Andante (italienisch für „gehend“) ist eine musikalische Vortragsbezeichnung, die ein mäßig langsames Tempo („ruhig gehend“, „ruhig“ oder „gehend“[1]) vorschreibt. Das Tempo ist zwischen Adagio und Moderato anzusiedeln. Varianten des Adjektivs andante sind più andante („mehr gehend“), somit rascher, und meno andante („weniger gehend“), somit langsamer.

Andante ist ein relativ junge Tempobezeichnung, trat erst nach 1650 auf und setzte sich im Spätbarock durch. Nach historischen Quellen gilt sein Affekt im Sinne eines gleichmäßigen und deutlich artikulierten Vortrags.[2]

Das Andante bezeichnet auch einen Gattungsnamen für Sätze in Sonaten. Das Diminutiv Andantino bezeichnet ein zeitlich kurz andauerndes Andante[3] auch (als andantino) im Sinne von etwas ruhig bzw. etwas ruhiger.[4]

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EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wieland Ziegenrücker: Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 55 und 193.
  2. Klaus Miehling: Das Tempo in der Musik von Barock und Vorklassik. Wilhelmshaven 2003, ISBN 978-3-7959-0590-3, S. 291.
  3. Andante. In: Der Grosse Brockhaus. Brockhaus, Wiesbaden 1953, Bd. 1, S. 267.
  4. Wieland Ziegenrücker: Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 55 und 193.