der Herkunftsländer zustande; für die Bundesrepublik bedeuteten sie einen willkommenen Zustrom an Arbeitskräften, umso mehr als dass nach dem Mauerbau 1961 kaum noch Übersiedler aus der DDR kamen.[2]

Für Ausländer gab es neben dem ersten Weg, der Anwerbung (Einreise und Prüfung durch die Anwerbungskommission), auch andere Wege, um für eine Erwerbstätigkeit in die Bundesrepublik zu kommen. Der zweite Weg war die Einreise mit einem konsularischen Sichtvermerk auf Grund eines existierenden Arbeitsangebots, wobei die Erteilung des Sichtvermerks eine Bewilligung durch die deutsche Polizei und die deutschen Arbeitsämter erforderte, welche u. a. prüften, ob ein geeigneter deutscher Arbeiter für die offene Stelle vorhanden war (Prinzip des Inländerprimats).[3] Der dritte Weg war die Einreise mit einem Touristenvisum, um dann eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu beantragen.[4]

Mit der durch drei Verordnungen im September 1961, im März 1964 und im Oktober 1968 eingeführten Freizügigkeit der Arbeitskräfte in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), zu der auch Italien gehörte, änderten sich die Bedingungen für die Arbeitsmigration von dort. EWG-Arbeiternehmer benötigten ab dem 1. Januar 1962 keinen Sichtvermerk mehr zur Einreise, sondern es reichte ein Personalausweis. Das Anwerbeabkommen war von da an für italienische Arbeitnehmer weniger wichtig.[5] (Siehe hierzu auch: Artikel „Italiener in Deutschland“, Abschnitt „Geschichte“.)

Die wirtschaftliche Rezession der Jahre 1966/67 ließ die Anwerbung zurückgehen. Die Ölkrise 1973 und die damit verbundene Wirtschaftsflaute führten schließlich noch im selben Jahr zu einem völligen Anwerbestopp.

Bereits Anfang der 1970er Jahre wurde der Begriff „Gastarbeiter“ von einigen Soziologen als euphemistisch betrachtet.[6]

Weitere AbkommenBearbeiten

Am 11. Dezember 1953 wurden vier Interimsabkommen geschlossen:[7][8]

  • „ein Abkommen über Alters-, Hinterbliebenen- und Invalidenrenten,
  • ein Abkommen über Sozialversicherungsleistungen im Falle von Krankheit, Mutterschaft, Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und Arbeitslosigkeit sowie Familienleistungen,
  • zwei Zusatzprotokolle, die jeweils den persönlichen Gegenstandsbereich der beiden Abkommen auf Flüchtlinge ausdehnen.“

Diese Interimsabkommen wiesen noch einige Lücken auf, insbesondere für Menschen, die in mehr als zwei Staaten tätig gewesen waren.[9] Zugleich mit den Interimsabkommen wurde das Europäische Fürsorgeabkommen geschlossen, das eine Gleichbehandlung der Bürger der Unterzeichnerstaaten mit Inländern vorsieht und ein weitgehendes Verbot, sie nur deswegen auszuweisen, weil sie sich in Not befinden.[10] Dieses Ausweisungsverbot gilt dann, wenn der Hilfsbedürftige sich bereits fünf Jahre – bzw. zehn Jahre, falls er älter als 55 Jahre ist – im Inland aufgehalten hat. Dabei werden Zeiten, in der er Fürsorgeleistungen in Anspruch genommen hat, nicht mitgezählt.[11]

Entwicklung der GastarbeiterimmigrationBearbeiten

Der Anstoß zu einer Vereinbarung, die Anwerbung von Italienern in die Bundesrepublik zu beginnen, kam aus Italien.[12] Bernhard Ehmke, der zuständige Ministerialrat im Bundesarbeitsministerium, umriss am 9. November 1954 in einer Besprechung die Lage: „Intensiver… Drang des Auslandes, in der deutschen Wirtschaft Arbeitskräfte unterzubringen. [Kein Ministerbesuch vergeht,] bei dem diese Frage nicht Punkt 1 ist.“ Er nannte besonders Italien und Spanien.[13] Insbesondere in Italien war die hohe Arbeitslosigkeit und die Sorge vor kommunistischen Unruhen zunehmend zu einem innenpolitischen Problem geworden.[14] Nach einem Jahr italienischen Drängens setzte ein Bündnis aus Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, Auswärtigem Amt und Franz Josef Strauß als Bundesminister für besondere Aufgaben bei Adenauer durch, dass auf die italienischen Bitten einzugehen sei. Das Bündnis besaß dabei jeweils verschiedene Interessen. Der Bundeswirtschaftsminister sorgte sich um das Außenhandelsdefizit Italiens, das einen weiteren Absatz deutscher Güter in Italien bedrohte. Das Auswärtige Amt verfolgte die Verbesserung der Beziehungen nach der zuletzt zwischen beiden Seiten konfliktreichen Kriegszeit. Strauß wollte mit dem Eingehen auf die italienischen Bitten die Forderungen nach Lohnerhöhungen seitens deutscher Gewerkschaften entgegentreten.[15] Der Bundesarbeitsminister Storch dagegen, so Heike Knortz, „hatte zwar in Anbetracht anhaltender Arbeitslosigkeit zunächst noch die öffentliche Meinung einschließlich der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften hinter sich, unterlag aber schon bald dem vom Auswärtigen Amt bereits während der Verhandlungen mit Italien generierten Primat der Außenpolitik.“[16]

Am 20. Dezember 1955 wurde dann unter Adenauer in Rom das erste Anwerbeabkommen geschlossen. Darin wurde vereinbart, dass die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit in Italien gemeinsam mit der italienischen Arbeitsverwaltung Arbeitskräfte auswählen und anwerben solle.

Eine Umfrage des Allensbacher Instituts vom März 1956 ergab, dass 55 % der befragten bundesrepublikanischen Bürger mit Dagegen antworteten, als sie gefragt wurden: „Sind Sie dafür oder dagegen, daß italienische Arbeiter nach Deutschland geholt werden?“ Dafür waren 20 %, unter Umständen dafür waren 6 %. Noch nicht davon gehört hatten 18 %. Von den 55 % ablehnenden Antworten gab die große Mehrheit (41 %) als Begründung an, es gebe genügend deutsche Arbeitskräfte.[17]

In den folgenden Jahren wurden weitere Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und den Entsendeländern zum Ausgleich von deren Leistungsbilanzdefizit gegenüber der Bundesrepublik Deutschland geschlossen: am 20. Dezember 1955 mit Italien,[18] im März 1960 mit Spanien und mit Griechenland, am 30. Oktober 1961 mit der Türkei, danach mit Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien.[19]

Des Weiteren spielten auch außenpolitische Motive eine Rolle, so etwa beim Anwerbeabkommen mit der Türkei. Die Initiative ging hierbei von den Entsendeländern aus. Anton Sabel, Präsident der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung (Vorläufer der Bundesagentur für Arbeit), äußerte am 26. September 1960 gegenüber dem Arbeitsministerium, arbeitsmarktpolitisch sei eine Vereinbarung mit der Türkei in keiner Weise notwendig, allerdings könne er nicht beurteilen, „wie weit sich die Bundesrepublik einem etwaigen solchen Vorschlag der türkischen Regierung verschließen kann, da die Türkei ihre Aufnahme in die EWG beantragt hat und als NATO-Partner eine nicht unbedeutende politische Stellung einnimmt.“[20]

Am 10. September 1964 wurde der Portugiese Armando Rodrigues de Sá als millionster Gastarbeiter in Deutschland feierlich begrüßt.[21] Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 78 % der ausländischen Arbeitnehmer in Deutschland männlich, 22 % weiblich.[22] Insgesamt stieg der Anteil der Frauen an den ausländischen Arbeitskräften zwischen 1960 und 1973 von 15 % auf rund 30 %. Der Anteil der Erwerbstätigen war im Jahr 1970 unter ausländischen Frauen (55 %) deutlich höher als unter westdeutschen Frauen (29 %).[23]

In den 1960er Jahren erhielten die Gastarbeiter zumeist als un- oder angelernte Arbeiter einen Arbeitsplatz in der Industrie. Dabei arbeiteten sie vor allem in Bereichen, in denen schwere und schmutzige Arbeit verrichtet werden musste und wo das Schichtsystem, serielle Produktionsformen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen (Fließbandarbeit) sowie der Akkordlohn den Arbeitsalltag bestimmten.[24]

 

Durchschnittliche deutsche Arbeitslosenquote[25] bis 1990 nur
Westdeutschland, ab 1991 Gesamtdeutschland.

Für die Unternehmen als Nachfrager von Arbeitskräften hatte die Rekrutierung von Gastarbeitern finanzielle Vorteile, weil aus ihrer Perspektive deutsche Arbeiter dieselben Arbeitsplätze nur mit erheblichen Lohnzugeständnissen angenommen hätten. Im Umkehrschluss hatte die Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften somit auch Einfluss auf das Lohnniveau von deutschen Anbietern von Arbeitskraft insbesondere im Niedriglohnbereich.[24]

Im Zuge der Rezession 1966/1967 kehrten viele Gastarbeiter in ihre Heimat zurück, da ihre Verträge nicht verlängert wurden.[26] 1973, zur Zeit der Ölkrise, einigte sich der Deutsche Bundestag auf einen Anwerbestopp von Gastarbeitern. Mit dem umstrittenen Rückkehrhilfegesetz (RückHG) zur finanziellen Förderung der Rückkehrbereitschaft ausländischer Arbeitnehmer versuchte die Bundesregierung 1983/84 eine Entlastung des Arbeitsmarktes aufgrund zunehmender Arbeitslosigkeit zu erzielen.

Anwerbestopp 1973Bearbeiten

Am 23. November 1973 wurde per Erlass des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung BMAS aus Anlass der aktuellen Energie- und Wirtschaftskrise ein Anwerbestopp verfügt. Dieser betraf mit Ausnahme Italiens alle Anwerbestaaten.[27] Insgesamt kamen von 1955 bis 1973 etwa 14 Millionen Gastarbeiter in die Bundesrepublik; ungefähr 11 Millionen kehrten in ihre Heimatländer zurück.[1] Zum Zeitpunkt des Anwerbestopps waren etwa 2,6 Millionen ausländische Arbeitnehmer in der Bundesrepublik beschäftigt.[28] Danach hielt die Zuwanderung auf einem niedrigen Niveau weiter an. Es handelte sich nunmehr weitgehend um nachziehende Ehepartner und Kinder.[29]

Mit einer Weisung zur Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer vom 13. November 1974 nahm die Bundesanstalt für Arbeit bestimmte Branchen vom Anwerbeverbot aus. Es handelte sich dabei um die Branchen Bergbau, Fisch- und Konservenindustrie, Torfindustrie und Hotel- und Gaststättengewerbe.[30]

Der Anwerbestopp gilt für Angehörige nicht zur EU gehörender Staaten nach Maßgabe der einschlägigen ausländerrechtlichen Bestimmungen de facto bis heute, wenngleich er durch Möglichkeiten des Familiennachzugs, der Aufenthaltserteilung zum Zweck des Studiums u. a. teilweise relativiert wurde. Durch die Green-Card-Offensive 2000, das Aufenthaltsgesetz 2005 und die dazu ergangenen Rechtsverordnungen, zuletzt die Beschäftigungsverordnung 2013,[31] wurden eng umgrenzte Möglichkeiten der Arbeitskräftezuwanderung für qualifizierte Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten geschaffen. Bis heute gelten in den Anwerbeabkommen geregelte sozial- und aufenthaltsrechtliche Vergünstigungen für Arbeitnehmer aus den Anwerbestaaten und ihre Familienangehörigen fort.

Zur Arbeitsmigration in die BRD im Allgemeinen siehe: Kapitel „Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland bis zur Wiedervereinigung“ des Artikels „Arbeitsmigration“

Zu Gastarbeitern in anderen Staaten (Österreich, Schweiz) und Vertragsarbeitern in der DDR siehe: Kapitel „Entwicklung der Gastarbeiterimmigration“ im Artikel „Gastarbeiter“

WirkungsgeschichteBearbeiten

Rezeption des GastarbeiterboomsBearbeiten

Bei der rückblickenden Bewertung des Gastarbeiterbooms in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland wurden unterschiedliche Faktoren in den Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung genommen. Der Soziologe Friedrich Heckmann richtete beispielsweise den Blick auf Verschiebungen des sozialen Status sowie der Verbesserung der Qualifikation bei den deutschen Arbeitnehmern. Nach seiner Darstellung sei für deutsche Arbeitnehmer aufgrund der von Gastarbeitern besetzten Stellen, für die keine besonderen Qualifikationsanforderungen notwendig waren, der Aufstieg in qualifiziertere und beliebtere Positionen mit ermöglicht worden.[24] In letzter Zeit wurde kritisiert, dass nicht zuletzt die unkritische Zusammenarbeit von Sozialwissenschaftlern mit politischen Institutionen zu einem Opfer-Plot in der Geschichte der Arbeitsmigration geführt habe. In diesem Opfer-Plot würden die Migranten zu passiven Opfern stilisiert, ohne ihre Motive zu berücksichtigen. Das verhindere eine sachliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.[32] Maßnahmen zur Integration seien auch deshalb oft wirkungslos geblieben, weil mangelnde Initiative der Migranten und ihr „Eigensinn“ diesen entgegen gestanden hätten. Dabei muss allerdings zwischen Gruppen und Phasen des Aufenthaltes differenziert werden. Speziell bei italienischen Gastarbeitern der ersten Generation habe ein „Transfer süditalienischer politischer und kultureller Strukturen ins deutsche Unternehmen und in die deutsche Kommune“ stattgefunden.[33] In der Musik wurde das Thema aufgegriffen von Udo Jürgens (Griechischer Wein), Karel Gott (Das Mädchen aus Athen) und Conny Froboess (Zwei kleine Italiener).

Laut Reinhold Weber und Karl-Heinz Meier-Braun sind aufgrund der Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften zahlreiche Deutsche in bessere berufliche Positionen gelangt: so seien 2,3 Millionen Deutsche vor allem aufgrund der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer von Arbeiter- in Angestelltenpositionen aufgestiegen.[34] Ausländer hätten auf schlechte Beschäftigungssituationen auch stärker als Deutsche mit Selbständigkeit reagiert.[34] Zudem wurde, so die Weber und Meier-Braun, die Rentenversicherung von den ausländischen Arbeitnehmern lange Zeit geradezu „subventioniert“: Den von den ausländischen Arbeitnehmern in die Rentenversicherung bezahlten Beträgen habe nur rund ein Zehntel an Leistungen gegenübergestanden.[35]

AlterssicherungBearbeiten

Eine 2013 veröffentlichte Studie stellte fest, dass 2011 die Altersarmut unter Ausländern über 65 Jahren mit 41,5 % mehr als dreimal so hoch wie unter Deutschen in dieser Altersspanne. Dies wird auch darauf zurückgeführt, dass viele ehemalige Gastarbeiter niedrige Einkommen erhielten.[36]

Nachkommen der GastarbeiterBearbeiten

In den 1970er Jahren führte der „Anwerbestopp“ (1973) sowie die Reduzierung von Kindergeld für nicht in Deutschland lebende Kinder (1975) zu einem verstärkten Nachzug von Familienangehörigen, wobei gleichzeitig weiterhin an der dem Rotationsmodell zugrunde liegenden Idee, nach der der Aufenthalt von Gastarbeitern nur für eine beschränkte Zeit erfolgen soll, festgehalten wurde. Da auf diesem Hintergrund das Thema einer Integrationspolitik von Seiten der Politik weitgehend ausgeklammert wurde, beschränkte sich die öffentliche Diskussion vornehmlich auf arbeitsmarktpolitische und verteilungspolitische Gesichtspunkte.[37] Ungeachtet dieser Situation transformierte sich die in den 1950er Jahren amtlich organisierte Arbeitswanderung gegen Ende der 1970er Jahre real zu einer „Einwanderungssituation“.[38][39] Um die Wende zum 21. Jahrhundert bildete die Gruppe der ehemaligen Gastarbeiter und ihrer Nachkommen den größten Teil der Bürger mit Migrationshintergrund in Deutschland.[40] Weil diese Gruppe eine so große und kulturell sichtbare Einwanderergruppe ist, wurde in der Forschung vom „Mythos der Rückkehr“ oder sogar von der „Illusion der Rückkehr“ geredet,[41] was angesichts der tatsächlichen Rückkehr einer überwältigenden Mehrheit der Migranten (12 Millionen von 14 Millionen Arbeitsmigranten kehrten zurück) empirisch nicht haltbar ist.[42]

Das Rotationsmodell, das „offiziell und offen“ ohnehin zu keinem Zeitpunkt praktiziert wurde, spielte gegen Ende der 1970er Jahre zunächst keine Rolle mehr; stattdessen setzte eine kontrovers geführte Diskussion um die endgültige Rückkehr der ursprünglich Angeworbenen in ihre Heimatländer ein.[43] Einerseits blieb allgemein für die Gastarbeiterfamilien die Haltung zum Aufnahmestaat ambivalent;[44] andererseits führte der wahrgenommene Wandel in den ehemaligen Heimatländern zur Erfahrung von Fremdheit in diesen Familien.[45] Die Nachkommen der Gastarbeiter sind in Deutschland zudem einem erhöhten Druck zur „Anpassung“ ausgesetzt, der sich unter anderem in der Forderung niederschlägt, dass Kinder noch vor der Einschulung über gute Deutschkenntnisse verfügen sollen.[46] Schüler ausländischer Staatsangehörigkeit besuchen überproportional häufig die Haupt- und Förderschulen, wobei ausländische Eltern und Migrantenorganisationen sich dafür einsetzen, dass Kinder von Einwanderern nicht auf Sonderschulen für Lernbehinderte verwiesen wurden (siehe auch: Artikel „Kinderarmut in den Industrienationen“, Abschnitt „Entkommen aus der Armutsfalle“).[47] Unter anderem gründeten Migrantenorganisationen Privatschulen, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden sollten.[48] Schwierigkeiten, die mit den nachfolgenden Generationen verbunden sind, gerieten erstmals in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, als nach dem Anwerbestopp der Kindernachzug zunahm.[49] Eine Reihe dieser wahrgenommenen Probleme werden – etwa unter dem Gesichtspunkt der Bildungsbenachteiligung – bis in die Gegenwart genauer analysiert und diskutiert. Ansätze zur Lösung sind insbesondere die Förderung bei der schulischen Ausbildung[50] sowie eine von allen in Deutschland lebenden Bürgern praktizierte distanzierte Reflexion von kulturellen Prägungen.[51][52]

Situation in den HerkunftsländernBearbeiten

In den Herkunftsländern stellte sich die Frage, wie damit umzugehen wäre, wenn noch einmal viele Gastarbeiter zugleich zurückkehren sollten. die Wirtschaft war auf ihre Ankunft nicht vorbereitet, und die Herkunftsländer zeigten sich an ihrer Reintegration wenig interessiert. In Jugoswlawien warb man zwar um rückkehrende Facharbeiter, nicht aber um die zahlreichen Hilfsarbeiter, und es wurde befürchtet, dass sie, die im Gastland Wohlstand und Luxus trotz oft unwürdiger Lebensbedingungen kennengelernt hatten, das Heer der Arbeitslosen vergrößern und sozialen Unfrieden schüren würden. In Spanien war damals die freie Bildung von Interessengruppen und Vereinigungen gesetzlich untersagt, so dass sie sich auch kaum untereinander unterstützen konnten. Griechenlands Wirtschaft galt zwar als stark genug, im Falle einer plötzlichen Rezession in der Bundesrepublik 30.000 bis 35.000 Rückwanderer zu absorbieren, doch bestand wenig Interesse an den Rückkehrern. Umgekehrt hatten auch die Arbeitgeber im Gastland keine Veranlassung gehabt sich in der Verantwortung zu sehen ihre Arbeiter auf eine eventuelle spätere Selbständigkeit im Heimatland vorzubereiten, und es fehlte an gezielter technischer Hilfe. In vielen Fällen blieben die Gastarbeiter im Ausland, weil sie nicht genügend Geld hatten ansparen können.[26]

In Ausnahmefällen gelang eine Unternehmensgründung mit angespartem Startkapital oder durch Zusammenarbeit in Form einer Kooperative. Zu nennen ist die türkische Arbeitnehmergesellschaft Türksan, durch die das im Gastland erarbeitete Kapital im Heimatland zur Schaffung eigener Arbeitsplätzen investiert werden sollte und die – unterstützt von der deutschen und der türkischen Regierung – letztendlich zur Gründung einer Teppichfabrik führte. Andere türkische Arbeitnehmergesellschaften (Türkyap, Türksal, Birsan) hatten aber weniger Erfolg.[53]

Vom 28. November 1983 bis zum 30. Juni 1984 gewährte das Rückkehrhilfegesetz zeitweilig die Möglichkeit einer finanziellen Hilfe bei der Rückkehr. Dabei musste der Rückkehrende seine Rentenansprüche aufgeben – der Arbeitnehmeranteil wurde ausbezahlt, den Arbeitgeberanteil verblieb bei der Rentenkasse. Zudem wurde er von Rechts wegen grundsätzlich von einem Daueraufenthalt im Bundesgebiet ausgeschlossen.

KritikBearbeiten

Kritik an der Vorgehensweise der PolitikBearbeiten

Heike Knortz wies im Abschluss ihrer Archivstudie auf den Mangel an Diskussion und Transparenz während der politischen Anbahnung der Gastarbeiter-Anwerbung und auf deren politische Folgen hin:

„Auch wenn die frühe Bundesrepublik bis zum Regierungsantritt der sozial-liberalen Koalition, die ausdrücklich „mehr Demokratie wagen“ wollte, noch keine wirklich liberale Zivilgesellschaft hervorgebracht hatte, ist der gesellschaftliche Konsens von den politischen Akteuren nicht nur nicht gesucht, vielmehr noch nicht einmal angedacht worden. Einer unter diesen Rahmenbedingungen formulierten Außenpolitik fehlte deshalb neben dem kabinettsinternen überhaupt jegliches kritische Gegengewicht. Es ist aus den Akten auch nicht zu erkennen, dass die westdeutsche Presse diese Lücke ausfüllte, scheinen doch die schweizerischen Zeitungen regelmäßig als einzige über die außenpolitischen Motive der bundesdeutschen Anwerbeabkommen informiert zu haben. Damit hatte die Politik die zumindest teilweise aus außenpolitischer Rücksichtnahme Zuwandernden auch einer relativ unvorbereiteten Öffentlichkeit überlassen… Immerhin dachten zunächst alle Akteure, also auch Abgabeländer und Migranten selbst, nur an einen vorläufigen Aufenthalt in der Bundesrepublik. Als die Realität diese Annahme überholt hatte, entzog sich das diesen Politikbereich bis dahin immer für sich beanspruchende Auswärtige Amt seiner Verantwortung, indem es nun bekannte, die aus der Arbeitsmigration resultierenden Probleme alleine nicht mehr kontrollieren zu können – ohne allerdings auf den Abschluss weiterer Anwerbeabkommen verzichten zu wollen.“[54]

Kritik an der ökonomischen Begründung der Anwerbung von GastarbeiternBearbeiten

Während die in den 1960er und 1970er Jahren entwickelte ökonomische Begründung der Anwerbung aus dem Arbeitskräftemangel in der deutschen Industrie lange Zeit für den öffentlichen Diskurs bestimmend war, wird in der jüngeren Forschung dargestellt, dass die Hauptprofiteure die Unternehmen in einigen Wirtschaftszweigen gewesen seien. „Aus ihrer Sicht weiteten Gastarbeiter das Arbeitsangebot aus, dämpften den Lohnanstieg und sorgten mit ihren niedrigen Stundenlöhnen dafür, dass das wirtschaftliche Wachstum bei hohen Gewinnen aufrechterhalten werden konnte. Allerdings konnten so auch unrentable Unternehmen weitergeführt werden. Investitionen in arbeitssparende Maschinen wurden vernachlässigt. Der Strukturwandel wurde vertagt, und als er dann doch einsetzte, waren die Arbeitsplätze der Ausländer überproportional betroffen.“[55] Durch die Migration wurde mittelfristig eher eine Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft bedingt.[56]

Kritik an den sozialen FolgenBearbeiten

Aus den in Deutschland verbleibenden Gastarbeitern bildete sich eine dauerhafte Unterschicht im Arbeits- und Wohnungsmarkt. Auch im Alter sind diese am unteren Rand der Gesellschaft überrepräsentiert und „erhalten deutlich niedrigere Renten als die Deutschen, tragen ein extrem hohes Armutsrisiko und wohnen bescheiden.“[55]

ZitatBearbeiten

„Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen.“

Max Frisch: Überfremdung. In: Öffentlichkeit als Partner. edition suhrkamp 209, zitiert in Stich-Worte. Ausgesucht von Uwe Johnson. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1975, S. 189.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gastarbeiter in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: Anwerbepolitik der Bundesrepublik Deutschland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b „Von den 14 Millionen Gastarbeitern, die zwischen 1955 und 1973 in die Bundesrepublik gekommen waren, kehrten nur 11 Millionen wieder zurück. Drei Millionen waren nicht mehr ‚Gastarbeiter‘ auf Zeit, sondern potentielle Einwanderer.“ Zitiert aus: Franz Nuscheler, Internationale Migration. Flucht und Asyl, 1. Auflage 1995, Leske+Budrich (2. Auflage 2004, VS Verlag für Sozialwissenschaften), ISBN 978-3-322-95746-7, S. 115.
  2. Erstes „Gastarbeiter-Abkommen“ vor 55 Jahren. Bundeszentrale für politische Bildung, 20. Dezember 2010, abgerufen am 21. Januar 2018: „Die Initiativen gingen häufig von den Herkunftsländern aus, die ihren Arbeitsmarkt entlasten und von Devisenerträgen profitieren wollten. Aus deutscher Sicht erfolgten die Anwerbemaßnahmen auch vor dem Hintergrund der Sperrung der deutsch-deutschen Grenze im Jahr 1961: Nach dem Mauerbau kam der Zuzug von DDR-Übersiedlern weitgehend zum Erliegen was den Arbeitskräftemangel in Westdeutschland verschärfte. Die Praxis der Anwerbeverträge veränderte die europäischen Migrationsverhältnisse grundlegend und war wegweisend für weitere Migrationsbewegungen in Europa.“
  3. aRoberto Sala: Vom „Fremdarbeiter“ zum „Gastarbeiter“. Die Anwerbung italienischer Arbeitskräfte für die deutsche Wirtschaft (1938–1973). VfZ 1/2007. (PDF) 2007, abgerufen am 27. Januar 2017. S. 104, 109, 110.
  4. Roberto Sala: Vom „Fremdarbeiter“ zum „Gastarbeiter“. Die Anwerbung italienischer Arbeitskräfte für die deutsche Wirtschaft (1938–1973). VfZ 1/2007. (PDF) 2007, abgerufen am 27. Januar 2017. S. 112.
  5. Roberto Sala: Vom „Fremdarbeiter“ zum „Gastarbeiter“. Die Anwerbung italienischer Arbeitskräfte für die deutsche Wirtschaft (1938–1973). VfZ 1/2007. (PDF) 2007, abgerufen am 27. Januar 2017. S. 113–119.
  6. Marianne Krüger-Potratz: Interkulturelle Bildung. Eine Einführung. Münster u. a. 2005, ISBN 3-8309-1484-9, S. 191 f.
  7. Hans Wiebringhaus: Die Sozialversicherung im Rahmen der Funktionen, der Möglichkeiten, und der sozialpolitischen Vorhaben des Europarats. In: Peter A. Köhler, Hans Friedrich Zacher: Beiträge zu Geschichte und aktueller Situation der Sozialversicherung, Duncker & Humblot, ISBN 978-3-428-45294-1, S. 507 ff. S. 510.
  8. BGBl. 1958 II Nr. 2
  9. Hans Wiebringhaus: Die Sozialversicherung im Rahmen der Funktionen, der Möglichkeiten, und der sozialpolitischen Vorhaben des Europarats. In: Peter A. Köhler, Hans Friedrich Zacher, Beiträge zu Geschichte und aktueller Situation der Sozialversicherung, Duncker & Humblot, ISBN 978-3-428-45294-1, S. 507 ff. S. 512.
  10. Hans Wiebringhaus: Die Sozialversicherung im Rahmen der Funktionen, der Möglichkeiten, und der sozialpolitischen Vorhaben des Europarats. In: Peter A. Köhler, Hans Friedrich Zacher, Beiträge zu Geschichte und aktueller Situation der Sozialversicherung, Duncker & Humblot, ISBN 978-3-428-45294-1, S. 507 ff. S. 530.
  11. Ferdinand Wollenschläger: Grundfreiheit ohne Markt: die Herausbildung der Unionsbürgerschaft im unionsrechtlichen Freizügigkeitsregime, Mohr Siebeck, 2007, ISBN 978-3-16-149243-3, S. 139.
  12. Deutschlandfunk, Das Kalenderblatt vom 20. Dezember 2005
  13. Steinert, Johannes-Dieter: Migration und Politik. Westdeutschland – Europa – Übersee 1945–1961. Osnabrück 1995, S. 278.
  14. Heike Knortz: Diplomatische Tauschgeschäfte. „Gastarbeiter“ in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953–1973. Böhlau Verlag, Köln 2008, S. 72.
  15. Heike Knortz: Diplomatische Tauschgeschäfte. „Gastarbeiter“ in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953–1973. Böhlau Verlag, Köln 2008, S. 68–75.
  16. Heike Knortz: Diplomatische Tauschgeschäfte. „Gastarbeiter“ in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953–1973. Böhlau Verlag, Köln 2008, S. 74.
  17. Noelle, Elisabeth, Neumann, Erich Peter (Hrsg.): Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1957. Allensbach am Bodensee 1957, S. 258
  18. Kalenderblatt: 20.12.1955: Gastarbeiter im Deutschen Wirtschaftswunder In: spiegel.de, abgerufen am 18. September 2018.
  19. Türkische Gastarbeiter 1964: „Hoffnungsfroh und optimistisch“ In: spiegel.de, abgerufen am 18. September 2018.
  20. Johannes-Dieter Steinert: Migration und Politik. Westdeutschland – Europa – Übersee 1945–1961, Osnabrück 1995, S. 307. Heike Knortz: Diplomatische Tauschgeschäfte. „Gastarbeiter“ in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953–1973. Böhlau Verlag, Köln 2008, S. 74 ff.
  21. Sebastian Hammelehle: Heute ist ein Feiertag! In: spiegel.de (Kommentar anlässlich des 50. Jahrestages)
  22. Monika Mattes: Migration und Geschlecht in der Bundesrepublik Deutschland. Ein historischer Rückblick auf die „Gastarbeiterinnen“ der 1960/70er Jahre. In: Femina Politica 1, S. 19–28. 2008, abgerufen am 26. Januar 2018. S. 19.
  23. Monika Mattes: Migration und Geschlecht in der Bundesrepublik Deutschland. Ein historischer Rückblick auf die „Gastarbeiterinnen“ der 1960/70er Jahre. In: Femina Politica 1, S. 19–28. 2008, abgerufen am 26. Januar 2018. S. 20.
  24. a b c Herbert Ulrich: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge. München 2001, ISBN 3-406-47477-2, S. 213. Google-Books
  25. Statistisches Bundesamt Deutschland: Arbeitslose, Arbeitslosenquote aller abhängigen zivilen Erwerbspersonen nach Gebietsstand (ab 1950)
  26. a b Gastarbeiter: Entwicklungshilfe für Reiche? In: Der Spiegel. Nr. 49, 1971, S. 118–129 (online).
  27. Anwerbestopp 1973 In: bpb.de, abgerufen am 18. September 2018. (Wortlaut Erlass BMAS vom 23. November 1973)
  28. J.-D. Steinert: Migration und Politik. Westdeutschland – Europa – Übersee. 1945–1961, 1995, Secolo, Osnabrück, S. 281. Zitiert durch: Klaus Stüwe, Eveline Hermannseder: Migration und Integration als transnationale Herausforderung: Perspektiven aus Deutschland und Korea, Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-658-11645-3, S. 27.
  29. Klaus Stüwe, Eveline Hermannseder: Migration und Integration als transnationale Herausforderung: Perspektiven aus Deutschland und Korea, Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-658-11645-3, S. 27.
  30. Hans-Peter Schwarz: Die Bundesrepublik Deutschland: eine Bilanz nach 60 Jahren, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2008, ISBN 978-3-412-20237-8. S. 581.
  31. Verordnung über die Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern – BeschV 2013 online
  32. Hedwig Richter, Ralf Richter: Der Opfer-Plot. Probleme und neue Felder der deutschen Arbeitsmigrationsforschung, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1 (2009), 61–97; Die Realität kann sie nicht stoppen. Viele Migrationsforscher üben sich in wohlfeiler Kritik und geistarmen Postulaten, jenseits der Empirie. Forschung verstehen sie als Lobbyarbeit, abweichende Befunde werden ignoriert, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2016, online nachzulesen: faz.net (2. Mai 2016).
  33. Hedwig Richter, Ralf Richter: Die Gastarbeiter-Welt. Leben zwischen Palermo und Wolfsburg. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2012. 284 S.
  34. a b Reinhold Weber, Karl-Heinz Meier-Braun: Kleine Geschichte der Ein- und Auswanderung in Baden-Württemberg. Der Kleine Buch Verlag, 2016, ISBN 978-3-7650-1414-7. S. 116.
  35. Reinhold Weber, Karl-Heinz Meier-Braun: Kleine Geschichte der Ein- und Auswanderung in Baden-Württemberg. Der Kleine Buch Verlag, 2016, ISBN 978-3-7650-1414-7. S. 117.
  36. Neue Untersuchung in den WSI-Mitteilungen: 41,5 Prozent der ausländischen Senioren in Deutschland von Altersarmut betroffen. In: Pressemitteilung, www.boeckler.de. 8. Juli 2013, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  37. Georg Hansen, Martin Spetsmann-Kunkel: Integration und Segregation. Ein Spannungsverhältnis. Münster u. a. 2008, ISBN 978-3-8309-1999-5, S. 107 f.
  38. Josef Ehmer: Bevölkerungsgeschichte und historische Demographie 1800–2000. München/Oldenbourg 2004, ISBN 3-486-55733-5, S. 32 f.
  39. Annette Treibel: Migration in modernen Gesellschaften. soziale Folgen von Einwanderung, Gastarbeit und Flucht. 3. Auflage. Weinheim/München 2003, ISBN 3-7799-0399-7, S. 56.
  40. Frank Kalter (Hrsg.): Migration und Integration. Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15068-0, S. 472.
  41. Doering-Manteuffel, Anselm u. Raphael, Lutz: Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970. Göttingen 2008, S. 98.
  42. Hans-Ulrich Wehler (2008): Bundesrepublik und DDR. 1949–1990 (Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 5). München, 41; Hedwig Richter: Die italienischen „Gastarbeiter“ in deutschen Selbstfindungsdiskursen der Gegenwart und die Ausblendung der Remigranten. In: Janz, Oliver u. Sala, Roberto (Hrsg.): Dolce Vita? Das Bild der italienischen Migranten in Deutschland. Paderborn 2011, S. 198–219
  43. Annette Treibel: Migration in modernen Gesellschaften. Soziale Folgen von Einwanderung, Gastarbeit und Flucht. 3. Auflage. Weinheim/München 2003, S. 58.
  44. Christine Langenfeld: Integration und kulturelle Identität zugewanderter Minderheiten. Eine Untersuchung am Beispiel des allgemeinbildenden Schulwesens in der Bundesrepublik Deutschland. Tübingen 2001, ISBN 3-16-147579-8, S. 273.
  45. Hasiybe Yölek: Die Förderung der Muttersprache von Immigranten. Am Beispiel türkischer Nachmittagsschulen. Marburg 2000, ISBN 3-8288-8206-4, S. 25.
  46. Vera King, Hans-Christoph Koller (Hrsg.): Adoleszenz, Migration, Bildung. Bildungsprozesse Jugendlicher und junger Erwachsener mit Migrationshintergrund. Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14950-4, S. 258.
  47. Mercedes Martínez Calero, Sigurður A. Rohloff: Bürgerschaftliches Engagement und Bildungserfolg: Spanische MigrantInnen der ersten Generation und ihre Nachkommen in Deutschland, Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-658-14324-4. S. 95
  48. Thomas Geier, Magnus Frank: Schulreform als Selbsthilfe. Deutsch-Türkische Schulen, Handbuch Bildungsreform und Reformpädagogik, S. 301–314 (Abstract).
  49. Carolin Butterwegge (geb. Reißlandt): Von der „Gastarbeiter“-Anwerbung zum Zuwanderungsgesetz. Migrationsgeschehen und Zuwanderungspolitik in der Bundesrepublik. Bundeszentrale für politische Bildung, 15. März 2005, abgerufen am 20. Januar 2017.
  50. Björn Schröder: Probleme bei der gesellschaftlichen Integration türkischer und italienischer Gastarbeiterfamilien in der Bundesrepublik. GRIN Verlag, München 2007, ISBN 978-3-638-69502-2, S. 10.
  51. Annemarie Fritz (Hrsg.): Handbuch Kindheit und Schule. Neue Kindheit, neues Lernen, neuer Unterricht. Weinheim/Basel 2006, ISBN 3-407-25418-0, S. 156.
  52. vgl. auch Sabine Mannitz: Die verkannte Integration. Eine Langzeitstudie unter Heranwachsenden aus Immigrantenfamilien. Bielefeld 2006, ISBN 3-89942-507-3, S. 9 ff.
  53. Karin Hunn: „Nächstes Jahr kehren wir zurück--“: die Geschichte der türkischen „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik, Wallstein Verlag, 2005. ISBN 978-3-89244-945-4. S. 167–168.
  54. Heike Knortz: Diplomatische Tauschgeschäfte. „Gastarbeiter“ in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953–1973. Böhlau Verlag, Köln 2008, S. 225.
  55. a b Jutta Höhne, Benedikt Linden, Eric Seils, Anne Wiebel: Die Gastarbeiter: Geschichte und aktuelle soziale Lage In: boeckler.de, September 2014 (PDF; 143 kB)
  56. Martin Kröger: Initiative der Entsendeländer In: faz.net, 23. Juni 2008, abgerufen am 18. September 2018.