Hauptmenü öffnen

Allee der Kosmonauten (Berlin)

Straße in Berlin-Marzahn

Die Allee der Kosmonauten ist eine in den 1970er Jahren entstandene Hauptverkehrsstraße in den Berliner Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Sie führt in West-Ost-Richtung vom Ortsteil Lichtenberg als Fortsetzung der Herzbergstraße über die Rhinstraße, kreuzt im Ortsteil Marzahn die Märkische Allee und endet an der Landsberger Allee.

Allee der Kosmonauten
Wappen
Straße in Berlin
Allee der Kosmonauten
Allee der Kosmonauten nahe dem Bahnhof Springpfuhl
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Lichtenberg,
Marzahn
Angelegt im heutigen Ausbaustadium ab 1970
Anschluss­straßen Herzbergstraße,
Raoul-Wallenberg-Straße
Querstraßen (Auswahl)
Rhinstraße,
Meeraner Straße,
Beilsteiner Straße,
Marzahner Chaussee,
Märkische Allee,
Landsberger Allee
Plätze Helene-Weigel-Platz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 5400 Meter, davon etwa 4,5 km in Marzahn

Geschichte und VerlaufsbeschreibungBearbeiten

Die Allee der Kosmonauten ist eine völlig neu angelegte Straße, die in ihrer Trassierung allerdings Teile der Geißenweide integriert.[1] Die Verlängerung der Herzbergstraße über den neu erbauten Abschnitt der Rhinstraße hinweg bis zur Marzahner Chaussee wurde 1975 zunächst in Springpfuhlstraße (nach einem Teich gleichen Namens) benannt. Der gesamte Straßenzug der späteren Allee der Kosmonauten war zu diesem Zeitpunkt noch im Bau bzw. nur zum Teil fertiggestellt.

Sie beginnt am Westeingang des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge zunächst als Fußweg und Straßenbahntrasse. Danach knickt sie zweifach ab und führt bis zur Landsberger Allee im Norden. Vor der Rhinstraße gibt es einen südlichen Fortsatz, die Hausnummern 16–25. An der Kreuzung mit der Rhinstraße wird die Bezirksgrenze zu Marzahn-Hellersdorf (Ortsteil Marzahn) überquert. Anschließend läuft die Allee der Kosmonauten durch ein Gewerbegebiet und kreuzt am Bahnhof Springpfuhl die S-Bahn. Weiter östlich tangiert sie den Helene-Weigel-Platz mit seinen drei weithin sichtbaren, 25 Stockwerke hohen Wohnhochhäusern und dem denkmalgeschützten alten Rathaus Marzahn, das nach der Verwaltungsreform des Jahres 2001 als Tagungsort der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf genutzt wird.

Im Bereich des Helene-Weigel-Platzes bildet die Straße einen verschlungenen nördlichen Arm (der einen fußläufigen Anschluss an den Murtzaner Ring und nach Alt-Marzahn hat). Die Bereiche Nummern 88–144 zwischen Eitelstraße und Elisabethstraße gehören zum Ortsteil Biesdorf, der größere Rest (bis Nummer 203) zu Marzahn.[2] Die Straße bildet in ihrem mittleren Abschnitt die Ortsteilgrenze zu Biesdorf.

Namensherkunft und Datum der BenennungBearbeiten

Um den Weltraumflug des sowjetischen Fliegerkosmonauten Oberst Waleri Bykowski und des deutschen Forschungskosmonauten Oberstleutnant Sigmund Jähn mit dem Raumschiff Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6 zu würdigen, erhielt die damalige Springpfuhlstraße am 22. September 1978 in Anwesenheit der beiden Raumfahrer ihren heutigen Namen. (Jähn war der erste Deutsche im Weltraum. Der Flug fand vom 26. August bis 3. September 1978 statt.)

 
Relief zur Namensgebung (Legende)

Kosmonaut ist die aus dem Russischen übernommene Bezeichnung für einen Raumfahrer, analog dem aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammenden Astronauten. Bykowski und Jähn wurden am 21. September 1978 vom Ost-Berliner Magistrat und von der Stadtverordnetenversammlung mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin geehrt und nach 1989 in die Senatsliste der Berliner Ehrenbürger übernommen.

Architektur und Verkehr der StraßeBearbeiten

Entlang der Allee der Kosmonauten, die im Volksmund schlicht AdK genannt wird, erstrecken sich Gewerbegebiete und große Wohngebiete in meist elfgeschossiger Plattenbauweise. Zwischen der Rhinstrasse und der Märkischen Allee ist der Straßenabschnitt von Gewerbebauten geprägt. Nördlich der Allee der Kosmonauten 28–33 wurden ab 1991 Büro- und Hallenkomplexe saniert und modernisiert sowie ein neues Büro- und Geschäftshaus und Gewerbehöfe errichtet. Ab dem S-Bahnhof Springpfuhl beginnt die Wohnbebauung. Nahezu auf ihrer gesamten Länge wird die AdK von Straßenbahnen (Linien M8 und 18) befahren, die eine eigene Trasse überwiegend in der Straßenmitte haben. Die Strecke wurde 1975 bis zur Rhinstraße angelegt, 1979 bis zur Elisabethstraße und 1982 noch weiter verlängert.[3] Die alten Straßenbahn-Haltestellenhäuschen aus Beton, die nach 1989 schrittweise ersetzt wurden, waren mit futuristischen und Raumfahrtmotiven bemalt. Darüber hinaus erschließen einige Omnibuslinien die Magistrale (X54, 154, 192, 194).

Kunst, Kultur und Bildung in der Allee der KosmonautenBearbeiten

KunstBearbeiten

 
Skulptur: Drei sitzende Frauen
 
Allee der Kosmonauten, Relief zur Namensgebung (Gesamtansicht, Zustand August 2017)
  • Vor dem Haus Nummer 58 wurde 1982 eine Brunnenskulptur aufgestellt: Stillleben Gedeckter Tisch, angefertigt von Emerita Pansowova.[4]
  • Vor dem Haus Nummer 68 – zwischen zwei Zehngeschossern auf Höhe der Marchwitzastraße – steht eine zehn Meter hohe Betonskulptur Richtkrone. Der Bildhauer Alfred Bernau hat das Denkmal zur Erinnerung an die Fertigstellung der ersten Häuser des neuen Großbezirks Marzahn 1974 geschaffen.
  • Wenige Meter daneben erinnert ein in einen Betonsockel eingelassenes Relief an die Namensverleihung 1978.
  • Das gesamte Hochhaus Nummer 145 wurde 2012/2013 von der französischen Streetart-Gruppe CitéCréation als FlowerTower gestaltet. Die Auftragsarbeit der Wohnungsgenossenschaft Friedenshort e. G. hat das Gesicht des Gebäudes total verändert.[5] Es ist das derzeit höchste Fassadenkunstwerk Europas.[6]
  • Vor dem Gebäudetrakt Nummer 194 befindet sich eine Sandsteinskulptur Drei sitzende Frauen auf einem Steinsockel (siehe Bild). Die Figuren wurden vom Bildhauer Manfred Hübner angefertigt und an dieser Stelle im Jahr 1985 aufgestellt.[7]
  • An der Plansche am Anger laden vier Edelstahl-Stelen als manuell zu betätigende Sprühduschen auf einer befestigten ebenerdigen Fläche zum sommerlichen Vergnügen. Entwurf und Ausführung stammen vom Grünflächenamt Marzahn.
 
Relief zur Namensgebung, Detail

KulturBearbeiten

  • Statttheater Lichtenberg, Allee der Kosmonauten 67[8]
  • Jugendklub Treibhaus, Allee der Kosmonauten 170

Sport und SchulwesenBearbeiten

  • Im Bereich der AdK befinden sich zahlreiche Sportstätten, darunter Hallen und offene Sportplätze, auch für Sportvereine.
  • Das OSZ Energietechnik II (Hein-Moeller-Schule: Nummer 18),[9] die Internationale Lomonossow-Schule Marzahn[10] sowie das Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium sind in der Straße angesiedelt.
  • Akademie für Berufsförderung und Umschulung gGmbH (Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten und Bürokommunikation; im Aufbau) unter Nummer 35a

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Allee der Kosmonauten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marzahn 1954 (Memento vom 17. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  2. Amtliches Straßenverzeichnis des Bezirks Marzahn-Hellersdorf; pdf (Stand Juli 2015), hier: Allee der Kosmonauten, S. 1 (PDF; 350 kB)
  3. Geschichte der Berliner Straßenbahn
  4. Kunstkonzeption In der Großsiedlung (PDF; 2,3 MB), abgerufen am 28. März 2011
  5. Fresques Flower Tower (Memento vom 27. August 2013 im Internet Archive), abgerufen am 31. Januar 2014
  6. Das höchste Fassadenkunstwerk Europas
  7. Schriftliche Information der Leiterin des Kunstamtes Marzahn-Hellersdorf vom April 2011
  8. Info von Tip-Berlin zum Statttheater (Memento vom 11. Februar 2011 im Internet Archive); abgerufen am 28. März 2011
  9. Homepage der Hein-Moeller-Schule
  10. Website der Internationalen Lomonossow-Schule

Koordinaten: 52° 32′ 1″ N, 13° 33′ 3″ O