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Almog Cohen

israelischer Fußballspieler

Almog Cohen (hebräisch אלמוג כהן, * 1. September 1988 in Be’er Scheva) ist ein israelischer Fußballspieler, der bei Maccabi Netanja unter Vertrag steht.

Almog Cohen
Cohen, Almog Ingolstadt 17-18 (3) WP.jpg
im Trikot von Ingolstadt (2017)
Personalia
Name אלמוג כהן
Geburtstag 1. September 1988
Geburtsort Be’er SchevaIsrael
Größe 170 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1998–2006 Beitar Tubruk
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2006–2010 Maccabi Netanja 89 0(8)
2010–2013 1. FC Nürnberg 58 0(2)
2013 → Hapoel Tel Aviv (Leihe) 12 0(1)
2013–2019 FC Ingolstadt 04 126 (11)
2019– Maccabi Netanja 0 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2007–2010 Israel U21 12 0(0)
2010– Israel 23 0(0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 21. Juni 2019

2 Stand: 19. Dezember 2017

KarriereBearbeiten

VereineBearbeiten

Beginn in IsraelBearbeiten

Cohen begann seine Karriere bei Beitar Tubruk und wechselte 2006 zu Maccabi Netanja. 2007 schaffte er den Sprung in die U21-Nationalmannschaft.

1. FC NürnbergBearbeiten

Im Frühjahr 2010 unterschrieb er einen Dreijahresvertrag beim Bundesligisten 1. FC Nürnberg.[1] In der Hinrunde der Saison 2010/11 kam er regelmäßig zum Einsatz und bestritt am letzten Hinrundenspieltag sein erstes Spiel über 90 Minuten. In der Rückrunde begann er fast immer von Beginn an. Am 29. Januar 2011 (30. Spieltag) erzielte er im Punktspiel gegen den Hamburger SV mit dem Treffer zum 2:0-Endstand seinen ersten Pflichtspieltreffer für den 1. FC Nürnberg.[2] Im April 2011 verlängerte Cohen seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2014.[3]

Leihe zu Hapoel Tel AvivBearbeiten

Anfang Februar wurde bekannt, dass Cohen auf eigenen Wunsch hin bis zum Sommer 2013 an den israelischen Fußballverein Hapoel Tel Aviv verliehen wird.[4]

 
Almog Cohen 2011

FC Ingolstadt 04Bearbeiten

Der Leihvertrag dauerte nur fünf Monate an, da sich Cohen für den Zweitligisten FC Ingolstadt 04 entschied, welcher ihn mit einem Dreijahresvertrag ausstattete.[5] Die Vertragslaufzeit hatte er trotz des Abstieges seines Vereins in die 2. Bundesliga 2017 vorzeitig um drei Jahre, bis zum 30. Juni 2021, verlängert.[6]

Rückkehr in die HeimatBearbeiten

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga löste Mannschaftskapitän Cohen im Sommer 2019 seinen Vertrag nach sechs Jahren in Ingolstadt vorzeitig auf[7] und kehrte zu seinem ersten Profiklub Maccabi Netanja zurück.[8]

NationalmannschaftBearbeiten

Am 2. September 2010 wurde Cohen erstmals in die A-Nationalmannschaft Israels berufen. Er debütierte an diesem Tag (über 90 Minuten) im EM-Qualifikationsspiel gegen die Maltesische Nationalmannschaft, das mit einem 3:1-Sieg für Israel endete; seitdem wird er regelmäßig in die israelische Auswahl berufen.[9]

ErfolgeBearbeiten

SpielweiseBearbeiten

Aufgrund seiner aggressiven Zweikampfführung und seiner äußeren Erscheinung wird er auch Gattuso von Israel genannt, an Anlehnung des italienischen Fußballers Gennaro Gattuso.[10] Tatsächlich bezeichnet Cohen Gattuso als sein Idol und hat sich eine ähnliche Frisur und einen Bart wie der Italiener schneiden lassen.[11]

SonstigesBearbeiten

Cohen ist mit 109 Bundesligaspielen (9 Tore) der am häufigsten eingesetzte Spieler aus Israel. (Stand: Saisonende 2018/19)

Sein Start in Deutschland verlief aufgrund fehlender Deutschkenntnisse schwierig. Als gläubiger Jude konnte er sich in den ersten Monaten fast nur vegetarisch ernähren, da es sich schwierig für ihn gestaltete, koscheres Fleisch zu finden. Später erschloss sich ihm eine Bezugsquelle in Frankfurt am Main.

Als Fans von Cohen am 26. April 2015 zu dessen Unterstützung beim Hinspiel gegen 1. FC Union Berlin im Stadion die Fahne seiner Heimat Israel zeigten, ordnete der verantwortliche Polizeiführer zur Gefahrenabwehr das Einrollen der Fahne an. Wegen der großen palästinensischen Gemeinde in Berlin sei keine politische Aussage im Stadion erwünscht. Auf Cohens Nachfrage, ob auch Flaggen anderer Länder verboten seien, antwortete man ihm, dass dies nur die israelische Fahne betreffe. Der Berliner Polizeipräsident entschuldigte sich später für den Vorfall.[12] Abgesehen von diesem Vorfall in Berlin ist Cohen nach eigener Aussage weder Antisemitismus noch Hass begegnet.

Da er am Sabbat eigentlich nicht arbeiten dürfte, sich dieser allerdings mit den Bundesliga-Spieltagen kreuzt, verzichtet er im Ausgleich auf die Verwendung von elektronischen Geräten. Als seine beiden besten Freunde zu Zeiten in Nürnberg bezeichnet er İlkay Gündoğan und Mehmet Ekici.[13]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Matthäus gratuliert zu Cohen, kicker.de
  2. 2:0 - Club zwingt HSV in die Knie (Memento vom 2. Februar 2011 im Internet Archive)
  3. Offizielle Bestätigung der Vertragsverlängerung durch Nürnberg
  4. Auf eigenen Wunsch: Cohen wird ausgeliehen
  5. Pressemitteilung (Memento vom 5. Oktober 2013 im Internet Archive) auf der Homepage des Vereins
  6. Meldung auf Kicker.de
  7. Der Kapitän geht von Bord, donaukurier.de, abgerufen am 20. Juni 2019
  8. Zurück zu den Wurzeln, donaukurier.de, abgerufen am 21. Juni 2019
  9. Israel-Malta 3:1 (Memento vom 18. September 2011 im Internet Archive) (The Israel Football Association)
  10. Er spielt wie Gattuso – Israel feiert Club-Star Cohen. Die Bild.
  11. Ein bißchen Matthäus, ein wenig Gattuso. Welt online; abgerufen am 18. Februar 2011.
  12. Polizei entschuldigt sich für Entfernen von Israel-Fahne. Zeit online, 27. April 2015
  13. Wird man als jüdischer Fußballer in Deutschland anders behandelt, Almog Cohen? | VICE Sports. In: VICE Sports. (vice.com [abgerufen am 16. Dezember 2016]).