Amphitheater des Statilius Taurus

ehemaliges Amphitheater in Rom

Das Amphitheater des Statilius Taurus (lateinisch Amphitheatrum Statilii Tauri) war ein Amphitheater in der Stadt Rom, das im Jahr 29 v. Chr. errichtet wurde.

Titus Statilius Taurus, ein römischer General des Augustus und 34 v. Chr. einer der letzten, die – ohne Mitglied des Kaiserhauses zu sein – einen Triumph feiern durften, ließ das Amphitheater 29 v. Chr., als Augustus zum vierten Mal Konsul war, auf eigene Kosten errichten.[1] Es handelte sich um das erste in Stein ausgeführte Amphitheater Roms,[2] die bis dahin immer, aber bisweilen auch später noch wie das Amphitheatrum Neronis aus Holz gebaut wurden. Für das Verdienst, diesen Steinbau gestiftet zu haben, erteilte das römische Volk dem Statilius Taurus das Recht, jedes Jahr einen der zu ernennenden Prätoren zu bestimmen.[3] Der aus der 34 v. Chr. in Afrika gemachten Kriegsbeute finanzierte Bau[4] stand auf dem Marsfeld[5] und wurde im Brand des Jahres 64 zerstört.[6] Die genauere Lokalisierung dieses aufgrund von Inschriften als Privatbau anzusprechenden Amphitheaters[7] innerhalb des großen Areals des Marsfeldes ist umstritten.

Da Strabon das Amphitheater in Zusammenhang mit drei benachbarten Theatern nennt, die allesamt auf einem eigenen Areal innerhalb des Campus Martius lagen, geht die Mehrheit der Forscher davon aus, dass sich das Amphitheater in der Nähe des Circus Flaminius befand. In den drei Theatern möchte man jene des Pompeius, des Balbus und des Marcellus erkennen, die nahe dem Circus Flaminius lagen, zudem dokumentierte Giovanni Battista Piranesi im Jahr 1762 Reste eines Zuschauerrundes unterhalb des Palazzo Cenci, also gleichfalls in der Nähe des Zirkus.[8]

Lawrence Richardson Jr. hingegen vermutet die Lage östlich der Via Lata am südlichen Ende der Piazza SS. Apostoli, da er das Amphitheater erst in der zweiten Welle des Brandes untergegangen sieht und diese ihren Ausgang von dem Aemiliana genannten Vorort Roms nahe dem Tiber nahm.[9] Allerdings ist erstens die Lage der Aemiliana selbst unklar, zweitens gab es eventuell verschiedene Viertel des Namens.[10]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Cassius Dio 51,23; Sueton, Augustus 29.
  2. Cassius Dio 51,23.
  3. Cassius Dio 51,23.
  4. Tacitus, Annalen 3,72.
  5. Strabon 5,3,8 (236).
  6. Cassius Dio 62,18,2.
  7. CIL 06, 06226. 06227. 06228.
  8. Giuseppe Marchetti-Longhi: Nuovi aspetti della topografia dell’antico Campo Marzio di Roma: Circo Flaminio o teatro di Balbo. In: Mélanges de l'Ecole française de Rome. Antiquité. Band 82, 1970, S. 117–158, hier: S. 130 Anm. 1; Timothy Peter Wiseman: The Circus Flaminius. In: Papers of the British School at Rome. Band 42, 1974, S. 3–26, hier: S. 10 f. 22; Alessandro Viscogliosi: Amphitheatrum Statilii Tauri. In: Eva Margareta Steinby (Hrsg.): Lexicon Topographicum Urbis Romae. Bd. 1. Quasar, Rom 1993, S. 36 f.; Filippo Coarelli: Campo Marzio. Dalle origini alla fine della Repubblica. Quasar, Rom 1997, S. 546.
  9. Tacitus, Annalen 15,40; Lawrence Richardson Jr.: A New Topographical Dictionary of Ancient Rome. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1992, S. 11.
  10. Robert E. A. Palmer: The Vici Luccei in the Forum Boarium and some Lucceii in Rome. In: Bulletino della Commissione Archeologica Communale di Roma. Band 85, 1976–1977, S. 135–161, hier: S. 148–150; vgl. auch Ömür Harmanşah: Aemiliana. In: Elisha Ann Dumser (Hrsg.): Mapping Augustan Rome (= Journal of Roman Archaeology. Supplement 50). Portsmouth 2002, S. 41 (Online).