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Amlikon-Bissegg

Gemeinde in der Schweiz

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Amlikon-Bissegg liegt im Herzen des Kantons Thurgau – der Kantonsmittelpunkt liegt auf der "Rossweid" zwischen Bissegg und Hünikon. Der grösste Teil des Gemeindegebietes liegt südlich der Thur, nur etwa 5,5 % liegen nördlich davon. Die Landschaft ist im Norden geprägt von der alluvialen Thurebene (teilweise für den Kiesabbau genutzt), im südlicheren Teil von der hügeligen Moränenlandschaft mit typischen Drumlins (z. B. im Umfeld der Bissegg), welche ebenfalls für den Kies- und auch Lehmabbau genutzt wurden. Einige tief in die Grundmoräne (insbesondere östlich der Kantonsstrasse Märstetten – Wil) und das Molassegestein (ungefähr westlich der Kantonsstrasse) eingeschnittene Bachläufe (beispielsweise das Griesenbergtobel als tiefstes Tobel des Kantons) entwässern das Gemeindegebiet nach Norden zur Thur hin. Über ein Dutzend Weiher und Teiche finden sich an verschiedenen Bächen.

Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt an der Thur beim Zollhaus mit 406.5 m ü. M., während der Dreigemeindestein Amlikon-Bissegg / Hüttlingen / Thundorf in der Nähe von "Märwiile" der höchste Punkt auf 660.6 m. ü. M. ist.

GeschichteBearbeiten

Amlikon-Bissegg wurde per 1. Januar 1995 aus den früheren Ortsgemeinden Amlikon, Bissegg, Griesenberg und Strohwilen gebildet. Sie ist eine typische Landgemeinde der Ostschweiz, mit zwölf Dörfern (Amlikon, Bänikon, Bissegg-Junkholz, Fimmelsberg, Griesenberg, Holzhäusern, Hueb-Vogelsang, Hünikon, Leutmerken, Maltbach, Strohwilen und Wolfikon), Weilern (z. B. Tümpfel, Eutenberg, Kreuz, Hofen) und Einzelgehöften (z. B. Holzhof, Neuhof, Ziegelhütte, Altenburg).

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der Dorfplatz von Amlikon ist mit seinen schönen Fachwerkbauten sehr malerisch.

Im Weiler Leutmerken steht eine paritätische Kirche, die erstmals 1275 erwähnt wurde, Erneuerungen erfolgten 1462 und später. Das Langhausmauerwerk ist bis zur Fensterbankhöhe noch romanisch, der Teil darüber sowie der Chor stammen aus dem Jahr 1634, der Turm aus dem Jahr 1556. 1548 und 1563 hat der geflüchtete Konstanzer Reformator Ambrosius Blarer hier als evangelischer Pfarrer gewirkt.[2]

 
Flugplatz Amlikon
 
Gemeindeverwaltung Amlikon-Bissegg

PersönlichkeitenBearbeiten

In Amlikon-Bissegg aufgewachsen oder wohnhaft waren folgende Personen:[3]

  • Eduard Häberlin (1820–1884), auf der Bissegg wohnhaft: siebenfacher Grossratspräsident, National- (FL, 1935–1959) und Ständerat (1851 und 1857–1869, 1863 als Präsident), Bundesrichter (1862–1872)
  • Heinrich Häberlin (1868–1947), Bürger von Bissegg: National- (FDP, 1904–1920) und Bundesrat (FDP, 1920–1934, 1926 und 1931 als Präsident)
  • Otto Wartmann (1890–1959): Thurgauer Grossratspräsident und Nationalrat (BGB, 1935–1959); Käser (Wartmann brachte den Tilsiter Käse in die Schweiz)
  • Bruno Haag, wohnhaft in Leutmerken: Thurgauer Grossratspräsident (1992)

SegelflugplatzBearbeiten

Am südlichen Ufer der Thur nördlich vom Dorf Amlikon befindet sich seit 1963 das Segelflugfeld Flugplatz Amlikon, das der Segelfluggruppe Cumulus als Heimatbasis dient. Es wurde angelegt, nachdem der Flugplatz auf der Allmend bei Frauenfeld vom Militär benötigt wurde.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Verena Baumer-Müller: Blarer, Ambrosius. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Chronik zum Jubiläum - 1200 Jahre Leutmerken. Herausgegeben vom Organisationskommittee «1200 Jahre Leutmerken», c/o Gemeindeverwaltung Amlikon-Bissegg. Abgerufen am 28. August 2018