Annelies Häcki Buhofer

Schweizer Linguistin

Annelies Häcki Buhofer (* 23. Juni 1954 in Zug) ist eine Schweizer Linguistin. Von 1989 bis 2015 wirkte sie als Professorin an der Universität Basel.

WerdegangBearbeiten

Häcki Buhofer promovierte 1980 bei Harald Burger an der Universität Zürich mit der Arbeit Der Spracherwerb von phraseologischen Wortverbindungen. Eine psycholinguistische Untersuchung an schweizerdeutschem Material. 1984 folgte ebenfalls an der Universität Zürich die Habilitation mit dem Titel Schriftlichkeit im Alltag. Theoretische und empirische Aspekte – am Beispiel eines Schweizer Industriebetriebs. 1985/86 erhielt Häcki Buhofer die Venia Legendi für das Gebiet Germanistische Linguistik und wurde 1989 ausserordentliche, 1997 ordentliche Professorin an der Universität Basel. In den Jahren 2002 bis 2005 bekleidete sie die Funktionen der Dekanin und Prodekanin der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität und von 2007 bis 2010 der Studiendekanin der Fakultät.

Forschungsschwerpunkte Häcki Buhofers sind Psycholinguistik, Spracherwerb, Sprachsituation der deutschen Schweiz, Variationsforschung, Lexikographie, Phraseologie, Schriftlichkeit/Mündlichkeit, Grammatiktheorie im 18. Jahrhundert, Genderaspekte des Sprachgebrauchs, Empirische Semantik sowie Korpuslinguistik.

Beteiligungen an laufenden und abgeschlossenen Projekten (Auswahl)Bearbeiten

  • Leiterin des Projekts Orts- und Flurnamenbuch der Nordwestschweiz (gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds SNF)
  • Schweizer Textkorpus / DWDS: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts (gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds SNF)
  • Baseldeutsches Wörterbuch (finanziert von der Christoph Merian Stiftung)
  • Gender in der ärztlichen Kommunikation – GEKO (gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds SNF)
  • Karl Philipp Moritz: Edition der sprachwissenschaftlichen Schriften, verantwortlich Adrian Aebi.

Sonstige Tätigkeiten (Auswahl)Bearbeiten

  • 1999 Gründungs- und Beiratsmitglied der Europäischen Gesellschaft für Phraseologie (EUROPHRAS), Präsidentin 2004–2010, aktuell Vorstandsmitglied
  • seit 2005 Vorstandsmitglied der Association Internationale de Linguistique Appliquée (AILA)
  • 2010–2016 Mitglied des Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds
  • seit 2010 Vorstandsmitglied und seit 2014 Vizepräsidentin des Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch
  • Präsidentin des Ornithologischen Vereins der Stadt Zug

Aus einer Zuger Industriellenfamilie stammend, ist sie im Weiteren Mitglied mehrerer Verwaltungsräte.[1]

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

Monographien

  • Der Spracherwerb von phraseologischen Wortverbindungen. Eine psycholinguistische Untersuchung an schweizerdeutschem Material. Huber, Frauenfeld 1980 (zugl. Diss. Univ. Zürich). ISBN 3719307662.
  • mit Ambros Sialm, Harald Burger: Handbuch der Phraseologie. Walter de Gruyter, Berlin / New York 1982. ISBN 3110080028.
  • Schriftlichkeit im Alltag. Theoretische und empirische Aspekte. Am Beispiel eines Schweizer Industriebetriebs. Peter Lang, Bern / Frankfurt / New York 1985 (zugleich Habil. Univ. Zürich). ISBN 3261035056.
  • mit Harald Burger: Wie Deutschschweizer Kinder Hochdeutsch lernen. Der ungesteuerte Erwerb des gesprochenen Hochdeutschen durch Deutschschweizer Kinder zwischen sechs und acht Jahren. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1998. ISBN 351507239X.
  • mit Lorenz Hofer, Markus Gasser: Neues Baseldeutsch Wörterbuch. Christoph Merian Stiftung, Basel 2010. ISBN 3856165029.
  • mit Marcel Dräger, Stefanie Meier, Tobias Roth: Feste Wortverbindungen des Deutschen. Kollokationenwörterbuch für den Alltag. Narr Francke Attempto, Tübingen 2014. ISBN 3772085229.

Aufsätze

  • mit Hansjakob Schneider, Andrea Bertschi-Kaufmann, Esther Wiesner: Die erfolgreiche literale Entwicklung von risikobehafteten Jugendlichen. Motivationale Aspekte. In: Bulletin suisse de linguistique appliquée 89 (2009), S. 65–97.
  • Spielräume des Sprachverstehens. Psycholinguistische Zugänge zum individuellen Umgang mit Phraseologismen. In: Kathrin Steyer (Hrsg.): Wortverbindungen – mehr oder weniger fest. Walter de Gruyter, Berlin 2004, S. 144–164.

Herausgeberschaft

  • Vom Umgang mit sprachlicher Variation. Soziolinguistik, Dialektologie, Methoden und Wissenschaftsgeschichte. Festschrift zum 60. Geburtstag von Heinrich Löffler. Francke, Tübingen 2000. ISBN 3772026796.
  • Spracherwerb und Lebensalter. Francke, Tübingen 2003. ISBN 3772026826.

Edition

  • Karl Philipp Moritz. Literaturwissenschaftliche, linguistische und psychologische Lektüren. Francke, Tübingen/Basel 1994. ISBN 3772019854.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Annelies Häcki-Buhofer auf moneyhouse.ch, abgerufen am 25. November 2018.