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André Simon (Rennfahrer)

französischer Formel-1-Rennfahrer

LebenBearbeiten

André wurde als Sohn eines KFZ-Werkstattbesitzers geboren, der zudem eine Werksvertretung für Mathis in La Varenne betrieb. Bereits mit neun Jahren starb sein Vater, so dass sein Onkel ihn erzog. Nur vier Jahre später arbeitete Simon in der Werkstatt der Familie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg borgte sich Simon Geld für den Kauf eines Talbot Lago-Sportwagens, um mit ihm 1948 in Montlhéry ein Sportwagenrennen zu bestreiten. Ein Freund lieh ihm den eigenen Delahaye für den Einsatz beim Grand Prix du Comminges nur wenige Monate später.

1949 fragte ihn der bereits erfahrene Eugène Chaboud, ob er sich den Einsatz beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit ihm teilen wolle. Sein dortiger Einsatz machte Amadée Gordini auf ihn aufmerksam, für den er mit großem Erfolg in den Jahren 1950 und 1951 in der Formel 2 unterwegs war. 1951 hatte Simon, ebenfalls auf Gordini, seine ersten Starts bei Formel 1-Weltmeisterschaftsläufen, beim Grand Prix von Italien erreichte er dabei den sechsten Platz.

Während der Automobil-Weltmeisterschaft 1952 war André Simon als Gastfahrer von der Scuderia Ferrari eingeladen worden, für die roten Renner in Frankreich zu starten. Doch hatte er nicht den gewünschten Erfolg und eine schwere Erkrankung zum Ende des Jahres unterbrach seine Karriere für ein ganzes Jahr. So fuhr er 1954 wieder für Gordini und als Hans Herrmann sich beim Training zum Großen Preis von Monaco 1955 verletzte, sprang er als Gastfahrer bei Mercedes ein. Wieder hatte Simon kein Glück und musste mit technischem Defekt aufgeben. Später im selben Jahr stieß er zu Maserati. Seinen größten Erfolg feierte er mit einem Sieg beim nicht zur WM zählenden Grand Prix d’Albi. Bei Weltmeisterschaftsläufen waren ihm keine Erfolge beschieden, seinen letzten Einsatz hatte er beim Grand Prix von Italien 1957.

Später wechselte André Simon ins Sportwagenteam der Scuderia Ferrari, wo er zwischen 1960 und 1964 etliche Siege einfuhr. Danach nahm er seinen Abschied vom eigentlichen Motorsport, verunglückte aber 1966 bei einem Verkehrsunfall so schwer, dass er zwei Wochen im Koma lag.

Davon genesen, führte Simon seine Werkstatt bis zu seiner Pensionierung 1984 fort.

StatistikBearbeiten

Statistik in der Automobil-WeltmeisterschaftBearbeiten

GesamtübersichtBearbeiten

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1951 Equipe Gordini Gordini T15 Gordini 1.5 L4s 4 NC
1952 Ferrari Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 2 NC
1955 Daimler Benz AG Mercedes-Benz W196 Mercedes 2.5 L8 1 NC
Officine Alfieri Maserati Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1
1956 André Simon Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 NC
Equipe Gordini Gordini T16 Gordini 2.5 L6 1
1957 Ottorino Volonterio Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 NC
Gesamt 11

EinzelergebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8
1951                
DNA DNF DNF 6 DNF
1952                
DNF 6
1955              
DNF DNF
1956                
DNF 9
1957                
DNQ 11
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1949 Frankreich  Charles Pozzi Delahaye 175S Frankreich  Pierre Flahault Ausfall Motorschaden
1950 Frankreich  Automobiles Gordini Simca-Gordini T15S Frankreich  Aldo Gordini Ausfall Getriebeschaden
1951 Frankreich  Equipe Gordini Simca-Gordini T15S Frankreich  Robert Manzon Ausfall Zündverteiler
1952 Vereinigte Staaten 48  Luigi Chinetti Ferrari 340 America Berlinetta Frankreich  Lucien Vincent Rang 5
1954 Frankreich  Automobiles Gordini Gordini T24S Frankreich  Jean Behra Ausfall Zündungsschaden
1955 Deutschland Bundesrepublik  Daimler-Benz AG Mercedes-Benz 300 SLR Deutschland Bundesrepublik  Karl Kling zurückgezogen
1956 Italien  Scuderia Ferrari Ferrari 625LM Spyder Touring Vereinigte Staaten 48  Phil Hill Ausfall Kraftübertragung
1957 Italien  Officine Alfieri Maserati Maserati 450S Frankreich  Jean Behra Ausfall Unfall
1960 Italien  Automobiles OSCA OSCA Sport 750 Frankreich  Jean Laroche Ausfall Motorschaden
1962 Frankreich  Fernand Tavano Ferrari 250 GTO Frankreich  Fernand Tavano Ausfall Differentialschaden
1963 Frankreich  Maserati France Johnny Simone Maserati Tipo 151/3 Vereinigte Staaten  Lloyd Casner Ausfall Unfall
1964 Frankreich  Maserati France Maserati Tipo 151 Frankreich  Maurice Trintignant Ausfall Elektrik

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
1954 Gordini Gordini T24S Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT Mexiko  CAP
DNF
1955 Daimler-Benz AG Mercedes-Benz 300 SLR Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT Italien  TAR
DNF 3
1956 Maserati Maserati 300S Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Deutschland  NÜR Schweden  KRI
DNF
1957 Maserati Maserati 450S Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Schweden  KRI Venezuela  CAR
DNF
1960 Osca OSCA Sport 750 Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM
DNF
1962 Fernand Tavano
André Simon
Ferrari 250 GT
Ferrari 250 GTO
Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Vereinigte Staaten  SEB Italien  MAI Italien  TAR Deutschland  BER Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Frankreich  TAV Italien  CCA Vereinigtes Konigreich  RTT Deutschland  NÜR Vereinigte Staaten  BRI Vereinigte Staaten  BRI Frankreich  PAR
DNF DNF 3 6
1963 Maserati France Maserati Tipo 151
Fiat 2300
Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Belgien  SPA Italien  MAI Deutschland  NÜR Italien  CON Deutschland  ROS Frankreich  LEM Italien  MON Deutschland  WIS Frankreich  TAV Deutschland  FRE Italien  CCE Vereinigtes Konigreich  RTT Schweiz  OVI Deutschland  NÜR Italien  MON Italien  MON Frankreich  TDF Vereinigte Staaten  BRI
DNF DNF
1964 Maserati France
Ford France
Maserati Tipo 151
Shelby Daytona
Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Italien  MON Belgien  SPA Italien  CON Deutschland  NÜR Deutschland  ROS Frankreich  LEM Frankreich  REI Deutschland  FRE Italien  CCE Vereinigtes Konigreich  RTT Schweiz  SIM Deutschland  NÜR Italien  MON Frankreich  TDF Vereinigte Staaten  BRI Vereinigte Staaten  BRI Frankreich  PAR
DNF DNF DNF DNF
1965 Ford France Shelby Daytona Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Italien  BOL Italien  MON Italien  MON Vereinigtes Konigreich  RTT Italien  TAR Belgien  SPA Deutschland  NÜR Italien  MUG Deutschland  ROS Frankreich  LEM Frankreich  REI Italien  BOZ Deutschland  FRE Italien  CCE Schweiz  OVI Deutschland  NÜR Vereinigte Staaten  BRI Vereinigte Staaten  BRI
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WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nachruf (engl.)