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Ansitzjagd

1) Einzeljagd von einem (Hoch)Sitz aus 2) Gesellschaftsjagd von Sitzen aus, nur Treiber und Hunde sind in Bewegung
Geschlossene Kanzel
Jagdgewehr mit Zielfernrohr

Bei der Ansitzjagd handelt es sich um eine Jagdart, bei der der Jäger dem Wild an geeigneter Stelle auflauert.[1]

Inhaltsverzeichnis

EinrichtungenBearbeiten

An besonders geeigneten Plätzen, wie Wildwechseln, Waldrändern oder an Kirrungen für Wildschweine, werden verschiedene Formen von Ansitzen (Erdsitze, Leitern, Klettersitze, offene oder geschlossene Hochsitze) platziert, die dem besseren Überblick und der durch die erhöhten Position sichereren Schussabgabe dienen. Besonders hohe Ansitze können neben der optischen Tarnung auch geruchstarnend wirken, indem sie den Körpergeruch des Jägers für das Wild „aus dem Wind halten.“ Geschlossene Ansitze können ebenfalls optische Tarnung bieten und den darin verharrenden Jäger vor Wind und Wetter schützen.

JagdartBearbeiten

Die Ansitzjagd wird in Form der Einzeljagd betrieben, wobei der Jäger allein und ohne Unterstützung durch Hunde oder Treiber auf heranziehendes Wild wartet. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu den Gesellschaftsjagden, z. B. Drückjagden, bei denen den Jägern das Wild aktiv zugetrieben wird.

Am Besten gelingt diese Jagdart ganzjährig in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung überall, wo entsprechende Ansitzeinrichtungen bestehen und immer unter Beachtung der Windrichtung. Bei Nacht ist ein Ansitz auf Schwarzwild nur bei Mondschein an einer Kirrung möglich und erlaubt[2]. Die häufigsten Fehler bei dieser Jagdart sind die falsche Positionierung des Ansitzes, die Zeit und die Richtung des Anlaufens zum Hochsitz. Der Hochsitz und der Weg dahin müssen so ausgewählt werden, dass die Tiere keinen Wind bekommen, also die Anwesenheit des Menschen nicht mit ihrem Geruchssinn bemerken. Günstig ist es, abends rechtzeitig auf dem Ansitz zu sein, d. h. etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang, bzw. wenn das Wild seinen Einstand verlässt und an die Stellen zieht, wo es äsen will, und wo der Jäger es erwartet. Beunruhigung durch Dritte (z. B. Spaziergänger, Jogger oder Reiter) oder Geräusche (z. B. durch lautes Reden, Treten auf am Boden liegende trockene Äste, die dabei zerbrechen oder gar Handyklingeln) können das Wild veranlassen, ein anderes Gebiet zum Äsen aufzusuchen. Werden diese und andere Fehler zu oft gemacht, führt dies, zusätzlich zu den anderen genannten, menschlichen Störungen zu verstärkten Vermeidungsstrategien, wie Nachtaktivität des Wildes, zu erhöhter Heimlichkeit und zur Verdrängung (Abwanderung) des Wildes.

Waidgerechtes Jagen vom AnsitzBearbeiten

Die Ansitzjagd bietet gegenüber anderen Jagdarten Vorteile für die waidgerechte Jagd. Der Jäger kann immer wieder, aber nicht zu oft, auf denselben Ansitz gehen, um das Wild zu beobachten. Er kann die Tiere zählen, ohne dass das Wild beunruhigt oder vergrämt wird. Er kann das Wild in aller Ruhe und unbemerkt aus sicherer Entfernung mit dem Fernglas ansprechen, d. h. die Tierart, das Alter, das Geschlecht und den Gesundheitszustand feststellen, bevor er über einen Abschuss entscheidet. Wenn ein ausgewähltes Stück Wild zu nah bei anderen Stücken steht, so dass die Gefahr besteht, andere Tiere zu verletzen, kann er den Abschuss verschieben. Die Tiere werden nicht beunruhigt und kommen wieder auf die gleichen Flächen zur Äsung. Er kann das Gewehr zum Zielen auflegen und durch das Zielfernrohr visieren, damit einen sicheren Blattschuss anbringen, bei dem das ausgewählte Stück Wild sofort verendet, also nicht unnötig zu leiden braucht.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Haseder, S. 40
  2. BJagdG § 19: Sachliche Verbote https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bjagdg/gesamt.pdf abgerufen 10. März 2017