Anatoli Alexejewitsch Iwanischin

russischer Kosmonaut
Anatoli Iwanischin
Anatoli Iwanischin
Land: Russland
Organisation: Roskosmos
ausgewählt am 29. Mai 2003
Einsätze: 3 Raumflüge
Start des
ersten Raumflugs:
14. November 2011
Landung des
letzten Raumflugs:
30. Oktober 2016
Zeit im Weltraum: 280d 9h 53min
Raumflüge

Anatoli Alexejewitsch Iwanischin (russisch Анатолий Алексеевич Иванишин; * 15. Januar 1969 in Irkutsk, Oblast Irkutsk, Russische SFSR) ist ein russischer Kosmonaut.

Militärische AusbildungBearbeiten

Nach Abschluss des Gymnasiums Nr. 11 in Irkutsk bewarb sich Iwanischin 1986 erfolglos an der Höheren Militärfliegerpilotenschule Tschernigow. Daraufhin belegte er für ein Jahr am damaligen Polytechnischen Institut Irkutsk das Fach Flugzeugbau. Im zweiten Anlauf 1987 wurde er an der Pilotenschule Tschernigow angenommen und schloss diese 1991 mit einer Goldmedaille ab. Anschließend diente er in einer Kampfeinheit der russischen Luftwaffe in Borissoglebsk, Region Woronesch, wo er das Mehrzweckkampfflugzeug MiG-29 flog. Ab 1992 diente er als führender Jagdflieger im 159. Luftregiment in Petrosawodsk, Karelien. Dort flog er während seines Dienstes den Luftüberlegenheitsjäger Su-27.

Iwanischin hat den Rang eines Obersten der Russischen Luftstreitkräfte im Ruhestand inne und kann 507 Flugstunden sowie 180 Fallschirmsprünge nachweisen. 2003 machte er das Abschlussexamen in Wirtschaftswissenschaft, Statistik und Informationstheorie nach einem Fernstudium an der Staatlichen Universität Moskau.

RaumfahrertätigkeitBearbeiten

Bereits 1997 stand Iwanischin in der engeren Auswahl, jedoch scheiterte seine Kandidatur an den damaligen strengen Kriterien für Sojus-Raumschiffe, er war ein paar Zentimeter zu groß. Am 29. Mai 2003 wurde er dann als Pilot der Luftwaffe ausgewählt, seine Kosmonauten-Grundausbildung schloss er im Juni 2005 mit Auszeichnung ab. Im Oktober 2009 nahm er im Kosmodrom Baikonur an einer Ausbildung für das Miniforschungsmodul 2 teil und er trainierte für einen Langzeitaufenthalt auf der Internationalen Raumstation, u. a. war er Ersatzmann für Dmitri Kondratjew als Kommandant des Raumschiffs Sojus TMA-20 zur ISS. Danach war er Ersatzmann für Andrei Borissenko als Bordingenieur der Mission Sojus TMA-21.

Iwanischin startete am 14. November 2011 zusammen mit Anton Schkaplerow und Daniel Burbank im Raumschiff Sojus TMA-22 zur ISS. Er arbeitete dort als Bordingenieur der Expeditionen 29 und 30 und landete am 27. April 2012 wieder.[1][2]

Iwanischin startete am 7. Juli 2016 mit Sojus MS-01 zu seiner zweiten ISS-Langzeitmission. Zunächst arbeitete er als Bordingenieur der ISS-Expedition 48.[3] Danach übernahm er das Kommando über die ISS-Expedition 49 und kehrte am 30. Oktober 2016 zur Erde zurück.

Sein dritter Raumflug begann am 9. April 2020. Als Kommandant des Raumschiffes Sojus MS-16 startete er zusammen mit Iwan Wagner und Chris Cassidy zur ISS. Dort wird er als Bordingenieur der ISS-Expeditionen 62 und 63 arbeiten. Die Rückkehr ist für Oktober 2020 geplant.

PrivatesBearbeiten

Anatoli Iwanischin ist verheiratet und hat einen Sohn, der 1993 geboren wurde.

WeblinksBearbeiten

Commons: Anatoli Iwanischin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sojus TMA-22. spacefacts.de, 14. November 2011, abgerufen am 14. November 2011.
  2. Pete Harding: Soyuz TMA-22 returns to Earth with three outbound ISS crewmembers. NASAspaceflight.com, 27. April 2007, abgerufen am 27. April 2007 (englisch).
  3. Планируемые полёты. astronaut.ru, 28. November 2015, abgerufen am 4. Dezember 2015 (russisch).