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American Football Verband Deutschland

deutscher Sportverband für American Football und Cheerleading
American Football Verband Deutschland
AFVD-logo.svg
Gründungsdatum/-jahr 16. Oktober 1982
Präsident Robert Huber
Vereine 450[1]
Mitglieder 63.060[1]
Verbandssitz Frankfurt am Main
Homepage www.afvd.de

Der American Football Verband Deutschland e. V. (AFVD) ist die Dachorganisation für American Football und Cheerleading in Deutschland. In ihm sind rund 450 Vereine mit über 60.000 Mitgliedern organisiert (Stand 1. Januar 2018: 63.060, davon 39.955 männlich und 23.105 weiblich[1]), fast die Hälfte aller American-Football-Spieler in Europa.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Vom 1979 gegründeten American Football Bund Deutschland (AFBD) spaltete sich bereits 1980 die Nordwestdeutsche Football Liga ab. Aufgrund der Insolvenz des AFBDs sammelten sich die Landesverbände und Vereine des AFBD unter dem Dach des am 16. Oktober 1982 gegründeten AFVD.

Am 16. Mai 1993 wurde der AFVD vom Deutschen Sportbund anerkannt und ist heute Mitglied im Deutschen Olympischer Sportbund (DOSB), in der IFAF Europe, der European Cheerleading Association (ECA) sowie der International Federation of Cheerleading (IFC). Der Verband gliedert sich in 15 Landesverbände, die alle Bundesländer abdecken. Sitz des AFVD ist Frankfurt am Main.

Der AFVD ist außerdem auch Dachorganisation für den Cheerleading-Sport in Deutschland und richtet seit 1992 regelmäßige Meisterschaften aus. Daher sind zahlreiche Cheerleading-Abteilungen anderer Sportvereine (insbesondere aus den Bereichen Basketball, Handball, Eishockey und Fußball) Mitglied im American Football Verband Deutschland. Neben dem AFVD sind Cheerleader-Gruppen auch noch im Deutschen Tanzsportverband und im Cheerleading und Cheerdance Verband Deutschland organisiert.

VeranstaltungenBearbeiten

Der AFVD ist bei den Herren Ausrichter der German Football League (GFL) sowie der German Football League 2 (GFL2). Im Damenbereich veranstaltet er die Damenbundesliga (DBL), im Juniorenbereich die German Football League Juniors (GFLJ) sowie im Flag Football die Deutsche Flag Football Liga (DFFL). Weitere Ligen werden durch die Landesverbände betreut.

Der AFVD war 2003 Ausrichter der 2. Football-Weltmeisterschaft in Hanau und Wiesbaden. Im November 2009 war der Verband Ausrichter der Cheerleading-Weltmeisterschaft, die in Bremen stattfand. 2015 wurden die Cheerleading-Weltmeisterschaften erneut, dieses Mal in Berlin, vom AFVD durchgeführt. 2000 und 2001 richtete der AFVD die American Football Europameisterschaft aus. Zum letzten Mal fand die American-Football-Europameisterschaft 2010 in Frankfurt am Main, Wetzlar und Wiesbaden statt.[3] Auch die Europameisterschaft 2018 sollte zunächst in Deutschland veranstaltet werden, wurde jedoch abgesagt.[4]

Der German Bowl, die deutsche Meisterschaft im American Football, fand 2008 bis 2010 in der Commerzbank-Arena in Frankfurt statt, der 2011 in der MDCC-Arena in Magdeburg und seit 2012 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin.

LeitungBearbeiten

PräsidiumBearbeiten

Am 5. März 2016 wählte die Bundesversammlung folgende Personen für vier Jahre in ihre Ämter:[5]

  • Präsident: Robert Huber
  • Vizepräsident für Finanzen: Thomas Meyer
  • Vizepräsidenten: Josef Andres, Uwe Talke, Peter Springwald
  • Pressesprecher: Christian Piwarz (Berufung am 3. Oktober 2009)
  • Sportdirektor: Jan Bublitz
  • AFVD Hauptausschussvorsitzende: Dirk Dormann
  • Geschäftsführer in Amtsunion Vizepräsident Finanzen: Thomas Meyer

Ehemalige PräsidentenBearbeiten

  • Daniel Gillon Oktober 1982–Januar 1983
  • vakant Januar 1983–September 1983
  • Reinhard Lenz September 1983–August 1984 und Oktober 1984–1986
  • Günter Franken 1986–Mai 1988
  • Hagen Busse Mai 1988–Dezember 1989
  • Georg Tschurer Dezember 1989–1993
  • Jörn Redler (Interimspräsident)
  • Wolfgang Büchner Mai 1993–Juni 1994
  • Gert Dannenmann Juni 1994–Februar 1995
  • Roland Wingenroth März 1995–1997
  • Robert Huber März 1997–

LandesverbändeBearbeiten

Nach dem Willen einiger Landesverbände soll sich die Struktur des Spielbetriebs ändern. So streben für 2019 jeweils die Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern und Berlin-Brandenburg, sowie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen einen gemeinsamen Spielbetrieb an. Als Grund wurde unter anderem Schwierigkeiten in der Organisation des Spielbetriebs mit fünf Landesverbänden genannt.[6]

Kritik und KontroversenBearbeiten

FinanzierungBearbeiten

2014 reichte der AFVD vor dem Verwaltungsgericht Köln Klage gegen das Bundesinnenministerium ein, da Förderanträge des Verbunds seit 2012 abgelehnt wurden.[7] Die Klage wurde abgewiesen.[8] Als Gründe führte das Gericht an, dass der Verband nur rund ein Achtel ihres Gesamtetats für die Sportförderung ausgebe, jedoch in der Lage sei, „umfangreiche Geldmittel für Zwecke der Vergütung seines Präsidiums und seines Rechtsvertreters zur Verfügung zu stellen“.[8] In der Folge gerieten AFVD-Präsident Robert Huber und die hohe Bezahlung der Funktionäre in die Kritik.[9][10] Im April 2018 wurde eine Petition auf der Plattform Change.org gestartet, mit der Forderung, der Verband solle seine Finanzen transparenter gestalten.[11]

Auseinandersetzung mit der IFAFBearbeiten

2015 zersplitterte die International Federation of American Football in zwei Gruppen, nachdem der damalige Präsident Tommy Wiking am 30. April zunächst von seinem Amt zurücktrat und anschließend den Posten erneut für sich beanspruchte.[12] Die Gruppe um Wiking wurde „IFAF Paris“ genannt, während die Gruppierung unter dem 2016 gewählten IFAF-Präsidenten Richard McLean unter „IFAF New York“ firmierte. Der AFVD unter der Leitung Robert Hubers stellte sich hinter Wiking. In der Folge suspendierte die Global Association of International Sports Federations die IFAF 2017 auf Grund ausgebliebener Zahlungen im Anti-Doping-Kampf.[12] Diese wurden noch von Wiking ausgehandelt, wozu er laut „IFAF New York“ jedoch nicht berechtigt gewesen sei. Ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs, wonach der Rücktritt Wikings und die Wahl McLeans rechtmäßig waren, wurde vom AFVD zunächst nicht anerkannt.[13] Außerdem habe der AFVD laut McLean 2017 und 2018 keine Mitgliedsbeiträge an die IFAF gezahlt, was Huber jedoch bestreitet.[14] Der AFVD wiederum warf den nordamerikanischen Mitgliedsorganisationen der IFAF vor finanzielle Interessen und mangelnde Bereitschaft im Kampf gegen Doping vor.[15]

Im Zusammenhang der Auseinandersetzung mit der IFAF wurde auch die American-Football-Europameisterschaft 2018 genannt, welche in Deutschland stattfinden sollte, aus „durch die internationalen (sic!) Lage verursachten verschiedenen organisatorischen Gründen“ jedoch auf unbegrenzte Zeit verschoben.[16] Einige Kommentatoren sahen dies im Kampf der beiden IFAF-Gruppen begründet.[9][10][12] Zu der stattdessen stattfindenden Europameisterschaft in Finnland habe die AFVD nach eigener Aussage keine Einladung erhalten.[13]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Bestandserhebung 2018. (PDF) Deutscher Olympischer Sportbund, abgerufen am 10. Februar 2019.
  2. AFVD-Webseite, Rubrik Verband
  3. AFVD-Pressemitteilung vom 29. September 2008: EM 2010 in Frankfurt am Main.
  4. Football-EM 2018 vorerst abgesagt. In: laola1.at. 9. Januar 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  5. AFVD: AFVD|Robert Huber führt AFVD weitere 4 Jahre. In: www.afvd.de. Abgerufen am 20. November 2016.
  6. letzte Neuigkeiten - Spielbetrieb 2018. American Football und Cheerleading Verband Thüringen, 29. Januar 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  7. Football: Football-Verband klagt wegen abgelehnter Sportförderung. In: zeit.de. 7. August 2015, abgerufen am 9. April 2018.
  8. a b openJur e.V.: VG Köln, Urteil vom 3. September 2015 - Az. 16 K 2428/14. Abgerufen am 9. April 2018.
  9. a b Walter Reiterer: Österreichs Football Portal: End of game. 9. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  10. a b Markus Schulz: AFVD im Abseits. In: american-football.com. 15. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  11. Legt die Mittelverwendung des AFVD offen! Erhöht die Förderung für den Leistungssport! In: Change.org. Abgerufen am 9. April 2018.
  12. a b c Martin Jahns: NFL - Deutschland der große Verlierer im Football-Machtkampf: Patrick Esume sauer, Verbandsboss bleibt hart. In: ran.de. 22. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  13. a b Julian Reusch: NFL - Football-Machtkampf: IFAF-Präsident und Esume widersprechen deutschem Verband. In: ran.de. 23. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  14. Julian Reusch: NFL - Nach CAS-Urteil: Deutscher Football-Verband erkennt IFAF New York an - steht aber weiterhin vor Problemen. In: ran.de. 29. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  15. AFVD steht zum europäischen Sportmodell. AFVD, 8. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  16. EM 2018 verschoben. 7. Januar 2018, abgerufen am 9. April 2018.