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Antonio Giovinazzi

italienischer Automobilrennfahrer

Antonio Giovinazzi (* 14. Dezember 1993 in Martina Franca) ist ein italienischer Automobilrennfahrer. Er startete von 2013 bis 2015 in der europäischen Formel-3-Meisterschaft. 2016 fuhr er in der GP2-Serie. 2017 debütierte er in der Formel 1, in der er 2019 für Alfa Romeo Racing fährt.

Antonio Giovinazzi
2019 Formula One tests Barcelona, Giovinazzi (47200025952).jpg
Nation: ItalienItalien Italien
Formel-1-Weltmeisterschaft
Status: aktiv
Erster Start: Großer Preis von Australien 2017
Konstrukteure
2017, 2019 Sauber/Alfa Romeo
Statistik
WM-Bilanz: WM-22. (2017)
Starts Siege Poles SR
7
WM-Punkte:
Podestplätze:
Führungsrunden:
Stand: Großer Preis von Spanien, 12. Mai 2019
DTM
Erstes Rennen: Wolokolamsk 2015
Letztes Rennen: Wolokolamsk 2015
Teams (Hersteller)
2015 Phoenix (Audi)
Statistik
Starts Siege Poles SR
2
Podestplätze:
Gesamtsiege:
Punkte:

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

Giovinazzi begann seine Motorsportkarriere 2001 im Kartsport,[1] in dem er bis 2012 aktiv war. Unter anderem wurde er 2011 Dritter im CIK-FIA-KF2 Weltcup. 2012 begann die Familie seines Teamkollegen Sean Gelael ihn finanziell zu unterstützen.[1] Die beiden traten in den nächsten drei Jahren für dieselben Teams in derselben Meisterschaft an. 2012 wechselte Giovinazzi in den Formelsport und trat in der Formula Pilota China Series für Eurasia Motorsport an. Bei der ersten Veranstaltung in Sepang gelang es Giovinazzi in jedem der drei Rennen von der Pole-Position startend das Rennen zu gewinnen und die schnellste Rennrunde zu fahren. Mit insgesamt sechs Siegen und dreizehn Podest-Platzierungen entschied Giovinazzi in seiner Debütsaison die Meisterschaft für sich. Mit 229 zu 179 Punkten setzte er sich gegen Dan Wells durch. Darüber hinaus absolvierte er drei Gaststarts in der Formel Abarth für BVM. Giovinazzi gewann zwei Rennen und wurde einmal Zweiter. Da er als Gaststarter antrat, erhielt er keine Punkte für diese Resultate.

 
Antonio Giovinazzi in Spa-Francorchamps in der europäischen Formel-3-Meisterschaft 2014

2013 wechselte Giovinazzi komplett zurück nach Europa und startete für Double R Racing in der europäischen Formel-3-Meisterschaft.[2] Er beendete die Saison auf dem 17. Gesamtrang und war der einzige Pilot seines Teams, der Punkte erzielt hatte. Darüber hinaus war Giovinazzi 2013 für Double R Racing in der britischen Formel-3-Meisterschaft aktiv. Dort gewann er zwei Rennen und stand insgesamt siebenmal auf dem Podest. Mit 135 zu 176 Punkten wurde er Vizemeister hinter Jordan King. 2014 bestritt Giovinazzi seine zweite Saison in der europäischen Formel-3-Meisterschaft für Jagonya Ayam with Carlin. Der Rennstall wurde von Carlin betreut und von der Gelael-Familie finanziert. Giovinazzi und Gelael erhielten Tom Blomqvist als Teamkollegen und Mentor.[1] Giovinazzi gewann zwei Rennen und stand weitere fünfmal auf dem Podium. Während Blomqvist Zweiter wurde, verbesserte sich Giovinazzi in der Fahrerwertung auf den sechsten Platz.

2015 blieb Giovinazzi bei Jagonya Ayam with Carlin in der europäischen Formel-3-Meisterschaft. Obwohl Gelael nicht mehr sein Teamkollege war, wurde er weiterhin von dessen Familie unterstützt.[3] Bei den ersten neun Rennen stand er stets auf dem Podest und gewann ein Rennen in Hockenheim und den Grand Prix de Pau. Anschließend folgten weitere Siege in Nürnberg, Zandvoort, Spielberg und Hockenheim. Er beendete die Saison mit 412,5 zu 508 Punkten hinter Felix Rosenqvist auf dem zweiten Platz. Darüber hinaus nahm Giovinazzi 2015 als Vertretung für den gesperrten Timo Scheider für das Audi Sport Team Phoenix an einem Rennwochenende der DTM teil.[4] Im Winter 2015/16 bestritt Giovinazzi zusammen mit Gelael zwei Rennen der Asian Le Mans Series, die die beiden für sich entschieden. In der LMP2-Fahrerwertung wurden sie Dritte.

2016 wechselte Giovinazzi mit Unterstützung der Gelael-Familie zu Prema Racing in die GP2-Serie.[5] Er gewann beide Rennen in Baku und je ein Rennen in Spa-Francorchamps, Monza und Sepang. Mit fünf Siegen gewann kein Fahrer mehr Rennen als er. In der Meisterschaft unterlag er dennoch seinem Teamkollegen Pierre Gasly mit 211 zu 219 Punkten und wurde Gesamtzweiter.

In der Formel-1-Weltmeisterschaft 2017 war Giovinazzi dritter Fahrer der Scuderia Ferrari.[6] Zudem absolvierte er Testfahrten für Sauber und war auch dort als Ersatzpilot aktiv. In dieser Funktion gab er im Rahmen des Großen Preises von Australien als Vertretung für Pascal Wehrlein sein Grand-Prix-Debüt und wurde Zwölfter. Auch in China vertrat er Wehrlein, schied aber aus.

2018 war Giovinazzi Test- und Entwicklungsfahrer bei Ferrari.[7] Für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2019 erhielt Giovinazzi ein Stammcockpit bei Sauber.[8] Der Rennstall tritt aufgrund eines Titelsponsorings als Alfa Romeo Racing an. Als seine permanente Startnummer wählte er die 99. Nach dem fünften Rennen belegte er den 18. Gesamtrang.

StatistikBearbeiten

KarrierestationenBearbeiten

Einzelergebnisse in der europäischen Formel-3-MeisterschaftBearbeiten

Jahr Team Motor 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 Punkte Rang
2013 Double R Racing Mercedes Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  HO1 Vereinigtes Konigreich  BRH Osterreich  SPI Deutschland  NOR Deutschland  NÜR Niederlande  ZAN Italien  VAL Deutschland  HO2 31 17.
22 12 13 14 DNF 11 12 DNF 24 11 16 9 15 23 DNF DNF 23 DNF 18 16 10 14 DNF 11 9 7 13 17 7 6
2014 Jagonya Ayam with Carlin Volkswagen Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  HO1 Frankreich  PAU Ungarn  HUN Belgien  SPA Deutschland  NOR Russland  MOS Osterreich  SPI Deutschland  NÜR Italien  IMO Deutschland  HO2 238 6.
12 8 5 DNF 2 5 7 4 10 23* 6 5 DNF 9 11 DNF 9 7 13 16 10 2 16 1 3 1 DNF 5 3 DNF 4 2 5
2015 Jagonya Ayam with Carlin Volkswagen Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  HO1 Frankreich  PAU Italien  MNZ Belgien  SPA Deutschland  NOR Niederlande  ZAN Osterreich  SPI Portugal  POR Deutschland  NÜR Deutschland  HO2 412,5 2.
2 3 2 1 3 3 2 3 1 4 DNF 4 DNF 9 15 2 22 1 1 2 2 3 2 1 9 8 8 10 2 13 6 1 3

Einzelergebnisse in der GP2-SerieBearbeiten

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Punkte Rang
2016 Prema Racing Spanien  ESP Monaco  MON Aserbaidschan  AZE Osterreich  AUT Vereinigtes Konigreich  GBR Ungarn  HUN Deutschland  GER Belgien  BEL Italien  ITA Malaysia  MAS Vereinigte Arabische Emirate  UAE 211 2.
18 DNF 11 18 1 1 DNF 5 2 4 2 17 8 DNF 6 1 1 3 1 4 5 6

Statistik in der Formel-1-WeltmeisterschaftBearbeiten

Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der Formel-1-Weltmeisterschaft.

GesamtübersichtBearbeiten

Stand: Großer Preis von Spanien, 12. Mai 2019

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
2017 Sauber Motorsport Sauber C36 Ferrari 1.6 V6 Turbo 2 0 22.
2019 Alfa Romeo Racing Alfa Romeo Racing C38 Ferrari 1.6 V6 Turbo 5 0 18.
Gesamt 7 0

EinzelergebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
2017                                                
12 DNF
2019                                                
15 11 15 12 16      
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2018 Italien  AF Corse Ferrari 488 GTE Finnland  Toni Vilander Brasilien  Luís Felipe Derani Rang 20

Einzelergebnisse in der DTMBearbeiten

Saison Team Hersteller 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Punkte Rang
2015 Audi Sport Team Phoenix   Audi Deutschland  HO1 Deutschland  LAU Deutschland  NOR Niederlande  ZAN Osterreich  SPI Russland  MOS Deutschland  OSC Deutschland  NÜR Deutschland  HO2 0
19 21
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

WeblinksBearbeiten

  Commons: Antonio Giovinazzi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Valentin Khorounzhiy: “A new winner in European F3: Antonio Giovinazzi”. paddockscout.com, 20. August 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014 (englisch).
  2. Annika Kläsener: „Formel 3 EM - Double R Racing steigt mit drei Autos ein“. Für Überraschungen sorgen. Motorsport-Magazin.com, 22. Februar 2013, abgerufen am 3. März 2013.
  3. Peter Allen: Antonio Giovinazzi to remain in European F3 with Carlin. paddockscout.com, 21. Januar 2015, abgerufen am 7. März 2015 (englisch).
  4. Offiziell: Antonio Giovinazzi vertritt Timo Scheider. Motorsport-Total.com, 28. August 2015, abgerufen am 28. August 2015.
  5. Gruz David: Giovinazzi to secure GP2 graduation with Prema. paddockscout.com, 19. Januar 2016, abgerufen am 19. Januar 2016 (englisch).
  6. Ben Anderson: Ferrari Formula 1 team signs Antonio Giovinazzi as 2017 reserve. autosport.com, 19. Dezember 2016, abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch).
  7. Giovinazzi und Kvyat erstmals im neuen Ferrari. In: sport.de. (sport.de [abgerufen am 2. Juli 2018]).
  8. Christian Nimmervoll: Offiziell: Antonio Giovinazzi ersetzt Charles Leclerc 2019 bei Sauber. Motorsport-Total.com, 25. September 2018, abgerufen am 25. September 2018.