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Das Amt Boppard war ein kurtriersches Amt mit Sitz in der Stadt Boppard und umfasste sowohl linksrheinische als auch rechtsrheinische Gebiete am Mittelrhein.

Es bildete gemeinsam mit den Ämtern Oberwesel, Wellmich sowie dem Gallscheider Gericht wiederum das Oberamt Boppard.[1]

Die Amtsverwaltung hatte ihren Sitz in der Kurfürstlichen Burg in Boppard und wurde durch den Amtmann geleitet.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Mit der Verpfändung durch den König Heinrich VII. am 12. August 1312 an seinem Bruder, Erzbischof Balduin von Trier, gelangte die bis dahin freie Reichsstadt Boppard zum Kurfürstentum Trier und bildete dort mit den umliegenden Ortschaften das Amt Boppard.[2] Es hatte Bestand, bis im ersten Koalitionskrieg Frankreich 1794 das Linke Rheinufer eroberte und es später annektierte. Teile des ehemaligen Amtes Boppard gehörten nun zum Kanton Boppard bzw. nach dem Wiener Kongress 1815 zur preußischen Bürgermeisterei Boppard.

Zugehörige OrteBearbeiten

Zum Amt gehörten neben der Stadt Boppard die Ortschaften Brey, Niederspay, Oberspay, Salzig, Weiler, Kamp, Bornhofen, Ehrenthal, Filsen, Niederkestert, Oberkestert und Lykershausen.

Das Amt umfasste damit rund 195 km² und hatte im Jahr 1789 insgesamt 5329 Einwohner, von denen rund 2500 auf die Stadt Boppard entfielen. Während die Bürgerschaft der Stadt vom Kriegsdienst befreit war, galt dies nicht für die Bewohner der zugehörigen Ortschaften.[1]

BeschreibungBearbeiten

Dem Amtmann untergeordnet waren der Amtsverwalter und der Amtskellner, welcher mit der wirtschaftlichen Verwaltung des Amtes betraut war. Weiterhin gab es einen Amtsphysicus sowie einen Amtschirurgus. Die Gerichtsbarkeit des Amtes stand in Konkurrenz zum Stadtgericht in Boppard, das heißt die Bürger der Stadt hatten die Wahl, vor welchem der beiden Gerichte ihre Angelegenheiten zu verhandeln waren. Der Rheinzoll und die entsprechende Zollverwaltung stand allein Kurtrier zu. Die Aufsicht über die Polizei, das Bauwesen sowie die Zünfte hatte dagegen der Stadtrat von Boppard.[1]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Bopparder VVV-Heft Nr. 22: Die Beschreibung des kurtrierischen Amtes Boppard (1789/1790) – Edition und Erläuterung, Autor: Michael Koelges, Boppard 2015
  2. Boppard das römische Bontobrica, Bandobriga oder Bodobriga., Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, Heft L und LI. Bonn 1871. Seite 68, archive.org