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Anja Wolkenhauer

deutsche Klassische Philologin

LebenBearbeiten

Anja Wolkenhauer absolvierte von 1986 bis 1989 eine Ausbildung zur Antiquariatsbuchhändlerin in Hamburg und war anschließend in Hamburg und Berlin studienbegleitend berufstätig. Ihr Arbeitsbereich waren Handschriften, frühe Drucke und Druckgraphik. Von 1989 bis 1996 studierte sie als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes an den Universitäten in Hamburg und Florenz Klassische Philologie, Kunstgeschichte und Geschichte der Naturwissenschaften. Ab 1996 promovierte sie als Stipendiatin des Graduiertenkollegs Griechische und Byzantinische Textüberlieferung, Wissenschaftsgeschichte, Humanismusforschung und Neulatein in Hamburg, zeitweise unterbrochen von Forschungsstipendien des Centro Tedesco di Studi Veneziani.

Ihre Doktorarbeit verfasste Wolkenhauer über die Rezeption der griechischen und römischen Literatur und Kultur in den Druckerzeichen des 15. und 16. Jahrhunderts. Für ihre im Jahr 2000 abgeschlossene Dissertation wurde sie 2001 auf Vorschlag der Joachim-Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften mit dem Förderpreis der Helmut und Hannelore Greve-Stiftung für Wissenschaften und Kultur ausgezeichnet. Von 2001 bis 2002 war sie PostDoc-Stipendiatin im Graduiertenkolleg Der Kommentar in Antike und Mittelalter an der Ruhr-Universität Bochum. Von 2002 bis 2010 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Griechische und Lateinische Philologie der Universität Hamburg, wo sie unter anderem das Drittmittelprojekt Einführung in die antike römische Kultur – Welchen Nutzen bringt Blended Learning? durchführte. 2006 wurde sie in den Vorstand der Hamburger Sektion des Deutschen Altphilologenverbandes gewählt.

Ihre Habilitationsschrift galt der Auseinandersetzung mit der Zeitordnung in der Literatur der römischen Antike. Sie wurde 2008 mit Unterstützung des Kalkhof-Rose-Stipendiums der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur abgeschlossen und erschien 2011 im Druck. Im Februar 2009 erhielt Wolkenhauer die venia legendi für die Fächer Klassische Philologie und Neulateinische Philologie. Im Sommersemester 2009 folgte sie der Einladung auf eine TEA-Gastprofessur an der Universität Tübingen. Im folgenden Semester vertrat sie in Tübingen den Lehrstuhl für Latinistik. Zum 1. April 2010 wurde sie auf den Lehrstuhl für Latinistik an der Universität Tübingen berufen (W3-Professur). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Naturwissenschaft und Technik als Gegenstand der lateinischen Literatur, Text und Bild (Ekphrasis, Emblematik, Studien zur Metaphorik), Dichtung und Dichtungstheorie der augusteischen Zeit, Humanismus und früher Buchdruck.

Anja Wolkenhauer ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

MonographienBearbeiten

  • Zu schwer für Apoll. Die Antike in humanistischen Druckerzeichen des 16. Jahrhunderts. Wiesbaden 2002 (= Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens 35; zugleich Dissertation, Universität Hamburg), ISBN 3-447-04717-8.
  • Sonne und Mond, Kalender und Uhr. Studien zur Darstellung und poetischen Reflexion der Zeitordnung in der römischen Literatur. Berlin/New York 2010 (= Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte 103; zugleich Habilitationsschrift, Universität Hamburg), ISBN 978-3-11-024712-1.

HerausgeberschaftenBearbeiten

  • mit Bernhard F. Scholz: Typographorum emblemata. The Printer’s Mark in the Context of Early Modern Culture. Berlin/New York 2018 (= Schriftmedien 4), ISBN 978-3-11-043027-1.
  • mit Irmgard Männlein-Robert: Spudasmata. Studien zur Klassischen Philologie und ihren Grenzgebieten.
  • mit Marc Föcking, Jürgen Leonhardt, Ulrich Pfisterer: Wolfenbüttler Renaissance Mitteilungen (WRM).
  • mit Dorothee Gall: Laokoon in Literatur und Kunst. Schriften des Symposions „Laokoon in Literatur und Kunst“ 2006, Berlin/ New York 2009 (= Beiträge zur Altertumskunde 254), ISBN 978-3-11-021037-8.
  • mit Antje Theise: Emblemata Hamburgensia. Emblembücher und angewandte Emblematik im frühneuzeitlichen Hamburg. Mit einem Bestandskatalog der Emblembücher in der SUB. Katalog zur Ausstellung in der SUB Carl von Ossietzky, Kiel 2009; ISBN 978-3-937719-92-4.
  • mit Michaela Scheibe: Signa vides. Researching and recording printers‘ devices. Papers presented on 17-18 March 2015 at the CERL Workshop, hosted by the National Library of Austria, Vienna, London 2015 (=CERL Studies)

WeblinksBearbeiten