Amtsgericht Dresden

Amtsgericht in Sachsen

Das Amtsgericht Dresden ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Deutschland und eines von insgesamt 25 Amtsgerichten im Freistaat Sachsen.

Gerichtssitz und -bezirkBearbeiten

Der Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Dresden umfasst das Stadtgebiet von Dresden (§ 1 Abs. 4, Anlage Nr. 8 Sächsisches Justizgesetz). Der Hauptsitz des Gerichts befindet sich seit September 2012 in Dresden, Roßbachstraße 6. Das Grundbuchamt, die Insolvenzabteilung, das Registergericht, die Betreuungsabteilung sowie die Zwangsvollstreckungsabteilung haben ihren Sitz in Dresden, Olbrichtplatz 1. Dem Gericht unterstehen auch die sich im Gebiet der Landeshauptstadt Dresden befindlichen Schiedsstellen mit ihren Friedensrichtern.

Aufgrund der Konzentration von Zuständigkeiten in Sachsen ist das Amtsgericht Dresden zudem für folgende Verfahren zuständig:[1]

  • Verfahren der Gesamtvollstreckungs- und Insolvenzordnung sowie Führung der Handels-, Genossenschafts-, Partnerschafts-, Vereins- und Güterrechtsregister für die Amtsgerichtsbezirke Bautzen, Dippoldiswalde, Görlitz, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Meißen, Pirna, Riesa, Weißwasser und Zittau
  • Zwangsversteigerungs- und Zwangsverwaltungsverfahren für die Amtsgerichtsbezirke Dippoldiswalde, Meißen, Pirna und Riesa
  • Verfahren nach dem StaRUG zentral für den gesamten Freistaat Sachsen

Übergeordnete GerichteBearbeiten

Dem Amtsgericht Dresden befindet sich im Bezirk des Landgerichts Dresden. Weitere übergeordnete Gerichte sind das Oberlandesgericht Dresden sowie der Bundesgerichtshof.

Das Amtsgericht Dresden ist – neben den Amtsgerichten Chemnitz und Leipzig – eines der drei Präsidialamtsgerichte in Sachsen. Die Dienstaufsicht über das Amtsgericht Dresden als Justizverwaltungsbehörde (d. h. die nicht-richterliche Tätigkeit) obliegt daher dem Präsidenten des Oberlandesgerichtes Dresden. Dienstaufsichtsbehörde aller anderen Amtsgerichten ist der Präsident des jeweiligen örtlichen Landgerichtes und danach der Präsident des Oberlandesgerichtes.

GeschichteBearbeiten

Bildung nach dem GerichtsverfassungsgesetzBearbeiten

Zum 1. Oktober 1879 trat auch im Königreich Sachsen das Gerichtsverfassungsgesetz des Deutschen Reichs in Kraft und wurde durch Landesrecht umgesetzt. Ein Gesetz vom 1. März 1879[2] bestimmte die Errichtung eines Oberlandesgerichts mit Sitz in Dresden und von Landgerichten in Dresden, Leipzig, Bautzen, Zwickau, Chemnitz, Freiberg und Plauen. Eine königliche Verordnung vom 28. Juli 1879 bestimmte die Bezirke der Landgerichte und ordnete die Bildung von 105 Amtsgerichten in Sachsen an. Dem Landgericht Dresden war dabei u. a. das Amtsgericht Dresden als Gericht der ersten Instanz unterstellt.

Kreisgericht Dresden-Mitte und Kreisgericht DresdenBearbeiten

In der DDR wurden 1952 die Amtsgerichte und damit auch das Amtsgericht Dresden aufgehoben und Kreisgerichte gebildet. Nach der Wende und der friedlichen Revolution in der DDR wurden die Aufgaben der ehemaligen Dresdner Kreisgerichte auf das Kreisgericht Dresden-Mitte übertragen, das seitdem die Bezeichnung Kreisgericht Dresden trug.

Neubildung des AmtsgerichtsBearbeiten

Die Zuständigkeiten des Kreisgerichts Dresden wurden am 31. Dezember 1992 an das neu gebildete Amtsgericht Dresden übertragen.[3] Im September 2012 zog dieses in die Roßbachstraße 6 in Dresden um.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtsgericht Dresden: Amtsgericht Dresden - Aufgaben, Zuständigkeit. Abgerufen am 1. August 2021.
  2. Gesetz, Bestimmungen zur Ausführung des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 und über die Zuständigkeit der Gerichte in Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit enthaltend. Vom 1. März 1879, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen S. 59
  3. Vergleiche Kreisgericht Dresden-Mitte (Bestand) auf der Seite vom Archivportal-D, zuletzt abgerufen am 12. Juli 2021

Koordinaten: 51° 3′ 15,3″ N, 13° 43′ 5″ O