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Alpen-Flachbärlapp

Art der Gattung Flachbärlappe (Diphasiastrum)
Alpen-Flachbärlapp
Diphasiastrum alpinum 100911.JPG

Alpen-Flachbärlapp (Diphasiastrum alpinum)

Systematik
Unterabteilung: Lycopodiophytina
Klasse: Bärlapppflanzen (Lycopodiopsida)
Ordnung: Bärlappartige (Lycopodiales)
Familie: Bärlappgewächse (Lycopodiaceae)
Gattung: Flachbärlappe (Diphasiastrum)
Art: Alpen-Flachbärlapp
Wissenschaftlicher Name
Diphasiastrum alpinum
(L.) Holub

Der Alpen-Flachbärlapp (Diphasiastrum alpinum (L.) Holub, Syn.: Lycopodium alpinum L.) gehört innerhalb der Familie der Bärlappgewächse zu Gattung Flachbärlappe.

BeschreibungBearbeiten

Der Alpen-Flachbärlapp ist ein Chamaephyt, seine oberirdischen sterilen Sprosse sind 4-kantig, normalerweise nicht abgeflacht (an schattigen Standorten aber doch etwas abgeflacht). Die Ventralblätter sind deutlich gestielt und gekniet und 0,5 mm breit. Dorsal- und Ventralblätter sind gleich groß. Der Sporophyllstand ist ungestielt, die Sporophylle lanzettlich, zugespitzt. Die ganze Pflanze ist blaugrün überlaufen.

Die Sporenreife erstreckt sich von August bis September.

 
Fertiler Alpen-Flachbärlapp

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 44, 46 oder ca. 48.[1]

Allgemeine VerbreitungBearbeiten

Der Alpen-Flachbärlapp ist eine boreal-alpine Art (auch boreal-temperat montan alpin). Sein Hauptverbreitungsgebiet ist auf der Nordhalbkugel: Mitteleuropa, die Alpen, die Karpaten, Pyrenäen, vor allem Nordeuropa (bis zum nördlichen Skandinavien) und Nordamerika. Vereinzelt findet man ihn auch in den Gebirgen der Balkan-Halbinsel und in den Mittelgebirgen Zentraleuropas. In Finnland und dem nördlichen Russland ist er selten. Im Mittelmeergebiet fehlt er.

In den Allgäuer Alpen steigt er in Tiroler Teil an der Rothornspitze bis zu 2300 m Meereshöhe auf.[2]

StandorteBearbeiten

Der Alpen-Flachbärlapp wächst in lockeren Trupps an lichtreichen bis schwach beschatteten, mäßig frischen, kalkarmen, sauren, oft etwas humosen Stellen auf (sandigen) Lehmböden, meist in lange schneebedeckter Lage (Schneebedeckung oft bis Mai–Juni) gern an offenen, vegetationsarmen, doch moosreichen Stellen, oft an Wegböschungen. Offensichtlich ist er eine konkurrenzschwache Art. Seine natürlichen Vorkommen befinden sich in zwergstrauchreichen Borstgrasrasen der Hochlagen (Leontodo-Nardetum), regional ist er auch eine Nardion-Art.

BesonderheitBearbeiten

Die sehr zerstreuten Vorkommen in Mitteleuropa werden als Glazialrelikt gedeutet.

LiteraturBearbeiten

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
  • Die Große Bertelsmann Lexikothek, Naturenzyklopädie Europas, Band 10, Pilze und Niedere Pflanzen: Herausgeber Josef Reichholf, Gunter Steinbach, Mosaik-Verlag, 1992, ISBN 3-577-10110-5

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 67. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 97–99.

WeblinksBearbeiten