Amapá

Bundesstaat Brasiliens

Koordinaten: 1° 23′ N, 51° 55′ W

Amapá
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Symbole
Flagge
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Wappen
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Basisdaten
Staat Brasilien
Hauptstadt Macapá
Fläche 142.470,8 km²
Einwohner 845.731 (Schätzung zum 1. Juli 2019)
Dichte 5,9 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 BR-AP
Politik
Gouverneur Waldez Góes
Partei PDT
Wirtschaft
BIP 15.480 Mio. R$
19.405 R$ pro Kopf
(2017[1])
Oiapoque, Grenzstadt nach Französisch-Guayana
Oiapoque, Grenzstadt nach Französisch-Guayana

Amapá, amtlich portugiesisch Estado do Amapá, ist ein Bundesstaat im Norden Brasiliens mit der Hauptstadt Macapá. Die Bevölkerung wurde zum 1. Juli 2019 auf 845.731 Einwohner auf einer Fläche von 142.470,8 km2 geschätzt.[2]

GeografieBearbeiten

Amapá liegt an der nördlichen Atlantikküste und grenzt im Norden an Frankreich (Französisch-Guayana) und Suriname, im Westen und Süden an den brasilianischen Bundesstaat Pará.

Nur fünf Kilometer südlich der Hauptstadt Macapá verläuft der Äquator. Die Stelle ist durch einen Stein gekennzeichnet.

Den äußersten Norden nimmt der bis an die Grenze zu Franz.-Guayana reichende, 619.000 Hektar große Parque Nacional Cabo Orange ein, der seit 1980 unter Naturschutz steht.

Die Atlantikküste ist von Mangrovenvegetation gekennzeichnet, der Rest des Bundesstaates von tropischem Regenwald.

HydrografieBearbeiten

 
Wasserfall Cachoeira do Desespero, Rio Jari.

Rund 39 % des Staates liegen im Einflussbereich des Amazonasbeckens. Das hydrografische Netz von Amapá besteht aus Flüssen, die in der Region eine große wirtschaftliche Rolle spielen, von der Fischerei bis zum Wasserstraßentransport. Die meisten Flüsse in Amapá münden in den Amazonas oder direkt in den Atlantik. Die Hauptflüsse sind:[3][4]

GeschichteBearbeiten

Die Grenze Brasiliens zu Französisch-Guayana war bis zu einem Schiedsspruch im Jahre 1900 umstritten. Im Jahre 1943 wurde Amapá zu einem Bundesterritorium erklärt. Am 5. Oktober 1988 wurde es mit dem Inkrafttreten der neuen brasilianischen Verfassung Bundesstaat.

PolitikBearbeiten

Gouverneur ist seit 1. Januar 2015 Waldez Góes des Partido Democrático Trabalhista (PDT), der den Vorgänger Camilo Capiberibe des Partido Socialista Brasileira (PSB) ablöste. Bei den Gouverneurswahlen in Brasilien 2018 erlangte er mit 52,35 % der gültigen Stimmen die Wiederwahl.

Die Legislative liegt bei der Legislativversammlung von Amapá aus 24 gewählten Abgeordneten.

Größere StädteBearbeiten

Die größten der 16 Städte Amapás, municípios ab Einwohnerzahl ab 20.000, sind mit Stand 2010 und Schätzungen von 2019:

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Stadt Land
1991 000000000289397.0000000000289.397 000000000234131.0000000000234.131 000000000055266.000000000055.266
2000 000000000477032.0000000000477.032 000000000424683.0000000000424.683 000000000052349.000000000052.349
2010 000000000669526.0000000000669.526 000000000601036.0000000000601.036 000000000068490.000000000068.490
2019 000000000845731.0000000000845.731 ? ?

Quelle: IBGE (2011)[5]

Ethnische ZusammensetzungBearbeiten

Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 477.032 Einwohnern, Stand 2010 mit 669.526 Einwohnern):

Gruppe Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Brancos 000000000126850.0000000000126.850   000000000159161.0000000000159.161 Weiße, Nachfahren von Europäern
Pardos 000000000313519.0000000000313.519   000000000439762.0000000000439.762 Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos 000000000025543.000000000025.543   000000000056205.000000000056.205 Schwarze
Amarelos 000000000000796.0000000000796   000000000007050.00000000007.050 Asiaten
Indígenas 000000000004972.00000000004.972   000000000007344.00000000007.344 indigene Bevölkerung
ohne Angabe 000000000005354.00000000005.354 000000000000003.00000000003

Quelle: SIDRA[6]

WirtschaftBearbeiten

Amapás Wirtschaft basiert unter anderem auf Krabbenfischerei (camarão-rosa) an der Küste und Manganabbau im Landesinneren.[7]

In Monte Dourado befindet sich die Überreste des 14.000 Quadratkilometer großen Jari-Projekts, des in den 1980er-Jahren missglückten Versuchs des amerikanischen Milliardärs Daniel K. Ludwig, den Naturwald am Rio Jari für die Zellstoff-Produktion durch schnell wachsende Eukalyptus-Plantagen zu ersetzen.

ArchäologieBearbeiten

Archäologen haben in einer entlegenen Gegend des Bundesstaates bei Calçoene einen Steinkomplex entdeckt und erforscht, der mit dem englischen Stonehenge verglichen wird. Der Komplex Parque Arqueológico do Solstício[8] besteht aus 127 Steinstelen, die eine Höhe von bis zu 3 Metern haben. Die Granitstelen sind so platziert, dass sie astronomische Kardinalpunkte fixieren; dank dieser Konstruktion konnten zum Beispiel die Sonnenwenden genau bestimmt werden, was für die Definition der Erntezyklen von Bedeutung ist. Man ist sich über das Alter der Anlage noch nicht im Klaren; Keramikscherben, die am Ort gefunden wurden, werden jedoch auf ein Alter von 2000 Jahren datiert.

LiteraturBearbeiten

  • Antonio Sérgio Monteiro Filocreão (Hrsg.): Amapá 2000–2013. Editora Fundação Perseu Abramo, São Paulo 2015, ISBN 978-85-7643-232-6 (brasilianisches Portugiesisch, org.br [PDF]).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Amapá – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Contas Regionais 2017: apenas Rio de Janeiro, Sergipe e Paraíba tiveram queda de volume no PIB. In: gov.br. agenciadenoticias.ibge.gov.br, abgerufen am 23. April 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE): Amapá – Panorama, . Abgerufen am 1. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Hidrografia. In: Amapá em destaque. Abgerufen am 23. April 2020.
  4. Principais rios do estado do Amapá. In: SuaPesquisa. Abgerufen am 23. April 2020.
  5. Atlas do desenvolvimento humano no Brasil – Amapá. Abgerufen am 24. April 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 24. April 2020 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Amapá und Cor ou raça).
  7. José Augusto Drummond, Mariângela de Araújo Pereira: O Amapá nos tempos do manganês. O estudo sobre o desenvolvimento de um estado amazônico – 1943–2000. Garamond, Rio de Janeiro 2007, ISBN 978-85-7617-118-8 (brasilianisches Portugiesisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Calçoene megalithic observatory - Amazon Stonehenge. In: Wondermondo. Archiviert vom Original am 17. Juli 2010; abgerufen am 3. Juli 2014 (englisch).