Ansó

Gemeinde in Spanien

Ansó ist eine spanische Gemeinde in der Provinz Huesca im äußersten Nordwesten der Autonomen Gemeinschaft Aragonien in der Comarca Jacetania. Sie liegt im Tal des von Norden nach Süden fließenden Río Veral in den westlichen aragonesischen Pyrenäen und grenzt an Frankreich und Navarra. Zur Gemeinde gehört auch der Ort Zuriza, während das westlich gelegene kleine Fago noch eine selbstständige Gemeinde bildet. Die im Tal des Río Veral unterhalb von Ansó gelegene, heute unbewohnte Ortschaft Santa Lucía gehört schon zur Gemeinde Valle de Hecho.

Gemeinde Anso
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Anso
Ansó (Spanien)
Finland road sign 311 (1994–2020).svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Aragonien
Provinz: Huesca
Comarca: Jacetania
Koordinaten 42° 45′ N, 0° 50′ WKoordinaten: 42° 45′ N, 0° 50′ W
Höhe: 860 msnm
Fläche: 224,05 km²
Einwohner: 405 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 1,81 Einw./km²
Postleitzahl: 22728
Gemeindenummer (INE): 22028
Verwaltung
Bürgermeister: Félix Ipas Barba (PSOE)
Ansicht von Ansó

GeographieBearbeiten

Das langgestreckte Tal von Ansó öffnet sich nach Süden über die Schlucht Foz de Biniés zum Tal des Aragón. Es steht über eine Passstraße mit dem westlich benachbarten Roncal-Tal in Navarra und über eine weitere Passstraße mit Hecho in der Gemeinde Valle de Hecho im Tal des Aragón Subordán im Osten in Verbindung. Der höchste Berg im Gemeindegebiet ist der Peña Forca (2.391 m).

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im Jahr 1272 mit verschiedenen königlichen Privilegien ausgestattet. 1375 kam es zu einem Schiedsspruch über Weiderechte zwischen den benachbarten Gebieten des Béarn und des Roncal-Tals in Navarra, der zu einer bis heute bestehenden Abgabe von drei Kühen (Tributo de las Tres Vacas) an die Roncalesen im Austausch für die Weidenutzung führte.[2]

WirtschaftBearbeiten

Historisch war die Viehzucht in Form der Transhumanz vorherrschend. Der Ackerbau ist durch die Höhenlage des Orts beeinträchtigt. In Ansó hatte früher auch die Holzverarbeitung Bedeutung.

Arbeitsemigration ("emigración golondrina") führte Arbeiterinnen in die Fabrikation von Espadrilles nach Mauléon-Licharre in Frankreich.

Der Tourismus hat in jüngerer Zeit Bedeutung gewonnen. Im äußersten Nordwesten der Gemeinde befinden sich die Skilanglaufpisten von Linza.

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im Gemeinderat
Partei 2003 2007 2011 2015
PSOE de Aragón - 4 4 -
PAR - 3 3 -
CHA 7
Total 7 7 7 7

Quelle: Spanisches Innenministerium[3]

Sprachliche SituationBearbeiten

In der Gemeinde wird neben dem Spanischen (castellano) das Ansotano, eine Variante der aragonesischen Sprache, gesprochen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991 1996 2001 2005 2009
1.192 1.136 950 1.078 957 992 831 682 486 426 509 533 525 497

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Typische Häuser
  • Die besondere Architektur des Orts mit engen, „arteas“ genannte Durchgängen zwischen den Häusern.
  • Die Pfarrkirche San Pedro, ein gotischer Wehrbau aus dem 16. Jahrhundert mit einem Barockaltar und einer in Frankreich gebauten Orgel aus dem 18. Jahrhundert und einem ethnologischen Museum.
  • Ein mittelalterlicher Turm, in dem die Königin Blanche II. gefangen gehalten worden sein sollte.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Der Tribut der drei Kühe. Abgerufen am 11. Juni 2020.
  3. Resultados provisionales - Ansó Ministerio del Interior - Subsecretaría Dirección General de Política Interior - 2011, abgerufen am 11. Juli 2018.

WeblinksBearbeiten

Commons: Ansó – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien