Hauptmenü öffnen

Aminorex ist eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung, die unter dem Namen Menocil als Appetitzügler (Anorektikum) 1965 in der Schweiz und 1966 in Deutschland und Österreich auf den Markt gebracht wurde.[3] Bereits 1968 wurde Menocil wieder vom Markt genommen, nachdem das Auftreten von präkapillarer pulmonaler Hypertonie[4] beobachtet worden war, zum Teil mit Todesfolge.[5]

Strukturformel
Strukturformel von Aminorex
Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Freiname Aminorex
Andere Namen
  • Aminoxaphen
  • (RS)-2-Amino-4,5-dihydro-5-phenyl-2-oxazol (IUPAC)
  • (RS)-2-Amino-5-phenyl-2-oxazolin
  • (RS)-5-Phenyl-4,5-dihydro-1,3-oxazol-2-ylazan
Summenformel C9H10N2O
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 2207-50-3
EG-Nummer 636-641-3
ECHA-InfoCard 100.164.420
PubChem 16630
DrugBank DB01490
Wikidata Q4064330
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Anorektika

Eigenschaften
Molare Masse 162,19 g/mol
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

137 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​310​‐​330
P: 260​‐​264​‐​280​‐​284​‐​302+350​‐​310 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Aminorex ist dem 4-Methylaminorex eng strukturell verwandt. In Deutschland ist Aminorex ein verkehrsfähiges, jedoch nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel.[6]

WirkungsweiseBearbeiten

Aminorex setzt endogene Katecholaminspeicher frei und hemmt die Serotoninwiederaufnahme.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Datenblatt Aminorex, solid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 18. Februar 2013 (PDF).
  2. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-178.
  3. Wie Zuckerl, Spiegel, Ausgabe 52 vom 23. Dezember 1968.
  4. a b Hans-Joachim Schäfers u. a.: Pulmonale Hypertonie. Blackwell Wiss.-Verl., 2001, ISBN 3894124830.
  5. Auskunft verweigert, Spiegel, Ausgabe 49 vom 30. November 1970.
  6. Anlage II (zu § 1 Abs. 1) verkehrsfähige, aber nicht verschreibungsfähige Betäubungsmittel.
  Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!