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Altkatterbach ist ein Ortsteil des Marktes Wilhermsdorf im Landkreis Fürth, Mittelfranken.

Altkatterbach
Koordinaten: 49° 27′ 20″ N, 10° 41′ 58″ O
Höhe: 372 (365–374) m ü. NHN
Einwohner: 54 (Jan. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91452
Vorwahl: 09102

GeografieBearbeiten

Westlich des Dorfes fließt der Katterbach, der ein rechter Zufluss der Zenn ist. Im Südosten grenzt das Flurgebiet Rennweg an und im Nordosten die Schaflehen.[2]

GeschichteBearbeiten

Katterbach lag an einer als Rennweg bezeichneten fränkisch-karolingischen Straße. Ein weitläufig angelegter mittelalterlicher Burgstall an der Straße nach Adelsdorf weist auf die Bedeutung des Rennwegs hin, der als Vorgänger der heutigen Bundesstraße 8 gilt.

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1164 als „Katerbach“. In der Urkunde bestätigt der Würzburger Bischof Heinrich II. von Stühlingen den von seinen Vorgängern Embricho und Gebhard vollzogenen Zehnttausch zwischen den Kirchen Heilsbronn und Markt Erlbach.[3] Zugleich werden in der Urkunde die im Jahr 1144 getätigten Acquisitionen des Klosters Heilsbronn bestätigt.[4] Insgesamt erwarb das Kloster sechs Höfe und betrieb eine Schäferei.[5] Auf die Schäferei weisen heute Flurnamen wie Schaflehen, Schafgarten, Lämmerbuck, Schaftrieb, Schafhausplatz und Schafhausgarten hin. 1369 wurden mit 474 Schafen Wolle und Käse für das Kloster produziert. Jeder Hof musste dem Kloster mit Pferden dienen, drei Höfe mit Wein. Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1631 alle Anwesen zerstört. Ab 1672 begann die Wiederbesiedlung.

Erst mit der Gründung Neukatterbachs im 17. Jahrhundert hieß der Ort zur Unterscheidung zunächst „Katterbach das alte“, später „Alt Katterbach“ und schließlich „Alt=Katterbach“.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Altkatterbach vier Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Neuhof inne. Alle Anwesen hatten das Kastenamt Neuhof als Grundherrn.[6]

1810 kam Altkatterbach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hirschneuses zugeordnet und 1813 der Ruralgemeinde Kreben. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Katterbach gebildet, zu der Altkatterbach, Neukatterbach und Riedelshäuslein gehörten.[7] Am 9. November 1824 wurden schließlich Kreben, Lösleinshäuslein und Oberndorf in die Ruralgemeinde Katterbach integriert. Die Gemeinde Katterbach unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.[8] Ab 1862 wurde Altkatterbach vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (ab 1938: Landkreis Neustadt an der Aisch) und ab 1856 vom Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, ab 1929: Finanzamt Fürth) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, 1880–1950er Amtsgericht Markt Erlbach, ab 1950er Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,681 km².[9]

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Katterbach aufgelöst und am 1. Juli 1972 in die Gemeinde Wilhermsdorf eingegliedert, nur der Ortsteil Neukatterbach wurde der Gemeinde Neuhof an der Zenn zugeschlagen.[10]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Katterbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 160 271 316 330 306 293 295 301 327 320 302 299 293 279 305 291 290 304 263 371 360 293 289 261
Häuser[11] 29 53 57 59 59 53 55 57
Quelle [12] [13] [14] [14] [15] [14] [16] [14] [14] [17] [14] [14] [18] [14] [14] [14] [19] [14] [14] [14] [20] [14] [9] [21]

Ort Altkatterbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002009 002018
Einwohner 57 59 73* 63 75 68 77 96 68 61 54* 78 54
Häuser[11] 9 9 15 15 14 13 15 14*
Quelle [12] [13] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [9] [21] [22] [1]
* inklusive Riedelshäuslein

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Peter und Paul (Kirchfarrnbach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Michael (Wilhermsdorf).

VerkehrBearbeiten

Durch Altkatterbach führt von Südwest nach Nordost die Kreisstraße NEA 18/FÜ 10 von der Landkreisgrenze bei Neukatterbach nach Meiersberg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt am Riedelshäuslein vorbei nach Adelsdorf zur Staatsstraße 2413. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt zur FÜ 9 ca. 0,5 km westlich von Kreben.

Abends und am Wochenende verkehrt ein Anrufsammeltaxi zum Bahnhof in Langenzenn.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.markt-wilhermsdorf.de
  2. Altkatterbach im BayernAtlas
  3. H. Sponholz (Hrsg.), S. 105.
  4. G. Muck, Bd. 1, S. 48.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 331.
  6. H. H. Hofmann, S. 79.
  7. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 33 (Digitalisat).
  8. H. H. Hofmann, S. 201.
  9. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 805 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  11. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 5 (Digitalisat). Für die Gemeinde Katterbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Neukatterbach (S. 63) und Riedelshäuslein (H. H. Hofmann, S. 201).
  13. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 96–97 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 303 Einwohner.
  14. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1060, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1226–1227, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1161 (Digitalisat).
  18. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1234 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1271–1272 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1098 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat). Für Neukatterbach: S. 176.
  22. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 337 (Digitalisat).