Amschaspand

sechs unsterbliche Weise der Zoroastrischen Religion

Die Amschaspand oder Amescha Spenta (avestisch: Ameša Spenta, die „Heilvollen Unsterblichen“, im Jung-Avesta als Sechsheit kanonisiert[1]) sind in der Religion Zarathustras die sechs unsterblichen Weisen, der sieben höchsten Geister im Reich des Lichts, welche Ahura Mazda im Kampf gegen Ahriman zur Seite stehen. Sie sind nach dem Verständnis mancher Anhänger Zarathustras reine Allegorien und werden oft, besonders die beiden letzten, als Güter angerufen, welche Ahura Mazdā gebeten wird, den Frommen zu verleihen.

In den Hymnen Zarathustras, den Gathas, erscheinen sie als die wesentlichen Eigenschaften Ahura Mazdas. Im Verlauf späterer Epochen trat eine zunehmende Personifikation dieser Eigenschaften auf, sodass sie schließlich als Gottheiten in Erscheinung traten. In Yasna 45.4 erscheint Zarathustra als der „Vater“ der Ameša Spenta.

Sie werden teils mit den folgenden Begriffen wiedergegeben: Tugend, Wahrhaftigkeit, Herrschaft oder Besitz, gute Gesinnung, Demut oder Weisheit, Reife, Gesundheit und Langlebigkeit oder Unsterblichkeit.

Es folgen die sechs Ameša Spenta, denen im Avesta teils Ahura Mazda, teils Spenta Mainyu und teils Sraoša übergeordnet ist. Die jeweils erste Angabe gibt den avestischen, die zweite den neupersischen und die dritte eine deutsche Übersetzung wieder.

  1. Vohu manah, Bahman: Guter Gedanke
  2. Aša vahišta, Ordibehešt: Beste Wahrhaftigkeit/Rechtschaffenheit
  3. Xšathra vairya, Šahrivar: Herrschaft
  4. Spenta armaiti, Esfand: Heiliger Gedanke, Heilige Demut/Frömmigkeit[2]
  5. Haurvatat, Ḫordad: Reife, Ganzheit
  6. Ameretat, Amordad: Unsterblichkeit

Die genannten sechs Ameša Spentas bezeichnen im heutigen iranischen Kalender sechs Monate des Jahres.

LiteraturBearbeiten

  • Das Zend-Avesta. Ulrich Hannemann (Hrsg.), Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 3-899-98199-5
  • Encyclopaedia of Ancient Iran. Hashem-e Razi, Teheran, Sokhan, 2002.
  • Avesta. Übersetzung des Textes. Jalil Doostkhah. Morvarid, 1996.
  • A Concise Pahlavi Dictionary. D. N. MacKenzie. Routledge Curzon, 2005.
  • Gatha. Die himmlischen Gesänge Zarathustras. Übersetzung. A Madjderey.2000.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Antonio Panaino: Religionen im antiken Iran. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26.
  2. Vgl. auch S. Razmjou: Traces of the Goddess Spenta-Armaiti at Persepolis. In: Iranian Journal of Archaeology and History. Band 12, Nr. 1,2, Teheran 1999.