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Altwildungen ist der nach Einwohnerzahl zweitgrößte Ortsteil der Stadt Bad Wildungen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der Ort hatte seit 1362 Stadtrecht und wurde 1940 in die Stadt Bad Wildungen eingemeindet.

Altwildungen
Koordinaten: 51° 7′ 35″ N, 9° 7′ 40″ O
Höhe: 231–311 m ü. NN
Einwohner: 2328 (31. Dez. 2018)[1]
Eingemeindung: 1940
Postleitzahl: 34537
Vorwahl: 05621
Bad Wildungen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655; Alt-Wildungen mit Schloss Friedrichstein links, Nieder-Wildungen mit der Stadtkirche rechts

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Altwildungen liegt direkt nordöstlich der Kernstadt, von ihr durch die Wilde getrennt. Im Ort treffen sich die Kreisstraßen 37 und 40. Die Bundesstraße 485 führt östlich um Altwildungen herum.

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Friedrichstein
 
Altwildungen

Der Ort wird erstmals genannt, als um 1200 auf dem Schlossberg der Vorgängerbau des heutigen Schlosses Friedrichstein erbaut wurde. Nach 1300 trennte sich der Ort vom Schloss, und das heutige Altwildungen entstand, das im Jahre 1362 mit der Verleihung von Stadtrecht in den Kreis der Städte in der Grafschaft Waldeck aufgenommen wurde.

 
Nicolai-Kirche

Die Evangelische Kirche Alt-Wildungen wurde im Mai 1732 nach elfjähriger Bauzeit eingeweiht. Architekt der auf Geheiß des Fürsten Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont erbauten Kirche war dessen Hofbaumeister Julius Ludwig Rothweil. Die Kirche erhielt im Jahre 1908 den Namen Nicolai-Kirche – als Ehrung für den 1608 verstorbenen Altwildunger Pfarrer, Hofprediger und Prinzenerzieher Philipp Nicolai (1556–1608), Dichter des Kirchenlieds „Wachet auf, ruft uns die Stimme“.

Die Kirche der ehemaligen Johanniter-Kommende Wildungen, in der Nicolai gepredigt hatte und die bis zu diesem Zeitpunkt noch immer von der Kirchengemeinde Reitzenhagen benutzt worden war, wurde noch im gleichen Jahr abgebrochen. Die Kommende der Johanniter war im Jahre 1402 aus dem 1358–1369 eingerichteten Johanniter-Hospital unterhalb des Schlossbergs am linken Ufer der Wilde hervorgegangen und wurde 1532, nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck, säkularisiert. Sowohl von der Kirche als auch von den anderen Gebäuden der Kommende ist heute praktisch nichts mehr erhalten. Über das Grundstück des einstigen Hospitals führt heute der Riesendamm, der Alt-Wildungen mit der Kernstadt verbindet.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Albertshausen am 1. Oktober 1971 an die Stadt Bad Wildungen angeschlossen.[2]

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Altwildungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadt Bad Wildungen in Zahlen, abgerufen am 8. Februar 2019
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408.