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Die Amalienhütte in Bad Laasphe-Niederlaasphe war ein Eisenwerk. Die ehemalige Transformatorstation ist heute ein Industriemuseum. Das Gebäudeensemble wurde am 1. Juli 1991 in die Denkmalliste der Stadt Bad Laasphe eingetragen.

GeschichteBearbeiten

Das Gebäudeensemble ging aus einem Eisenhammer am „Teich“ hervor, einem Weiher von Niederlaasphe. Dessen Konzession wurde 1707 von Graf Henrich Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein an die Gewerke Johann Henrich, Wilhelm Heidersdorf, Hans-Georg Wittich und Antonius Bergmann erteilt. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Familien Mittelmann und Feuring an dem Betrieb des Hammers beteiligt. Der Bürgermeister von Laasphe, Christian Müller, kaufte die Anlage 1821 für 11.000 Gulden; ein Weiterverkauf für 9000 Taler fand 1834 an Friedrich Doering, einen Apotheker aus Marburg, statt. Der Markt wurde in den folgenden Jahren von billigem Eisen aus Belgien und England dominiert. Der Betrieb des Hammers wurde damit schwieriger. Für 4.951 Taler ersteigerte Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein die Anlage 1846.

Ein erneuter Verkaufsvertrag wurde im Oktober 1847 gezeichnet, in dem es vor allem um eine Hütte neben dem Hammer ging. Über ihren Schwiegersohn August Herwig erwarb Amalie Jung die Anlage für 4.695 Taler. Zu ihren Ehren wurde die Anlage in „Amalienhütte“ benannt. Im Jahr 1882 wurde die Hütte von Wallau ausgehend über die Obere Lahntalbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.[1]

Später produzierten bis zu 500 Arbeiter vor allem gusseiserne Öfen. Zwei Transformatoren in der Umspannstation hatten eine gemeinsame von 1000 kW. Bis 1965 wurde das Hammerwerk noch mit Wasserturbinen betrieben. Die Anlagen wurden 1975 von Buderus stillgelegt.

Von dem Gebäudeensemble ist eine Remise, eine Werkswohnung und ein Verwaltungsgebäude erhalten geblieben.

TransformatorgebäudeBearbeiten

Die Transformatorstation der Amalienhütte wurde 1924 errichtet. Dies erfolgte in Turmbauweise mit rotem Sandstein. Die Anlage verteilte die Energie über eine Ringleitung der Buderusschen Eisenwerke im Lahn-Dill-Gebiet. Vor allem das Hüttenwerk wurde so mit Strom versorgt.

AusstellungBearbeiten

Einer der beiden Transformatoren ist erhalten geblieben. Da er aufgeschnitten wurde, kann man sein Inneres sehen. Ferner sind Schaltgeräte, große Isolatoren, Messwandler, Verteileranlagen sowie Schutz- und Messeinrichtungen zu besichtigen.

Aus der Anlage in Hirzenhain (Vogelsberg) stammen 15 Marmortafeln mit Messgeräten einer Niederspannungsverteilung und Bedienungselementen. Diese sind im Untergeschoss ausgestellt.

Ein kleiner Mühlenteich befindet sich auf dem Gelände. Dessen Wasser treibt einige kleine Wasserräder und Turbinen an und soll so die Funktion der ehemaligen Amalienhütte anschaulich zeigen.

In dem Verwaltungsgebäude befindet sich das Café „Amalie“. Dieses wurde 2009 mit dem Sonderpreis des Touristikverbandes Siegerland-Wittgenstein im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet.

Von April bis September öffnet das Museum jeden letzten Sonntag im Monat.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. (Foto)grafische und akustische BahnDokumente bei einer Bildreise auf den Eisenbahnstrecken im Wittgensteiner Land in den Jahren 1976 bis 1996. (Nicht mehr online verfügbar.) bahndokumente.de, archiviert vom Original am 5. Mai 2016; abgerufen am 12. November 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bahndokumente.de

Koordinaten: 50° 55′ 10,1″ N, 8° 27′ 6,9″ O