Angelmodde

Stadtteil von Münster (Westfalen)

Angelmodde ist ein Stadtteil von Münster. Er liegt im Südosten der Stadt, umgeben von den Stadtteilen Hiltrup im Westen, Gremmendorf im Norden und Westen und Wolbeck im Osten. Zurzeit (Ende 2017) hat Angelmodde 8465 Einwohner. Der Ortsteil erstreckt sich über eine Fläche von 5,01 km². Er teilt sich auf in Angelmodde-Dorf, das in der Nachkriegszeit entstandene Angelmodde-West sowie die neuere Angelmodde-Waldsiedlung.

Angelmodde
Stadt Münster
Wappenentwurf „In Grün ein silberner (weißer) Wellengöpel, belegt mit einem goldenen (gelben) Herzschild, darin drei balkenweise gestellte rote Merletten.“
Koordinaten: 51° 55′ 0″ N, 7° 41′ 10″ O
Höhe: 55 m
Fläche: 5,01 km²
Einwohner: 8465 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.690 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 48167
Vorwahl: 02506
Karte
Angelmodde in Münster
Junker-Jörg-Platz

Amalie von Gallitzin und Otto Hersing lebten in Angelmodde.

LageBearbeiten

Angelmodde liegt im Südosten der Stadt Münster und wird durchflossen von der Angel, die bei Angelmodde-Dorf in die größere Werse mündet und von der Werse, die Angelmodde-Dorf von Angelmodde-Waldsiedlung trennt. Die Ortschaft liegt etwa 54 Meter über NN.

GeschichteBearbeiten

Frühe SiedlungsgeschichteBearbeiten

Die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung in Angelmodde stammen aus der Mittelsteinzeit. Der umfangreiche Fund eines Urnenfriedhofes an der Grenze zu Gremmendorf ist bronzezeitlichen Ursprungs. Das älteste Kulturland, das auf dauerhafte Besiedlung hindeutet, stammt aus der Zeit um 800 vor Christus. An den Rändern von Langstreifenäckern entstanden auf kleinen Bodenerhebungen Bauten, darunter die späteren Höfe Borgmann, Althoff und Homann. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts wurde das münsterische Kirchenvermögen zwischen dem Bischof und dem Domkapitel aufgeteilt. Dabei erhielt der Bischof das Lehen um Haus Lütkenbeck, während die Höfe im Angelmodder Gebiet an das Domkapitel fielen.

Bis zum Spätmittelalter entstanden einige weitere Höfe. Die älteren, mittlerweile großen Höfe wurden geteilt: Dadurch entstanden die sogenannten Zwiehöfe, wie etwa Althoff (alter Hof) und Niehoff (neuer Hof).

Zwischen 1042 und 1063 gelangte der münsterische Domherr Nithung in den Besitz dieser Güter. Er ließ eine Lehmburg in der Werseschleife bei Angelmodde errichten, aus der sich später der Hof Hoffschulte entwickelte. Vermutlich stiftete Nithung auch die Kirche St. Agatha, da die heilige Agatha wahrscheinlich dessen Familienpatronin war.[2]

Entwicklungen seit dem 20. JahrhundertBearbeiten

Angelmodde war bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine kleine Siedlung. Zwischen 1938 und 1940 errichtete der Bauunternehmer Peter Büscher ca. 20 Häuser für seine Arbeiter und schuf damit die Peter-Büscher-Siedlung. In den 1950er Jahren folgte der Bau vieler neuer Häuser, vor allem für die britischen Soldaten; im Zuge dessen entstanden u. a. auch Kirchen wie die Friedenskirche, die St.-Bernhard-Kirche sowie Schulen wie die Annette-Schule und später die Osthuesheide-Volksschule. Das Wachstum von Angelmodde verlief so rasant, dass es zeitweilig zur landesweit am schnellsten wachsenden Gemeinde wurde. Die 60er-Jahre-Siedlung an der Schlesienstraße hat mittlerweile sogar Denkmalstatus.[3]

EingemeindungBearbeiten

Am 1. Januar 1975 wurde Angelmodde zusammen mit Albachten, Amelsbüren, Handorf, Hiltrup, Nienberge, Roxel, Sankt Mauritz und Wolbeck nach Münster eingemeindet.[4]

NameBearbeiten

Erstmals trat der Ortsname 1175 als „Angelmudden“ auf, was auf den Zusammenfluss der beiden Flüsse Werse und Angel hinweist. Dabei stehen Mud oder mund wörtlich für Mündung der Angel, die bei Angelmodde in die Werse mündet.[5]

StatistikBearbeiten

Strukturdaten der Bevölkerung in Angelmodde am 31. Dezember 2017:

  • Jugendquote: 38,3 % (Münsteraner Durchschnitt: 27,2 %)[6]
  • Altenquote: 32,2 % (Münsteraner Durchschnitt 26,2 %)[7]

LiteraturBearbeiten

  • Werner Dobelmann: Angelmodde. Geschichte einer Stadtrandgemeinde. Münster 1974.
  • Ein literarisches Denkmal Angelmoddes und seiner Bewohner schuf Otto Jägersberg in seinem 1964 erschienenen Roman Weihrauch und Pumpernickel.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kleinräumige Gebietsgliederung: 45 Stadtteile (Statistische Bezirke) (PDF; 298 kB).
  2. Angelmodde-Chronik, Heft 1. 1990, S. 28.
  3. Bettina Goczol: Chronik: Rasante Entwicklung von Angelmodde-West. Westfälische Nachrichten. 4. November 2009, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 311.
  5. Angelmodde im Portrait. Geschichte und Namensursprung. Website der Stadt Münster. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  6. Jugendquote in Münster (CSV-Dokument)
  7. Altenquote in Münster (CSV-Dokument)